Wochenende Bergfest und das Leben als „Arztfrau“

Juhu endlich Wochenende. Der Gatte nutzt gerade die Ruhe, vor der Rückkehr der beiden kleinen Damen, um sein Schlafdefizit nach Dienst zu minimieren.  Bin ich froh, dass ich kein Arzt bin sondern nur „Arztfrau“. Ja sowas gibts wirklich. Ich kann zwar keine Zahnpasta empfelen, aber es gibt immer noch Leute die einen tatsächlich so ansprechen.  Ich mache dann immer freundlich drauf aufmerksam, das ich nicht promoviert habe. Verstehen aber die meisten nicht 😉 

Was macht eigentlich eine Arztfrau oder auch Frau Doktor? Keine Ahnung, vielleicht gefährliches Halbwissen im Schlaf verteilen. Nach 3  passiven medizinischen Staatsexamem und einer Facharztprüfung kann man schon tolle Sachen sagen ohne sie  richtig zu verstehen.  Oder vielleicht  den ganzen Tag shoppen? Keine Ahnung wie solche Leute sich meinen Alltag vorstellen.

Arzfrau  hat nämlich auch den ein oder anderen kleinen Nachteil. Wenn der  Gatte 13 Dienste im Monat bekommt weil zuwenig Kollegen da sind, bedeutet es mehr als jeden dritten Tag „Teilzeitalleinerziehend“ zu sein. Oder sich daran zu gewöhnen, dass Nachts um 3 Uhr das Telefon klingelt und der Gatte zum operieren geht. Oder wie meine geliebte Schwiegermutteer immer sagt. Wir haben es ja so gewollt. 

Heute hat unser Au-Pair Bergfest. Ich kann noch garnicht glauben, dass es schon 6 Monate her ist seit sie bei uns ist. Aber die Zeit geht leider immer so schnell. Heute wollen wir auf jeden Fall gemeinsam Käsefondue machen und die erste Hälft Revue passieren lassen.  Spannend zu schauen wie sie sich seit Juli verändert hat. Sie ist viel selbstständiger geworden und mit den Kindern geht sie auch schon so selbstverständlich um. Andere Dinge sind immer noch fast wie am Anfang. Zum Beispiel ihr Hang zur Unpünktlichkeit. Aber es wird langsam besser. Wir bleiben am Ball.

Aber sie ist eins der offensten und kommunikativsten Au-pairs die wir bisher hatten und das finde ich so schön. Wir sprechen über alles mögliche. Ich kennen ihre Familie und deren Probleme aus Erzählungen, sie hat uns ihren Freund vorgestellt und nach unserer Meinung gefragt. Fand ich voll lieb. Wir sprechen über die politische Lage in ihrer Heimat und ihre Pläne für die Zukunft. Und sie hat auch Interesse an uns und unseren Freunden. Fragt viel nach und gehört eben einfach dazu. 

Spannend fände ich natürlich mal in ihren Kopf zu linsen und zu wissen was sie ehrlich über uns denkt. Ich meine natürlich die nicht so netten Sachen.  Denn ich war ja selbst mal Au-Pair und kann mich noch gut an die gemütlichen Abende mit den anderen Au-Pairs erinnern die nur ein Thema hatten. Wie seltsam, verrückt oder komisch sind eigentlich die Gastfamilien. Und als Au-Pair bekommt man eben jede Eigenheit direkt mit.  Aber vielleicht ist es auch besser das nicht so genau zu wissen. 

Morgen hat sich dann meine gesamte Familie kurzfristig angesagt. Oma leidendes Huhn und der rasende Opa. kommen und treffen sich hier mit meiner Schwester.  Die Kinder sind schon ganz aus dem Häuschen und freuen sich riesig. Denn wenn die  Oma die Kinder mal 2 Wochen nicht gesehen hat kommt sie auf Entzug. Sie ist zwar ständig krank und mit Arbeit und Hobbys sehr beschäftig, aber für ihre beiden Enkel macht sie fast alles. Unsere Damen haben es da wirklich gut. 2 Omas, 2 Opas und Tante, Onkel und Patentante gehören nur ihnen, da es noch keine Konkurenz im Familienkreis gibt.  Ich muss also heute nur noch das Haus ein wenig mehr in Ordnung bringen. Die Oma ist nämlich eine Hausfrau der alten Schule und jedes Mal völlig entsetzt wie ihre Tochter so lebt. Bei ihr sieht es immer aus wie bei Schöner Wohnen , bei uns leider nicht.  Ja ich oute mich, ich wasche nur 2x in der Woche und sammle dazwischen und ja ich putze nicht jede Woche meinen Keller. 2 Dinge mit denen ich Oma immer wieder in den Wahnsinn treibe.  Also heute noch mal ran damit morgen alle ihr Kaffeetrinken genießen können.

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Eine Antwort to “Wochenende Bergfest und das Leben als „Arztfrau“”

  1. hostmam Says:

    Es lebt sich aber entschieden gelassener mit einem unaufgeräumten Keller… 🙂
    Am besten eine „kaputte“ Stufe oder einen temporären Stromausfall im Keller einlegen und FERTICH. Beim Rest des Hauses stehe inzwischen auf dem Standpunkt, dass ich ja auch was zu tun haben muss, wenn die Kinder ausgezogen sind. Und bis dahin muss „Schöner wohnen“ eben warten! Da geh ich lieber Schlittschuhlaufen oder backe Waffeln…

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