Teilzeit Alleinerziehend oder Alltag einer Arztfrau

Der Gatte hat heute Bereitschaftsdienst. Das bedeutet für uns als Familie er hat sich nach dem Frühstück verabschiedet und wird erst morgen am Mittag wieder nach Hause kommen. Und dann erstmal mindestens 2-3 Stunden schlafen, wenn er es in einem Haus mit zwei Kleinkindern denn schafft. Aber die lieben Patienten sind meist so hilfsbereit und schaffen die nötige Bettschwere. Denn Samstags Hausdienste sind immer besonders toll. Aber das ist ja eher Sache für einen Arztblock. 

Ich werde jetzt also gleich mit zwei Kindern den Supermarkt stürmen. Wenn wir Bekannte treffen fragen immer alle nach dem lieben Gatten. Und bei vielen kann man das „ok der macht auch nie was mit der Familie“ oder „die Ehe kann auch nichts mehr sein, wir sehen sie nur noch mit den Kindern allein“  auch ohne Worte sehen.  Aber egal, wer uns näher kennt weis es ist Blödsinn. Manchmal ärgert es mich aber doch. 

Und ja es ist doof. Ich würde auch gerne mit der ganzen Familie spazieren gehen oder  die Kinder mit Papa Ausflüge erleben. Denn er verpasst oft wirklich schöne Sachen. Und auch für mich sind Wochenenden mit Partner viel entspannter als so. Denn ich habe jetzt ja auch 24 Stunden Bereitschaft. Denn Baden, ins Bett bringen, einkaufen alles geht zu zweit viel leichter.  Und unser Au-Pair könnte zwar helfen und das macht sie auch wenn sie da ist, aber erstens hat sie ja eigentlich frei und zweitens will ich die Kinder am Wochenende ja auch nicht schon wieder abgeben. Denn unter der Woche haben sie ja auch schon wenig Zeit mit uns als Eltern.

Wenn es nur ein Wochenende ist, wo es so läuft ist das ja auch alles noch in Rahmen. Es gehört zum Beruf eben dazu. Aber wir hatten leider die letzten Jahre eher die Erfahrung gemacht, dass 2-3 Wochenende im Monat mit Diensten belegt sind und man die 1-2 Wochenende die wirklich frei sind feiert wie einen kleinen Urlaub. Und das belastet das Familienleben doch arg. Der Gatte wird völlig körperlich und auch seelisch ausgezehrt und im Familienleben gibt es auch keinen echten Wochenend Rythmus.  Wenn die Kinder schon überrascht fragen wenn der Papa mal nicht nach dem Frühstück geht läuft eindeutig was falsch.   

Aber zum Glück haben wir jetzt seit 2-3 Monaten mehr Freizeit, da die lieben Halbgötter in der Klinik gemeinsam den Aufstand geprobt haben und auf einmal war es dann doch möglich neue Kollegen zu finden. Und seit dem gibt es wieder Familienwochenenden.  

Und so haben wir eben heute Papafreien Tag und überlegen wie wir ihn verbringen. Ich schwanke noch zwischen Waldausflug oder Zoobesuch.  Schwimmen mit zwei Nichtschwimmern ist mir nämlich noch zu anstrengend.

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2 Antworten to “Teilzeit Alleinerziehend oder Alltag einer Arztfrau”

  1. Noga Says:

    Hoffentlich bleibt es bei mehr Wochenendfreizeit. Bin über Hostm.m hier gelandet und finde es sehr interessant. Weiterhin viel Spaß beim Bloggen.

  2. hostmam Says:

    „da die lieben Halbgötter in der Klinik gemeinsam den Aufstand geprobt haben und auf einmal war es dann doch möglich neue Kollegen zu finden“

    Und es geht meist wirklich nur über einen Aufstand (oder mit jemanden der sich genügend mit Arbeitszeitschutzkonten auskennt und weiss wie teuer so ein „überzogenes AZS – Konto“ ist)

    Aber ich weiss was Du meinst, der Göttergatte ist nach einer Nachtschicht (theoretisch Bereitschaftsdienst – aber eben nur theoretisch) auch erstmal komplett tot….

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