Willkommen in der Schule

Ich hatte gerade eine tolle Erfahrung. Ich durft nicht nur am Morgen in die Schule. Nein jetzt wechsel ich die Seite und bin angehende Mutter eines/zweier Schulkinder.

Nein ihr habt euch nicht verlesen. Meine Zwerge sind 3 und 4, aber in NRW gibt es zwei Jahre vor Einschulung einen Sprachtest für alle 3-4jährigen und im Vorfeld gibt es den ersten offiziellen Elternabend in der Grundschule. 

Den Sprachtest finde ich eine gute Sache und mit Sicherheit für viele Kinder sehr wichtig. Ich sehe ja jeden Tag in meinen Klassen wohin es führt ohne Sprache zu leben. Und damit meine ich nicht nur die Schüler mit Migrationshintergrund, sondern auch meine Schüler die Deutsch als Muttersprache haben,  aber diese nicht wirklich beherschen. Sie können nur rudimentär lesen und sind auch im Wortschatz, Satzbau usw. mehr als eingeschränkt.  Aber anders Thema.

Zurück zur Grundschule. Ich habe mir also mit sehr wenigen anderen Eltern von der answesenden Direktorin der Grundschule erklären lassen wie ich unsere Kinder auf die Schule vorbereiten soll und was sie alles können müssen damit sie schulreif sind. 

Aber der Abend zeigt meiner Meinung nach mal wieder ein Grundproblem. Die Eltern die dort anwesend waren machten eher einen gelangweilten Eindruck,  da den meisten schon vorher bewußt war, dass es sinnvoll ist mit Kindern zu sprechen, sie zu Selbstständigkeit zu erziehen und sogar vom negativen Einfluss von TV hatten wir alle  schon mal gehört. Die für die der Abend sicher informativ und wichtig gewesen wäre habe ich dort kaum gesehen. Von 600 eingeladenen Eltern sind 30 gekommen. 

Und die Art wie mit uns gesprochen wurde. So eine Mischung aus Teletubies und geistig Minderbemittelt. Oh mein Gott. Bitte lasst mich nicht  diesen Ton auf meinen Elternabenden haben und es nicht merken. 

Jetzt bin ich immerhin um die Erkenntnisse schlauer,

– unsere  Kinder werden  trotz 18 Monate Altersabstand nur ein Schuljahr auseinander in die Schule kommen.

– Es gibt eine flexible Schuleingangsphase die aus Klasse 1 und 2 in Jahrgangsklassen besteht aber in der man auch drei Jahre verweilen kann.  (Früher hätte ich das Sitzenbleiben genannt, aber verweilen klingt ja so viel schöner  )

– Unsere Kinder zur Einschulung einen „Schultest“ bestehen müssen indem die Grundschule testet was sie schon alles können ( Aber es soll natürlich kein Leistungsdruck entstehen)

– Eine gute Mutter ihrem Kind Mittags selbst etwas zu essen kocht und das nicht von der Schule verlangt. ( Begründung warum die Schule  in der Mittagsbetreuung kein Mittagessen anbietet)

– Die Bestätigung meiner Überlegungen, dass wir wohl noch länger ein Au-Pair brauchen werden, weil ich keine gute Mutter bin.  (es sei denn meine Kinder essen erst gegen  14.30.Uhr Mittag)

– Das Thema offene Ganztagsschule nichts mit Einschulung und Schule am Morgen zu tun hat und die Direktorin darüber nicht sprechen möchte. Wenn die Leitung der Ganztagsschule.  ( ?!?!?!??!?!)

– Ich mal wieder verstehen kann warum es gegen meinen Berufsstand so viele Vorurteile gibt

– Ich nicht verstehen kann warum so wenig Eltern dort sind.  Auch wenn es langweilig ist, es geht um die Zukunft unserer Kinder da opfere ich doch mal die 1-2 Stunden.   

Und sei es nur um anschließen einen bösen Artikel für den Blog zu haben 🙂

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3 Antworten to “Willkommen in der Schule”

  1. zimtapfel Says:

    Ich glaube, so ist es immer. Also, das sich die Eltern beteiligen, bei denen eigentlich gar kein Bedarf besteht, weil sie schon längst über die Informationen verfügen, die da weitergegeben werden. Und die, die die Informationen gut brauchen könnten, denen geht es am Allerwertesten vorbei.
    Ich hatte neulich Besuch von einer Freundin, die gerade ihr Referendariat begonnen hat und an dem Tag, an dem sie hier war, noch ihren ersten Elternsprechtag hatte. Sie meinte irgendwann: Hm, ich weiß gar nicht, was ich da besprechen soll, die Kinder, deren Eltern sich zum Sprechtag angemeldet haben, sind eigentlich völlig problemlos.
    Und genau das ist das Problem: Diese Eltern haben Interesse, kümmern sich, und auch deshalb haben deren Kinder keine oder wenig Probleme. Sie sind interessiert, kennen sich aus, kennen Fördermöglichkeiten, undundund, und sind eben keine, die ihre Kinder eben zur Schule schicken, weils halt vorgeschrieben ist.

  2. hostmam Says:

    Womit wieder einmal bewiesen ist, dass Elternabende überall ähnlich ablaufen 🙂

    Was ich an Grundschullehrerinnen wirklich bewundere ist die Fähigkeit grundsätzlich alles zweimal zu erklären („nochmal!nochmal!nochmal!“) und zu allem rudernde Armbewegungen zu machen….

    Ansonsten finde ich Elternabende grauenvoll – weniger wegen der Lehrer – die sitzen da ja auch nicht wirklich freiwillig – sondern wegen der überengangierten Eltern die auch noch die Farbe des Tonpapiers durchdiskutieren wollen.

    Aber hab Geduld: es sind im besten Fall nur 13 Jahre bei zwei Jahrgängen – macht bei 2 Elternabenden pro Jahrgang dann nur 52 Elternabende die ihr untereinander auswürfeln könnt…. 🙂

    • ap-familie Says:

      „…dann nur 52 Elternabende, die ihr untereinander auswürfeln könnt…“

      Dieser Hinweis war gemein und überflüssig! (Der blanke Horror!)

      Bei uns in der Grundschule gibt es allerdings Elternstammtische, die bislang gut besucht (etwa die Hälfte der Eltern) und nett sind – sie finden in einer örtlichen Kneipe statt und das macht das ganze etwas lockerer. Dafür allerdings 4 bis 5 mal im Jahr… Da es sich bei den anwesenden Eltern meist um die der Freunde meines Sohnes handelt, mit denen wir uns sowieso privat treffen ist es eigentlich noch gemütlich.

      Wovor mir allerdings graut, sind die Elternabende der weiterführenden Schule bzw. diese Elterninformationsveranstaltungen wie von aupairfamilienrw beschrieben.

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