Omas und Au-Pairs

Als wir unser erstes Au-Pair eingeladen haben dachte ich es sei für das Au-Pair eine tolle Hilfe, wenn die Oma auch da ist und die beiden sich die Arbeit teilen können. Aber nach jetzt 5 Au-Pair kann ich sagen diese Idee war ein Irtum. Es ist keine Hilfe es macht alles nur viel komplizierter.

Warum?

Weil unsere Oma ihre Enkel so sehr liebt , dass sie zum einen dem Au-Pair (genau wie jedem anderen „Fremdbetreuer“ ) mit 110% Skepsis gegenüber steht und zumindest am Anfang aus Prinzip alles furchtbar findet was die Au-Pairs machen und vor allem natürlich die Tatsache, das die eigene Tochter ihre Kinder einem wildfremden Menschen überlässt.

Weil die Oma zweitens zwar ganz genaue Vorstellungen darüber hat was das Au-Pair wann wie und wo  machen soll, aber sich nicht traut es ihr auch zu sagen. Weil A) das Au-Pair die Oma bestimmt nicht versteht und B) das ja Aufgabe der nicht anwesenden Tochter ist. 

Weil die Oma nach ein paar Wochen/Monaten zwar weniger Sorge um die Enkel, aber dafür rasend eifersüchtig auf das Au-Pair wird. Hinterher haben die Enkel ja noch ein besseres Verhältnis zum Au-Pair als zur Oma. 

Weil Au-Pairs sobald sie Omas/Tanten/Eltern sehen eine deutliche Fluchtneigung entwickeln. Sprich sie wissen nicht mehr ob sie jetzt noch arbeiten sollen/müssen oder vielleicht sogar stören.

Weil Au-Pairs gerade am Anfang gegenüber anderen Verwandten sehr reserviert und zurückhaltend sind und so oft den Eindruck vermitteln sie hätten kein Interesse oder sprech kaum Deutsch.

In der Praxis führt das dazu, dass man als Gasteltern von der Arbeit kommt und eine fix und fertige Oma mit zwei Kindern vorfindet, die sich beschwert, wie anstrengend der Tag war und unser Au-Pair ja nichts richtig macht. Und ein Au-Pair, dass genervt in ihrem Zimmer sitzt, weil es die Aussage der Oma „Du kannst auch mal  nach oben gehen“ so verstanden hat, dass sie auf Abruf sitzt und somit nicht anderes machen kann.  Die Oma sich aber nicht getraut hat sie um Hilfe zu bitten und findet das Au-Pair müsste doch sehen, dass sie Hilfe braucht.

Wobei man schon merkt, dass auch die Omas Au-Pair erfahren werden. So langsam gehen sie offener auf die Mädels zu und sie geben sogar zu, dass die befürchteten Schäden bei den Enkeln nicht eingetreten sind. Sie stellen sogar fest, es scheint den Kinder nicht zu schaden und sie entwickeln sich überraschend gut.  🙂

Ach ja eins unserer  Au-Pairs hat es übrigens sehr schnell ins Herz der Oma geschafft. Sie war so ein offener und fröhlicher Mensch, dass selbst die ängstlichste Oma kein Haar in der Suppe finden konnte. So wird jetzt jedes neue Au-Pair bei uns mit dem Satz zur Kenntniss genommen. Schade, dass ihr nicht wieder ein AP wie  XY gefunden habt.

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2 Antworten to “Omas und Au-Pairs”

  1. zimtapfel Says:

    Oh ja, ich kann es mir lebhaft vorstellen. 😆
    Was die andere Seite angeht, meine Oma war ihrerseits schlicht entsetzt, als ich verkündete, nach dem Abi ein AuPair-Jahr machen zu wollen (was ich leider letztendlich doch nicht gemacht habe), weil sie, wie ich rausfand, ziemlich merkwürdige Vorstellungen von der ganzen Angelegenheit hatte. Sie dachte wohl ich wäre da dann ein kostenloses Dienstmädchen, das den kompletten Haushalt allein schmeißen und auch bei Tisch servieren müsste, hübsch mit Schürzchen und Häubchen gewandet.
    Omas und Au Pair – eine Geschichte voller Missverständnisse…

  2. Anna-Lena Says:

    Ich bin bis jetzt mit allen Gastomas und auch den Gastopas immer gut klargekommen.

    Manchmal find7fand ich es zwar auch etwas anstregend (aber welche Verwandten sind das nicht manchmal 😉 ) aber normal störts mich nicht wenn die vorbei kommen und wir unterhalten uns meist ganz gut:

    Vllt ist es aber auch einfach dadurch einfacher dass meine Gastfamilien alle „genügend“ Kinder hatten um uns alle zu beschäftigen 😉

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