Nicht nur Au-Pairs entwicklen sich weiter

Inspiriert von einer Frage im Gastfamilienforum habe ich heute länger darüber nachgedacht was unsere Au-Pairs in unserer Familie bewegt haben.

Spontan sind mir eingefallen:

Viele kulinarische Inspirationen von  russischen Pfannkuchen (Aladir) – ukrainisches Buchweizengemüse (Kascha). Auch die kurze Episode mit kenianischem Essen habe ich noch in sehr guter Erinnnerung. Im Gegensatz zum Rest dieser Erfahrung.

Alle Mädchen  waren so verschieden, obwohl fast alle  aus Osteuropa stammen, dass wir nicht nur keine Vorurteile aufbauen konnten, sondern auch viel über die Unterschiede in dieser Gegend gelernt haben. Mein Bild von Russland, Ukraine und Weisrussland ist deutlich vielfältiger und komplexer geworden.

Ich bin mehr „Chef“ geworden und kann auch mal Nein sagen. Am Anfang habe ich nur sehr ungern direkt gesagt wenn mich etwas störte, oder ich bestimmte Dinge gerne anders erledigt haben wollte. Und es war immer sehr schwer einem Au-Pair eine Bitte auszuschlagen. Aber auch das „Chef“ sein kann und muss man lernen. Denn Au-Pairs brauchen gerade am Anfang klare Aufgaben und Regeln. Die Hoffung das Au-Pair sieht/erkennt von selbst was man als Familie erwartet funktioniert nicht. Nach den ersten Versuchen kam die Erkenntnis, das es durch klare Ansagen einfacher und hamonischer wird.
Ich habe heute mehr Verständnis für meine Gastmutter aus den USA und habe mir eingestehen dürfen, als Au-Pair nicht alles richtig gemacht haben. Ja ein Perspektivwechsel wirkt Wunder und erklärt einem so manche Situation, die man mit 18 noch ganz anders gesehen hat.  Und manchmal erkenne ich mich in unseren Au-Pairs wieder. Leider häufig an Stellen dich mich damals wahnsinnig gemacht haben und jetzt auf der anderen Seite auch stören.
Wenn man sich mit seinen Au-Pairs über ihr Leben zu Hause unterhält lernt man den eigenen Wohlstand und vermeintliche Selbstverständlichkeiten erst wieder richtig zu schätzen.  Eine warme Dusche, Wasseranschluss im Haus und genug zu Essen waren nicht für alle Au-Pairs zu Hause eine Selbstverständlichkeit. Und auch unser Au-Pair Zimmer ist für die meisten Mädchen ein riesen Luxus, da sie zu Hause oft mit 1-4 anderen Familienangehörigen gemeinsam schlafen.

Meine Sprachkenntnisse in Englisch rosten nicht zu sehr ein, da ich zumindest immer am Anfang des Jahres häufig auch Englisch mit den Au-Pairs rede. Das geniese ich sehr, da ich sonst wenig Gelegenheit habe Englisch zu sprechen.

Unsere Kinder gehen auf fremde Menschen mit freundicher Selbstverständlichkeit zu. Und haben auch keine Berührungsängste vor anderen sprachlichen oder kulturellen Hintergründen. Ich denke diese Fähigkeiten verdanken sie zum großen Teil unseren Au-Pairs die ihnen jede auf ihre Art sehr viel neue Erfahrungen ermöglicht haben.

Viele kleine und große Tricks und Rituale sind von Au-Pairs miteingeführt worden. Die Suche nach der guten Laune, Au-Pair Parties und diverse Lieder, Spiele und andere Kleinigkeiten.
Ich habe bestimmt noch 1000 Kleinigkeiten vergessen, aber ich hoffe es wird deutlich, dass einem ein Au-Pair viel mehr als nur Kinderbetreuung und Hausarbeit gibt.

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