Gastmutter werden ist nicht schwer, Gastmutter sein dagegen sehr

Nachdem Putzfrust von gestern steht jetzt also ein Gespräch an. Und das gehört zu den Dingen die ich am Gastmutter sein mit am meisten hasse. Ich bin nämlich keine Meisterin meine Wünsche und Kritik so zu formulieren, dass 1. unser Au-Pair versteht worum es mir geht und über ihr Verhalten nachdenkt und 2. unser Au-Pair nicht tief betrübt für die nächsten Tage/Wochen/Monate schmollt.

Am Freitag war kein Gespräch mehr möglich, da wir zuerst zuviel Trubel mit Besuch hatten und sie dann ganz schnell zu ihrer Freundin verschwunden ist. Heute ist sie noch nicht zurück und ob sie kommt war noch nicht klar. Also sehe ich sie erst Morgen an ihrem Geburtstag.  Eigentlich wollte ich ihr an ihrem Geburtstag ein typisches Essen aus der Heimat kochen und sie am Morgen mit den Kindern und einem Kuchen und Geschenken wecken. Aber da sie nicht da ist wie es scheint fällt das schon mal aus. Und ob sie zum Essen da ist konnte/wollte sie auch nicht sagen.  😦

Ich sitze also hier und überlege was ist eigentlich das was mich am meisten stört und was läuft gut.

Da ich der typische Listen Typ bin, mache ich auch hier eine  😉 . Ich schreibe auf und vergleiche, das hilft mir oft Dinge in die richtige Relation zu rücken.

+ die Kinder mögen unser Au-Pair und spielen gerne mit ihr

+ Sie kann  wenn sie will gut und gründlich putzen und aufräumen

+ Sie ist seit ihrem Urlaub viel offener und hat viel von zu Hause erzählt. Ihre Pläne und Wünsche, eine Eigenschaft dich sehr mag, da ich unsere Mädchen gerne richtig kennen lernen möchte.

+ Sie ist mir zu ähnlich und daher kann ich sie meistens ziemlich gut verstehen.

– in den letzten Tagen hat sie immer weniger im Haushalt gemacht. Und so langsam staut sich bei mir Frust auf. Es ist nicht die eine Sache, sondern viele Kleinigkeiten.

– Die Bügelwäsche wird immer häufiger ignoriert, wenn ich sie nicht bis in ihr Zimmer trage. Ich wasche die Wäsche und hänge sie auf und eigentlich ist es ihre Aufgabe sie dann zu falten und die Bügelwäsche zu bügeln. Aber ich finde jeden Donnerstag/Freitag die gesamte Wäsche der Woche im Keller, nur ihre Wäsche ist erledigt.  Finde ich sehr unangenehm und eigentlich muss sie nicht in ihrem Zimmer bügeln, aber sonst macht sie es gar nicht. Und da sie das Bügeleisen/Bügelbrett in ihrem Zimmer behält ist das halt so.

-Ich habe den Eindruck ihr Arbeitsmotto hat sich von: „Ich mache meine Aufgaben möglichst gut“ zuIch kann mit minimalen Aufwand den maximalen Erfolg erzielen“ geändert.

– Auch nach 9 Monaten und 2 Weckern immer noch mindestens 1x in der Woche zu spät unten (nicht viel 5-10 Minuten), aber gerade im Morgenstress zählt jede Minute. Auch nur eine Kleinigkeit aber es nervt.

– Sie sich außerhalb ihrer Arbeitszeiten immer häufiger wie ein Gast benimmt. Sie räumt zwar ihren Teller in die Spüle, aber Biomüll, Essensreste bleiben auf der Arbeitsplatte liegen und das Aufräumen nach dem Abendessen bleibt immer 100% an uns Eltern hängen. Genau so die Essensvorbereitung.  Mir geht es nicht darum, dass sie immer helfen soll, aber ab und zu einfach mal die Spülmaschine ausräumen wenn sie fertig ist und nicht den eigenen Abwasch einfach in der Spüle stapeln oder nach einem gemeinsamen Essen auch mithelfen abräumen und aufräumen finde ich nicht zuviel verlangt. Es  ist eben ein schöner Schachzug und das haben bisher alle Au-Pairs mehr oder weniger gemacht.

Meine Vermutungen zu den Gründen ihres Verhaltens

1.  Typisches Erste Woche nach Urlaub Gefühl:  War die Arbeit immer schon so anstrengend?!?

2. Egozentrisches Weltbild. Sie denkt in erster Linie an sich und bemerkt nicht, dass ihr Verhalten für uns negative Konsequenzen hat. Also keine böse Absicht, sonder Gedankenlosigkeit.

3. Clevere Faulheit. Solange sich keiner beschwert mach nicht mehr als gefordert wird, sonst musst du es immer machen.  Das habe ich als Au-Pair auch oft gedacht und es ist nicht von der Hand zu weisen, aber die eigenen Aufgaben sollte man dann nicht auch vergessen. Und da liegt ja das Problem. Wenn es dort hakt werden eben auch andere Punkte auf einmal negativer von uns Gasteltern beurteilt.

4. Private Probleme und die Unsicherheit wie es im Sommer weiter geht. Diese Phase ist immer schwierig, da die Mädchen sich gedanklich von ihrer Aufgabe hier lösen und mit 1000 anderen Dingen beschäftigt sind nur nicht mit Arbeit.

Die Wahrheit wird wohl eine Mischung aus allen 4 Punkten sein und jetzt sitze ich also hier und überlege wie ich es anspreche. Die feige Hoffnung ist natürlich, dass am Montag wieder alles ok ist und man das Gespräch ausfallen lassen kann und die ganz Episode unter einmaliger Ausrutscher verbucht. Aber mein Bauchgefühl sagt mir wir müssen reden.

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Eine Antwort to “Gastmutter werden ist nicht schwer, Gastmutter sein dagegen sehr”

  1. hostmam Says:

    „Aber mein Bauchgefühl sagt mir wir müssen reden.“

    Jap – sehe ich auch so …. aber ich kann Dich verstehen – ich HASSE solche Gespräche – ich wünsche Dir viel Energie dafür.

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