Freie Tage

Heut ist mein „freier Tag“ an der Schule. Und alle Kollegen beneiden uns Mütter darum in der Woche einfach mal einen Tag frei zu haben.   Kann ich gut verstehen, habe ich nämlich aus Kinderlose auch gemacht.  Das Problem ist nur, so eine „freier Tag“ kann ziemlich anstrengend sein.

Theoretischer Plan:  

Morgens ein bischen länger schlafen und als Rabenmama den Papa und das Au-Pair mit den Kids aufstehen lassen.

Dann entspannt nach Zeitungslektüre an den Schreibtisch und ausgeruht tolle Unterrichtsvorbereitungen machen.

Mittags für die Kinder ein gesundes und leckeres Mittagessen kochen und sie zu Fuß vom Kiga abholen.  Dabei den Frühling genießen.

Nachmittags etwas schönes mit den Kinder machen ( Backen, im Garten spielen, Fahrradausflug, Basteln……)

Abends gemütlich den Abendbrottisch decken und warten bis der Gatte nach Hause kommt und als Familie ein harmonisches Abendessen einnehmen

Feierabend mit guten Gewissen nach dem Bettritual mit dem Gatten das Sofa, die Hängematte oder irgendeinen anderen gemütlichen Platz aufsuchen und ohne schlechtes Gewissen reden, lesen, TV schauen, da ja alles schon am Tag erledigt wurde.

So bevor noch jemand neidisch wird, das war der Plan, die Theorie.  Wer Kinder hat sieht wahrscheinlich schon die Utopie.  Aber Träumen darf Frau ja und manchmal klappt es ja auch.

Die Praxis:

Morgens versuche ich immer wenn nichts „offizielles“ ansteht etwas länger liegen bleiben, aber ich bekomme Besuch von Kindern, die mir ganz wichtig was erzählen müssen oder sich gestritten haben oder einfach mal schauen wollen ob Mama wirklich da ist. Und genau wie am Wochenende. Wenn ich frei habe stehen die Kinder immer besonders früh auf.

Aber jede 2-3 Woche gibt es Dinge die man eben nur an so einem Tag erledigen kann. Arztbesuche für Mich und  Kinder, Behördenwege, Einkaufen von Kleidung, Schuhen, Geschenken und noch 1000 andere Kleinigkeiten für die man im Alltag sonst keine Zeit findet. Oder man übernimmt eine Aufgabe im Kiga, hat Elterngespräche ……

Um 8.00 stehe ich meistens auf, denn als gute Mutter habe ich ja ein schlechtes Gewissen und es macht ja auch Spaß mit den beiden Damen zu frühstücken und gemütlich in den Tag zu starten. Wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch gleich beide in den Kiga bringen und auf dem Rückweg noch die ein oder andere Besorgung machen.

Zu Hause rufen dann meistens alle möglichen Leute an und wollen mal eben fragen oder abklären oder mir eine neue Versicherung verkaufen.

Dann stelle ich fest, dass mein Bad dringend gesäubert werden muss, da 2 Kleinkinder ziemlich ekelig sein können. Und auch 100 andere kleine Hausarbeiten die schon viel zu lange liegen geblieben sind springen einen an. Aber da bin ich ziemlich resistent. Sonst komme ich zu nichts anderem.

Nach diesem Aufgaben lohnt es sich kaum noch für die Schule anzufangen und ich überbrücke die Zeit mit etwas Internet 🙂 und koche dann für die Damen. Oder ich arbeite für die Schule und stelle fest, dass es doch nur für ein schnelles Nudeln Essen reicht.

Nach dem Kiga sind die Damen ziemlich ko, aber wenn Mama frei hat will natürlich keiner Mittagspause machen. Also auf in den Nachmittag.  Der ist auch meistens sehr schön. Es ist einfach wichtig mal Zeit zu haben ohne den nächsten Termin im Rücken. Und dieser Nachmittag ist mir heilig.

Die Abende sind meistens auch schön, da ich viel entspannter bin.

Erst nach Feierabend meldet sich das schlechte Gewissen wieder, da ja die Vorbereitung am Morgen mal wieder viel zu kurz gekommen ist oder eben andere Dinge liegen geblieben sind. Aber Zeit für die Beziehung ist auch wichtig.

Und am nächsten Morgen werde ich dann wieder mit meiner Lieblings  Frage: Na gut erholt ? begrüßt werden.

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