Papa Tag

Morgen ist bei uns Papa Tag.  Ich habe einen ganztägigen Klassenausflug und unser Au-Pair kommt auch mit. Das ist möglich, da der beste aller Gatten mal wieder Hausdienst hat. Das bedeutet er ist seit heute Morgen in der Klinik und kommt dann Morgen gegen Mittag nach Hause. Nach einer  kurzen Pause wird er dann die beiden Damen aus dem Kiga abholen und den Nachmittag und Abend mit den beiden verbringen. Denn ich komme wahrscheinlich erst gegen 20.00 – 21.00 Uhr wieder zurück.

Die Kinder freuen sich schon riesig mal den Papa ganz für sich allein zu haben. Sie dürfen Morgen auch die Fahrräder mit in den Kiga nehmen und später mit Papa eine Fahrradtour nach Hause machen.  Ansonsten ist noch eine Party geplant und über mehr bin ich nicht informiert. 🙂

Meine SchülerInnen sind häufig entsetzt, wenn sie mitbekommenm, dass ich noch sooooooooooooo kleine Kinder habe und arbeiten gehe. Die Reaktionen reichen von „Warum haben sie denn dann Kinder“ über „Und wer kümmert sich um sie wenn sie weg sind?“ bis zu „Sind sie denn so arm, dass sie arbeiten müssen?“  und „Aber der Papa ist doch nicht die Mama“.  Auf die Idee, dass ich arbeiten gehe weil ich

1. Meinen Beruf sehr gerne mag

2. Natürlich ein zweites Einkommen, insbesondere als Sicherheit und Luxusspender sehr angenehm ist

3. Ich nicht 5 Jahre studiert habe und 2 Jahre Referendariat über mich ergehen lies um dann nicht zu arbeiten.

4. Kinder zwar etwas wunderbares sind, aber manche Mama auch mal etwas anders sehen möchte als Windeln und Babybrei.

Für mich ist meine Arbeit als viel mehr als ein Job und ich habe hart dafür gekämpft meine jetztige feste Stelle zu bekommen.   Und am traurigesten finde ich, dass meine SchülerInnen  wahrscheinlich noch nie einen männlichen Kollegen diese Fragen gestellt haben.

Aber ich nehme es ihnen nicht übel. Aber es schadet auch nicht, wenn sie sehen, dass man als Frau beides haben kann . Aber ich erzähle auf Nachfrage auch immer, dass es nicht einfach ist und manchmal viel Kraft kostet.  Denn dieses Bild der Superfrau und Übermutter stört mich gewaltigt. Es ist immer wieder ein Tanz auf dem Drathseil und daher ist ein echter Partner, der die Verantwortung mit einem träg und nicht nur „hilft“ sehr wichtig.  Und da habe ich richtig Glück gehabt. Ich habe noch nie eine Sekunde überlegen müssen, ob mein Mann unsere Kinder „schafft“. Denn er macht seinen Elternjob mindestens genau so gut wie ich und daher können wir uns auch problemlos abwechseln .

Und so kann ich unserem Au-Pair Morgen die Möglichkeit bieten mal wieder etwas neues von Deutschland zu sehen. Ich bin gespannt was sie mehr beeindruckt. Das Museum oder die Schüler.

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5 Antworten to “Papa Tag”

  1. elamatrix Says:

    Manchmal hab ich echt den Eindruck es gibt wirklich zwei völlig unterschiedliche Teile in Deutschland. Wir wären als Schüler nie auf die Idee gekommen, unsere Lehrerinnen in Frage zu stellen weil sie mit Kind arbeiten. Die hatten doch alle Kinder…

    Auch für mich stand nie zur Debatte, dass ich nicht wieder arbeiten gehen würde (und ich freu mich auf Juni, wenn es wieder losgeht. Und ich freu mich drauf dass meine Tochter in die Krippe gehen darf). Als Freunde aus Pfalz und Hamburg nach der Geburt bezweifelten dass ich in den nächsten Jahren wieder arbeiten würde habe ich mich auch gefragt, was die denken wozu ich 5 Jahre studiert hab.

    Ich bin froh, dass es bei uns weder von den Kollegen, noch von Nachbarn, usw als unüblich und falsch angesehen wird, dass wir unser Kind fremdbetreuen lassen.

    Ich denke es ist gut, dass deine Schüler an dir sehen, dass es auch anders geht.

    Viel Spaß morgen bei dem Ausflug und viel Spaß dem Papa mit seinen Mädels!

  2. Anna-Lena Says:

    Nur kurz: Ich finds ganz toll, dass du euer Au-Pair auf den Schulausflug mitdarf! Schöne Idee.

  3. ichbins Says:

    Es macht mich traurig, dass die heranwachsende Generation so altbacken denkt. Danke liebe Eltern, Medien und Politiker! Klasse gemacht!
    Also auf Kinder verzichten, nur weil meinen seinen Job mag, in den man Jaaahre seines Lebens investiert hat, um in ihm (richtig) gut zu werden?
    Oder weil man es sich schlicht und einfach nicht finanziell leisten kann, länger als ein Jahr (und in dem muss man sich extrem einschränken) zu Hause bleiben kann, weil nicht jeder Mann so viel verdient, dass er damit sich UND Frau und Kinder ernähren (und ich meine ernähren!) könnte?
    Und dann geht man arbeiten und ein Großteil der verdienten Kohle fließt in die Kinderbetreuung etc.
    Tja, Deutschland macht es uns nicht leicht, Kinder und Job zu haben! Deswegen entscheiden sich immer wieder fähige Frauen gegen Kinder. Und andere bekommen dafür gleich so viele, dass ein Leben ohne Job aber auf Staateskosten Sinn macht.
    Und dann kommen die Gören in der Schule an und lassen sowas vom Stapel…
    Nein, ich bin nicht traurig, ich bin entsetzt!

  4. Tamar Says:

    Wenn mir jemand sagt, wie schön es doch sei, dass der Papa auch „helfe“, stört mich das gewaltig. Es sind ja tatsächlich auch seine Kinder. Wenn ältere Frauen das so sehen, kann ich es noch verstehen, aber dass junge Frauen noch nichts dazugelernt haben, macht mich einfach nur traurig.

  5. blubb Says:

    muss dir recht geben tamara erschreckend wie viele väter auch keinen ahnung von ihren kindern haben.
    mein gatsvater in usa wusste nichts und konnte auch keine stunde mit denen alleine bleiben.
    ich bin das von zuhause nicht gewohnt. mein dad hatt schon immer auf uns aufgepasst, hatt gekocht, und gewaschen und geputzt wenn er zeit hatte.
    also ich will keinen man der nichtmal ne stunde auf seine eigenen kidner aufpassen kann und wo es noch als nett empfindet zu `helfen`

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