Briefe ans Au-Pair 2 Warum brauchen wir ein Au-Pair

Liebes Au-Pair

Ich freue mich schon, wenn Du im Sommer kommst. Denn auch wenn die große Hilfe und die kleine Hexe  immer älter und selbstständiger werden wird es auch im nächsten Jahr viele kleine und große Situationen geben in denen wir ohne Dich nicht funktionieren würden.  Ich komme auf dieses Thema, weil mich heute die Kindergärtnerin von der kleinen Hexe gefragt hat warum wir überhaupt noch ein Au-Pair haben.  Und da habe ich kurz überlegt und ihr dann ganz viele „Kleinigkeiten“ und Situationen genannt die ohne Au-Pair nicht oder nur schlecht funktioniert hätten.

Typische Situationen in denen wir dich brauchen werden sind die kleinen Notfälle und Alltäglichkeiten.

– Wenn am Morgen oder in der Nacht ein Kind krank ist und nicht in den Kindergarten gehen kann. Häufig ist es nichts ernstes, aber mit 38 Grad Fieber dürfen die Kinder nicht in den Kiga und dann ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass du mit dem kranken Kind den Vormittag verbringen kannst. Meist reicht es einfach Zeit zu haben und Geschichten vorzulesen, darauf zu achten, dass genug getrunken wird und Mittags ein kleines Mittagessen warm zu machen. Medizin geben der liebste aller Gatten oder Ich den Kindern und wenn ein Kind wirklich schwer krank ist bleibt natürlich auch einer von uns Eltern zu Hause und geht mit dem Kind zum Arzt.

– Ein Kind wird während des Tages im Kindergarten krank oder verletzt sich. Dann rufen die Kindergärtner in der Regel bei „Kleinigkeiten“ Dich an und bitten dich die große Hilfe und die kleine Hexe abzuholen. Natürlich versuchen auch der Gatte  und Ich schnell nach Hause zu kommen, aber da der Doc wenn er operiert nicht einfach kommen kann und Ich ca. 45 Fahrzeit habe, bist du für die Kinder die erste Vertraute die schnell im Kindergarten sein kann.

– Wenn wir Eltern auf der Arbeit spontan Überstunden machen müssen,eine Konferenz ansteht oder wir Eltern mal krank sind ist es beruhigend wenn wir wissen, dass Du Zuhause die Stellung hälst. Wir vertrauen unseren Au-Pairs, dass sie nach ein paar Wochen/Monaten unseren Familienalltag so kennen, dass sie die Kinder auch einmal Abends allein ins Bett bringen können  und die Routine am Laufen halten.

Du hilfst uns natürlich auch durch deine Hilfe im Haushalt. Denn die Zeit die du mir und dem Gatten an Arbeit abnimmst, haben wir frei um am Nachmittag und Abend mit den Kindern und Dir zu verbringen. Hier profitieren nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder.

– Wenn du Morgens den Tisch deckst und die Brote für die Kinder fertig machst kann ich in der Zeit nicht nur ruhiger in den Tag starten, sondern habe Zeit mit dir und den Kindern gemeinsam zu Frühstücken. So können wir wichtige Dinge für den Tag besprechen und eine gemeinsame Mahlzeit einnehmen. Je nach Wetter entscheiden wir ob du die Kinder mit dem Fahrrad in den Kiga bringst oder Ich sie bei Regen mit dem Auto fahre.

– Für mich ist es auch nach 4 Jahren immer noch ein „Luxus“, wenn ich nach 6 – 8 Stunden Unterricht und Fahrzeit nach Hause komme und die Küche ist aufgeräumt, die Betten gemacht und die Wohnung ordentlich.  Es ist einfach ein gutes Gefühl wenn ich nach Hause komme. Dann habe ich Zeit in Ruhe etwas zu Essen oder einen Kaffee zu trinken und danach an den Schreibtisch zu gehen um Unterricht vorzubereiten. Wenn du in dieser Zeit die Kinder vom Kiga abholst und vielleicht noch einen kleinen Ausflug zum Spielplatz oder Freunden machst bin ich viel schneller mit meiner Arbeit fertig und die Kinder haben mit dir eine schöne Zeit.

– Es gibt in einer Familie in der beide Eltern arbeiten, 2 Kinder und ein Au-Pair leben immer viel zu organisieren und das mache ich sehr gerne. Es macht mir meine Organisation viel leichter, wenn ich weiß, dass ich mich bei bestimmten Dingen auf Dich verlassen kann. Es ist wichtig, dass du im Kindergarten auf Briefe und Nachrichten achtest und uns informierst wenn es etwas wichtiges gibt.  Du achtest mit darauf, dass Basics wie Brot, Milch … nicht ausgehen und schreibst auf was ich beim nächsten Einkauf mitbringen muss. Ganz wichtig ist auch, dass du dir angewöhnst auch deine Pläne und Wünsche ehrlich und so früh wie möglich zu sagen.

Denn da du uns wie gerade beschrieben in vielen Fällen so helfen wirst möchten wir dir natürlich auch ein möglichst schönes Jahr bieten und etwas zurück geben. Daher wenn du Pläne für ein Wochenende hast oder für einen Ausflug einen freien Tag brauchst kannst du uns gerne fragen. Ich kann natürlich nicht versprechen, dass es immer klappt, aber wenn von Gastvaters und Meiner Seite nichts Berufliches dagegen spricht sind wir da gerne bereit es möglich zu machen.

Ich hoffe ich schreibe nicht zu lang und kompliziert. Aber auch wenn du unser 5. Au-Pair wirst, sind wir auch jedes Mal wieder aufgeregt und überlegen wie wir dir und uns den Start so einfach und angenehm wie möglich machen können. Und meine Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist immer wieder über die eigenen Erwartungen und Wünsche zu sprechen und schreiben.  Vieles wiederholt sich oder erscheint dir vielleicht selbstverständlich, bei anderen Punkten wunderst du dich vielleicht und hast Fragen. Egal was es ist, du kannst uns alles fragen und wenn du dir unsicher bist auch sagen.

Ganz liebe Grüße deine Gastmutter

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4 Antworten to “Briefe ans Au-Pair 2 Warum brauchen wir ein Au-Pair”

  1. ap-familie Says:

    Hm. Als Adressatin diese Briefes hörte sich für mich so an, als sei ich vor allem da, die Kinder im Notfall (bei also vor allem bei Krankheit) zu betreuen und ansonsten zu putzen, einzukaufen und Frühstück und Brote vorzubereiten, damit Du einen gemütlichen Start in den Tag hast und mir noch „Anweisungen“ gibst. Ehrlich gesagt, habe ich einen ganz anderen Eindruck von Dir/Euch gewonnen. Ich würde das glaube ich umformulieren. => Erster ehrlicher Eindruck…

  2. aupairfamilienrw Says:

    @ ap-familie

    Einen ehrlichen Eindruck wollte ich, daher erstmal Danke für die schnelle Rückmeldung.

    Und dein Eindruck ist ja gar nicht so falsch. Da unsere Kinder im Sommer schon fast 4 und 5 Jahre sind wird sich der Arbeitsplan und die Hauptaufgaben im vergleich zu den ersten Jahren ändern. Die Kinder haben jetzt häufiger am Nachmittag Verabredungen und Termine wie Kinderturnen und Schulkindernachmittag im Kiga, so dass wir nicht jeden Nachmittag 3 Stunden Kinderbetreuung benötigen. Außerdem möchte ich ja auch Zeit mit den Kindern am Nachmittag verbringen, daher wird es wahrscheinlich nur noch 2-3 Nachmittage Kinderbetreuung geben und das wird eben häufig am Frühstückstisch oder beim Abendessen besprochen. Und die Notfälle am Morgen wenn ein Kind krank ist sind bei uns leider gar nicht so selten, daher finde ich es wichtig und fair ihr das vorher nochmal deutlich zu sagen. Denn genau diese Dinge sind für uns eben einige der Punkte die für ein Au-Pair im Vergleich zu Babysitter + Putzfrau sprechen.

    Und ja wir haben unter anderem ein Au-Pair, damit unser Start als Eltern am Morgen stressfreier wird. Denn ich stehe um 6.15 auf und habe dann genau 55 Minuten um Mich selbst und die beiden Kinder Kiga fertig zu machen und da ist eine helfende Hand Gold wert.
    Ich genieße es Morgens 15 Minuten zu haben wo alle auch der Papa und das Au-Pair gemeinsam am Tisch sitzen und in Ruhe gemeinsam frühstücken und in den Tag starten können und das klappt eben nur, wenn der Papa und Ich nicht noch nebenbe Tisch decken, Haare kämmen, Brot schmieren, Kiga Taschen packen/kontrolieren und uns selbst fertigmachen.

    Und das ca. 50 % der Arbeitszeit für Hausarbeit gedacht sind ist unserem Au-Pair klar und wir haben es auch mehrfach mit ihr besprochen und es steht auch im Vertrag. Diese 1-2 Stunden am Vormittag sind feste Arbeitszeit die normalerweise für Haushalt/Wäsche gedacht ist und im Notfall eben zur Kinderbetreuung umgewandelt wird.

    Ich kann gut verstehen, wenn es Au-Pairs gibt die den hohen Anteil an Hausarbeit abschreckend finden und daher nicht zu uns wollen, aber wir hatten dieses Jahr soviele aktive Bewerbungen bei AP-World wie noch nie, obwohl die Aufgaben deutlich im Profil stehen. Ich denke es kommt darauf an ehrlich seine Erwartungen zu beschreiben und zu schauen eine passende Kandidatin zu finden.

    Und genau die Punkte die ich angesprochen habe sind meiner Meinung nach „Konfliktpunkte“ die für ein Au-Pair aus ihrer Sicht vielleicht unlogisch sind oder an die sie nicht denkt.

    Und wenn sie erst hier merkt, dass ihre freien Vormittage eben auch mal durch Krankheit wegfallen können oder sie das Gefühl bekommt sie steht morgens nur wegen Minihilfe auf, dann kläre ich das gerne im Vorfeld. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass es keine Sicherheit bietet vor Frust in der jeweiligen Situation.

  3. ap-familie Says:

    Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen (wir sind ja quasi in der vergleichbaren Lebenssituation, nur dass mein Großer halt schon zur Schule geht). Unser Profil ist daher ähnlich, aber ich lege auch Wert darauf, die angenehmen Kinderbetreuungszeiten zu erwähnen, denn ich möchte schon jemanden haben, der Wert auf die Kinder legt. Die Frage ist, in welchem Stadium der „Bewerbung“ der Brief verschickt werden soll?

  4. aupairfamilienrw Says:

    Uns ist auch wichtig, dass das Au-Pair Spaß an Kindern hat und das kläre ich soweit möglich immer vor Vertragsabschluss ab.

    Viele Fragen nach Hobbies und Aktivitäten der Kids und eigene Ideen sind für mich ein Muss, aber jemand der nur mit den Kids etwas machen will würde bei uns dann wahrscheinlich auch nicht glücklich, denn am Morgen sind die Kinder nun mal im Kiga bis Nachmittags und daher finde ich es wichtig jemand zu finden der beides mag. Zeit mit den Kids und Freiheit am Morgen um eigene Dinge zu machen (Sprachkurs, Sport, Treffen mit anderen Au-Pairs).

    Der Brief den ich hier als Vorlage genommen habe ist nach Vertragsabschluss geschrieben worden um nochmal bestimmte Dinge zusammen zu fassen, die wir vorher per Skype und E-Mail besprochen haben und als Reaktion auf Probleme mit unserem jetzigen Au-Pair. Die beiden haben Kontakt und ich bin mir nicht sicher, was sie über uns schreibt. Außerdem ist mir beim lesen diverser Au-Pair Blogs aufgefallen, dass häufig darüber geschimpft wird, dass Gasteltern Aufgaben ans Au-Pair abgeben, die sie selbst machen könnten = faul sind. Daher mein Ansatz nochmal unsere Motivation zu erklären warum wir ein Au-Pair einladen. Eben auch für mehr persönliche Freiheit und den „Luxus“ auch mal faul zu sein.

    Als erster Brief ist er sicher nicht geeingnet, da schicke ich häufig am Anfang einen typischen Tagesplan und beschreibe die Aufgaben die wir erwarten.

    Aber einen ähnlichen Brief bekommen alle neuen Au-Pairs vor Vertragsabschluss, damit nochmal deutlich für beide Seiten geklärt wird, ob die Bedinungen auch wirklich passen.

    Und am Nachmittag bin ich ja ein Zwitter zwischen“ working mum“ und „stay at home mum“ auch das übersehen viele Au-Pairs im Vorfeld.

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