Au-Pair und Putzen

Nach gut einem Jahr ohne Putzfrau bin ich dabei Resümee zu ziehen.  Wir hatten ja letztes Jahr nach dem Putzfrauen Chaos mit unserer letzten Putzfrau entschieden zu schauen ob es auch ohne Putzfrau geht.  In den ersten beiden Jahren hatten wir immer eine Putzfrau die 1-2x in der Woche gekommen ist und theoretisch unser gesamtes Haus geputzt hat.  Das war auch gut so, da unsere Au-Pairs zu dieser Zeit ja 2 Kleinstkinder U3 zu betreuen hatten und ihre 30 Stunden für Kinder und Babybetreuung + Bügeln Kinderwäsche verplant waren. Und ich hätte es in dieser Zeit als Überforderung gesehen nebenbei noch zu Putzen.

Ich selbst hatte zu der Zeit aber auch eine sehr stressige Arbeit mit ungünstigen Arbeitszeiten und langen Fahrweg, so dass weder Ich noch der Gatte Lust und Zeit hatten die Reinigung selbst zu übernehmen. Daher war die Putzfrau die praktischere Lösung.

Letztes Jahr wurde die Qualität der Arbeit unserer Putzfrau,aber immer schlimmer und wir mussten Ihr nach langem zögern kündigen. Unser damaliges Au-Pair, die nur noch 2,5 Monate Restzeit hatte bot mir in der Situation an einen Teil der Arbeit mitzumachen, da die Kinder jetzt größer sind und sie auch vieles gemeinsam machen könnten. Und ein paar Überstunden waren für sie ok.  Ich war ihr total dankbar und es hat gut geklappt. Sie hat Wohnzimmer, Küche, Flur und Kinderzimmer übernommen und Ich Bäder, Schlafzimmer, Fenster und Keller. Und als Ausgleich habe ich unserem Au-Pair für die letzten Monate immer 40-60€ Extra Geld für Wochenendeausflüge und Sonstiges gegeben. Und in dieser Zeit war unser Haus so sauber und ordentlich wie die letzten 2 Jahre mit Putzfrau nie.  Und da Ich zu der Zeit auch viel bessere Arbeitszeiten hatte war es für alle eine sehr gute Lösung.

Mit unserem jetzigen Au-Pair haben wir dieses Arrangement beibehalten, da sie es bei der Übergabe gesehen hat und an dem Extra Geld sehr interessiert war. Wir haben ihr die Wahl freigestellt ob wir eine neue Putzfrau suchen, oder sie eben genau wie ihre Vorgängerin mehr mithilft und dafür auch 90€ Busgeld für ein Monatsticket in die nächste Großstadt bekommt.  Normalerweise zahlen wir 30€ im Monat für die Fahrt in die nächste Kleinstadt.  Und für uns ist es natürlich im Vergleich zu einer richtigen Putzfrau die mindestens 100-150€ im Monat kostet auch günstiger. Und da bei beide Kinder seit Sommer über Mittag im Kiga sind, kommt sie auch mit Putzen in der Regel nur auf ihre 30 Stunden.  Und sie kann gut putzen, aber gerade in letzter Zeit habe ich doch oft das Gefühl wir sind von beiden Seiten nicht wirklich glücklich mit diesem Arrangement.

1.  Unser Au-Pair hat zumindest manchmal das Gefühl als billige Arbeitskraft benutzt zu werden und ist daher öfter frustriert. Und es ist auch schwer eine für beide Seiten faire Lösung zu finden.  Eigentlich wird das Putzen zu 90% innerhalb ihrer 30 Stunden erledigt und dafür bekommt sie noch extra Geld.  Und Küche aufräumen, staubsaugen und mal den Fußboden in der Küche wischen sind auch ganz normale Au-Pair Aufgaben, die unsere Au-Pairs auch in der Zeit mit Putzfrau übernommen haben.  An eigentlicher Mehrarbeit fällt ca. 2-3 Stunden in der Woche an.  Aber die Mädchen vergleichen wahrscheinlich eher die Gehälter die sie von den Putzfrauen für 4-6 Stunden in der Woche hören. Daher kann ich den Unmut aus ihrer Sicht auch verstehen. Aber wenn sie nicht mehr im Haushalt helfen würde, könnte sie natürlich auch öfter am Wochenende oder Abend zum Babysitten eingesetzt werden, da sie sonst unter der Woche nur ca. 15 Stunde Kinderbetreuung übernimmt.  Ich habe zwar schon 2x angeboten, dass wir wieder eine Putzfrau suchen, aber da kommt dann Punkt 2. ins Spiel.

2. An mehr Geld gewöhnt sich ein Au-Pair sehr schnell und daher ist es schwer das Arangement zu ändern wenn es aus irgendeinem Grund nicht funktioniert. Und man hat ein schlechtes Gewissen ihr das Geld wieder abzunehmen. Daher werde ich beim nächsten Au-Pair keine feste Zulage mehr zahlen, sonder eher unregelmäßig kleine Überraschungen und Dankeschön Geschenke machen. Denn dann tut es auch nicht so weh, wenn sie mal nicht kommen.  Und wenn wirklich mal Übestunden anfallen werden diese als solche eben entweder extra gezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen.

3.  Ich  putzte mindestens so ungern wie meine Au-Pairs und daher finde ich den Gedanken sehr verführerisch wieder eine gute Putzfrau zu finden, die uns 1-2x im Monat das Haus wirklich auf Hochglanz putzt.  Denn die alltäglichen Kleinigkeiten klappen mit Au-Pair und Gasteltern gemeinsamer Arbeit gut, aber die Ecken und Grundreinigung bleibt viel zu häufig auf der Strecke. Und da fehlt eben eine echte Putzfrau.
Und so komme ich zu dem Schluss, dass wir uns wohl doch wieder nach einer Putzfrau umsehen werden.  Optimal fände ich ja wenn sie alle 14 Tage kommt und dann einen ganzen Vormittag Bäder, Fenster, Fußböden und Küche gründlich bis in die Ecken sauber macht, so dass unser Au-Pair und Ich nur noch den Standard halten müssen. Aber wo findet man so eine Perle. Das wird die große Kunst sein.  Aber vielleicht haben wir ja Glück.

Die optimale Lösung gibt es sicher nicht und daher sitze ich mal wieder hier und überlege wie wir es im nächsten Jahr organisieren.

Und es kommt natürlich auch auf unser nächstes Au-Pair an. Wenn wir ein total Kinder begeistertes  und aktives Au-Pair bekommen, die am liebsten nur mit den Kids spielt, die Kinder gut im Griff hat und wo beide Seiten Spaß daran haben Zeit miteinander zu verbringen. Also das „ideale Traumaupair“, dann gibt es auf jeden Fall eine Putzfrau. Denn dann werde ich mir auch sehr schnell überlegen die Kinder früher aus dem Kiga zu holen und so mehr Zeit für Kinderbetreuung zu nutzen.

Wenn aber jemand kommt der eher nur neben den Kids sitzt und wenig eigene Ideen hat,  am liebsten die PC und TV als Babysitter nutzt und ansonsten die Zeit zählt bis wir Eltern nach Hause kommen, dann kann sie auch Morgens mehr Hausarbeit machen und Ich spiele mit den Kinder und werde aktiv. Denn die Kinder stehen ganz klar an erster Stelle.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , ,

3 Antworten to “Au-Pair und Putzen”

  1. Jake Says:

    Wissen Sie also nicht, dass es gesetzlich verboten ist, für ein Au Pair mehr als 30 Stunden pro Woche zu arbeiten sowohl auch einem zusätzliches Geld dafür zu bezahlen?

  2. Tina P Says:

    Puh, das finde ich schwierig! Wir haben jetzt auch ein frisches Aupair (per aupair village entdeckt), ist unser erstes Online-Aupair und ich seh auch schon, dass man das nicht unbedingt gut mit dem Putzen erledigen kann. Ich hab auch ehrlich gesagt kein gutes Gefühl, ihr noch mehr Arbeit zu geben, sie soll ja schliesslich auch ein bisschen Zeit haben Land, Leute und Sprache kennen zu lernen. Wir haben uns jetzt für die Variante Putzfrau 1 Mal die Woche entschieden, das hilft mir doch ganz viel und die Estefania achtet von selbst drauf, dass unter der Woche nicht zu viel Chaos entsteht – das klappt bisher ganz gut…

  3. Christian Says:

    Hallo, wir haben zum ersten Mal ein AP und schon mehrere Jahre eine Haushaltshilfe 1x pro Woche. Wir hatten auch überlegt, ob wir die o.g. Variante machen wollen, also dem AP mehr Geld geben und die Haushaltshilfe entlassen. Nach ca 1 Monat mit dem AP müssen wir aber feststellen, dass die kleinen Hausarbeiten durch das AP nicht so erfüllt werden wie gewünscht, daher behalten wir die Haushaltshilfe.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: