Vertrauen Kontrolle Angst

Am Wochenende waren wir ja bei den Großeltern und es war ein richtig schönes Sommer – Freibad – Grillen – Garten Wochenende. Die Kinder hatten Spaß, die Großeltern hatten Spaß und Tante-Onkel Hase und Ich hatten auch Spaß.

Soweit also alles super.  Wenn da nicht das leidige Thema Kinder und Wasser wäre.  Ich bin in diesem Punkt einfach super ängstlich.  Mein Albtraum ist es, dass meine Kinder in irgendeine Regentonne, Gartenteich, Pool fallen und dort unbemerkt ertrinken.

Daher würde ich niemals wieder ein Au-Pair einladen, dass nicht schwimmen kann oder eine schlechte Schwimmerin ist.  Und ich lasse unsere Kinder wenn unser Planschbecken im Garten steht auch keine Minute allein im Garten.

Abends lasse ich wenn immer möglich das Wasser raus und achte Nachts darauf, dass nicht nur die Gartentür zu ist, sondern auch die Rolläden runter sind.

Zum Glück haben wir im eigenen Garten keine Wasserstelle und so kann ich die Kinder ohne Pool auch mal 5 -10 Minuten allein im Garten spielen lassen.

Bei den Großeltern gibt es aber leider einen Teich und 3 offene Regentonnen. Und diese sind auch noch genau an 3 verschiedenen Seiten des Hauses verteilt. Man kann also von keinem Platz aus alle 4 Gefahrenpunkte wirklich im Blick behalten.  Und da es auch 2 Gartentüren aus 2 verschiedenen Räumen gibt ist so ein Wochenende dort für mich im Sommer mehr als anstrengend.  Denn unsere beiden Damen laufen natürlich den ganzen Tag immer rein und raus.

Ich fühle mich immer wie eine routierender Roboter, der pausenlos hinter den Kindern herläuft und versucht beide im Auge zu behalten.

Leider sind meine Eltern der Ansicht ich bin in diesem Punkt viel zu panisch und würde übertreiben mit meiner Angst. Sie lassen unsere Kinder auch mal 2-5 Minuten allein im Garten und „vertrauen“ ihren Enkeln. Die sind doch schon vernünftig und haben versprochen nicht ans Wasser zu gehen.

Ich vertraue meinen Mädels ja auch, aber ich kenne auch ihre Neugier und sie sehen die Gefahr ja nicht.

Im Schwimmbad hatten wir jetzt wieder die gleiche Situation. Ich war kurz auf dem WC und die Oma hat auf die beiden Enkel aufgepasst. Als die kleine Hexe wohl auch mal musste ist sie mit ihr zum WC und hat die große Hilfe allein auf der Decke gelassen.  Klar sie hat sich drauf verlassen, dass ich in 2 Minuten wieder da bin, aber trotzdem, die kleine ist gerade 5 geworden. Zum Glück ist ja nichts passiert, aber was wenn ich länger gebraucht hätte oder nicht direkt zurück gegangen wäre. Was wennn die Große Hilfe irgendetwas gesehen hätte und weggelaufen wäre oder dem Opa im Wasse suchen wollte.

Ich weiss, dass meine Eltern sich für ihre Enkel in Stücke reißen lassen und beide abgöttisch lieben .Und sie würden niemals mit Absicht irgendetwas machen, was den beiden schadet. Aber im Punkt Sicherheit und Vorsicht  kommen wir nicht zusammen.

Ich habe im Schwimmbad nichts gesagt, weil ich zum einen selbst erstmal überlegen wollte ob ich nicht vielleicht überreagiere und vor allem nicht vor den Kindern einen Streit anfangen wollte.  Aber je länger ich darüber nachdenke um so unwohler wird mir dabei.

Und jetzt sitze ich in der Zwickmühle. Ich habe ein ungutes Gefühl die Kinder mit den Großeltern allein zu lassen, wenn sie im Garten oder Schwimmbad sind und auf der anderen Seite weiß ich wie sehr Oma und Opa die Zeit mit den Kinder genießen und die natürlich auch.   Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert ist klein, aber wenn es passieren würde, ich würde mir das nie verzeihen, nicht auf mein Gefühl gehört zu haben.

Aber wie sagt man den eigenen Eltern, dass die Kinder den Sommer über nicht mehr allein zu ihnen dürfen. Ich will sie ja nicht bestrafen, sondern nur meine Kinder in Sicherheit wissen.

Darüber reden ist auch schwierig,  das Thema hatten wir schon häufiger und wir reden aneinander vorbei.  Sie haben das Gefühl ich halte sie für schlechte Großeltern und das ist Blödsinn, sie sind tolle Großeltern.  Aber eben leider welche mit einem anderen Sicherheits Bedürfnis als Ich. Und Ich weiss auch nicht wie ich meine Gefühle richtig ausdrücken soll.

Hinzu kommt, dass ich am Wochenende auch noch ziemlich gestresst war, weil dieses pausenlose kontrolieren wo die Kinder sind nicht gerade zur Entspannung beiträgt und Ich mich im Schwimmbad auch noch leicht erkältet habe 😦

Bei unserem Au-Pair ist es einfacher, da erwarte ich, dass meine Vorstellung von Beaufsichtigung  und Sicherheit akzeptiert und eingehalten werden. Und wenn das nicht klappt, würde ich sehr deutlich machen, dass sowas ein Grund für einen Wechsel ist.

Hat vielleicht jemand einen Tip, wie Ich den Großeltern klarmachen kann, dass es mir nicht um Sie geht, sondern um meine Kinder?

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11 Antworten to “Vertrauen Kontrolle Angst”

  1. Andrea Says:

    Meine Schwester hatte im Bekanntenkreis den Fall, dass der 4jährige kopfüber in die Regentonne geklettert ist und in einer Schlammschicht erstickt/ertrunken ist…

    Es kommt immer wieder vor… in dem Punkt kann man Kindern NICHT vertrauen, schon gar nicht in dem Alter von Deinen…

    Ich würde, so schwer es mir auch fallen täte, Deinen Eltern klar machen, dass Du dann mit den Kindern nicht mehr kommst… gewisse Sicherheitsmaßnahmen, wie verriegelbare Abdeckungen müssten doch drin sein…

    habe nur mal gegoogelt „kind in regentonne ertrunken“

    http://www.google.de/search?q=kind+in+regentonne+ertrunken&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

    da kommt allerlei… ich kann die Sorglosigkeit Deiner Eltern nicht verstehen… ich fühle absolut mit Dir…

    zumal es irgendwann immer das „erste Mal“ sein kann… und möchten Deine Eltern diese Verantwortung auf sich nehmen?

    Da hilft wohl nur klare Ansage…

    LG

    Andrea,

    für die Wasser auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist…

  2. Jeanny Says:

    In der Psychologie hat ein schlauer Mensch mal etwas über Kommunikations geschrieben… Also, um Wünsche deutlich zu machen empfiehlt sich das Schema:
    Ich fühle mich…
    wenn ihr…
    weil ich dann…
    und ich möchte…

    also sowas in der Art von:
    Ich fühle mich unsicher,
    wenn ihr die Kinder in der Nähe von Wasser – wenn auch nur kurz – allein lasst,
    weil ich dann Angst habe, dass etwas passiert
    und ich möchte, dass ihr sie immer im Auge habt, wenn Wasse in der Nähe ist.
    Ich habe da vielleicht ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis oder zu viel Angst, aber ich fühle mich unwohl…

    Da die Großeltern die Angst nicht teilen, bzw. die Gefahr für die Kinder nicht als solche erkennen, würde ich bei dir selbst ansetzen, so wie du es ja oben schreibst: Du würdest es DIR niemals verzeihen. Nimm deine Gefühlslage als Basis des Gesprächs, greif die Großeltern nciht an (IHR beaufsichtigt nicht richtig… stattdessen: Ich bin mir nicht sicher, dass auch wirklich ncihts passiert, weil die Kinder vielleicht nicht hören/neugierig sind/ unvorsichtig sind.

    viel Erfolg!

  3. Noga Says:

    Eine sehr heikle und schwierige Situation. Nur: Aus diesem Dilemma gibt es keinen Ausweg – soweit ich sehe. Das wäre nämlich die Quadratur des Kreises. Hier wären am Wochenende fast zwei Kinder ertrunken, die wesentlich älter waren als Ihre: Nämlich 9 und 22. Die durften alleine Schlauchboot fahren. Das kenterte. Der 9jährige konnte nicht schwimmen und hat sich an den 11jährigen geklammert. Glücklicherweise waren Rettungsschwimmer in der Nähe.

    Wie war es denn zwischen Ihren Eltern und Großeltern als Sie Kind waren? Gab es da Differenzen im Hinblick auf Erziehungsvorstellungen? Wäre das ein Ansatzpunkt um ins Gespräch zu kommen?

    Ich finde durchaus, daß es bei den Großeltern in bestimmten Bereichen anders laufen darf (Verwöhnprogramm), aber bei Fragen der Sicherheit würde ich keine Kompromisse machen – auch wenn es schmerzhaft ist und die Harmonie stört.

    Die Mehrzahl der Wohnungsbrände in der Weihnachtszeit ereignen sich, weil man „nur mal ganz kurz“ die Kerzen unbeaufsichtigt ließ, und die Mehrzahl kleiner Kinder, die in Gartenteichen ertrinken, kamen zu Schaden, weil jemand nur mal kurz dieses oder jenes holen wollte.

    Vielleicht können Sie die Emotionen aus dem, was Sie Ihren Eltern mitteilen wollen, dadurch kanalisieren, dass Sie es in Briefform tun?

  4. hostmam Says:

    Ich denke, dass man als Eltern absolut das Recht hat die eigenen Sicherheitsvorstellungen bei allen Kinderbetreuern durchzusetzen – auch den Verwandten.
    Aber auch wir haben uns vor entsprechenden Ansagen ziemlich drumherumgedrückt (bei uns war es der grossväterliche Fahrstil).

    Ich würde den Grosseltern einfach vorschlagen, dass die Regentonnen gemeinsam gesichert werden – das schadet niemanden – entspannt alle und damit sind zumindest im Garten die Gefahrenpunkte geringer. Gartenteiche halte ich für kleine Kinder auch für hundsgefährlich und daher hatten wir auch keinen. Im Schwimmbad galt damals bei uns die Regel „Schwimmärmchen an – oder kein Schwimmbad – und zwar fast die ganze Zeit“.
    Solange die Grosseltern nicht ausschliessen können das was passiert -uns das werden sie als vernünftig denkende Menschen nicht können – werden die elterlichen Regeln befolgt.
    Können Sie solche Ansagen vielleicht einfacher von Deinem Mann ertragen – damit es nicht so ein Tochter-Eltern-Ding ist?

  5. zimtapfel Says:

    Völlig unabhängig davon, wie klein oder groß die Wahrscheinlichkeit ist, das tatsächlich etwas passieren kann: Es sind deine Kinder und du machst im Bezug auf ihre Sicherheit die Regeln. Klar, es sind die Großeltern und Großeltern dürfen auch mal verwöhnen, wo Eltern Konsequenz zeigen sollten. Aber nicht wenn es um Sicherheitsfragen geht, muss es möglich sein, das sie sich nach dir richten. Da solltest du einfach offen mit ihnen sprechen, das du dich sonst eben total unsicher und unwohl fühlst und Angst hast, deinen Kindern könnte in ihrer Obhut etwas zustoßen.
    Und am besten – wie Jeanny auch schon sagte – in Form von Ich-Botschaften. Dann fühlen sie sich hoffentlich nicht kritisiert und angegriffen, sondern verstehen es als ein wichtiges persönliches Bedürfnis ihrer Tochter wenn es um die Sicherheit ihrer Kinder geht. Und danach sollten sie sich doch hoffentlich richten können.

  6. Melody Says:

    Entweder nicht mehr hinfahren oder wenn ihr da sein, ein Netz straff über die 3 Tonnen ziehen oder ein Gitter anbringen.

    Großeltern kenne ich leider nur als selbstgerecht und verständnislos solchen Einigungsversuchen gegenüber.

  7. aupairfamilienrw Says:

    Danke an Alle für die vielen Rückmeldungen und Meinungen. Es hilft von außen Rückmeldung zu bekommen wie die Situation von anderen gesehen wird.

  8. Margit Says:

    Hallo,

    leider habe ich keine sachdienlichen Hinweise zum Wasserproblem – nur eine Frage. Ich lese oft und gerne Deinen Blog und ebenso den von Josephine, der Heldin im Chaos. Bei ihr stolpere ich des öfteren über das Wort „routieren“. Mehrmals dachte ich schon, ich kenne mich wohl im Ärztejargon nicht aus oder habe eine Entwicklung verpasst – ich kenne nur „rotieren“.

    Nun lugt mir das putzige Wörtchen aus einem Deiner Beiträge entgegen. Und wiederum frage ich mich: ist das neuerdings gebräuchlich – oder hast Du es von der Heldin im Chaos übernommen? Wenn letzteres der Fall ist, wäre das glatt eine kleine sprachwissenschaftliche Studie über die Verbreitung neuer Wörter im Netz wert…!

    Bitte nicht als Besserwisserei verstehen, ich frage aus ehrlicher (als Übersetzerin sozusagen beruflicher) Neugierde.

    • aupairfamilienrw Says:

      Ich muss dich leider enttäuschen Ich benutze das Wort einfach ohne irgendeinen Hintergedanken. Böse Zungen würden sagen es war vielleicht nur ein Rechtschreibfehler. 😉

      Aber es freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Danke

      • Margit Says:

        Ja, schade – das enttäuscht mich jetzt wirklich!

        Wenn weder die Vermutung mit dem arzt- oder arztangehörigenüblichem Umgangswort stimmt noch sich da irgendwelche Wortwanderwege von Blog zu Blog verfolgen lassen…. Wieder keine Entdeckung gemacht, allerhand.

        Auf jeden Fall trotzdem weiterlesend grüßt
        Margit

  9. Turtle Says:

    Meine kleine Grosscousine ist auch schon mal kopfueber in die Regentonne gefallen, ihr Vater hat dann einen echt grandiosen Sprint hingelegt und sie gleich wieder rausgefischt. Ihr ist auch nichts passiert.

    Danach haben wir einfach 2 oder 3 ca. 8cm breite stabile Holzlatten quer drueber gelegt und mit Schrauben am Rande der Regentonne befestigt. Das haelt und kleine Kinder koennen da nicht mehr reinfallen. Vorher war da halt auch die Meinung, da passiert schon nix. Aber Kinder kommen immer auf die duemmsten Ideen, wenn es um sowas geht.

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