Au-Pair Zimmer

Wenn man sich mit dem Gedanken trägt ein Au-Pair aufzunehmen, dann kommt ziemlich schnell auch die Frage auf, wo das neue Familienmitglied auf Zeit wohnen soll.  Die rechtlichen Anforderungen sind ziemlich einfach und klar. Mindestens 8qm2 und Tageslicht mit Heizung.

Wenn man also ein solches Zimmer in seinem Haus übrig hat, steht der Einladung eines Au-Pairs zumindest räumlich nichts mehr im Weg.  Wenn man kein solches Zimmer hat kommen noch andere Überlegungen und Kosten auf einen zu. Umzug eines Kindes, neue Wohnung, Umbau, Anbau….?  Weitere Fragen sind, passen die aktuellen Möbel, oder muss noch renoviert werden?  Ist es gemütlich? Welche technische Ausstattung soll installiert werden?  Ich versuche die aus meiner völlig subjektiven Sicht wichtigsten Punkte  versuchen anzusprechen. Über Rückmeldung von anderen Gastfamilien und Au-Pairs freue Ich mich natürlich immer.

1.  Welches Zimmer ist am besten?

Die Frage welches Zimmer im Haus/Wohung man als Au-Pair Zimmer wählt scheint  für Anfänger vielleicht nicht so wichtig. Es gibt aber viele Aspekte die deutlich machen, das es eine große Rolle spielen kann und das Verhältniss zwischen Familie und Au-Pair positiv, aber auch negativ beeinflussen kann. Oft ist die Entscheidung natürlich eingeschränkt, weil es nur ein freies Zimmer gibt, aber wenn man wählen kann sollte man gut überlegen.

Kellerzimmer

+ viel Ruhe für das Au-Pair (keine spielenden Kinder vor der Tür)

+ evt. Möglichkeit eines „eigenen Eingangs“ für das Au-Pair über die Kellertreppe

+ Laute Musik / Besucher des Au-Pairs stört die Familie wenig

+ viel Privastsphäre, da Au-Pair und Familie sich Nachts in derRegel nicht über den Weg laufen.

– Wenig Licht und fehlende  Aussicht, drückt die Stimmung.  Keller bleibt eben Keller.

– Das Au-Pair fühlt sich nicht als vollwertiges Mitglied, da es in den Keller „abgeschoben“ wird.

– Kosten für Umbau, Dämmung damit ein Kellerzimme wirklich wohnlich, gemütlich wird.

Zimmer im EG  oder DG

+ Viel Licht, eben ein „normales“ Zimmer.

+ Nähe zur Familie, das Au-Pair ist immer mit dabei und eingeschlossen in alle Aktivitäten.

+ in der Regel wenig Umbau nötig, das schon ausgebaut.

+ Au-Pair kann schlafen gehen, wenn es abends länger aufpassen muss und ist trotzdem verfügbar.

– Lärmbelästigung für das Au-Pair, da die Kinder ständig vor der Tür spielen

– Lärmbelästigung für die Familie, wenn das Au-Pair laut Musik hört, oder Besuch bekommt.

– Privatssphäre von beiden Seiten eher gering, da man sich auch Abends/Nachts in Nachtwäsche begegnet

– Rückzug für jede Partei schwerer, da man sich häufig über den Weg läuft und Kinder oft die Privatheit des Au-Pairs nur schwer aktzeptieren können.


Zimmer im Garten/Garage/Nachbarwohnung

+ viel Privatssphäre für beide Seiten.  Man kann sich aus dem Weg gehen wenn man möchte

+ es geht kein Wohnraum im eigenen Haus/Wohnung verloren

+ Au-Pair kann sich zurück ziehen

+ Besuch und Musik des Au-Pairs stören nicht.

– wiederspricht eigentlich der Grundidee von Au-Pair. Man lebt ja nur noch teilweise zusammen

– Gefahr, dass ein Au-Pair Vereinsamt, da es Hemmungen hat außerhalb der Arbeitszeit mit der Familie zusammen zu sein.

– Viele Au-Pairs haben Angst wenn sie allein wohnen müssen.

– Flexibilität in der Betreuung leidet , z.B.  Babysitten vom eigenen Zimmer aus nicht mehr möglich,  oder kurzfristiges Aufpassen  für 5 Minuten sehr aufwendig.

Grundsätzlich würde Ich auf folgende Punkte achten:

– Au-Pair Zimmer möglichst  nicht neben dem Schlafzimmer der Eltern/Babys, damit beide Seiten ein Mindestmaß an Ruhe und Privatssphäre haben.  Es ist nämlich für beide Seiten nicht so prickelnd, wenn man alles voneinander hört und mitbekommt.  😉  Optimal ist es wenn sie auf unterschiedlichen Etagen liegen, aber nicht unbedingt im Keller.

– Das Au-Pair Zimmer sollte dazu einladen dort auch Zeit zu verbringen. Denn sonst hat man entweder das Au-Pair immer in den Gemeinschaftsräumen, oder es ist so unglücklich, dass es schnell wieder fährt. Am besten die Frage beantworten, ob man selbst gerne in dem Zimmer leben würde.

Möbel

Wir haben im AP Zimmer alle Möbel in hellen Holztönen. Am Anfang haben wir unsere „alten“ Möbel genutzt und bei jedem Au-Pair nach und nach immer Teile ersetzt und ergänzt. Wichtig finde Ich , dass das Zimmer freundlich und stimmig wirkt und nicht wie eine Sammlung vom Sperrmüll. Wir haben zuerst ein neues Bett gekauft, im nächsten Jahr eine Kommode und dieses Jahr ist wohl ein neuer Kleiderschrank fällig.

Bett:

Ein schönes gemütliches Bett mit guter Matraze und sauberen Decken, Bettzeug ist selbstverständlich.   Je nach größe des Zimmers darf das Bett sicher auch ein bischen breiter sein. Dann kann auch mal eine Freundin mit übernachten.  Wenn der Platz dafür nicht reicht, evt. zweite Matraze unter dem Bett.  Wir haben je 1x Daunendecke, 1x Sommerdecke, 1x Wolldecke + 2 Kopfkissen und 2x Bettwäsche zum Wechseln im Zimmer. So können die Mädchen selbst entscheiden wie sie am liebsten schlafen und haben auch immer Bettzeug zum wechseln da.

Schrank:

Ein Kleinderschrank ist auch selbstverständlich. Wir haben einen kleinen Schrank zum Hängen von Kleidung und 2 große Kommoden.  Wichtig finde Ich, dass genug Bügel da sind.

Sitzgelegenheit:

Wichtig ist es auch eine gemütliche Sitzecke zu haben. Wir haben eine kleinen Lesesessel. Ein Minisofa (evt. zum Ausziehen) oder eine Sitzgruppe machen das Zimmer schön wohnlich. Denn so können auch Gäste einen Platz finden und müssen nicht immer auf dem Bett sitzen. Ich würde aber auf pflegeleichte Bezüge (am besten waschbar) achten.  Bei ersten Au-Pair kann man wenn man möchte auch gemeinsam einkaufen fahren und das Au-Pairs sucht sich seinen Sessel selbst aus.

Schreibtisch / Arbeitsecke

Ein Schreibtisch, oder zumindest ein kleiner Tisch um einen Laptop zu stellen und sich für den Sprachkurs vorzubereiten sollte man auch einplanen. Wir haben einen alten Schreibtisch im Au-Pair Zimmer mit Schreibtischstuhl und viel Platz.  Alle Au-Pairs haben diesen Platz in ihrem Zimmer am meisten genutzt . Zum surfen im Internet, zum Lernen, zum Malen/Basteln ……..

Gardrobe/Schuhregal:

Sehr zu empfehlen, da sonst die Schuhe/Jacken der Au-Pairs im ganzen Haus zu finden sind.

Sonstige Ausstattung

+ Kaffemaschine/Wasserkocher, haben unsere APs immer gerne genutzt und es macht das Zimmer gemütlich.

+ Spiegel

+ Wäschetrockner (sonst landen Unterhosen ziemlich sicher auf der Heizung oder in Schränken …)

+ Uhr/Wecker, mit deutscher Pünktlichkeit haben viele APs am Anfang so ihre Probleme

+ Gartenliege / Tisch und Stuhl für ihren Balkon ( wird im Sommer gerne mit Freunden genutzt)

+ Ventilator (im Sommer wird das Zimmer im OG sehr warm)

+ Abschließbarer Medizinschrank (zur Sicherheit unserer Kinder und zum Schutz ihrer Privatssphäre)

+ Elektronische Heizungsteuerung (spart enorm Heizkosten, da die Heizung nicht ständig auf 6 steht bei offenen Fenster)

+ Lampen und Bilder um dem Raum Gemütlichkeit zu gebe. Wir machen meistens in den ersten Wochen einen gemeinsamen Auflug zu Ikea und da dürfen sich dann die APs ein paar Kleinigkeiten für ihr Zimmer aussuchen (Kerzen, Bild, Deko …).

Telefon:

Wir haben von Anfang an ein eigenes Telefon für unsere APs in ihr Zimmer gestellt. Es hat auch eine eigene Nummer und so können die Mädchen direkt angerufen werden. Sehr praktisch für beide Seiten. Denn wir werden nicht ständig zu ungünstigen Zeiten von Anrufen gestört und die APs können auch privat sprechen.  Wir haben eine Flatrate für Gespräche ins Festnetzt und so können sie mit ihren Freunden in Deutschland  stundenlang sprechen.  Gespräche auf Handys oder ins Heimatland müssen sie aber selbst bezahlen. Wir übernehmen die ersten 10-15€ der Rest geht vom Taschengeld ab.  Hat bisher immer gut geklappt und in manche Heimatländer gibt es ja auch Flatrates für günstiges Geld.

PC/Internet

Seit gut 2 Jahren haben wir unseren alten Laptop als AP Pc ins AP-Zimmer gestellt und es hat Vor- und Nachteile.

+ Private / Berufsliche Daten auf unseren PC sind geschützt.

+ Ich kann jederzeit an meinen PC

+ Mein Arbeitszimmer gehört wieder nur mir.

– wenig Kontrolle ob die Internetregeln (keine Downloads ..) eingehalten werden.

– schon 2x  Totalausfall des PCs durch Viren aus dem Netz

– Stärkere Nutzung des Internets, da immer verfügbar. Daher weniger Kontakt mit uns als Familie.

Insgesamt finde ich einen eigenen PC positiv für beide Seiten und wir haben klar mit dem AP vereinbart, dass der PC ein Privileg ist, der abgebaut wird, wenn Regeln nicht eingehalten werden.

Alternativ überlege Ich für das AP eine eigene Flatrate (evt. über Aldi) für 15€ zu aktivieren und diese auf ihren Namen anzumelden. Dann sind wir hoffentlich aus der Haftung für illegale Downloads raus und sie kann ihren eigenen PC mitbringen.

TV/DVD

Bietet auch die Möglichkeit, dass Familie und AP beide ihre Interessen im Programm verwirklichen können, aber auch ganz klar den Nachteil, dass man weniger Zeit gemeinsam verbringt. Wir haben einen kleinen TV mit integriertem DVD Laufwerkt, aber bisher wurde er eher selten genutzt. Schade finde Ich, dass alle APs wenig Interesse haben auch mal mit uns gemeinsam TV zu schauen.  Gerde Sendungen über aktuelle Politik, Geschichte ….  bieten doch immer wieder Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.  Aber Ich versuche zumindest zu besonderen Anlässen die Mädchen zu motivieren mit uns gemeinsam zu schauen. Auf der anderen Seite bin ich ganz froh, dass ich nicht jede Woche GZSZ oder GNTM schauen muss.

Fussboden:

Teppichboden im AP Zimmer ist nicht wirklich optimal. Er ist zwar schon gemütlich und warm, aber leider auch sehr anfällig für Flecken. Nach jetzt 4 APs könnten wir eigentlich schon wieder renovieren. Denn leider werden Flecken einfach ingoriert und können so gut einwirken. Das macht den Teppich ziemlich unansehlich. Daher würde ich wohl beim nächsten Mal Laminat als Belag wählen.

Eigenes Bad

Wenn man die Möglichkeit hat ist ein eigenes AP Bad für beide Seiten eine tolle Sache. Wir haben ein AP und Kinderbad im OG und ein Elternbad im UG. So hat jeder sein fast eigenes Reich.  Ein AP Bad hat aber die gleichen Probleme wie der Teppichboden. Es neigt dazu zu verdrecken. Noch so ein Grund, warum jetzt unsere neue Putzfrau auch das AP Bad regelmäßig putzen darf.

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