Der Countdown läuft

In 3 Tagen kommt unser neues Au-Pair und damit steigt bei bei allen die Spannung wer  hoffentlich die nächsten 12 Monate mit uns leben wird. Auch wenn es schon unser 5. Au-Pair ist, die Anspannung bleibt.  In manchen Dingen bekommt man Routine, aber spannend bleibt es wahrscheinlich auch beim 10 Mal. Denn bei aller Routine in den Vorbereitungen, der neue Mensch, der Teil der Familie werden will/soll ist immer verschieden und das macht es eben auch für uns Familien immer noch neu.

Wie bereiten wir uns auf ein neues Au-Pair vor?

1.  Der Au-Pair Ordner / Familien ABC  wird aktualisiert und überarbeitet.

Denn in 12 Monaten verändert sich in der Familienroutine und den Aufgaben mit den Kinder vieles.  Ein Kind braucht keine Windeln mehr, ein anderes lernt vielleicht laufen, Dreirad oder Fahrad fahren …..  das alles erfordert neue Regeln.  Oder ein Kind kommt in den Kiga oder Schule, dann verändern sich sehr wahrscheinlich die Aufgaben und Arbeitszeiten.  Daher verbringe ich meist 1-2 Wochen damit mir intensiv Gedanken zu machen, wp ich von unserem Au-Pair an Hilfe und Entlastung brauche und versuche einen typischen Tag/Wochenplan für unsere Familie zu erstellen.  Dabei ist es immer wieder schön zu sehen wieviele kleine und große Veränderungen es in dem Jahr gegeben hat und eigene Regeln und Abläufe zu überdenken.

2.  Gute Vorsätze fürs nächste Mal überlegen und wieder nicht umsetzten.

Ich überlege mit meinem Mann was beim alten Au-Pair gut geklappt hat und wir auf jeden Fall weiterhin so handhaben wollen und wo wir Veränderungen wünschen.  Es gibt immer Kleinigkeiten die eingeschlichen sind und die man nach einigen Monaten nur sehr schwer wieder abstellen kann. Aber mit einem neuen Au-Pair hat man die Chance hier neu zu beginnen. Meine guten Vorsätze für dieses Mal:

Ich werde diesmal stärker darauf achten, dass unser Au-Pair die Kinder nicht ständig mit Süssigkeiten belohnt.  Es war lieb gemeint, aber am Schluss wurde 3-4x in der Woche ein Gummibärchen Großeinkauf getätigt. Und das trotz der Ansage, dass ich es nicht möchte.  Aber sie hat es von ihrem Geld bezahlt und so hatte ich wenig Handhabe.

Ich nehme mir wie jedes Jahr vor, am Anfang nicht zu „freundlich“ zu sein. Klingt blöd, aber ich erliege immer wieder der Versuchung am Anfang die Au-Pairs zu schonen und ihnen viel Zeit für die Eingewöhnung zu geben. Es sind Sommerferien und da habe ich viel Zeit und genieße es auch viel mit den Kids zu machen. So müssen die Au-Pairs natürlich nicht das volle Programm fahren wie während der Schulzeit.  Aber leider sind wir schon 2x vor dem Problem gestanden, dass es dann lange Gesichter gab, wenn der Alltag nach 2-3 Wochen richtig losging.  Daher werde ich jetzt wirklich nur noch 1-3 Tage zum akklimatisieren einplanen und dann gezielt immer wieder „Probe Alltag“ üben. Also das Au-Pair Morgens allein mit den Kids aufstehen lassen und zum Kiga schicken oder einfach mal für 3-6 Stunden verschwinden und schauen wie es läuft.

Auch ein Klassiker, wir nehmen uns vor Privilegien (Telefon, Zuschuss für Freizeit/Bus fahren …) nicht zu früh und zu einfach zu vergeben. Denn auch hier zeigt leider die Erfahrung, dass es Erwartungshaltungen weckt und leider auch ausgenutzt wird. Aber auch hier bin ich eine Niete.  Ich mache unseren Au-Pairs einfach gerne eine Freude und möchte ja besonders am Anfang, dass sie sich bei uns wohlfühlen.  Daher immer ein Drathseiltanz.

3.  Das Au-Pair Zimmer vorbereiten

Hier nehme ich mich nicht zurück. Ich finde es wichtig, dass das Au-Pair Zimmer bei der Ankunft freundlich, sauber und einladendt wirkt. Denn unser Au-Pair soll sich hier ja die nächsten 12 Monate Zuhause fühlen.

Ich beziehe das Bett frisch, lege Handtücher und Wechselbezüge ins Zimmer und stelle auch immer eine Startausstattung Kosmetik ins Zimmer (Duschmittel, Shampoo, Zahnpaste, Zahnbürste, Deo).

Da die meisten Au-Pairs eine lange und anstrengende Reise hinter sich haben stelle ich auch immer eine Flasche Wasser und Saft und einen Teller mit Obst, Keksen und ein paar Süssigkeiten ins Zimmer .So können die Mädchen direkt etwas essen ohne dabei beobachtet zu werden. Denn am Anfang trauen sich viele Au-Pairs nicht richtig zuzugreifen wenn es Essen gibt.

Ansonsten lege ich ein paar Reiseführer über die nächsten Städte und Ausflugsziele ins Zimmer zum stöbern und lasse die Mädchen ihr neues Reich in Ruhe erkunden und den Koffer auspacken. Meistens haben sie den Wunsch erstmal zu duschen und sich vielleicht sogar ein paar Minuten hinzulegen.  Je nach Stimmung „helfen“ die Kinder beim Auspacken und so kann schon der erste Kontakt geknüpft werden.  Aber wenn ich merke, dass die Mädchen völlig fertig sind, lasse ich sie eher erstmal eine Stunde in Ruhe.

4.  Den ersten  Tag planen

Nach 4 Au-Pairs kann ich sagen, es ist wichtig am ersten Tag nicht zuviel zu mache. Es reicht dem Au-Pair durch die Kinder eine erste Hausführung zu geben und es in Ruhe ankommen zu lassen. Wenn man dann noch eine gemütliche gemeinsame Mahlzeit einnimmt sind die Mädchen meist schon völlig erschöpft von der Reise und den vielen neuen Eindrücken.  Wir schicken sie früh ins Bett und verabreden uns für den nächsten Morgen zum gemeinsamen Frühstück (wichtig auf jeden Fall eine Uhrzeit sagen, sonst traut sich das Au-Pair nicht aus dem Zimmer und die Familie traut sich nicht zu klopfen).

Wenn noch viel Zeit ist können die Kinde vielleicht gemeinsam mit dem Au-Pair ein kleines Spiel spielen oder man geht noch eine kurze Runde spazieren, aber das machen wir meist erst am nächsten Tag.

5.  Einen ersten Eindruck vermitteln und gewinnen.

Ich achte  darauf, dass am Ankunftstag die Wohnung möglichst aufgeräumt und sauber ist. Denn es ist schwer dem Au-Pair zu vermitteln, dass wir Wert auf Ordnung und Sauberkeit legen, wenn es aussieht wie bei Hempels unterm Sofa.  Ich versuche auch möglichst alle Kinderwäsche zu erledigen, damit nicht der Eindruck aufkommt wir haben schon viel Arbeit für sie gesammelt.  Und ich versuche gerade in den ersten Tagen sehr gesund und ausgewogen zu kochen um zu zeigen worauf wir bei der Ernährung achten. Es geht nicht darum sich  zu verstellen, aber gerade am Anfang lernen die Au-Pairs viel übers abschauen und daher ist es hier besonders wichtig die Dinge die man erwartet auch selbst vorzuleben. Auch wenn es manchmal anstrengend ist.  Daher auch der Vorsatz möglichst schnell die normale Routine zu fahren und kein „Sonderprogramm“ fürs Au-Pair zu fahren. Das war ein typischer Anfänger Fehler den ich bei den ersten 2 Au-Pairs gemacht habe. Da bin ich in der ersten Woche fast nur auf Sightseeing und Behördentour gewesen und habe mich dann gewundert, als sie Probleme mit der Umstellung auf Alltag hatten.

Und natürlich ist der erste Tag auch spannend weil man jetzt endlich nach langen Warten und Kontakt über Internet und Telefon einen persönlichen Eindruck vom Au-Pair bekommt . Und der war bisher immer anders als vorher gedacht.  Es zeigt sich aber meist ziemlich schnell in welche  Richtung das Jahr läuft.

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Eine Antwort to “Der Countdown läuft”

  1. Gute Vorsätze und die Realität « Aupairfamilienrw's Blog Says:

    […] https://aupairfamilienrw.wordpress.com/2010/08/07/der-countdown-lauft/#more-387 […]

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