Erste Woche

Jetzt ist Olga schon eine Woche bei uns.  Es kommt mir auf der einen Seite schon so vor, als ob sie viel länger bei uns wohnt und auf der anderen Seite ist die Zeit super schnell vergangen.  Sie hat ihren sehr guten Eindruck der ersten Tage bestätigt, aber auch schon die erste kleine Wolke an die Himmel gelassen.   Aber der Reihe nach.

Die Kinder lieben sie und haben sie voll in ihr Herz geschlossen. Sie bekommt jeden Abend ausführlich Gute Nacht gesagt und darf beide Damen ohne Probleme ins Bett bringen, anziehen und sonstige eher heikle Aufgaben übernehmen.

Sie hat auch ihre ersten Feuerproben ziemlich gut gemeistert. Gestern Abend war sie zum ersten Mal Abends allein mit den Kindern. Wir hatten Hochzeitstag und sind Essen gegangen und Sie hat die erste Au-Pair Party mit den Kids veranstaltet. Alle hatten Spaß, aber das allein ins Bett bringen hat noch nicht 100% geklappt. Als wir um halb Zehn wieder gekommen sind waren noch beide Kinder bestens gelaunt auf und sie war bei der 10 Gute Nacht Geschichte.  Aber sie hat dann trotzt unserer Rückkehr beide Mädchen ins Bett bekommen.   Die Phase des Grenzen testen geht also diesmal sehr früh los.  Klar sie ist nett, also schauen die Damen wie nett.    Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen und wir haben anschließend noch in der Küche über Erziehung, Konsequenzen und die typischen Schwierigkeiten am Anfang geredet. Und ganz toll finde ich, sie nimmt Tips dankbar an und versucht sie wirklich umzusetzen.  Sie bleibt immer freundlich und ruhig, aber sie setzt auch klare Grenzen.

Heute hat sie zum ersten Mal die Kleine Hexe allein in den Kiga gebracht und es hat gut geklappt und sie hilft immer noch  toll im Haushalt. Eine Perfektionistin in unserem Genie beherrscht Chaos Haus, ich hoffe sie verzweifelt nicht. Ich bin auf jeden Fall begeistert.

Die kleine Wolke hatten wir am Sonntag Abend. Pünktlichkeit und Au-Pairs ist ja eine ganz eigene Sache. Sie hat Besuch von Igor aus dem Internet bekommen und wollte mit ihm noch in die nächste Stadt fahren. Kein Problem und Ich fand es super lieb, dass sie ihn uns vorgestellt hat.  Sie hat auch ganz freundlich gefragt wann sie wieder da sein muss. Ich etwas überrumpelt sage: Mitternacht ist ok.  Und wünsche viel Spaß.  Mitternacht ist auch sonst bei uns vor Arbeitstagen die Zeit wo ich erwarte, dass unsere Au-Pairs normalerweise zu Hause sind.

Als sie um 0.30 Uhr immer noch nicht wieder Zuhause war habe ich mir doch angefangen Sorgen zu machen und ihr eine SMS geschickt. Sie hat auch sofort zurückgerufen. Alles ok sie kommt umd 2.00 Uhr.    Ich war  erstmal beruhigt, aber mäßig begeistert sauer.  Ein toller Anfang, aber erstmal nicht zu ändern. Aber ihr schlechtes Gewissen hatte sie dann doch. Um 1.00 Uhr versuchte sie verzweifelt die Tür aufzuschließen, aber die hat manchmal ihre Macken. Es war ihr super peinlich, dass ich im Nachthemd aufstehen musst und sie reinlassen.   Da Igor noch vor der Tür stand, habe ich die Standpauke auf den nächsten Morgen verschoben.

War aber im vollen Umfang zum Glück nicht notwendig. Denn sie ist sogar eine 1/4 Stunde früher aufgestanden hat Frühstück gemacht und sie glaubhaft und ehrlich entschuldigt. Es tat ihr wirklich leid und ihr war nicht klar, dass wir uns Sorgen machen und auf Sie warten. Wir haben jetzt nochmal erklärt, dass sie am Wochenende oder Freien Tagen natürlich machen kann was sie möchte, aber wir erwarten, dass sie eine SMS schickt, wenn sie später als verabredet kommt oder bei Freunden schläft.  Denn das machen wir im Gegenzug auch.  Und an Arbeitstagen ist es mir wichtig, dass sie Morgens ausgeschlafen ist und wir auch. Und wenn sie erst mitten in der Nacht nach Hause kommt stört sie nicht nur unseren Schlaf, sondern ist am nächsten Morgen wahrscheinlich auch nicht fit und belastbar.  Hat sie auch eingesehen und Ich hoffe die Lektion muss nicht wiederholt werden.

Positiv ist mir aufgefallen, dass sie ihrem Bekannten nicht die Schuld gegeben hat, sondern den Fehler ganz klar bei sich gesucht hat. Das kenne ich aus Erfahrung auch anders. Da waren immer alle andern nur man selbst nicht schuld.

Ein Punkt der für sie noch nicht optimal ist, das Internet. Wir haben uns nach diversen Diskussionen über Downloads und Viren entschieden, dass es uns 15 Euro im Monat wert ist, dem AP eine eigene Flatrate auf ihren Namen = ihr Risiko zu stellen und unser eigenes Netzwerkt wieder nur für uns zu nutzen. Aber die Aldi Flatrate ist nicht der Knaller . Wir bekommen hier nur GPRS und die Seitenladezeiten sind wirklich langsam und Skypen geht auch nicht mit Video. Also ist unser AP etwas ziemlich frustiert.  Kann ich auch gut verstehen. Sie versucht jetzt schon seit 3 Tagen mich zu überreden sie doch in unser Netz zu lassen. Und bisher macht sie ja auch einen zuverlässigen und ehrlichen Eindruck.  Das Problem ist nur unser WLAN ist zur Zeit eine Katastrophe. Es hat ständig Aussetzer für einige Stunden und manchmal leider auch Tage. Nur finden wir leider nicht die Ursache. Und für eine komplett neue WLAN Anlage ist im Moment eigentlich kein Geld da. Also wird sie wohl mit der langsamen Qualität leben müssen für die nächsten Wochen.

Morgen machen wir mit der ganzen Familie einen Ausflug zu den Großeltern und zeigen ihr mal eine ganz andere Gegend.  Und bisher hat sie an allen Familieaktivitäten mit Begeisterung teilgenommen. Das ist so ein schönes Gefühl. Wir haben fast zum ersten Mal ein Au-Pair, dass wirklich eine riesen Neugier auf Deutschland, die Menschen, das Essen und alles andere hat.  Und wir reden beide gerne. Die große Hilfe hat sich zwar schon beschwert, dass wir zuviel Englisch reden. Aber  Diskussionen über die Preispolitik bei Aldi, Erziehungsprobleme und allgemeine Politik kann sie eben noch nicht auf Deutsch führen.

Ich werde weiter berichten und hoffe alle anderen haben auch Glück mit ihren neuen Au-Pairs oder Gastfamilien.  Denn wir erleben gerade wie schön eine gute Au-Pair Beziehung sein kann.

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7 Antworten to “Erste Woche”

  1. ap-familie Says:

    Lustig – wir haben den gleichen Hochzeitstag :)!
    Und unser WLAN war auch eine Katastrophe seit ca. 6 Monaten – man musste den Router täglich ausschalten und kurz vom Netz nehmen – dann war wieder alles gut. Letzte Woche habe ich dann in eine neue Anlage investiert: Ich kann nun jedem Computer eigene online-Zeiten zuweisen und außerdem hat das AP jetzt eine eigene Tel-Nr. und einen eigenen Anrufi. Perfekt. Soweit ich weiss, können auch Download-Beschränkungen pro Computer eingerichtet werden. War nicht sehr teuer, ich bin zufrieden. Und habe in die Zukunft investiert (Sohn surft jetzt schon ziemlich viel, wenn er darf)

    Nimm die Beschwerden Deiner Kinder bezüglich der Sprache ernst – es schleicht sich sooo schnell ein, nur noch Englisch zu reden und dann werden die Kids bockig, weil sie von den Gesprächen nichts mitbekommen!

    Kommt Eure große Hilfe nicht bald in die Schule?

    • aupairfamilienrw Says:

      Na dann euch auch Liebe Grüße zum Hochzeitstag 😉

      Das mit der Sprache nehme Ich ernst und versuche mich möglichst auf Deutsch zu beschränken. Zum Glück versteht Olga schon 90% wenn Ich Deutsch spreche, nur das Antworten fällt ihr noch schwer. Aber es wird jeden Tag besser. Das Problem liegt auch eher in meiner Lust Englisch zu sprechen.

      Unsere Große Hilfe muss/darf noch ein Jahr in den Kiga. Sie wird erst im Mai 6 Jahre, aber sie fühlt sich schon soooooooo erwachsen. Heute ist so nochmal 10cm größer geworden. Sie hat als erste im Schwimmkurs ihr Seepferdchen bestanden, nach nur 6x. Da platz doch auch das Mutterherz vor Stolz 🙂

      Und der Tip mit dem Router ist super. Welches Modell habt ihr denn gewählt? Ich war ja früher immer ziemlich gut informiert über aktuelle Technik, aber so langsam fühle ich mich alt. Viele neue Geräte haben soviele Funktionen und Optionen, dass mir die Zeit und Lust fehlt Tage im Netz zu surfen um das Optimum zu finden. Und selbst im „Fachgeschäft“ wird man oft nicht mehr beraten, sondern nur das erst beste = teure Modell angepriesen. Bin also über Tips sehr dankbar.

  2. Marie Says:

    Hallo aupairfamilienrw,
    hab mir schon ein paar nette Zeilen von dir durchgelesen. Sehr interessant.

    Vorab: Ich bin 20 Jahre alt, die älteste von 5 Geschwistern (die anderen 15, 11, 3 und 4) Ich bin nun da ich studier ausgezogen und meine Mutter hat eine helfende Hand verloren die sie durch ein Au pair ersetzten wollte. Ich bin nun nur noch an Wocheneden zuhause.)

    Das Au pair ist nun seit einer Woche da. Sie ist sehr nett und spricht gut Englisch (kommt aus der Russische Föderation). Meiene Mutter kann sich schwer mit ihr verständigen (ich hab auch so meinen Probleme).

    Ich würde dich gerne um einen Rat bitten. Werde mal schilder was bei uns los ist:
    Es fing alles damit an das meine Mutter sie schwer getan hat mit ihr zu sprechen, deswegen hat sie sich an ihre Kollegin gewannt die auch aus der Russische Föderation stammt. Diese hat einen Zettel auf russisch für das Au Pair geschreiben. Die Reaktion des Au Pairs war: „Ich kann das nicht lesen“. Meine Mutter meinet dann: „Aber es ist doch deine Sprache oder?“ Sie: „Ja aber Russisch ist doch in Deutschland verboten.“
    Ihr wurde also erzählt das sie keine russisch sprechen oder schreiben darf. Mir hat sie auch erzählt, dass die Deutschen die Russen. Ich war dann erst mal voll perplex.

    Wir haben so das gefühl das sie sich etwas dumm stellt. Und ganz andere Erwartungen an uns hat. Sie will deutsche Kultur sehen und reisen.

    Ich hoffe du hast ein paar Tipps für uns. Meine Mutter ist am verzweifeln.

    Liebe Grüße Marie.

    • aupairfamilienrw Says:

      Hallo

      Was du schilderst klang für mich am Anfang noch ziemlich normal. Es ist für beide Seiten schwer am Anfang in die Rolle des APs bzw. der Gastmutter zu schlüpfen. Für mich stellen sich folgende Fragen:

      1. Habt ihr das AP über eine Agentur eingeladen, dann würde ich diese bitten zu vermitteln. Die Übersetzung durch eine Bekannte kann zwar hilfreich sein, aber die ersetzt nicht ein richtiges Gespräch zwischen Familie und AP.

      2. Wie habt ihr denn vor der Anreise des APs Kontakt mit ihr gehabt und welchen Sprachlevel hat sie? Wenn deine Mutter kein/wenig Englisch spricht und das AP kein Deutsch, dann ist die Situation wirklich problematisch. Denn irgendeine gemeinsame Sprache braucht man. Vor allem wenn auch noch kleine Kids 3 und 4 im Haus sind, die auch nicht Englisch sprechen können. Aber der Tip kommt wahrscheinlich zu spät. War deiner Mutter nicht klar, dass ein AP am Anfang wenig Deutsch spricht?

      3. Die Erwartung deutsche Kultur sehen und reisen finde ich für ein AP völlig normal. Was hattet ihr denn erwartet. APs sind junge Mädchen, die eine andere Kultur als Teil einer Familie erleben wollen. Daher ist dieser Wunsch ok. Natürlich sollte auch Interesse an Kinder vorhanden sein und dem AP klar sein, dass es auch arbeiten muss. Aber als Familie muss einem auch klar sein, dass ein AP nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Unterstützung für das AP kostet.

      4. Seltsame Vorurteile, Aberglaube …. hatten fast alle APs hier. Das ist nicht so selten. Auch hier hilft nur Kommunikation und miteinander reden und am besten auch mal lachen. Daher sollte deine Mutter schnellst möglich mit dem AP sprechen, zur Not mit Händen und Armen 😉

      5. Welche Hilfe erwartet deine Mutter denn von ihrem AP. Du bist mit 20 wahrscheinlich in der Lage Auto zu fahren und kennst deine kleinen Geschwister aus dem FF. Und vor allem du kennst die Erwartungen deiner Mutter. Für euer AP ist erstmal nichts normal und alles muss erklärt und vorgemacht werden. Da kommen mindestens 2-6 Wochen Einarbeitung auf deine Mutter zu bevor ein AP wirklich eine Entlastung ist.

      5. Dumm stellen ist eine beliebte Technik bei APs. Da hilft nur deutlich werden. Wenn sie kein russisch sprechen/lesen will. Super, aber dann muss sie auf Deutsch verstehen und sprechen. Denn ohne Kommunikation und Sprache wird sie weder ihre Aufgaben lernen und erledigen können, noch selbstständig reisen oder Kultur erleben.

      Drücke euch die Daumen, dass es vielleicht wirklich nur der erste Kulturschock auf beiden Seiten war. Eine Woche ist nicht wirklich viel. Wie geht sie denn mit deinen kleinen Geschwistern um? Packt sie im Haushalt mit an (Tisch decken, abräumen …) und vor allem versucht sie Deutsch zu sprechen? Wenn das klappt seit ihr auf dem richtigen Weg.

  3. Marie Says:

    Hallo,
    danke für deine Einschätzung.

    1. Wir haben das AP durch eine Agentur bekommen. Diese hat auch schon mit ihr gesprochen. Leider mit wenig Erfolg da sie eigentlich nur zustimmend „hmmm“ macht und nicht sagt was bei ihr los ist. Wie auch in den Gesprächen mit mir. Sie ist nur dann gesprächig wenn es um ihr Land geht oder um kulturelle Sachen. Sobald ich ihr zeigen möchte was sie machen soll, wie etwas funktioniert oder auch was ich so mache (Smalltalk sozusagen), schaut sie uninteressiert weg und sagt „hmm hmmm“

    2. Vor der Anreise hatten wir E-mail Kontakt (recht viel) aber auch über Skype. Das Sprach Level in Englisch ist bei ihr gut, da sie Englisch Lehrerin ist wobei ich in deinem Blog schon gelesen hab, dass man das mit Deutschland nicht vergleichen sollte 🙂 (sie weiß viele Vokabeln die mir nicht einfallen und verbessert mich gern)
    Ich glaube meine Mutter hat es sich einfacher vorgestellt, jedoch dachte sie das ihr Englisch ausreicht um ihr die Sachen zu zeigen. Großes Problem an der ganzen Sache ist, dass meine Mutter Volltags arbeitet und vorerst keinen Urlaub bekommt. Die beiden kleinen Kinder sind in der Zeit im Kindergarten und kommen mit meiner Mutter heim.

    3. Ich finde es auch völlig okay das sie Kultur sehen möchte (würde ich auch wollen), jedoch in der ersten Woche schon einen Flyer vom
    bayrische Wald unter die Nase gehalten zu bekommen finde ich unhöflich. Ich denke einfach, dass es nicht unsere Aufgabe ist sie in die einzelnen Museen zu bringen, dass kann sie gerne alleine machen dafür haben wir einfach keine Zeit. Ich hab ihr auch schon Prospekte für unsere Stadt gezeigt. Bis jetzt verlangt sie einfach zu viel auf einmal dafür das sie sich kaum einbringt.

    4. Ich hoffen wir konnten ihr klar machen, dass viele Russen in Deutschland leben und russisch sprechen. In einem Laden hat sie auch schon Menschen russisch sprechen hören. Ich glaube das beruhigt sich langsam.
    Ich glaube mittlerweile, dass sie uns stark an der Nase rumführt um so wenig wie möglich zu machen und das finde ich einfach unmöglich, dann werde ich keine AP!

    5. Im Moment soll das AP sich in der früh um Frühstück für die beiden Kleinen kümmern (ca eine Stunde). Vormittags soll sie die Wäsche aufhängen und abnehmen + Spühlmaschine ein- und ausräumen. Kochen sollte sie auch.( ca 2 Stunden insgesamt) Meine Mutter kommt gegen 16-17 Uhr je nach Schicht mit den Kleinen heim. Da sollte sie dann die Kleinen für 2 Stunden übernehmen. Die beiden Größeren versorgen sich selbst. Sie sollte eigentlich meiner Schwester (15) bei den Hausaufgaben unterstützen (abfragen oder einfach an die Hausaufgaben erinnern) hat das AP gleich abgelehnt. Es ist auch wichtig das meine Geschwister immer wieder daran erinnert werden, dass geholfen werden muss (ist einfach so) sonst passiert nix. 🙂
    Sie muss keine Auto fahren aber meine Mutter erhofft sich, dass sie die Kleinen bald selbständig mit den Öffentlichen in den Kindergarten bringen kann.

    6. Gut zu wissen 🙂 Es ist einfach nur nicht angebracht da meine Mutter eine Hilfe braucht und kein 6tes Kind!

    Ich glaube, dass das AP von der Person her nicht in unsere Familie passt (ich will den Kopf noch nicht in den Sand stecken) sie ist ein einzel Kind und verhält sich auch so was bei uns völlig unangebracht ist. Es ist natürlich nicht einfach sich in eine fremde Familie einzubinden aber etwas eigeninitiative sollte sie schon zeigen. Es muss ihr alles gesagt werden sonst passiert nichts. Abräumen kennt sie garnicht und auch warten bis alle aufgegessen haben. Es sind so viele Kleinigkeiten.
    Mit den beiden Kleinen kommt sie kaum klar wenn ich sie bitte die beiden anzuzihen packt sie, sie am Unterarm ohne etwas zu sagen (ein Komm/Come verstehen die Kleinen). Wir können ihr ja den Umgang mit kleine Kindern nicht beibringen. Oder?

    Eine Frage hab ich noch:
    Ist es normal, dass sie kaum Sozialekompetenzen hat? Sprich Unterhaltungen führen, ohne klopfen in fremde Zimmer rein gehen (z.B Schlafzimmer) oder aus dem Glass Honig löffeln.

    Vielen Danke noch mal es ist eine große Hilfe wenn man sich austauschen kann.

    Liebe Grüße Marie

  4. aupairfamilienrw Says:

    Was du über das Verhalten eures APs schreibst erinnert mich an 2 Au-Pairs die wir hatten. Auch beide aus Russland/bzw. Ukraine und beide Einzelkinder.

    Ich denke hier kommen 2 Dinge negativ zusammen.

    1. Als Lehrerin in Russland ist sie wirklich ganz anders sozialisierte Kids gewöhnt. Dort scheint noch viel stärker Wert auf Respekt vor Älteren und vor allem Lehrern geachtet zu werden. Daher vielleicht auch das rüde Verhalten gegenüber den Kleinen. Keine Entschuldigung aber vielleicht eine Erklärung. Daher ja ihr müsst ihr eure Form von Erziehung erklären und beibringen. Zumindest wenn ihr möchtet, dass sie die Kids so behandelt. Sonst wird sie ihren Weg gehen.

    2. Viele APs hatten auch bei uns am Anfang vorsichtig ausgedrückt „seltsame“ Tischmanieren und soziale Umgangsformen. Aber die meisten haben schnell (nach ca. 4 Wochen) unsere Familienregeln übernommen. Unser 3. AP ist auch am Anfang immer sofort vom Tisch aufgestanden wenn sie fertig war oder kam grundsätzlich wann es ihr passte. Aber nachdem wir ein paar Mal die Kids 😉 auf so einen Fehler hingewiesen hatten hat sie es verstanden und später sogar als schön bezeichnet, dass wir gemeinsam essen. Ob es jetzt an der Kultur oder der Familie der APs liegt kann ich nicht beurteilen, aber da muss man oft als Gastfamilie sozialisieren. Mir fällt auf, dass APs überproportional aus eher nicht intakten Familien kommen und daher ein normales Familienleben nicht kennen. Unabhängig von Unterschieden Deutschland und ihre Heimat. Es lohnt sich aber in der Regel hier Zeit und Mühe zu investieren. Die meisten APs haben es genossen in einer „richtigen“ Familie zu leben.

    Wenn ihr so deutlich das Gefühl habt sie passt nicht zur Familie würde ich über einen schnellen Wechsel nachdenken. Aber es sollte auch klar sein, dass man sich für die Einarbeitung eins APs doch zumindest 1-2 Wochen Urlaub nehmen sollte, oder zumindest jemand anderen findet der die Einarbeitung übernimmt. Klar gibt es APs die alles von allein können, aber erwarten kann man das nicht.

    Gerade Osteuropäerinnen haben häufig mit Eigeninitiative Probleme. Sie sind fleißig und machen was man von ihnen verlangt, aber häufig auch nur das oder halten sich wortwörtlich an Anweisungen. Auch hier lernt man als Gastfamilie und es ist wichtig mit dem AP über Probleme und Missveständnisse zu reden. Hier wirkt eben auch die unterschiedliche Erziehung in der Schule. Gehorsam und Fleiß sind wichtiger als eigenständiges Denken und Handeln.

    Nochmal so blöd die Regel klingt:

    Wenn du willst, dass euer AP etwas tut, musst du ihr genau sagen (am besten vormachen) was du damit meinst .

    Denn Ansagen wie „Küche aufräumen“ können beim AP entweder als

    Ich stelle einfach alles dreckig in die Spüle = Küche aufgeräumt oder auch

    Ich räume alle Schränke aus und neu ein, säubere den Kühlschrank und putze den Boden ausgelegt werden.

    Du weißt was du meinst euer AP nicht. Kochen ist für viele AP sehr schwer. Auch hier solltet ihr erstmal mit ihr gemeinsam kochen und schauen was sie überhaupt kann. Unsere APs sind über Nudeln mit Ketschup oder Tütensupper häufig nicht hinausgekommen. Auch deshalb essen unsere Kids im Kiga.

    Ich glaube ich erwartet gerade auf beiden Seiten zuviel. Euer AP scheint AP sein mit Urlaub zu verwechseln und deine Mutter erwartet eine ausgebildete Kinderbetreuung/Haushaltshilfe die keine Einarbeitung braucht. Das wird so wahrscheinlich nicht klappen.

  5. Marie Says:

    Ich hoffe es klappt noch.
    Wir haben uns das einfach nicht so anstrengend vorgestellt.

    Kleines Beispiel noch: Bei uns gibt es Margarine aufs Brot haben wir ihr erklärt 1mal, 2mal, dann hat sie es von alleine gemacht, heute morgen hatte mein kleiner Bruder sein Brot wieder ohne Margarine bekommen. Meine Mutter hat es ihr dann noch mal gesagt, reaktion von ihr: „very strange“. 🙂

    Ich werde noch mal berichten wie es weiter geht.

    Vielen lieben Dank für deine Hilfe.

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