Arbeitspläne

Jetzt haben wir den Honeymoon der Au-Pair Zeit nach gut 2 Wochen hinter uns gelassen und es wird Zeit den normalen Alltag einziehen zu lassen.  Ich habe zwar noch eine Woche Urlaub, aber Ich merke, dass es Zeit für klare Arbeitszeiten und Aufgaben wird.  Bisher hat Olga fast immer den ganzen Tag mit uns verbracht, aber eben auch viele kleine Auszeiten genommen wann es ihr zu passen schien.  Das war für uns super, weil sie so unsere ganze Routine von Morgens – Abends mitbekommen und viel Zeit mit den Kindern verbracht hat.  Aber es hatte auch den Nachteil für beide Seiten, dass nie ganz klar war ob sie jetzt arbeitet oder nicht.

Da am Wochenende auch mein neuer Stundenplan fürs nächste Schuljahr eingetroffen ist, habe Ich heute einen Wochenplan für die nächsten Wochen ausgearbeitet.  Ich erstelle immer einen Wochenplan von Mo-Fr in den Ich alle wichtigen Termine der Kinder (Turnen, Musikschule, Schwimmkurs …) eintrage und die genauen Arbeitszeiten des APs, der Gasteltern und wichtige Aufgaben im Haushalt. Das ganze gestalte Ich farbig, damit auf einen Blick klar ist wann Freizeit ist und wann Arbeitszeit.    Dieser „Stundenplan“ kommt dann an den Kühlschrank und ist für alle verbindlich.   Änderungen müssen zwingend vorher abgesprochen werden.   Nur Babysitten und Arbeit am Wochenende wird über den Familienkalender geregelt, da dies nur sporadisch anfällt.

Ich verplane immer ca. 23-28 Stunden in der Woche und der Rest ist für Notfälle oder Babysitten.  Wenn ein Kind krank ist, dann fällt die Freizeit am Vormittag weg und als Ausgleich gibt es spätestens in der nächsten Woche mehr freie Nachmittage. Meistens klappt es auch schon am gleichen Tag, da ein krankes Kind normalerweise eh nur die Mama möchte.

Mein Tip an alle neu Au-Pair Eltern. Gerade am Anfang möglichst alle 30 Stunden verplanen. Auch wenn ihr sie noch nicht wirklich braucht. Wenn das AP erstmal eine 15-20 Stundenwoche als Standart ansieht, wird es sehr unglücklich, wenn es nach ein paar Wochen/Monaten auf einmal mehr arbeiten muss.  Genau das gleiche gilt für Wochenende und abendliches Babysitten. Ich achte immer drauf nicht jedes Wochenende am Anfang frei zu geben. Denn auch hier tritt schnell eine Gewöhnungseffekt ein. Und wenn wir dann mal ein Wochenende brauchen ist der Jammer um so größer. Also am Anfang ruhig Samstags 2 Stunden einplanen und in Ruhe einkaufen gehen.  Und ein gemütlicher Abend im Restaurant / Kino als Testlauf für abendliches Babysitten ist auch nicht schlecht. Am Anfang würde ich nur nicht zu weit weg fahren, so dass man im Notfall schnell zu Hause ist.

Ansonsten achte Ich darauf, dass unser Au-Pair möglichst mit dem Bus zum Sprachkurs fahren kann und  Zeit hat in der Stadt zu bummeln oder Freunde zu treffen, daher der fast freie Donnerstag. So hat sie die Möglichkeit auch größere Ausflüge zu planen. Bei geteilten Arbeitszeiten wie bei uns, achte Ich darauf, dass die Pausen mindestens 2 Stunden eher länger sind. So hat unser AP auch die Möglichkeit in der Zeit etwas zu machen.

Für mich hat sich bewährt sich immer möglichst 30 Minuten Puffer für die Heimkehr einzuplanen. So kann Ich in Ruhe eine Kleinigkeit einkaufen, einen Plausch mit Kollegen halten, oder einfach einen Zwischenstop beim nächsten Burgerdealer machen und seine Vorliebe für Fastfood heimlich befriedigen und dabei ein paar Seiten lesen.  So komme Ich viel entspannter und besser gelaunt noch Hause und muss mich nicht abhetzen.  Das geht bei uns aber auch erst seitdem beide Kinder auch einen Kiga Platz haben.

Besonders am Anfang darauf achten, dass gestellte Aufgaben auch wirklich erledigt werden.  Wenn Bügeln für Donnerstag auf den Plan steht, dass sollte es auch am Donnerstag erledigt werden.  Wenn sie es schon am Mittwoch schafft, weil die Kids schon schön allein spielen. Kein Problem. Aber auf Freitag verschieben würde Ich gerade am Anfang nicht akzeptieren. Denn dann wird gesammelt und irgendwann hat sie gar keine Lust mehr zu bügeln, weil der Berg riesig ist.

Auch TV/Internet/Handy Gebrauch während der Arbeitszeit würde Ich am Anfang eher streng handhaben.  Unsere APs dürfen natürlich ans Telefon/Handy gehen wenn sie arbeiten. Aber lange Gespräche müssen sie auf ihre Freizeit verschieben. Und TV/Internet sind während der Arbeit nicht erlaubt.  Hier am besten einfach mal überraschend früher nach Hause kommen.

Für die ersten Nachmittage mit den Kids allein gebe Ich immer  ein „Event“ vor, so bekommen die Mädchen Ideen, was man mit Kindern machen kann.  Am Anfang haben sich: Kneten, Wasserfarbe malen, Obstsalat zubereiten,  Salzteig, Nudeln selbst machen …. als gut erwiesen. Denn so geht die Zeit für alle schneller rum und es macht im besten Fall auch dem Au-Pair Spaß.

Wenn man merkt, dass das AP nicht gerne nach draußen geht wenn es etwas kälter/nasser ist auch hier von Anfang an konsequent sein. Wir haben für unsere APs Gummistiefel und Regenjacke. Wenn es nur ganz leicht nieselt kann man trotzdem mit den Kindern für 30 vor die Tür gehen.   Und solange es trocken ist werden die Kinder auch mit dem Rad abgeholt. Ich fahre nur mit dem Auto, wenn es wirklich stark regnet.  Und wenn Ich nicht da bin, muss sie ja auch durch den Regen.  Ich bestehe darauf, dass die Kinder jeden Tag mindestens für 30 Minuten in den Garten oder auf den Spielplatz gehen.  Auch hier versuche ich immer zu locken, dass die Kinder nachher viel ruhiger und zufriedener sind. Und nach ein paar Wochen klappt es dann auch. Aber am Anfang hatten wir bei fast allen APs hier ziemliche Widerstände.  Da hilft nur immer wieder einfordern.

Das gleiche gilt für Dinge wie Autofahren / Radfahren üben, Kochen lernen, oder andere Fähigkeiten die das Au-Pair braucht und noch nicht gut kann. Wenn man es am Anfang nicht hinbekommt wird es immer schwerer.

Für Neugierige hier unser Wochenplan:

Montag  ca. 7 Stunden Dienstag ca. 4 Stunden Mittwoch 5 Stunden Donnerstag 1-2 Stunden Freitag 6-8 Stunden
6:45 Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück Frühstück
7:00 Küche aufräumen Küche aufräumen Küche aufräumen Küche aufräumen Küche aufräumen
7:30 Kinder zum Kiga Aufräumen Kinder zum Kiga Wäsche bügeln Putztag
8:00 Einkaufen
Aufräumen Musikschule Putzfrau reinlassen
8:30 Aufräumen Freizeit (im Kiga) Staubsaugen
9:00 Staubsaugen
Freizeit Musikschule Staubwischen
9:30
(im Kiga) Au-Pair Bad
10:00 Freizeit
Freizeit Kinderzimmer
10:30
11:00
11:30
Freizeit
12:00 Essen vorbereiten
12:30 Kinder vom Kiga abholen
13:00 Mittagessen
Kinder vom Kiga abholen
13:30
14:00 Kiga Sport in der Kinder vom Kiga Kiga Sport in der
14:30 Kinder zum Sport bringen Turnhalle abholen Turnhalle
15:00 Kindersport in der Turnhalle Kinder vom Kiga / Turnen
15:30 bis 16:00 Uhr abholen
16:00 Kinder abholen
16:30
17:00 Freizeit
17:30 Frei für Sprachkurs Schwimmkurs
18:00 Sprachkurs Abendessen Sprachkurs Abendessen
18:30
Feste  Arbeitszeiten ca. 23-26 Stunden pro Woche Abholzeiten genau einhalten und rechtzeitig losgehen
Babysitten wird im Familienkalender eingetragen z.B. 1x SA a 10 Stunden, oder 2x Abends a 4-5 Stunden pro Monat
Wichtige Termine der Kinder (daran denken Turnkleidung / Turnkleidung / Musikschultasche mitgeben
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Eine Antwort to “Arbeitspläne”

  1. mustaenkeli Says:

    In meiner 2. Familie hatten wir auch so einen Plan und ich fand es mehr als nur hilfreich denn dann wusste ich, was anliegt, konnte die Kinder im Notfall „Abprungbereit“ machen wenn die Gastma später kam oder sowas und konnt auch für mich in Ruhe planen, was ich mache.
    Wir wussten alle was los war, der Tag war geregelt und ich hatte immernoch genug Spielraum um mit den Kinder spontan Weihnachtskekse oder Waffeln zu backen oder auch einfach mal wenn der Kleine krank war mit ihm den ganzen Morgen Mensch Ärger Dich nicht und sowas zu spielen, weil ich wusste, meine Gasteltern kommen so schnell es geht heim.
    Ich hab meinem Gastvater auch mehrfach gesagt er brauche nicht sofort heim kommen (er konnte auch von zu Hause arbeiten) wenn der Kleine spontan im Kindergarten krank wurde und ich hab mir dann das Kind geschnappt, ihn auf die Couch gelegt und er durfte dann, nach Absprache mit den Eltern, Kinderfilme gucken wärend ich die Küche sauber gemacht habe oder sonstwas auf der gleichen Etage gemacht habe.

    Absprachen und so ein Stundenplan sind das A und O finde ich und auch ziemlich hilfreich für beide Seiten.

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