3 Wochen oder das Ende des Urlaubs

Unser neues Au-Pair ist jetzt genau 3 Wochen bei uns. Solange dauert meistens die erste Euphorie Phase und Begeisterung auf beiden Seiten.  Und dann folgt die Erkenntniss, dass

1. Au-Pair sein ist wirklich Arbeit


– Die Kinder werden spätestens jetzt frech und testen ihre Grenzen

– Die Gasteltern meinen Dinge wie bei jedem Wetter rausgehen, Kinderzimmmer aufräumen und Internetverbot während der Arbeit wirklich ernst

– Nach dem 10x ist Kaufladen spielen, Petzi schauen oder das Lieblingsbuch vorlesen nicht mehr so spannend.

– 4-6 Stunden mit Kindern ist wirklich anstrengend, vor allem wenn sie gerade in der Trotzphase sind.

–  Bügelwäsche  ist viel mehr als gedacht und lästig.

2.  Die Gastfamilie ist genauso wenig perfekt wie man selbst

– Ländlich bedeutet wirklich der Bus fährt nur 1x in der Stunde

– Wenn beide Gasteltern wieder arbeiten bin ich ja tatsächlich jeden Tag 3-6 Stunden allein (wird später aber wieder ein Vorteil 🙂   )

– Die Essensgewohnheiten sind strenger wie zu Hause.  Und die Gastmutter kauft nicht jeden Tag Toast und frische Brötchen und Abends beim Abendessen soll ich auch noch keine Cornflakes oder Nuttella essen.

– Die Erziehungsgrundsätze sind andere wie man sie selbst wählen würde.

– Obwohl man sich sympathisch ist kommt der Wunsch nach Ruhe oder Alleinsein auf. Au-Pairs wollen nach Feierabend am liebsten ausgehen und Gasteltern sehen sich nach einem ruhigen Abend Zweisamkeit.

3.  Das Wetter wird schlechter

– Mann kann nicht mehr einfach Abends mit dem Rad wegfahren

– Es wird kalt. Bisher haben alle Au-Pairs immer gefroren, dabei heizen wir eigentlich ziemlich früh.

– Die Kinder werden im Haus anstrengender und machen mehr Chaos

– Regen und Dunkle Nachmittage drücken aufs Gemüt

4.  Das erste Heimweh setzt häufig ein

– Das Essen schmeckt anders

– Freunde und Familie fehlen jetzt doch stärker als gedacht

– Das Leben und Sprechen in der fremden Sprache ist schwieriger als gedacht und vor allem anstrengend

– Andere Au-Pairs sind kein vollwertiger Ersatz für alte gute Freunde


Was jetzt hilft:

– Reden Reden Reden Reden ……..

– Highlights planen wie Ausflug zu Ikea, Kurztrip mit der Familie, Au-Pair Treffen oder einfach ein schöner Besuch mit der Gastfamilie im Schwimmbad

– Das Au-Pair loben für all die Dinge die bisher gut gelaufen sind. Denn ein Lob motiviert und macht glücklich. Gerade wenn man noch unsicher ist.

– Für Kontakt mit anderen APs sorgen.  Egal ob Au-Pair Treffen, Sprachkurs oder Sportverein. Ein Au-Pair braucht ein eigenes Sozialleben.

– Verlässliche Absprachen und Erwartungen.  Und Probleme auch ansprechen. Jetzt kann man vieles noch relativ einfach abstellen. In ein paar Wochen ist es schon Routine.

– Eine kleine Aufmerksamkeit am Ende des ersten Monats (z.B. Kinogutschein, Kerze fürs Zimmer …)

– Nicht zuviel Kontakt nach Hause, das verstärkt häufig nur das Heimweh.

– Das Richtig Maß zwischen Einbinden in die Familie und Freiraum für eigene Interessen finden. Und zwar auf beiden Seiten.

Advertisements

3 Antworten to “3 Wochen oder das Ende des Urlaubs”

  1. Diana Says:

    Wieso soll das Au Pair am Abend keine Cornflakes oder Nutella essen?

  2. ap-familie Says:

    Weise Worte!!! – kann ich alles unterschreiben 🙂

    Ich habe Probleme dabei, den Kontakt nach Hause einzuschränken, schließlich hat das AP sein eigenes Laptop und surft derzeit mal wieder die ganze Nacht (ich habe keine andere Erklärung dafür, dass sie erst um 14 Uhr aufsteht – vielleicht lernt sie ja auch?…) Allerdings ist sie am WE nur unterwegs – vielleicht muss sie nachholen? Außerdem ist sie schon (gefühlte) Ewigkeiten bei uns. Besonders die Punkte unter 1.) versuche ich, schon im Mailverkehr anzusprechen. Hast Du die ganzen Punkte auch in Deinem Handbuch angesprochen? Ich bastle immer noch an meinem – für das nächste AP soll es denn fertig sein (ich fange gerade wieder mit Profilen an.)

  3. aupairfamilienrw Says:

    @ Diana
    Weil es schwierig ist den Kindern Abends zu sagen, dass es Nuttella und Cornflaks nur 1x am Tag gibt, wenn unser AP zu jeder Mahlzeit „ungesundes“ Luxusessen bekommt.
    Das ist eben die Kehrseite von „Das Au-Pair bekommt das gleiche Essen wie die Familie“
    Ich habe kein Problem damit, wenn sie sich Morgens wenn alle im Kiga sind, oder Abends wenn die Kids im Bett sind damit vollstopft. Aber bei gemeinsamen Mahlzeiten gelten für alle die gleichen Regeln.

    @ AP-Familie
    Ja alle Punkte habe ich vorher deutlich angesprochen. Nicht nur im Handbuch, sondern auch explizit mehrmals in Mails und Gesprächen als wichtig und anstrengend genannt. Denn mir ist klar, dass bügeln, Ausgehgrenzen und Kinder in der Trotzphase für viele Au-Pairs ein K.O. Kriterium sind. Aber egal wie deutlich man es anspricht, der Schock der Realität ist eben immer da. Ehrlichkeit finde ich aber das A und O.

    Und Ich schränke den Kontakt nicht ein, sondern gebe nur den Tip nicht zuviel zu chatten/skypen. Ein Verbot fände ich nicht angebracht und würde das Verhältnis auch sicher nachhaltig stören. Die Mädchen sind erwachsen und müssen selbst wissen was gut für sie ist. Aber Tips und Ratschläge gebe Ich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: