Vereinbarkeit Familie und Beruf im Praxistest

Die erste Woche Alltag liegt hinter uns. Nach 6.5 Wochen Ferien fällt es allen wieder schwer zurück in den Alltag zu starten. Die Kinder müssen wieder jeden Morgen um 6.20 aufstehen und unser Au-Pair ist jetzt viel häufiger allein mit den Kindern und auch allein verantwortlich.  Und sie ist eine riesen Hilfe.

Aber trotzt dieser tollen Entlastung 100 Erledigungen müssen wieder am Nachmittag oder Wochenende gemacht werden und die 30 Stunden Au-Pair Arbeitszeit sind so schnell weg, wie ich es mir am Anfang nie vorstellen konnte. Es müssen Lebensmittel, Kleidung und Schuhe für 5 Personen eingekauft werden. Arzttermine gemacht und wahrgenommen werden, Geburtstagsgeschenke gekauft werden, Bankgeschäfte erledigt und die häusliche Ablage vor dem totalen Chaos bewahrt werden.  Das Au-Pair braucht Hilfe beim Sprachkurs, Freizeitaktivitäten, Heimweh oder Liebeskummer.  Das soziale Umfeld braucht Hilfe beim Renovieren, ein ruhiges Gespräch über Liebeschaos, Hilfe beim Examen oder Ich habe selbst einfach Lust mal wieder in Ruhe mit einer Freundin einen Kaffee zu trinken oder zumindest zu telefonieren.

Was mich in den Wahnsinn treibt sind kurzfristige Änderungen im System. Da hat man gerade nach langen basteln die Termine der Kinder, des Au-Pairs und den eigenen Stundenplan in ein funktionierendes und für alle tragbares Gleichgewicht gebracht, da ändert der Turnverein seine Zeiten.  Toll jetzt ist das Kinderturnen am freien Nachmittag unserer Olga und direkt nach dem Turnen im Kiga.  Also kann die große Hilfe jetzt 2 Stunden am Stück turnen und die Kleine Hilfe gar nicht, da sie keiner vom Kiga zum Turnen bringen kann. Ich bin noch arbeiten und unser Au-Pair auf dem Weg zum Sprachkurs.  😦

Oder der Kiga hängt alle wichtigen Infos immer erst um 9.00 Uhr raus. Sieht man ja beim Abholen am Mittag außer man arbeitet und kommt erst am Nachmittag wenn alles gelaufen ist.

Mein Stundenplan ändert sich auch noch mindestens 2-100x bis nach 3 Wochen dann ein endgültiger Plan steht.  Aber da kann ich mich nicht beschweren, unser Stundenplaner ist ein Engel. Er hat bisher eigentlich immer zu unseren Gunsten umgestellt.

Ich glaube viele Leute sehen gar nicht, wie durchgeplant der Alltag einer Familie ist, in der 2 Erwachsene arbeiten und 2 Kinder nicht nur betreut, sondern auch noch Termine und Spieldates koordiniert werden müssen.  Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht auf meinem Wochenplan auch viel einfacher aus als in der Realität.

Manchmal frage Ich mich wie ich das in den letzten Jahren eigentlich hinbekommen habe.  Ich denke ein toller Ehemann der immer seinen Teil der Familienarbeit übernommen hat, tolles Au-Pairs, eine gute Familie (Omas und Tanten) die im Notfall eingesprungen sind und ganz viel Humor haben uns meistens gerettet.  Meine Bewunderung gebührt allen, die es alleine schaffen müssen.  Ich glaube dann hätte ich schon längst kapituliert.

Wenn Ich mir etwas wünschen dürfte:

Kinderbetreuung, die auch ein bischen an uns Eltern denkt die arbeiten müssen.  Infos vielleicht per E-Mail und auch mal Elternaktivitäten zu Zeiten die auch Arbeitende Mütter/Väter schaffen können. Keine bösen Blicke wenn man Morgens in Eile ist, weil die Öffnungszeiten eben nicht perfekt zum Arbeitsplatz und der Fahrzeit dorthin passen.

Freizeitangebote für Kinder die nicht alle um 14.00 Uhr anfangen.  Ich finde es unfair, dass meine Mädels nicht am Ballett und Turnen teilnehmen können, nur weil Ich arbeiten muss.  Und ein drittes Auto kaufen, damit unser AP die Damen den ganzen Nachmittag fahren kann will und kann Ich mir nicht leisten. Unsere Musikschule ist ein tolles positives Beispiel. Sie ist in den Kiga integriert. Man muss die Kinder nicht hinbringen und abholen und so können alle daran teilnehmen . Wenn es jetzt noch die Möglichkeit für sozial schwache gäbe kostenlos oder verbilligt teilzunehmen perfekt.

Ein paar Ersatznerven, damit ich auch nach einem vollen Arbeitstag nicht gestresst und entnervt nach Hause komme. Meist schaffen es die Kinder zwar mich schnell abzulenken, aber einfach mal erst einen Kaffee trinken und durchschnaufen klingt auch gut.

Wie läuft es bei anderen Mamas und Papas die arbeiten? Was sind eure Wünsche und Hilfen?

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Eine Antwort to “Vereinbarkeit Familie und Beruf im Praxistest”

  1. Susanne Says:

    Hi
    Ohja, dieses Problem hatte/habe ich nun nach den Ferien auch.
    Die Voltigiergruppe hat mal eben die Zeiten von DIENSTAG 16:00 Uhr auf MITTWOCH 15:00 Uhr verschoben.
    Da meine Maus aber um 15:00 am Mittwoch Ballett hat, musste sie die Volti-Gruppe wechseln, auf Monatg 17:00-18:00 (PERFEKT!).
    Sowas wird einfach entschieden.
    Die Ballettgruppe hat ihre Zeiten ebenfalls verschoben.Nun findet es von 15:20- 15:55 statt (wer soll sich diese Zeit merken?).

    Maus kommt Montag aus der Schule „Wir sollen HEUTE bei der Sparkasse einen Tuschkasten abholen. Den bekommen wir geschenkt! Und MORGEN (!) ist Tuschen, ich brauche ihn noch HEUTE!“
    Ganz toll, dass einen die Nachricht in der Mittagspause der Sparkasse erreicht, aber Göttergatte sowie ich von 14:00- 23:00 in der Spätschicht hängen *grrrr*.
    Somit musste unser Au-Pair mit den BESUCHSKINDERN, die sich angemeldet hatten, noch zur Sparkasse hetzten.
    Wenn wir SIE nicht hätten!

    Ich frage mich echt, was sich Schule, KiGa und co dabei denken, immer so kurzfristige Termine zu machen.
    Genauso, wie selten Zettel verteilt werden.
    Es wird ein Aushang im KiGa wegen der Aktivitäten kurzfristig ausgehängt, aber Au Pair achtet auch nicht immer darauf.
    Man bekommt nix mit…
    Es ist schrecklich.
    E-Mail fände ich auch super!
    Oder eben RECHTZEITIGE ansagen.
    Denn: Der Tuschkasten z.B. lag da sicher nicht erst seit Montag!

    Dann wird im Bekanntenkreis gefragt „Kannst du mich nach xy fahren? Ich muss dort unbedingt „dies und das!“
    Klar! Nach 7 Tagen Schicht, und nur 2 Tagen dazwischen frei kann ich mir NIX SCHÖNERES vorstellen, als Bekannte durch die Gegend zu gurken.
    Wie auch immer: Ich war verabredet, musste mal „nein“ sagen, und bekam gleich einen flapsigen Spruch (von der Vollzeit-HAUSFRAU *grummel*)

    Aber das kann man wohl schlecht nachvollziehen, wenn man nicht selber in der Situtaion der Vollarbeitenden Mutter steckt *grummel*

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