Kranke Kinder und Au-Pairs

Einer der Hauptgründe warum wir wohl noch länger mit Au-Pairs leben werden ist die Sicherheit und Flexibilität wenn ein oder beide Kinder krank werden.  Und bei uns ist es mal wieder so weit.  Beide Damen hat die erste Bronchitis der Saison erwischt und gleichzeitig liege Ich als Mama auch flach.  Was sonst beruflich und familiär der Supergau ist, kann man mit Au-Pair deutlich besser ertragen.

Aber es gibt einige Punkte die man als Gasteltern beachten sollte.

1.  Ist das Au-Pair wirklich eingearbeitet und fit genug um 1 oder mehrere kranke Kinder zu hüten ?

Ich lasse unsere Kinder immer dann beim Au-Pair, wenn es eine bekannte und von mir als „unproblematisch“ eingeschätzte Krankheit ist. Also Erkältung, Husten, Fieber …..  .  Wichtig ist es, dass sich Kind und Au-Pair gut kennen und sich vertrauen. Unsere Au-Pairs haben sich meist mit dem Kranken aufs Sofa gelegt und viel vorgelesen und gekuschelt. Das gefählt unseren Mädchen immer sehr und sie haben kein Problem damit, wenn Ich trotzdem arbeiten gehe.

Ich würde ein Au-Pair aber nicht allein lassen wenn:

– Ein Kind starke Schmerzen hat (z.B. Mittelohrentzüdung; Zahnschmerzen…) oder sehr hohes Fieber über 40-41 am Morgen hat. Das gleiche gilt wenn Ich mit dem Kind zum Arzt muss. Das würde Ich nicht dem Au-Pair überlassen.

– Das Kind viele „gefährliche“ Medikamente braucht und es auf sehr genaue und exakte Einnahme ankommt. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass APs sehr sorglos Medikamente geben.

– Das Kind Panik oder Angst hat allein zu bleiben oder mein Bauchgefühl dagegen spricht.

– Das Au-Pair sich die Situation, auch nach Erklärung und Motivation nicht zutraut.

– Magendarm ist eine schwierige Sache, da kommt es darauf an, wie man sein AP einschätzt.  Packt sie es auch 3x die Wäsche zu wechseln und Erbrochenes und Durchfall wegzuwischen. Ich denke da muss man im Einzelfall entscheiden.

2. Müssen Medikamente gegeben werden?

Wenn ja, kann Ich nur raten möglichst alle Medikamentengaben genau vordosiert in der Küche mit Uhrzeit zu plazieren und „gefährliche Medikamente“ wie Paracetamol, die leicht überdosiert werden können zu verstecken.

Unsere APs haben ganz klar die Ansage, dass sie unseren Kindern keine Medikamente geben dürfen, außer wir haben sie extra abgemessen und es ihr ausdrücklich erlaubt. Denn viele APs haben keinerlei Ahnung von Medikamenten und schlagen sogar vor ihre mitgebrachten Erwachsenen Medis an die Kinder zu geben.

Wenn Medikamente notwenig sind, nicht nur erklären, sondern am besten auch wirklich zeigen wieviel 2ml sind und wie ein Zäpfchen gegeben wird.

Ich gebe meistens Morgens alle Medis und lasse für Notfälle 1x Fiebersaft/Zäpfchen da mit der Ansage sie wirklich nur bei Fieber über 39 zu geben. Denn fast alle APs aus Osteuropa halten Temperaturen von 37+ schon für Fieber. Auch hier sprechen und über eigene Erfahrung fragen. Wie behandelt ihr das Zuhause? Deutlich sagen, dass nur Ihr oder der Kinderarzt entscheidet ob und welche Medis genommen werden.

3. Akzeptieren die Kinder das AP als Krankenbetreuung?

Wir hatten hier eigentlich immer Glück. Unsere Kinder genießen es auch mal allein mit dem Au-Pair zu Hause zu bleiben und ganz in Ruhe zu spielen oder zu kuscheln.

Generell denkie Ich je mehr man als Gasteltern hinter der Situation steht und sie als gut und normal behandelt um so weniger Probleme haben die Kinder.  Aber wenn ein Kind partout nicht mit dem AP allein bleiben möchte würde Ich das ernst nehmen und zumindest einen Tag zu Hause bleiben.

Ich würde nicht zuviel bei den Kindern anrufen. Ich bin ja auch ein Kontroll Freak und mache mir Sorgen, aber Ich rufe immer das AP auf dem Handy an oder schicke SMS, damit die Kinder es nicht merken. Denn oft geht das große Vermissen erst nach einem Anruf von Mama los.

Ist das Au-Pair mit der Situatio zufrieden und vermittelt den Kindern ein gutes Gefühl bleiben sie gerne dort, wenn sie sich als Belastung oder Ärgerniss empfinden wohl nicht.

Was kann ein Au-Pair erwarten wenn es kranke Kinder betreut?

– Dass die Überstunden (wenn welche anfallen) entweder in der nächsten Woche/Monat ausgeglichen werden durch freie Nachmittage, Wochenenden oder finanziell eine Entschädigung kommt. Zumindest wenn es mehr wie 2-3 Stunden pro Woche sind. Und davon unabhängig eine kleine Aufmerksamkeit (Blume, Tee, Karte) um zu zeigen, dass es anerkannt wird, was sie leistet.

– Dass sie  uns Gasteltern jederzeit per Telefon erreichen  kann. Ich habe in so einer Situation mein Handy auch im Unterricht auf laut.  Alternativ ist eine Nachbarin in Rufbereitschaft.

– Dass sie ihre normalen Aufgaben im Haushalt (bügeln, putzen) nicht im gleichen Umfang erledigen kann wie normal. Ein krankes Kind braucht Zuwendung und Betreuung und da steht für mich Haushalt hinten an.

– Ein echtes Danke, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt und eine Pause.  Auch wenn Ich selbst gestresst bin, nach einem solchen Vormittag versuche ich in der Regel dem Au-Pair als Ausgleich den Nachmittag frei zu geben. Klappt auch häufig, da spätestens dann unsere Kinder wirklich die Eltern wollen und brauchen.

Klingt jetzt alles furchbar kompliziert, aber zum Glück haben die Kinder in 9 von 10 Fällen ja wirklich nur einen Schnupfen und dann ist es wie heute Gold wert, wenn man weiß, dass unser AP, obwohl erst seit einem Monat hier alles gut im Griff hat und man beruhigt zur Arbeit fahren kann. Oder sich selbst für 2 Stunden ins Bett legen und schlafen und die eigene Erkältung auskurieren.

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