Au-Pair Suche ohne Agentur das Online Profil

Für viele Familie ist die Möglichkeit ein Au-Pair ohne Agentur zu suchen erstmal mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Mir ging es da am Anfang nicht viel anders. Ich hatte zwar als Au-Pair in den USA auch schon die Erfahrung gemacht, dass eine Agentur manchmal auch nur eine „Scheinsicherheit“ bietet, aber trotzdem haben wir unsere ersten 4 Au-Pairs über eine Agentur eingeladen.  Aber schon beim 2ten Mal habe Ich parallel auch bei Au-Pair World und Great AuPair versucht ein Au-Pair zu finden.  Damals aber noch ohne Erfolg.

Letztes Jahr habe Ich mich dann nochmal gründlich mit dem Thema beschäftigt und für mich einige Gründe gefunden, warum die ersten Suchen ohne Agentur keinen Erfolg hatten.  Nachdem Ich unser Profil vollständig neu überarbeitet hatte und viele Tips aus Gastelternforen und Mailing Listen übernommen hatte war der Erfolg eindeutig. Wir haben jetzt zum zweiten Mal erfolgreich ein tolles Au-Pair ohne Hilfe einer Agentur eingeladen.

Auf  die folgenden Dinge sollte man meiner Meinung nach auf jeden Fall achten:

Das Profil muss ein potentielles Au-Pair ansprechen und neugierig auf die Familie machen. Gefragt ist also Marketing in eigener Sache:

Zutaten für ein gutes Profil:

1. Photos hatte Ich am Anfang unterschätzt. Aber je besser die Bilder um so mehr Bewerbungen.

Profilbild:  Seit Ich ein wirklich tolles Bild unserer beiden Mädchen als Profilbilder habe sind unsere Aktivbewerbungen explodiert.  Ich nehme immer ein Bild das beide Kinder zeigt wie sie offen und freundlich in die Kamera lächeln.

Familienfoto:  Ein Bild auf dem die ganze Familie gemeinsam abgebildet ist und alle auch gut zu erkennen sind.

Aktiv Bilder:  Bilder die die Kinder bei typischen Situationen zeigen (z.B.  Malen,  Fahrradfahren, Sandkasten …) so bekommt das Au-Pair auch gleich einen Eindruck vom Haus/Garten

Ein Bild mit altem Au-Pair:  so erkennt das neue Au-Pair, dass unsere Au-Pairs wirklich zur Familie gehören.

Sonstiges:  Evt. Bilder des Hauses, Au-Pair Zimmers ….  dies lasse Ich aber bewußt weg. Ich möchte nicht, dass ein Au-Pair uns nur aufgrund des Zimmers oder Hauses wählt.  Wer clever ist erkennt auch im Hintergrund der anderen Bilder den Garten und Teile der Wohnungseinrichtung.

Ich beschrifte die Bilder immer mit Datum und Ort.  Ich achte darauf, dass wir möglichst unseren realen Alltag abbilden. Also nicht nur gestellte Photos, sondern schöner Familienalltag.  Frühstückstisch, Bastelchaos ….. eben unsere Familie.

 

2.  Anschreiben Der erste Eindruck der einem zum weiterlesen motiviert.

Ich spreche die Au-Pairs in unserem Profil direkt und als neues Au-Pair an.  Direkt am Anfang nenne Ich die wichtigsten Eckdaten (Startdatum, Dauer)  und dann beschreibe Ich unsere Familie in groben Zügen.  Berufe, Kiga/Schule, Interessen Kinder,  Wohnort.   Wichtig ist mir, dass ein Mädchen einen realitischen Eindruck von uns bekommt und Möglichkeiten hat nachzufragen.  Also nicht zuviel schreiben, sondern eher neugierig auf mehr machen.  Wichtig ist es die positiven Seiten unserer Familie zu präsentieren (Freie Wochenende,  Au-Pairs in direkter Nachbarschaft …) und die „Nachteile“ offenen zu nennen, aber auch mögliche Lösungen aufzuzeigen.  Wir wohnen in einem Dorf. Ich schreibe es auch so, aber Ich betonen auch, dass bisher alle Au-Pairs in ihrer Freizeit viele Reisen unternommen haben, Spaß am Wochenende hatten und man wenn man aktiv ist und Bus fährt auch die nächste Großstadt gut zu erreichen ist.

3.  Sprache hatte Ich am Anfang auch völlig unterschätzt. Mein Profil war viel zu lang und kompliziert geschrieben.

Das Profil in möglichst kurzen und einfachen Sätzen schreiben.  Auch wenn es vielleicht nicht ganz perfekt und höflich klingt. Die meisten Au-Pairs können noch nicht so gut Deutsch und verstehen so mehr.

Zusätzlich schreibe Ich auch immer eine etwas kürzere Version auf Englisch dazu. So haben auch Au-Pairs mit sehr wenig Sprachkenntnissen die Möglichkeit unser Profil zu lesen. Seit wir zweisprachig im Profil sind kommen sehr viel mehr Bewerbungen. Und seltsamer Weise kaum von nicht Deutsch sprachigen Mädchen. Denn wir schreiben immer sehr deutlich, dass ohne Deutschkenntnisse kein Aufenthalt möglich ist. Aber grade am Anfang scheint die Kommunikation auf Englisch einfacher zu sein.  Und weniger ist manchmal mehr.

5.  Informationen

Ich habe mir überlegt welche Informationen für ein Au-Pair wichtig sein können und habe diese auch zweisprachig in unser Profil als Aufzählung aufgenommen.

Es gibt zwei Abschnitte nämlich

Was erwarten wir von  unserem Au-Pair? / Aufgaben als Au-Pair in unserer Familie

und

Was darfst du von uns erwarten? / Angebot von Uns.

Hier liste Ich alle Aufgaben / Anforderungen genau auf. Auch die unangenehmen (bügeln, staubsaugen …)

Clevere Au-Pairs fragen hier auch immer nach und zeigen so, dass sie erstens das Profil gelesen und verstanden haben und sich wirklich mit ihrer neuen Aufgabe auseinander setzten.

Und Ich möchte den Mädchen auch zeigen,  dass wir unsere Aufgabe als Gastfamilie ernst nehmen und sie als wirkliches Mitglied der Familie sehen und ihnen ein schönes Jahr bieten möchten.

Die Form der Liste hat den Vorteil, dass man sie schnell lesen kann und sie übersichtlich ist. Denn Ich vermute einfach mal, dass Au-Pairs genau wie Ich nach dem 5. Profil nicht mehr so intensiv lesen und schon gar nicht in einer fremden Sprache 🙂

Mit diesem Profil sollte man dann auf die „Jagd“ nach dem perfekten Au-Pair gehen.

Um das eigene Profil zu erstellen sollte man sich genug Zeit nehmen.   Bilder auswählen und Texte verfassen  dauert sicher einige Tage, aber es lohnt sich.  Je genauer die Anforderungen beschrieben sind um so treffender sind meistens die Bewerbungen und das spart hinterher Zeit.  Ich fand es auch sehr hilfreich mir die Profile anderer Familien anzuschauen und zu überlegen welche mir gefallen haben und diese Punkte zu übernehmen.

Wie sehen Au-Pairs die mitlesen dieses Thema? Worauf achtet ihr bei der Suche? Was macht euch eine Familie sympathisch oder unsympathisch?

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4 Antworten to “Au-Pair Suche ohne Agentur das Online Profil”

  1. Anna-Lena Says:

    Bei größten Teilen deiner Beschreibung kann ich nur zustimmen. Bilder im Profil sind total hilfreich und ich freu mich immer wenn ich welche sehe (einmal war ich aber auch bei ner Familie ohne Bild (die kamen dann per Mail) weils sonst alles gut passte).
    Bilder mit Vorgängerau-pair find ich irgendwie immer doof.. wahrscheinlich kommt es aber darauf an wie es eingebaut wird.

    Ansonsten ist mir sehr wichtig, dass in dem Text steht was erwartet wird, die Kinder beschrieben werden und meine Aufgaben schon grob vorgestellt werden. Dazu muss ein unbedingt freundlicher Ton dazu, man soll ja wenigstens glauben können dass man als Familienmitglied aufgenommen wird 😉

    Generell finde ich aber am wichtigsten dass auf meine Mails reagiert wird und ich nicht das Gefühl habe mit Standartantworten abgespeist zu werden. Dazu gehört für mich entweder ein Besuch oder mehrere Telefonate und dann kanns losgehen 😀

  2. llohv Says:

    Also ich finde auch das du das wichtigste drinnen hast. Fotos sind für mich das a und o, ich habe Profile ohne Fotos meistens gar nicht angesehen.

    ich finde fotos mim vorgänger au-pair sehr gut, mich hatt auch immer interessiert wie mein Vörgänger so war als was für typ von mensch und fand auch immer toll wenn ein paar nette setze über das letzte au-pair in dem Profil standen (zeigt mir familieneinbindung)

    wenn nur positive sachen in einem profil standen waren sie auch schon fast aus dem rennen, den jeder familie wie auch jede au-pair hatt seine nachteile und ich hab ein besseres gefühl wenn die offen eingestanden werden.

    bilder vom haus würde ich auch nicht reinstellen ich denke das lockt meistens die falschen au-pairs an.

  3. Julia Says:

    Ich kann mich eigentlich nur anschließen. Fotos sind super wichtig – allerdings würde ich auch nicht unbedingt Fotos von Haus und Garten reinstellen. Man soll sich ja schließlich für eine Familie entscheiden, weil man sie mag und nicht weil sie einen Pool im Garten hat. Allerdings finde ich es auch wichtig zu beschreiben, wie man wohnt und wie das Au Pair Zimmer ist (das muss nicht im Profil sein, aber dann natürlich später im Emailaustausch).

    An Informationen sollte auf jeden Fall der ungefähre Wohnort vorhanden sein, Alter und Interessen der Kinder und welche Aufgaben grob auf einen zukommen würden – das reicht meiner Meinung nach aus um zu entscheiden, ob man mit der Familie in Kontakt treten will oder nicht, aber lässt noch genug Freiraum um Fragen zu stellen. Profile mit gesamten Tagesabläufen etc. find ich nicht sooo toll, weil es echt erschwerend ist noch Interesse zu zeigen und Fragen zu stellen und man dan entweder uninteressiert rüberkommt oder so als ob man das Profil nicht lesen würde, wenn man doch noch mal nachfragt …

  4. Kathrin-in-England Says:

    Ich denke auch, dass Fotos super wichtig sind, genau darum habe ich mich ganz oft auch bei Familien ohne Foto beworben, da hat man eben eben die wenigsten „Konkurenz“.

    Schön geschrieben!

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