Unser Au-Pair hat PTP

Diese Diagnose ist leider nicht mehr zu leugnen. Es gab schon von Anfang an Hinweise und im Laufe der letzten 9 Wochen ist die Diagnose bestätigt.  Unser Au-Pair hat PTP und zwar in der schweren Form 😦

Jetzt stehen wir da und überlegen wie es zu dieser schweren Krankheit kommen konnte und wie wir als Gastfamilie damit umgehen.  Für alle die das Krankheitsbild nicht kennen bitte klicken …

PTP steht für Public Transportation Phobie.  Und unser Au-Pair hat wirklich die ausgeprägte Form.  Sie hat sich bisher erfolgreich geweigert einen deutschen Bus oder Zug auch nur von innen zu sehen.  Jedes Mal wenn Ich ihr vorschlage für einen Ausflug oder Besuch bei ihrem Freund den Zug/Bus zu nehmen schaut sie mich an als ob ich vorgeschlagen hätte sie solle 20km zu Fuß laufen.  Sie hat ganz klar gestellt:  „Schatzi würde nie verlangen, dass Ich Nachts (18.00 Uhr abends) den Zug nehmen muss“

Sie erklärt mir jedes Mal wieder warum es soviel besser und bequemer ist wenn  Schatzi die 50km mal eben mit dem Auto fährt und sie holt und natürlich auch wieder zurück bringt. Das kostet für Sie nämlich viel weniger nichts.

Bisher habe Ich diese Macke eher mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen und vielleicht auch mit  Verwunderung wie unser Olga ihren Schatzi im Griff hat.

Aber seit heute ist es amtlich, der Sprachkurs fängt nächste Woche endlich an und da er später beginnt als letztes Jahr kann sie super mit ihrer Freundin mit dem Bus fahren.  Als Ich das heute Mittag beim Essen verkündete war ihr das Ensetzen ins Gesicht geschrieben:  MIT DEM BUS?????????

Genau mit dem Bus.  Denn so müssen wir Gasteltern nur 1x die Woche die Strecke fahren und können uns die Fahrerei  50/50 teilen.   Und die Kosten können ganz bequem vom Busgeld bezahlt werden. Es bleiben sogar immer noch 20€ für andere Fahrten übrig wenn man günstige 4er Tickets kauft.   Ich bin mal gespannt.

Ich finde einfach es gehört auch zum erwachsen werden und Au-Pair sein dazu sich mal zu überwinden. Es ist keine zu große  Zumutung 15 Minuten Bus zu fahren und dann 10 Min. zum Sprachkurs zu laufen. Abholen mache Ich gerne, aber gerade um 18.00 Uhr hinbringen ist immer eine super blöde Zeit, da wir dann normalerweise Abendessen und die Kinder ins Bett bringen. Und wenn es nicht sein muss bin Ich als Gastmutter sehr froh. Vor allem fahre Ich auch 2x 15 Minuten Auto je Strecke und darf noch 2 müde und hungrige Kinder mitnehmen.  Da bin Ich jetzt mal egoistisch.

Ich bin gespannt wie oft der Bus am Anfang verpasst wird.  Denn PTP ist sicher nicht so schnell heilbar.   😉

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5 Antworten to “Unser Au-Pair hat PTP”

  1. ap-familie Says:

    Wie ist sie denn bei Euch angereist?

  2. aupairfamilienrw Says:

    Mit dem Flieger 🙂

    Aber sobald wir das Auto besteigen ist unser AP das glücklichste AP der Welt. Selbst 2 Stunden Fahrt zwischen 2 Kindern stören sie nicht. Sie ist der totale Autofan.

  3. zimtapfel Says:

    Ach ja, immer schön, wenn man eine gut klingende Phobie vor die eigene Bequemlichkeit schieben kann…
    Ich bin ja ein großer Fan des ÖPNV. Sicher, in etlichen Gegenden gehörte der sehr viel besser ausgebaut, aber wenn er das ist, dann gibt es doch nichts bequemeres. Gratisunterhaltung inklusive. 😉
    Aber ich kenne leider auch mehr als genug Leute, die es als völlig unzumutbar empfinden, sich anders fortzubewegen als mit dem eigenen PKW von Tür zu Tür. Mit dem Bus? Um Himmels Willen! Da muss man ja mal ein paar Minuten an der Haltestelle warten! Und kann den Streckenverlauf und die Stopps nicht selbst bestimmen! Und muss meist noch ein paar Meter zu Fuß gehen! Ungeheuerlich! Kann doch niemand von einem verlangen!
    Aber weil sich das dann doch alles etwas zu offensichtlich nach persönlicher Bequemlichkeit anhört, werden dann die Phobien rausgeholt. Man würde ja, kann aber einfach nicht! Man ekelt sich so davor, im Bus die Haltegriffe anzufassen, wer weiß, wer da alles schon… Oder wenn der Bus so voll ist und einem jemand in den Nacken hustet oder gar ins Gesicht niest, was man sich da alles wegholen kann! Oh nein, oh nein!
    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, mit eurer Olga und dem Bus. Oder ob sie vielleicht mit ein wenig Augenklimpern ihren Schatzi dazu kriegt, sie zum Sprachkurs zu chauffieren. 🙂

  4. Klari Says:

    Oh man, jetzt bin ich aber erleichtert.
    Nach der Überschrift dachte ich schon, es wäre was schlimmes, womöglich ansteckendes.
    Einfach hart bleiben. Sie muss es lernen, oder nicht?
    Und endlich mal ne Macke gefunden an der Kleinen 😉

    • aupairfamilienrw Says:

      @Klari
      Genau endlich eine Macke, dass finde Ich gut, es beruhigt mein Gefühl uns geht es zu gut um wahr zu sein.

      Und ja wir bleiben hart. Denn schließlich sind wir ja ein Arzthaushalt. Und Ich als Arztfrau verordne 2x die Woche Busfahren zur Desensibilisierung.
      🙂

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