Gute Zeiten Schlechte Zeiten

Neben der allgemeinen Au-Pair Unlust gibt es hier natürlich auch noch das ganz normale Gastfamilien Alltagsleben.  Und dieses besteht aus guten und schlechten Elementen.

Erstmal die guten.

+ Unsere Olga ist immer ohne Murren bereit ein pseudo krankes Kind mit vermeintlicher Bindehautentzüdung einen ganzen Tag zu betüddeln und liebevoll zu umsorgen.  Die beiden haben für die ganze Familie Wackelpudding mit Sahne und Amaretto gemacht.  Ok Amaretto ist nicht Kindergeeignet, aber zum Glück sind auch 50% der Schälchen Kindertauglich geblieben.

+ Olga macht hier auch eine Menge Kleinigkeiten die unseren Haushalt in Ordnung halten und im Alltagsgeschäft viel zu leicht übersehen werden.

+ Olga hat sich die Ansprache wieder mehr aktiv mit den Kindern zu machen wirklich zu Herzen genommen.

Aber es gibt leider auch ein paar negativ Punkte

– Ich bin erschreckt wie cool Olga zwei Freunde parallel laufen läßt. Besonders weil Ich weiß, dass der eine ihr mit Herz und Seele verfallen ist.  Soviel Abgebrühtheit habe Ich ihr nicht zugetraut und es hinterläßt einen faden Beigeschmack.  Auch wenn mich ihr Privatleben ja eigentlich nichts angeht.

– Das Thema belastet unsere Beziehung mehr als Ich am Anfang dachte, da Ich zu diesem Thema eine klare Meinung habe, die sie auch kennt.  Ich ärgere mich, dass sie uns in ihre Aktionen direkt und indirekt mit hinein zieht.  Sie will, dass wir nicht an ihr Telefon gehen oder ihrem Lover Nr.1 sagen, dass wir am letzten Wochenende nicht zu Hause sind …  Das werde Ich so aber sicher nicht machen. Ich werde Sie auch nicht verpetzen, aber für sie Lügen werde Ich auch nicht.  Sie bringt aber alle in blöde Situationen, wenn sie Nr. 1 hier zum übernachten einläd und dann ständig „Gefahr“ besteht, dass Kinder oder wir uns verplappern.

– Olga hat wenig Gespür, wann sie andere Menschen Mich stört.  Wenn Ich am Schreibtisch sitze kommt sie ständig an und möchte mir etwas sagen, fragen, zeigen …   Eigentlich ja total lieb und nett, aber Ich fühle mich manchmal richtig verfolgt und komme zu nichts.   Sie scheint auch nicht wirklich zu merken, wenn Ich dann kurz angebunden bin, weil Ich z.B. gerade mitten in einer Klausur bin.  Ich traue mich aber auch nicht ihr das so deutlich zu sagen, da es schnell so wirkt, als ob Ich nicht mit ihr sprechen will. Das ist es ja gar nicht, aber Ich brauche manchmal auch Luft zum Atmen.  Oder es stört mich weil Ich nicht nur viel Stress habe, sondern Ich auch unzufrieden bin wegen Thema Nr. 1

– In den letzen Tagen hat unsere Spülmaschine, der teure Vorwerkt Staubsauger und ein PC den Geist aufgegeben.  Das hat zwar nicht wirklich was mit unserem Au-Pair zu tun, passt aber ins momentane Stimmungsbild 😦

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3 Antworten to “Gute Zeiten Schlechte Zeiten”

  1. Ramona Says:

    Ich kann nachvollziehen, dass du genervt bist. Wir hatten auch mal so ein Mädchen. Sie versuchte überall das finanziell Beste herauszuholen. So hielt sie einen jungen Mann an der langen Leine, um mit ihm Ausflüge zu machen und sich dann auch noch beschenken zu lassen. Alles natürlich auf seine Kosten. Dann ließ sie sich auch noch von Papa aus Moldawien, der selber einen durchschnittlichen Verdienst von monatlich 150-200 € hatte, ihre Digitalkamera und ihren Laptop bezahlen. Sie brauchte ihr Taschengeld ja schließlich für Tatoo, Klamotten,… . Niemand verstand wirklich mein Problem. Ich hatte mich dann zum Erstaunen meiner Umwelt, die alle meinten, dass sie doch ein nettes Mädchen sei, zu einer Kündigung entschlossen. Diese habe ich dann aber drei Monate vor dem geplanten Ende ausgesprochen, so dass sie genügend Zeit hatte, um nach Alternativen zu schauen. Sie blieb dann tatsächlich bis zum Ende und fuhr danach nach Hause. Jetzt haben wir (auf Distanz) einen positiven regelmäßigen Kontakt. Letzten Sommer kam sie uns auch besuchen und nächsten Sommer will sie versuchen in ihrer Lieblingstadt Münster zu studieren. Meine Kündigung habe ich übrigens nie bereut und das Nachfolge-Au Pair hatte wieder andere Vorzüge und Macken – wie jeder Mensch.

    • aupairfamilienrw Says:

      Danke für die Rückmeldung, manchmal tut es schon gut Leidensgenossen zu kennen. Ich denke nicht über Kündigung nach, aber es ist schade, dass unser bisher wirklich tolles Verhältniss durch diesen Punkt belastet wird.

  2. Noga Says:

    Bei anderen Menschen wird es immer Dinge geben, die einem nicht gefallen und den eigenen ethischen Standards zuwiderlaufen. Allerdings geht bei mir die rote Lampe dann an, wenn Olga Euch in ihre „Spiele“ reinzieht. Als au-pair ist sie auch Vorbild für Eure Kinder. Ich würde ihr erklären, daß ich ein solches Verhalten meinen Kindern nicht vermitteln will, und sie das deshalb aus der häuslichen Sphäre raushalten muß. Ich finde es unzumutbar, sich im eigenen Bereich wegen einer dritten Person zensieren zu sollen.

    Bei den Störungen am Schreibtisch frage ich mich, inwieweit hier andere kulturelle Prägungen von Nähe und Distanz eine Rolle spielen. Wie wird in Olgas Elternhaus vermittelt, daß es jetzt ungünstig ist. Vielleicht hilft ein Ampelsystem an der Arbeitszimmertür um deutlich zu machen:
    Rot – nur in Notfällen stören etc.

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