Kleinkinder und Unfälle

Gestern hatten wir nach 5 Jahren APs zum ersten Mal die Situation, dass ein Kind während es mit AP bei einer anderen Familie war etwas teures kapput gemacht hat.  Die große Hilfe hat bei unseren Nachbarn eine Box umgeworfen und diese ist zerbrochen.  Soweit die mir bekannten Fakten.

Normalerweise ein ärgerliches aber kein riesen Thema.  Unfälle wie dieser können mit Kindern leider passieren und hätten auch in meinem Beisein genauso passieren können.  Warum also einen Post aus dieser Aktion?

Der beste aller Gatten hat also gestern Abend die Kids und AP von besagter Familie abgeholt, weil das Wetter so schlecht war und unser AP Abends mit den Kids ja nicht gerne läuft.

Als er an die Tür kam, wurde ihm von unserem AP mit ziemlich schadenfroher Stimme mitgeteilt, dass die große Hilfe Ihm noch sagen müsse was sie hier schlimmes gemacht habe.  War wohl sie richtig  ein gemeines in die Pfanne hauen.  Die große Hilfe hat dann auch gebeichet und der Gatte hat den Schaden besichtigt.  Dann sind alle nach Hause gefahren.
Vor der Tür ist unsere Olga aus dem Auto gesprungen, hat der kleinen Hexe die Tür aufgerissen und dann rannte sie mit den Worten: „OHHHHHHH es ist NASSSSSSS“  ins Haus. Die kleine Hexe stand allein mitten auf der dunklen und spiegelglatten Straße und kam nicht vor und zurück.  Also hat der Gatte, der eigentlich gerade das zweite Kind sicher über die Straße bringen wollte auch die kleine Hexe gerettet und ist ziemlich angesäuert rein gekommen.

In der Küche bei mir ähnliche Reaktion.  „Große Hilfe hat bei Nachbars die Box kapput gemacht“ mit einem ziemlich unpassenden Unterton.   Als wir dann in der Küche mit den Kindern über das Problem geredet haben und gemeinsam überlegt haben wo der Fehler lag, wie wir es der Versicherung melden  und wie man solche Unfälle in Zukunft vermeiden kann kamen von ihr immer nur Kommentare der Güteklasse:  „Es war die Schuld der  GH“ oder “ Es war nicht meine Schuld“.

Bis dahin hatte Ihr auch niemand eine Schuld gegeben.  Als wir die Frage diskutierten ob wir es wohl unserer oder der AP Haftpflicht melden, wurde sie richtig zickig.  „Wenn ihr glaubt es sei meine Schuld kann Ich es auch bezahlen“ Aber in einem Ton, der alles ausdrückte nur kein Bedauern oder Einsicht vielleicht auch nicht alles ganz richtig gemacht zu haben.

Im Laufe der Unterhaltung kam dann folgende Version zu Tage:

– Die APs hatten alle 7 anwesenden Kinder von 2-8 Jahren vor den TV geparkt wo diese erst Sponge Bob und dann  irgendeine andere  Sendung schauten  (unser AP hat die Anweisung, dass die Kinder erstens kein TV schauen sollen und wenn doch sie dabei sitzen soll, da besonders die GH schnell Angst bekommt.)

– Auf Nachfrage welche Sendung konnte sie keine Antwort geben (Für mich gibt es 2 Alternativen a) sie hat nicht bemerkt, dass eine andere Sendung lief weil sie schon länger nicht im Zimmer war oder b) es war Ihr egal welche Sendung lief)

– Die APs und eine Tante der Familie haben im Nachbarzimmer Kaffee getrunken und gequatscht.  Wenn die anderen Erwachsenen nicht aufpassen meint unser AP sie muss es auch nicht.

– Als es einen lauten Knall = Box gab sind alle ins Wohnzimmer gelaufen    (immerhin sie bekommt noch mit, wenn etwas passiert )

– Unser AP ist der Ansicht sie kann ja wohl nicht den ganzen Nachmittag neben den Kindern sitzen (sehe Ich anders und habe es ihr auch so gesagt. Denn genau darum haben wir ein AP, damit die Kinder beaufsichtigt sind und nicht machen was sie wollen. Und wenn die Kinder TV schauen wollen und nicht dürfen kann es eben auch mal notwendig sein sich mit ihnen gemeinsam in ein anderes Zimmer zu setzen.)

– Der große Sohn der anderen Familie wollte TV schauen, was hätte sie da machen sollen (vielleicht mit unseren Kindern a) nach Hause gehen oder b) mit den beiden Kleinen der Familie uns unseren Kindern und deren AP in einem anderen Zimmer spielen)

Fassen wir also zusammen:

– Sie sitzt gemütlich beim Kaffeetrinken und läßt die Kinder machen was sie wollen

– Anschließend haut sie unsere Große auf ziemlich fiese Art bei uns in die Pfanne und tut auch noch so, als ob es mit Absicht passiert ist.

– Sie ist nicht mal in Ansätzen bereit auch Fehler  bei sich zu sehen

–> wir haben ein drittes Kleinkind

Ach ja die große Hilfe war von dem Unfall wirklich geschockt. Sie hatte ein richtig schlechtes Gewissen, hat sofort alle Schuld auf sich genommen und nicht versucht irgendein anderes Kind zu beschuldigen.  Und als sie gemerkt hat, dass wir auch sauer auf Olga waren hat sie so lieb versucht Olga in Schutz zu nehmen.  „Mama Olga war doch fast im gleichen Zimmer und nur ein bischen Kaffeetrinken“  Und nach ein paar Minuten ist sie in ihr Zimmer und hat ihren geliebten 5 Euro Schein aus ihrem Portomonai geholt um uns Geld für die Box zu geben, damit wir nicht all unser Geld ausgeben müssen.  Ja so sieht für mich echte Reue und Entschuldigung sagen aus.  Und da könnte unser AP von einer 5jährigen wohl noch was lernen.

Sie ist dann gestern nach dem Essen schnell in ihr Zimmer verschwunden und hat erstmal ausgiebig telefoniert.

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9 Antworten to “Kleinkinder und Unfälle”

  1. ap-familie Says:

    Sie scheint sich ihrer Sache (Deines Großmuts) doch sehr sicher. In Anbetracht der Tatsache, dass die Mädels gegen Ende (und das ist ja noch lange nicht!) sowieso nachlassen, hast Du nach meiner Einschätzung folgende Möglichkeiten: Du redest mit ihr und
    1. Sie ändert sich. Sie passt ihr Verhalten an – dazu gehören Zuverlässigkeit bei der Arbeit (Telefonieren, Aufsicht, Verantwortung) UND Vorbildfunktion für die Kinder (diverse Lover) UND Teilnahme am Familienleben (verschwinden im Zimmer, nicht bei Weihnachtsdeko helfen…) Ihr seid kein Hotel und sie ist nicht im Urlaub.
    2. Sie ändert sich nicht.
    Wahrscheinlichkeit für eins oder zwei: ? Keine Ahnung.
    Wenn sie sich nicht ändert, wirst Du entweder
    1. Völlig frustriert sein und gegen Ende des Jahres froh sein, dass sie endlich weg ist
    2. Ihr erklären, dass sie sich innerhalb der nächsten 2 Wochen eine neue Familie suchen kann.
    Wahrscheinlichkeit für 1: 100 %, falls Du Dich nicht für 2 entscheidest.

    Meines Erachtens nutzt sie Euch schamlos aus und erwartet offenbar Leistung ohne Gegenleistung. Außerdem agiert sie frech. (Nach Deiner Beschreibung). Vertraust Du ihr überhaupt noch?

    • aupairfamilienrw Says:

      „Vertraust du Ihr überhaupt noch ?“

      Hätte bis vor 3 Wochen ohne zu überlegen geantwortet : „Auf jeden Fall“

      Bis letzte Woche mit leichtem Zögern: „Ja Olga hat Macken und Fehler, die haben wir aber alle, aber Vertrauen was die Kids angeht klar Ja“

      Und Heute: Da bin Ich arg am zweifeln und genau da liegt mein Problem. Ich traue meiner Menschenkenntnis nicht mehr und vor allem fühle Ich mich ausgenutzt und belogen. Kein gutes Gefühl für ein Zusammenleben.

      Und Danke du hast die Optionen mehr als treffend zusammen gefasst. Bin gespannt wie unser Gespräch nächste Woche läuft. Denn Option 2.1 ist für mich die schlechteste und die Chance für Option 1 kann Ich nicht wirklich einschätzen.

  2. Amalia Says:

    Wow, das ist ja echt mal der Hammer. Nicht nur, dass sie im Nebenzimmer Kaffee trinkt und die Kids vorm TV parkt, sondern auch noch, dass sie die Kleine so „vorführt“. Schliesslich wird sie von Euch für die Aufsicht und Bespaßung der Kinder bezahlt und nicht fürs Kaffee trinken, telefonieren usw.
    Wünsch dir ganz viel Glück beim Gespräch nächste Woche! Hoffe sie sieht Ihre Fehler ein und ändert sich.
    Lg

  3. 3kids Says:

    ach Mensch, da ist ja echt langsam richtig was im Argen; zumal, wenn sie nicht einsehen will, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hat.
    In disem Fall ist nur ein Gegenstand zu bruch gegangen, aber 7 Kinder in einem Raum können ja auf allerhand Gedanken kommen, und schnell ist ein Unfall passiert. Sagt man dann immernoch, die Kinder wären selbst schuld, oder was???
    Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass ihr schnell zu einer guten Lösung kommt!
    Frohes Neues Jahr!!!

  4. Kati Says:

    Das ist hart und vor allem echt mies von ihr.
    Ich bin selbst Ex Au Pair und sowas wäre mir im Traum nicht eingefallen.
    Sicher habe ich die Kids auch mal alleine spielen lassen, aber ich war immer so nah dran, dass ich ne Nadel vom Tisch hätte fallen hören.
    Wenn ich so lese wie gut es Eure Olga bei Euch hat.
    Himmel echt das ist pures Ausnutzen.
    Ich hab bei meiner ersten Gastfamilie nicht mal nen Fernseher gehabt, geschweige denn nen Radio oder irgendwas in der Form in der Bude in der man mich unterbrachte.
    Ich musste am Ende noch mein eigenes Essen besorgen weil man vergessen hatte für mich ein zu kaufen und solche Sachen und ich hab troz allem versucht mein Bestes zu geben auch wenn ich in der letzten Woche bei denen nur noch dachte „Schmeisst mich halt raus mir auch wurscht.“

    Du/Ihr müsst echt mal Klartext mit ihr reden und ihr nochmal ganz klar machen, das sie auf die Kinder auf zu passen hat und wenn das älteste Kind nun mal Glotze anmacht, hat sie sich nicht aus zu ruhen.
    Klar hab ich in meiner 2. Familie meinen Kleinen auch mal vor die Kinderstunde gesetzt aber nur um ihn ein wenig zu verwöhnen nachdem sein Bruder und dessen Freund so mies zu ihm waren.
    Er ist dann aber auch ganz schnell auf meinem Bett eingekuschelt eingeschlafen wärend ich ein Zimmer weiter schnell die Wäsche weggefaltet habe.

  5. delfi Says:

    Mannomann. Ich verfolge deinen Blog schon länger und war am Anfang total neidisch auf euer Au Pair, weil sie wirklich super klang und du ja auch so glücklich mit ihr warst. Natürlich haben alle Menschen viele Facetten und sie hat bestimmt auch nach wie vor gute Seiten. Aber es ist doch bestimmt auch enttäuschend, wenn man sich so in einer Person getäuscht hat, weil sie bestimmte Werte, die man selbst vertritt oder vielleicht auch für selbstverständlich hält, einfach nicht teilt. Gerade weil du ja auch viel Zeit und Mühe in die Suche investiert und nicht einfach irgendwen von einer Agentur-Website gepflückt hast.

    Unser Au Pair hat auch ein reges Privatleben, aber immerhin läuft da nichts parallel und es stecken wohl auch keine Heiratsabsichten dahinter. Und auch wenn sie nicht mit den Kindern herumtobt, bleibt sie doch zumindest grundsätzlich mit im Zimmer. Small Blessings 🙂

    • aupairfamilienrw Says:

      Du hast Recht sie hat immer noch gute Seiten. Die Kinder mögen sie sehr und ihre Aufgaben im Haushalt erledigt sie seit der letzten Ansage auch wieder gut.

      Aber die Entäuschung, dass sie nach so einem guten Start und tollen ersten Monaten so nachläßt ist schon deutlich da. Und die gemeinsamen Werte sind sicher auch ein Thema. Aber gerade wegend des guten Starts tue Ich mich auch noch schwer sie einfach vor die Tür zu setzen oder einen schnellen Bruch herbei zuführen.

      Ich hoffe immer noch, dass es vielleicht nur die verspätete 3-Monatskrise ist.

  6. Fabienne Says:

    Also langsam finde ich wirds echt zu viel.
    Ich sehe das so: sie nutzt euch noch total aus bevor sie Lover Nr. 2 oder auch Nr. 1 dann endlich heiratet und sieht das ganze mehr als Ferien bei euch.
    Kannst du denn mit so nem Verhalten leben?
    Ich wüsste nicht ob ich das kann. Sind ja eindeutig Vertrauensbrüche da und sie hält sich nicht an die aufgestellten Aufgaben und Regeln.
    Bist du denn noch glücklich mit der Situation?

    • aupairfamilienrw Says:

      Die Möglichkeit, dass sie kurzfristig abspringt ist sicher da, aber im Moment wäre es für uns nicht mehr der absolute Supergau. Vielleicht eher das berühmte Ende mit Schrecken.

      Ob Ich mit ihrem Verhalten leben kann?

      Nicht wirklich, aber wenn man eins nach fast 5 Jahren APs lernt, dann dass man andere Menschen nicht einfach ändern kann. Ich kann nur meine Einstellung oder meine Reaktionen auf ihr Verhalten ändern und hoffen, dass sie dann vielleicht selbst erkennt, dass es so nicht weiter geht. Im extrem Fall bleibt uns nur selbst die Notbremse ziehen.

      Aber AP bedeutet für mich auch immer noch, dass wir für ein junges Mädchen für 12 Monate die Verantwortung übernommen haben und sie einfach auf die Straße stellen will Ich nicht. Klar sie würde wahrscheinlich schnell eine neue Familie finden, aber noch bin Ich nicht an diesem Punkt sie um einen Wechsel zu bitten.

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