Au-Pair und Medikamente

Unsere Kinder scheinen die Idee ohne Au-Pair zu leben wirklich doof zu finden. Anders kann Ich mir nicht erklären, warum jetzt schon wieder die kleine Hexe krank ist. Seit gestern hat sie 40 Fieber und 2 fiese Eiterpickel auf der Mandel 😦    Und Olga ist wie immer eine tolle Krankenschwester für unsere Kids.  Sie liest stundenlang vor und betüddelt unsere kleine Kranke.  Das ist alles ganz super und Ich bin sehr froh sie in dieser Situation zu haben.  Aber leider gab es  gestern auch  zum ersten Mal den Fall , den Ich eigentlich immer vermeiden wollte.  Sie hat der kleinen Hexe eigenmächtig Medizin gegeben.

Eigentlich hat sie ganz klar die Anweisung keine Medizin ohne Rücksprache mit uns zu geben. Wenn sie Saft oder Zäpfchen geben muss messe Ich es morgens ab und stelle die Portion in den Schrank für Mittags.  Aber gestern hatte  die kleine Hexe nach dem Kiga auf einmal  knapp 41 Fieber. Olga hat den Fiebersaft gefunden und dann der kleinen Hexe eine Portion gegeben. Zum Glück hat sie die Tabelle richtig gelesen und nicht überdosiert. Denn wir sind gerade von Baby auf Kindersaft gewechselt. Die Flasche sieht gleich aus, aber die Menge die benötigt wird halbiert sich.

Ok sie hat einmal versucht mich anzurufen und Ich konnte nicht ans Telefon gehen. War dann keine 10 Minuten später zu Hause. Sie hat aber weder eine Nachricht auf dem Handy hinterlassen noch den Gatten angerufen. Ich kann ja ihre Panik verstehen, wenn ein Kind so hoch fiebert, aber verlange Ich zuviel, wenn Ich erwarte, dass sie zunächst mit uns Eltern spricht. Mein Mann ist in der Klinik immer erreichbar, bei mir ist es im Unterricht schwerer und im Auto kann Ich auch nicht immer ans Telefon gehen.

In ihrem Au-Pair Ordner haben wir auch extra eine Seite mit Infos für genau diese Notfälle.  Dort steht bei Fieber. Kind leicht anziehen, evt. Wadenwickel und Eltern anrufen.   Auch hier nochmal der ausdrückliche Hinweis keine Medizin geben.

Warum ist es mir so wichtig, dass die Au-Pairs nicht eigenmächtig Medikamente verteilen?

1.   habe Ich die Erfahrung gemacht, dass viele Au-Pairs sehr sorglos mit Medikamenten umgehen und häufig sofort Antibiotika und andere starke Dinge nehmen wenn sie nur eine leichte Erkältung haben.

2.  verstehen viele APs nicht, dass ihre Medikamente für Erwachsene sind und für Kinder zum Teil lebensgefährlich sein können.   Z.B. Aspirin für Kinder ist mega gefährlich.

3.  je mehr Personen gleichzeitig Medikamente geben um so größer ist die Gefahr, dass Fehler passieren.  Mein Mann und Ich sprechen uns auch immer genau ab und meist gibt nur einer Medis.

4.  für unsere APs ist meist schon Fieber von 37,3 ein Grund zur Panik und sie sind immer ganz entsetzt, dass wir nicht sofort Medis geben.  Daher möchte Ich gerne die Entscheidung treffen wann Ich etwas gebe und wann nicht.

5. Sind Medikamentenschachteln und Packungsbeilagen in einer fremden Sprache kaum zu verstehen und es eben viel „einfacher“ Fehler zu machen.

Wir haben lange überlegt ob wir diese Regel aufnehmen sollen, aber bisher sind wir immer gut damit gefahren. Die einzige Ausnahme ist natürlich das Notfall Set der kleinen Hexe, aber das ist auch immer griffbereit  für alle verfügbar, während Medis (besonders Schmerz- und Fiebermittel) eigentlich immer eingeschlossen im Schlafzimmer sind. Und da ist mein Fehler, Ich hatte diesmal vergessen die Flasche aus dem Küchenschrank zurück zu stellen und sofort hat sie dies genutzt und selbst verteilt 😦

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12 Antworten to “Au-Pair und Medikamente”

  1. hostmami Says:

    Ich kann verstehen,das sie Panik hatte. Und immerhin hat sie es ja versucht anzurufen. Bei 41 Grad würde ich auch Panik bekommen. Aber ich kann auch dich gut verstehen. ..

  2. ap-familie Says:

    Ich denke, Du solltest bedenken, dass sie schon länger bei Euch ist und Dich einschätzen kann. Sie hat offensichtlich überlegt, genau gehandelt und das mit der Dosierung ist nun wirklich nicht schwer zu verstehen (insbesonder bei Fiebersaft) – sind ja meistens nur Zahlen…

    Also ich würde kein Drama draus machen. Im Gegenteil: Das Kind hatte hohes (für mein Empfinden extrem hohes – meine Kinder hatten noch nie so hoch!) Fieber und sie hat verantwortungsbewußt und in meinen Augen richtig gehandelt. Und sie hat Dich umgehend informiert – also eine „Doppelgabe“ ist ausgeschlossen.

    Bei einem neuen AP hätte ich da deutlich mehr Probleme gehabt, aber ich bin der Auffassung aufgrund Eurer „gemeinsamen Vergangenheit“ (und die Kinder waren ja schon öfter krank und sie wird beobachtet haben, was Du dann gibst) war ihr Vorgehen korrekt. Was wäre gewesen, wenn das Fieber noch höher geklettert wäre und das Kind gekrampft hätte? Das Risiko wäre ich an ihrer Stelle auch nicht eingegangen.

    Und dass sie Deinen Mann nicht angerufen hat kann ich auch nachvollziehen (ich glaube, das ist bei ihr kulturell bedingt).

  3. aupairfamilienrw Says:

    @ ap-familie

    Ein Drama ist es für mich auch nicht und genau wie du sagst, sie hat richtig gelesen und eingeschätzt und alles richtig gemacht. Daher werde Ich auch nicht schimpfen. Aber das Thema ist für mich ein wichtiges wenn man APs oder auch andere Kinderbetreuer im Haus hat. Denn gerade diese kleinen und größeren Notfälle müssen vorher bedacht und besprochen werden.

    Und ja 41 Fieber ist sehr hoch, aber unsere Kinder fiebern immer schnell sehr hoch und daher macht mich diese Temparatur am Nachmittag (Fieberhochzeit) nicht extrem nervös. Und mit Fieberkrämpfen hatten wir bisher zum Glück auch keine Probleme.

    Aber gerade weil es eben schon ein „extremer“ Wert ist, hätte Ich mir gewünscht, dass sie entweder eine SMS//Nachricht auf dem Handy hinterlässt oder eben meinen Mann anruft.

    Denn im wirklichen Notfall bringt Fiebersaft nur die Symthome kurzfristig zum verschinden und behandelt nicht die Ursache. Und im wirklichen Notfall (Hinrnhautentzündung, Bewußtseinseintrübung….) hätten wir entscheiden können und müssen, ob sie Saft gibt oder wir das Kind schnellst möglich zum Kinderarzt oder in die Klinik bringen.

    Die Angst vor einer Doppelgabe bezog sich nicht auf den Nachmittag. Ich habe Angst, wenn wir am Morgen Medikamente gebe die normalerweise bis zum Nachmittag reichen, ein AP aus Angst einfach schon frühzeitig eine 2. Portion gibt.
    Dies ist besonders bei Paracetamol sehr gefährlich. Es hat zwar wenig Nebenwirkungen, aber bei Kindern liegt die hilfreiche ungefährliche Dosis sehr nah bei einer tödlichen Dosis. Daher auch meine Vorsicht in dem Bereich.

    Und auch Sie hat ja sogar gesagt, sie hätte fast die Tagesdosis mit der Einzeldosis verwechselt.

  4. Daniela Says:

    Aber sie hat es nicht verwechselt.
    In so einem Notfall hilft kein Blatt in einem AuPair-ordner der irgendwo im Zimmer liegt. 41° wäre mir bei meiner Tochter beunruhigend hoch.
    Das Problem bei Notfällen ist immer, seinen Kopf klar zu behalten. Und dafür hat sie ziemlich strukturiert gehandelt. Erst ein Anrufversuch – dann die Medikamentengabe. Und ich finde es durchaus verständlich, wenn sie nicht mehrere Nummern versucht anzurufen, sondern sich dann doch lieber eher wieder ums Kind kümmert. (Ersteres wäre nämlich mit viel weniger Verantwortung verbunden wenn was passiert „Aber ich hab doch versucht euch zu erreichen“)

    Ich denke, ich würde eher eine Regel einführen
    – Kein Fiebersaft unter bspw 39,5°C.
    – Nur Medikamente geben, die den Kindern verschrieben wurden bzw ausdrücklich von euch für die Kinder vorgesehen sind (eben damit nicht einfach Eigenmedikamente zugeführt werden)
    – Und natürlich sofortige Information sobald es möglich ist.

    Was mich grad wundert – Fieberhochzeit am Nachmittag? Ich dachte immer bisher (und so ist auch meine Erfahrung): Es nimmt zum Abend weiter zu und ein wirklicher Abfall kommt erst gegen 2-3 Uhr nachts

    • aupairfamilienrw Says:

      Natürlich hilft im Notfall ein Blatt nur bedingt. Aber genau für solche Fälle haben wir immer wieder über Notfallsituationen gesprochen. Vor allem auch im Blick auf die Allergie unserer Tochter.

      1. Eltern informieren und zwar Gastvater vor Gastmutter, da mein Mann selbst Arzt ist und viel einfacher und zuverlässiger zu erreichen ist. Alle Nummerns stehen am Telefon, Kühlschrank und sollten in ihrem Handy gespeichert sein.

      2. AP Ordner als Hilfe für typische Fälle (Fieber in dem Bereich ist für unsere Kinder leider nicht so untypisch und das hat sie auch schon mitbekommen). Das man nicht an den Ordner denkt in einer Stresssituation kann Ich aber durchaus verstehen.

      3. Wenn gar nichts geht oder sie Panik bekommt Nachbarn fragen oder Arzt anrufen. Auch hier stehen wieder alle Nummern am Kühlschrank, Telefon, Handy.

      Und bezüglich der Fieberhochzeit ist bei uns immer die Zeit zwischen 16-18 Uhr und dann nochmal Nachts gegen 3 Uhr ziemlich heftig. Aber wahrscheinlich gibt es auch da von Kind zu Kind Unterschiede.

  5. Babsi Says:

    Reagier nicht über! Ich kann dein Au Pair absolut verstehen!!! Wahrscheinlich sieht man das als Mama GANZ, ganz anders…aber setz dich mal zurück…also du vielleicht 18 (oder sie ist ja älter, gell?) warst, wie hättest du reagiert, wenn ein Kind 41 (!) Grad Fieber hat? Oh gott…ich hätt erstmal geheult vor lauter Panik…soviel Fieber bei jemanden hab ich noch nie erlebt! Und wenn dann noch die Mama nicht abhebt, gerät man nochmal mehr in Panik…ich kann sie voll verstehen. Da kann sie auch echt vergessen haben dann deinen Mann anzurufen, weil sie natürlich der Kleinen sofort helfen wollte!

    Aber natürlich kann ich auch deine Sichtweise verstehen…ich hätts aber wsl genauso wie das Au Pair gemacht!

    • aupairfamilienrw Says:

      Ja du hast wahrscheinlich recht. Ich kenne die Situation und bin nicht so schnell in Panik.

      Wobei sie auch schon 22 Jahre ist und ähnliche Situationen hier schon mehrfach miterlebt hat und wir darüber gesprochen haben warum wir jetzt so und nicht anders reagieren.
      Und da haben wir immer wieder betonnt, das Fieber bei den Kindern schnell sehr hoch gehen kann und es am besten hilft sie erstmal luftig anzuziehen. Pulli, Strumpfhose, Hose … ausziehen, dicke Decke gegen dünnes Lacken tauschen ….

      Egal jetzt ist es erstens nicht zu ändern und zweitens ja wirklich nichts passiert. Wie haben es andere AP Familien geregelt? Dürfen eure APs eigenmächtig Medikamente geben oder nicht?

  6. Babsi Says:

    Ja, darf ich. Muss ich sogar. Aber ich find es eigentlich gut so, wie du es handhabt…bei mir heißt es immer „Ja, gib das und das“ und ich frag mich dann immer WAS??? Erklärs mir genauer! Und dann immer nur wieder blahblahblah und ich frag 2343829 mal nach, bis sie es mir ENDLICH mal zeigt. Heißt immer: Ja such dann im Schrank (Anmerkung: da sind 23487289 Pillen drin und der ist sowas ovn durcheinander…) und dann noch die andere Sprache, also echt.

    Bis jetzt musste ich aber dann nur Augentropfen und Zäpchen geben (die ich nach 238432089 Jahren erst fand…). Achso und der Große musste heut so Tabletten nehmen wegen Schnupfen. WTF frag ich mich da nur.

  7. Mama³ Says:

    Wir haben in unserem AuPair ABC einen Passus „Krankheiten“. Da steht ausdrücklich, daß sie bei Fieber > 39° anrufen muß, und daß sie den Kindern eigenmächtig KEINE Medikamente geben darf, mit Ausnahme von homöopathischen. Die stehen bei uns auch leichter zugänglich als „richtige“ Medizin, und ich erkläre deren (angebliche) Wirkungsweise dem Au Pair zu Beginn einmal, und auf jedem Döschen steht auch noch genau, wofür oder wogegen es gut sein soll (by the way: ICH glaub NICHT dran. Aber es schadet sicher nichts, und den Kindern tut so ein Placebo ja oft auch schon gut)
    Wenn die Kinder wirklich krank sind, und das AP sich tagsüber um sie kümmern muß, schreib ich morgens genau auf, was wann in welcher Dosierung gegeben werden soll („1 ML Paracetamol vor dem Mittagessen“, 15 Tropfen xy um 15 Uhr etc.), und räume alle anderen Medikamente weg, damit sie ja nichts falsches nimmt.
    Hat bisher immer gut funktioniert.

    • aupairfamilienrw Says:

      Super Tip mit den Kügelchen. Ich nutze sie auch gerne als Placebo für Kids und Au-Pair bei „mausefaustgroßen Schwerverletzungen“ 😉

      Werde sofort mal suchen ob Ich noch ein paar Fläschen habe und neu beschriften kann.

      Ich glaube eigentlich auch nicht an Homöopathie, obwohl mir 1x eine Apothekerin die auch als Heilpraktierin praktiziert super am Anfang meiner Stillzeit geholfen hat. Nachdem Ich 4 Wochen mit einer offenen Brustwarze auf dem Zahnfleisch gekrochen bin, hat sie mir 1x „Wunderkugeln“ gegeben und 3 Tage später war Ruhe. Ob es Glück, Placebo oder echte Wirkung war ?!?!?!?! Aber wie sagt man so schön.

      „Wer heilt hat Recht“

  8. Nessa Says:

    Ich durfte zu meiner AP-Zeit den Kindern auch selber Medikamente geben. Irgendwann am Anfang wurde mir gezeit, was ich z.B. bei Fieber geben soll. Die Sprache hab ich soweit beherrscht, dass ich auch einen Beipackzettel ohne Probleme verstehen konnte oder, wenn dieser fehlte, habe ich in der Apotheke angerufen, die können bei sowas ja auch immer weiterhelfen. Aber bei mir war die Situation wohl auch etwas anders, wenn meine Gasteltern arbeiten waren, konnte man sie ganz einfach nicht erreichen (Berufe im Flugzeug 😉 ).

  9. tanteepa Says:

    Ich bin der Meinung euer AP hat ganz gut reagiert, kann aber auch deine Sichtweise verstehen. Ich war als AP selbst zum Glück nie in der Situation, dass meine zwei Gastkinder so hoch Fieber hatten. Für den Fall der Fälle gab es bei uns aber auch gar keine Absprachen. Wahrscheinlich hätte ich dann doch versucht erstmal meine Gastmutter ans Telefon zu bekommen. Ich musste lediglich nach Vorgabe meiner Gasteltern Elekrolytlösungen bei Durchfall und Erbrechen geben.
    Jetzt selbst Mutter eines Kleinkindes seh ich das natürlich auch aus einer anderen Perspektive. Da ich aber kein AP habe, ist es bei uns mein Mann, dem ich vorher alles genau aufschreiben muss. Ich würde behaupten er hat so viel Ahnung von Medikamenten wie ein durchschnittliches AP und ihm schreibe ich Sachen auf wie „Wenn um x Uhr das Fieber über 39°, dann x ml von dem Saft.“ Wenn ich dann wieder zu Hause bin, frag ich trotzdem nochmal nach – obwohl er mich meist vorher auf der Arbeit angerufen hat um abzuklären, ob er nun wirklich den Fiebersaft geben darf 😉

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