Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Wir nähern uns mit großen Schritten unserem Bergfest mit Olga und wenn Ich mir meine Gefühle gerade anschauen fahre Ich auf diesem Berg Achterbahn.   Normalerweise bekomme Ich um diese Zeit immer eher sentimentale und traurige Phasen, wenn mir bewußt wird, dass ein liebes Au-Pair schon die Hälfte ihrer Zeit bei uns verbracht hat und ab jetzt der Tag ihrer Abreise immer näher rückt.

Wir haben auch immer ein kleines Geschenk oder eine Überraschung zum Bergfest gemacht.  Meistens ein schöner Abend unter Erwachsenen mit Wein und schönen Gesprächen. Diesmal habe Ich aber richtig Angst über was wir sprechen müssen sollen.

Denn normalerweise habe Ich immer die tolle Entwicklung der Mädchen loben können, ihre Fortschritte beim Sprachenlernen oder andere positive Dinge. Aber bei Olga liegen mir gerade soviele Dinge im Magen, das loben irgenwie nicht förderlich wäre.  😦

Gestern Abend habe Ich schon zum zweiten Mal in knapp 2 Wochen das Bett der kleinen Hexe vollgepinkelt vorgefunden.  Das ist zwar wieder nur ein Puzzelstück, aber leider eins in das Puzzel, das Ich gar nicht bauen möchten.   Auch ihre Reaktion als Ich sie darauf angesprochen habe. „OH ja Entschuldigung habe Ich nicht gesehen“ und dann arbeitet sie am PC weiter, während Ich das Bett beziehe.

Und JA ihr habt ja Recht SIE hätte es machen müssen.  Aber um 19.30 mit leichtem Fieber,  2 todmüde Kids und einer Oma zu Besuch die alles mit anschauen durfte, hatte Ich einfach nicht mehr Lust noch die Kraft noch so eine Diskussion zu führen.

Dafür darf mein Mann sie jetzt gerade vom neuen Sprachkurs abholen.  Wir wurden auch sehr frühzeitig um 16.30 Uhr informiert.  Wenn sie nicht morgen ihren Sprachtest hätte und im Falle einer Absage auch ihre Freundin und unser Nachbar darunter leiden würde, Ich hätte sie heute nicht geholt.  Auch hier wieder überhaupt kein Gespür für Timing und Stimmung.

Ich werde wohl die nächsten Tage nochmal nutzen und in Ruhe meinen eigenen Blog zu lesen um mir selbst sicher zu werden wie unser Bergfestgespräch laufen wird, obwohl eigentlich weiß Ich es schon 😦  😦  😦

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6 Antworten to “Ist das Glas halb voll oder halb leer?”

  1. delfi Says:

    Mich erinnert eure Situation an unsere Zeit mit unserem zweiten Au Pair. Die Probleme waren zwar andere, aber diese Frustration und Wut, die man verspürt, war ähnlich. Vor allem, da ich kein konfrontationsfreudiger Mensch bin und immer gehofft habe, dass die die Winke mit den Zaunpfählen (bzw. den ganzen Zäunen…) versteht und sich irgendwie etwas bessert. Mein Mann hat zwei oder drei Mal Probleme mit ihr angesprochen, aber geändert hat das leider auch nichts.

    Im Nachhinein haben wir uns geschworen, nie wieder so lange mit einem Au Pair zusammen zu leben, das so negative Auswirkungen auf unsere eigene Gemütslage hat. Schließlich soll es ja einen Hilfe sein und nicht noch weiteren Stress auslösen.

    • aupairfamilienrw Says:

      Ja konforntationsfreudig bin Ich auch nicht wirklich, wobei mich Olga schon ziemlich gut trainiert hat. Aber so eine Entscheidung bricht man ja nicht einfach übers Knie.

      Das mit den negativen Auswirkungen und Belastungen ist aber genau der Punkt. Aber auch da wieder meine Feigheit. Wie sage Ich jemand, dass mich seine Persönlichkeit belastet und stört. Irgenwie kommt mir da meine Höflichkeit immer in die Quere.

      Und ja auch bei uns wurden gefühlt schon ganze Wälder zu Baumpfählen verarbeitet 😉 , aber ohne dauerhaften Erfolg.

  2. ap-familie Says:

    Gute Idee, Deinen Blog nochmal durchzulesen. Als Außenstehende bekommen wir natürlich nur mit, welche Katastrophen passieren (darüber schreibt man naturgemäß mehr) und bekommen die schönen Punkte nicht richtig mit. Dass sie das mit dem Bett nicht gemerkt hat, wundert mich allerdings nicht – auch das mit dem schlechten Timing nicht. Ehrlich gesagt, verhält sie sich wie mein Siebenjähriger… Sie wird es nicht (mehr) lernen, zumindest nicht in 6 Monaten. Sei Dir dessen bewußt.
    Andererseits muss ich ganz klar sagen: Selber Schuld, wenn Du das Bett dann neu beziehst. Eine klare Ansage (da Du das heute morgen nicht gesehen hast (wieso eigentlich nicht – hat sie das Bett nicht gemacht?!?) kannst Du es jetzt schnell machen…) hätte vielleicht geholfen. Aber wenn Du es ihr nicht aufträgst, ist doch alles okay (für sie).
    Zum Ausnutzen gehört schließlich auch immer jemand, der sich ausnutzen läßt – und da Du offensichtlich am Anfang sehr begeister von ihr warst, hast Du eventuell die Zügel einfach zu locker gelassen. Jetzt kommt sie mir aus Deinen Beschreibungen vor wie eine verwöhnte große Tochter, die ihre „gottgegebenen Familienrechte“ stets ausreizt und sich nicht bewußt ist, dass beim AP-Verhältnis „Leistung und Gegenleistung“ im Zusammenspiel mit der eigenständigen Übernahme von Verantwortung im Vordergrund stehen (sollte).
    Aus meiner Sicht versuchst Du, es zu vielen Leuten Recht zu machen (was gehen Dich die Probleme der Nachbarn und ihrer Freundin an? Läßt Du Dich bei Deiner Entscheidung, ob Ihr sie behalten wollt, auch davon beeinflussen?) Ich glaube nicht, dass dies Dir selbst auf Dauer gut tut. Andererseits: Manchmal reicht der Leidensdruck einfach noch nicht aus…
    Mir scheint, Du wirst durch dieses/von diesem Au-Pair noch viel lernen (müssen).

    • aupairfamilienrw Says:

      Liebe ap-familie

      Danke, dass du mein Teufelchen bist und mir immer wieder den Spiegel vorhälst 😉

      Unser Leidensdruck scheint wirklich noch nicht hoch genug zu sein, aber Olga gibt sich ja Mühe. Da ist sie eine großartige Lehrerin.

      Der Verhältniss Leistung-Gegenleistung bzw. Entlastung – Belastung ist genau der Punkt der eben noch nicht so eindeutig in die ein oder andere Richtung gekippt ist. Die Waage schwankt.

      Das Bild mit der großen Tochter passt einfach zu gut und Ich war bestimmt immer noch zu nett am Anfang. Wobei Ich gerade bei ihr schon viel „strenger“ und deutlicher war wie bei allen anderen APs vorher.

      Das Problem liegt jetzt eigentlich nur noch bei uns als Familie. Wollen wir die Zügel so anziehen und unsere Beziehung auf ein mehr oder weniger reines Ich Chef – Du Au-Pair Verhätnis reduzieren. Das war bisher nie mein Verständnis von AP-Familie sein. Und auf der anderen Seite wenn sie wieder mehr mit uns machen würde, wäre Ich fair und offen genug die Probleme der letzten Monate zu vergeben und nicht immer im Hinterkopf zu haben.

      Wie hoch schätze Ich das Sicherheitsrisiko durch Olga ein und wie große ist meine Loyalität zu ihr. Alles Fragen auf die Ich für mich noch keine wirkliche befriedigende Antwort gefunden habe.

      Auf unsere Nachbar und das andere AP habe Ich Rücksicht genommen, weil wir ja auch von unserer Fahrgemeinschaft profitieren und ihre Freundin für unsere Probleme nichts kann. Und ihr den Sprachtest zu verbauen fände Ich zu extrem. Eine normale Sprachkursstunde wäre was anderes gewesen. Wenn wir uns für einen Abbruch des AP Jahres entscheiden sollten ist das nur unsere Sache, da würden mir die Nachbar zwar ein bischen leid tun, aber da bin Ich schon Egoist genung.

      • ap-familie Says:

        Danke für das Feedback – manchmal denke ich, das geht mich doch alles nichts an – weshalb gebe ich meinen Senf eigentlich immer dazu. Aber wenn Du es als hilfreich empfindest, scheint das ja okay…

        Daher nochmal zwei kurze Kommentare (und dann halte ich mich mal wieder eine Weile raus…):

        Ich bin fest davon überzeugt, dass Du die „Ich Chef – Du AP“ Situation nicht willst. Das muss aber nicht sein. Man kann sich super mit dem AP verstehen und das AP übernimmt trotzdem (aus Verantwortung/Pflichtgefühl) die notwendigen Aufgaben. Das Chef-Angestellten-Verhältnis muss man immer nur dann bemühen, wenn das AP nicht wie erwartet/erwünscht agiert. Und genau diese Intuition scheint ihr aus Deinen Beschreibungen heraus zu fehlen.

        Wie Du ausführlich dargestellt hast, gibt es für Olga nichts wichtigeres, als hier im Land zu bleiben. Sie wird daher immer mehr Freizeit darauf verwenden (müssen), dieses Ziel zu erreichen. Sei es durch intensivere Männderkontakte, sei es durch Studienplatzsuche, Wohnungssuche, FSJ-Platz-suche. Erfahrungsgemäß verbringen die APs die letzten 6 Monate weniger zu Hause als die ersten 6 (gerade wenn es Frühling/Sommer wird…)

  3. Fabienne Says:

    Wann ist das Bergfest denn? Wir warten alle gespannt auf deinen Bericht wie das Gespräch verlief. Viel Erfolg!

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