Au-Pairs on Tour

Nachdem Olga es geschafft hat die letzten 9 Monate jedes öffentliche Nahverkehrsmittel zu meiden, musste sie sich heute doch dem Grauen stellen.  Sie hat ein Vorstellungsgespräch für ein FSJ und weder ihr Loverboy noch die böse Gastmutter wollen sie „mal eben“  fahren.  Also musste sie mit Bus und Bahn fahren.  Jetzt hat sie natürlich Angst, dass alles nicht klappt. Denn sie hat noch nie ein Ticket gekauft (obwohl ich es ihr schon 3x gezeigt habe) und auch noch nie einen Deutschen Bahnhof von innen gesehen.  Ich bin mal gespannt ob und wenn ja wo sie landet.

Neben den typischen Schimpftriaden “ Deutsche Züge sind viel zu teuer“  „In der Ukraine muss man aber kein Ticket haben, da wird nicht kontrolliert“  „Warum gilt ein 9Uhr Ticket erst ab 9 Uhr“ ….. hat sie auch noch furchtbar darüber geflucht, dass sie 2x umsteigen muss.

Mein erster Impuls war ja ihr doch wieder zu helfen und sie zum Bahnhof zu bringen und das Ticket zu kaufen oder vielleicht doch einen Ausflug nach Köln zu machen, aber dann habe ich mich gebremst.  Denn wenn sie wirklich allein in Deutschland ein FSJ machen will und in Köln leben, dann muss sie es endlich lernen auch selbstständig zu handeln.  Daher habe ich zwar Tips gegeben, aber ihren Weg finden muss sie im warsten Sinne des Wortes allein.

Die Stelle auf die sie sich bewirbt klingt sehr gut und wir drücken ihr alle Daumen, dass es klappt.  Wenn es klappt müsste sie zwar bei uns einen Monat früher aufhören, aber damit könnten glaube ich alle ganz gut leben.  Und sie hätte ihren größten Wunsch erfüllt, nämlich länger in Deutschland bleiben.

Aber ob ihr FSJ immer noch gefällt wenn ihr aufgeht was es bedeutet, davon bin ich noch nicht wirklich überzeugt. Sie will nämlich nicht schwerer wie 10 kg heben, das ist für Frauen nicht gut.  Und natürlich auch nur mit körperlich behinderten und nicht geistig behinderten arbeiten. Auf meine Einwände, dass ja gerade die körperlich behinderten Menschen öfter gehoben werden müssen geht sie nicht weiter ein.   Und auch ihre Vorstellen von Umfang und Dauer der Arbeit weichen doch sehr von meinen Vermutungen ab.  Aber da sie beratungsresistent ist lassen ich sie auch da laufen.   Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben.

Und wenn es klappt und sie das Jahr durchhält hat sie sicher viel fürs Leben gelernt.  Denn bei allem gemecker von meiner Seite, sie hat Ehrgeiz und Biss und daher glaube ich schon, dass sie nicht sofort abbrechen wird.   Nur die Frage wie sie mit 200€ Verpflegungsgeld ihren Hunger stillen will, die bleibt offen, aber auch hier wird sich eine Lösung finden 😉   Zum Glück wohnen wir weit genug weg, sodass unser Kühlschrank in Sicherheit ist.

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2 Antworten to “Au-Pairs on Tour”

  1. zimtapfel Says:

    Vielleicht gibts ja in der Einrichtung irgendwelche ungesicherten Kühlschränke, an denen sie sich dann vergreifen kann um nicht zu verhungern. 😀
    Tja, hätte sie dann und wann schonmal Bus und Bahn benutzt, wüsste sie jetzt, das das gar nicht so schlimm ist und stünde nicht da wie der Ochs vorm Berg. Ich bin ja sehr gespannt, ob sie ankommt, wo sie hinwill. Du berichtest doch wohl?! 😉

  2. ap-kruemelmotte Says:

    hui sie bekäme nur 200€ FSJ Geld – das ist echt nicht viel, oder ich hatte einfach viel Glück mit dem Träger, dass ich 319€ bekommen habe?!
    nicht mehr als 10kg heben – na sie hat ja lustige Vorstellungen! Selbst wenn sie „nur“ in einer Kita arbeiten würde…
    Hebt sie deine Töchter nicht auch einfach mal hoch oderso?

    Respekt, dass man es 9Monate schaffen kann, sich chauffieren zu lassen, so einen Freund oder liebe Gastmama hätt ich auch gern…

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