FSJ Traum oder Alptraum

Olga ist wieder gelandet und zwar auf dem Boden der Tatsachen.  Nachdem ich ja schon öfter versucht habe mit ihr zu besprechen was ein FSJ mit Behinderten bedeutet hat ihr der letzte Ausflug in ein Wohnheim von körperlich und geistig behinderten offensichtlich einen massiven Realitätsschock verpasst.

Ihr Ausflug letzte Woche ist nach eigenen Angaben einfach nur suuuuuuuuuuuuuper gewesen und sie würde sofort dort anfangen.  Die Leute dort sind super, es ist super das ein riesen Einkaufszentrum direkt neben der Wohnung liegt und natürlich die Arbeit ist super.   Auf Nachfrage ob sie die Behinderten mit denen sie arbeiten soll gesehen hat kam „Nein, aber das ist egal. Wer studieren kann, der kann nicht so schwer behindert sein“.  Auch das Wohnheim für die FSJler hat sie nicht direkt gehen, aber findet es völlig ok zur Not auch mit 2 Mädchen ein Zimmer zu teilen.  Die Orga hat sich auf ehemalige APs aus Osteuropa spezialisiert so wie es klingt.  Mir stellt sich ja die Frage warum?  Vielleicht weil die Mädchen nicht so schnell kündigen, wenn ihr Visum an der Stelle hängt und man sie gut auch in Mehrbettzimmern günstig arbeiten lassen kann.

Gestern  hat sie dann noch 2 Wohnheime zum „probearbeiten“ besucht und das war nach eigenen Angaben unglaublich.  „Solche Leute haben wir in der Ukraine nicht“   „Die werden bei uns tot gemacht oder leben einfach nicht“   „Da gibt es Erwachsene die nicht mal ein Kinderpuzzel können oder nur schreien“  „Ich soll in Wechselschicht 8 Stunden mit diesen Leuten arbeiten JEDEN TAG “   Ja genau FSJ ist harte Arbeit und es ist ein Vollzeitjob.   Genau das versuche ich ihr seit Wochen klar zu machen.

Ich  frage ich mich aber auch was sich Olga unter behinderten Betreuung vorgestellt hat.  Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ihre „Traumstelle“ nicht nur toll ist.  Denn warum sollte ein Behinderter eine 24 Stunden Betreuung brauchen, wenn er nicht Hilfe braucht und zwar beim Ankleiden, Hygiene und ähnlichen Dingen.

Ich bin gespannt ob jetzt nicht doch wieder Plan A die Heirat ganz neue Attraktivität bekommt.  Auf der anderen Seite es würde ihr für die persönliche Entwicklung sicher nicht schaden für ein Jahr auch mal die schwierigen Seiten des Lebens zu sehen.

Aber die Orga ihrer Wahl entscheidet sich erst in 14 Tagen und bis dahin will sie erstmal keine weitern Vorstellungsgespräche machen.

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2 Antworten to “FSJ Traum oder Alptraum”

  1. JMörger Says:

    Hallo aupairfamilienrw,
    ich finde diesen Blog so nicht in Ordnung – es ist nämlich ein Blog über eine Privatperson. Ich hoffe, Olga weiß Bescheid, dass sie Protagonistin dieser Seite ist, ansonsten wäre das öffentliche Zur-Schau-Stellen ihres Privatlebens massiv übergriffig.
    Herzlich
    Jörg

    • aupairfamilienrw Says:

      Hallo Jörg

      Um auf deine Frage zu antworten. Nein Olga kennt meinen Blog nicht, aber sie heißt in der Realität nicht Olga und auch viele andere Kleinigkeiten (Alter, Wohnort, Herkunft…) sind von mir bewußt verändert worden um ihre und unsere Privatssphäre zu schützen. Was ich hier schreibe ist nämlich nicht 100% Realität, sondern eine Zusammenfassung unserer Erlebnisse mit APs. Manchmal mischen sich Erfahrungen mit Olga auch mit Geschichten anderer APs.
      Ich glaube viele verwechseln einen Blog mit der Realität.

      Und die Themen:

      – Männersuche bei APs
      – FSJ im Anschluß eines AP Jahres

      sind typische Themen die bei fast jedem AP irgendwann mal mehr, mal weniger eine Rolle spielen. Und auch deshalb schreibe ich darüber.

      Wenn Olga selbst durch Zufall meinen Blog finden würde, würde sie sich und uns wahrscheinlich erkennen, aber ich schreibe hier nicht wirklich etwas was ich ihr nicht auch persönlich sage. Und es ist auch nicht meine Absicht sie „Zur Schau zu Stellen“.

      Auch dieser Artikel ist doch nicht negativ gemeint. Ich kann verstehen, dass sie die Erlebnisse schocken. Aber vielleicht hilft er einem anderen AP sich wirklich zu überlegen ob man so eine Aufgabe auch schafft.

      Wenn du den Blog schon länger verfolgst fällt dir sicher auf, dass über die anderen APs weniger „privat“ geschrieben wurde. Das hängt damit zusammen, dass sie ihr Privatleben stärker privat gehalten haben. Da Olga aber jedes Detail mit uns teilt und wir vor allem auch häufig die „Nebenwirkungen“ ihrer Aktionen tragen dürfen schreibe ich darüber.

      Und genauso wie ich über die schönen und tollen Momente schreibe, gibt es dann auch Phasen und Erlebnisse wo sie vielleicht nicht so gut wegkommt.

      Klar 100% Sicherheit, das nicht doch ein Bekannter uns oder Olga erkennt gibt es nicht. Ich bemühe mich jedoch keine genauen Orte, Daten …. zu veröffentlichen. Daher halte ich das Risiko für vertretbar. Sollte mich Olga wirklich bitten nichts privates über sie zu schreiben, würde ich das natürlich akzeptieren.

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