Heimweh

War bisher bei uns sehr selten ein Thema.  Unsere APs haben bisher kaum Heimweh gehabt und wenn es doch mal vorkam versucht es zu verstecken.  Aber in der Regel merkt man es als Familie ziemlich schnell.   Die Situationen/Phasen in denen Heimweh auftritt können sehr verschieden sein.

Die erste Heimweh Phase startet meist 1-3 Wochen nach Ankunft.  Dann läßt langsam die erste Euphorie nach und die Erkenntnis setzt ein, ich muss hier mit diesen seltsamen fremden Menschen wirklich ein Jahr leben und  alles ist irgendwie anders schlechter als bei Mama.

Typische Hinweise:

– das AP ißt fast nichts am Tisch, dafür werden entweder Tonne von Süssigkeiten oder heimische Lebensmittel  gegessen.   Es hilft das AP für die ganze Familie ein typisches Gericht aus der Heimat kochen zu lassen und mit Begeisterung zu essen. Dann kann man in den nächsten Tagen gemeinsam auch deutsche Lebensmittel probieren vorstellen. Im Notfall helfen Toast, Nutella und Cornflakes fast immer 😉

– das AP telefoniert/skyped jede freie Minute mit der Heimat.    Verbieten bringt meist nichts und macht die Sache nur schlimmer, aber versuchen abzulenken und Kontakt mit anderen AP zu fördern ist wichtig.  Das AP muss merken, dass ihr Lebensmittelpunkt jetzt Deutschland für 12 Monat ist.

– Alles aus der Heimat ist besser „Unsere Kinder, Frauen, Schule, Nahrung, Politik …. ist viel schöner/besser/billiger…! “ sind typische Sätze.  Am besten nicht persönlich nehmen, sodern als Anlass über solche Dinge zu sprechen und viel zu erklären.

Andere typische Heimweh Phasen:

– Feiertage in der Heimat, die hier keine Gastfamilie kennt und daher häufig vergessen oder ignoriert werden.  Mein Tip zuhören und im Kalender aufschreiben  Wir haben z.B. immer zum russischen  Weihnachtsfest noch eine Kleinigkeit geschenkt oder Ostern ein typisches Gericht gekocht.  Das hat die APs gefreut und sie waren nicht mehr so traurig.

– Krankheit, Streit und andere Probleme sind immer doof, aber in ungewohnter Umgebung und ohne Familie doppelt schwer. Hier kann je nach Schwere entweder ein Urlaub zu Hause,  eine Telefonkarte für lang Gespräche oder ein  langes Gespräch mit den Gasteltern helfen.

Grundsätzlich sollte man für Heimweh Verständnis haben und versuchen seinem AP zu helfen.  Die einfachste Möglichkeit besteht in Ablenkung und sie daran erinnern welche schönen Dinge sie hier schon erleb hat, noch machen kann und wie schnell die ersten Monat vergangen sind.  Denn zum Glück verschwindet Heimweh im normal Fall genauso schnell wie es gekommen ist.

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