„Leben als Arztfrau“ Thema heute: Rufdienste

Für alle neugierigen die mich immer wieder unter „Arztfrau“ suchen hier mal wieder ein Blick hinter die Kulissen.   Heute ein typischer Arbeitstag eines Arztes wenn er Rufdienst hat.

Gegen 7.00 Uhr am Morgen das Haus verlassen, dabei noch kurz beim Frühstück seine Kinder sehen und mit Ehefrau und AP die wichtigsten Details des Tages klären (Wer kauft ein, Wer fährt Kinder von A nach B, Wer telefoniert mit Handwerkern, Wer besorgt Geschenke für Party….?)

Dann gemütlich in der Klinik als Halbgott in Weiß  20-40 Patienten auf Station,  im OP und in der Ambulanz verarzten.  Zwischendurch noch 1-2x als Notarzt rausfahren und dann gemütlich gegen 17.00 zur Spätbesprechung gehen (offizielles Arbeitsende war um 16.30 Uhr).  Danach noch ein bischen Schreibkram und gefühlte 20 Angehörige treffen und dann weil man Rufdienst hat direkt in den OP und noch für 2 Stunden operieren.  Gegen 21.00 Uhr kommt man dann entspannt noch Hause und kann die zweite Mahlzeit des Tages einnehmen.  Mit etwas Glück schlafen die Kinder noch nicht und man kann ihnen noch Gute Nacht sagen.  Hat man noch größeres Glück hat man sogar bis 23.30 Uhr Freizeit  plus Handy immer am Mann.  

Während man sich gerade fürs Bett fertig machen wollte klingelt das Handy und man darf noch eine tolle Runde operieren.

Zurück bleibt eine „Arztfrau“ die jetzt noch kurz ihren Blog füttert und dann überlegt ob der beste Ehemann der Welt wohl heute Nacht noch zurück kommt oder besser direkt in der Klinik bleibt. Denn wir erinnern uns „ES ist ja NUR Rufdienst!“   Morgen früh geht es ab 7.00 Uhr wieder normal weiter bis zum Nachmittag.   Und dieses Highlight hat man damit es nicht zu langweilig wird 3-5x im Monat.

Zu Folgen und Nebenwirkungen fragen sie den Arzt wenn er denn mal zu Hause ist oder in Vertretung die  inkompetente Arztfrau

Häufige Nebenwirkung:

Müdigkeit, Erschöpfung und Gereiztheit (letzteres auch beim Partner) und panische Reaktionen auf klingende Handys.

Gelegentliche Nebenwirkungen

irrationale Freude über frühen Feierabend schon um 18.00 Uhr,  Angst in der Dienstzeit zeitaufwendige Dinge (baden, kochen, Film schauen) zu machen, da man ständig mit Unterbrechung rechnet.

Langzeitrisiken

Entfremdung von Familie und Freunden,  Ehekrise und Burn out

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