Au-Pair und Fahrradfahren

Wenn man als Familie ein AP such sollte man sehr gut überlegen ob das AP Fahrradfahren können muss.

Heute ist mal wieder besonders deutlich geworden, wie schade es ist, dass unsere Olga sich wie ihre Vorgängerin weigert richtig Fahrrad fahren zu lernen.  Die Große Hilfe ist auf einen Kindergeburtstag eingeladen und die kleine Hexe wollte gerne mit Olga einen Fahrradausflug zum großen Spielplatz machen.  Aber Olga hat es erstens abgelehnt und ich wollte es auch nicht erzwingen.  Denn die kleine Hexe ist mit ihrem Rad mittlerweile viel schneller als Olga.

Olga fährt zwar im Notfall Fahrrad, aber so unsicher und chaotisch, dass die Kinder auf sie aufpassen müssen 😉 , das klingt jetzt geschrieben sehr lustig, aber in der Realität ist es leider für die Kinder lebensgefährlich. 😦

Denn Olga ist schon mehr als überfordert sich selbst auf dem Rad zu halten und ignoriert jede Form von Verkehrsregeln und die Kinder hat sie in so einer Situation überhaupt nicht im Blick.  Daher fallen für unsere Kinder Fahrradtouren, längere Ausflüge oder der Weg zum Kiga mit dem Rad regelmäßig aus.  Das macht mich  sehr traurig, da ich es sehr wichtig finde, das Kinder ihre Fahrradkünste viel üben.  Klar wir versuchen es als Eltern so gut es geht auszugleichen, aber gerade für die Wege zum Kiga oder Nachmittagsaktivitäten haben wir ja ein AP.   Daher der Tip an alle Gasteltern die ein AP suchen und Kinder haben die Fahrradfahren können.  Sucht ein AP das wirklich fahren kann.  Und alle Aussagen wie :  „Ich konnte es mal als Kind“   „Ich lerne sowas ganz schnell bei euch“ ….  könnt ihr leider in vielen Fällen vergessen.  Entweder ein AP kann Radfahren oder ihr müsst euch darauf einstellen ohne diese Fähigkeit auszukommen.

Beim nächsten AP wäre es für uns auf jeden Fall ein Wechselgrund geworden, wenn ein AP nicht innerhalb von 3-4 Wochen wirklich sicher und zuverlässig radfahren könnte.  Denn noch ein Jahr würde ich es meinen Kindern nicht zumuten wollen auf ihr geliebtes Fahrrad zu verzichten.

Mal davon abgesehen, dass für die Aufgabe :  Kind in Kiga bringen  mit Rad ca. 20 Minuten und ohne Rad fast 45 Minuten an Arbeitszeit anfallen.  Das sind bei 5 Tagen in der Woche fast 2 Stunden Arbeitszeit die man sonst anderweitig verplanen könnte.   Von den Vorteilen  mal eben mit Fahrrad und Anhänger mit den Kids auch bei Regen zum Sport zu fahren,  einen kleinen Einkauf zu machen oder selbständig zum Sport/Sprachkurs/Freunden zu fahren mal abgesehen. Denn alle diese Wege wird man als Gastfamilie dann als Fahrdienste erbringen dürfen oder man hat ein schlecht gelauntes AP im Haus sitzen.

Und ja auch hier ist die Theorie wieder viel leichter als die Praxis.  Wir sind ja auch 2x auf die Hoffnung reingefallen, dass ein AP  das schon mal als Kind fahren konnte (ok 1x war es gelogen) auch schnell wieder fahren lernt.  Gerade bei APs aus Osteurope ist Fahrradfahren sehr unbeliebt und fast unbekannt.  Alle unsere Osteuropäischen APs haben erzählt, dass dort fast kein Erwachsener ein Rad hat oder wirklich fahren kann.  Die ersten 2 haben es hier mit Begeisterung schnell wieder gelernt und sind auch in der Freizeit regelmäßig gefahren und die beiden anderen haben sich eben mehr oder weniger geweigert oder waren wirklich unfähig es zu lernen.  Und es ist auch nicht wirklich einfach ein AP zu finden das gute Fahrradkenntnisse hat.  Und wenn man nur 1-2 wirkliche Favoritinen hat und ansonsten alles passt geht man eben am Ende doch wieder einen Kompromiss ein.  Aber je älter und mobiler die Kinder werden um so schwieriger wird es ohne Fahrrad.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , ,

10 Antworten to “Au-Pair und Fahrradfahren”

  1. zimtapfel Says:

    Ohje! Völlig verkehrte Welt… ich kann mir mein Leben ohne Fahrradfahren so überhaupt gar nicht vorstellen.

    • aupairfamilienrw Says:

      Ging mir am Anfang genauso, daher haben wir bei den ersten APs auch kaum nach der Fähigkeit Radfahren gefragt. Erschien mir einfach selbstverständlich. Ich bin zwar nicht super sportlich, aber ich fahre im Dorf auch viel mit dem Rad einfach weil es schneller und bequemer ist. Aber man lernt als Gastmutter sehr schnell, dass nichts selbstverständlich ist und es große kulturelle Unterschiede gibt wo man sie so gar nicht vermutet. Schwimmen ist ein ähnliches Problem. Können auch sehr viele APs gar nicht oder nur sehr schlecht.

      • zimtapfel Says:

        Wenn ich so dran denke, früher in der Unistadt, da hab ich wirklich alle Wege mit dem Rad gemacht (das Auto stadt wochenlang unbenutzt auf der Straße und staubte ein, man kam halt mit dem Rad auch einfach überall in wenigen Minuten hin), und wenn ich ausnahmsweise doch mal zu Fuß gehen musste, weil das Rad zur Reperatur war oder so, dann habe ich mich beim Laufen immer so schrecklich gebremst gefühlt, weil ich mit dem Rad ja wirklich viel schneller vom Fleck gekommen wäre. Gerade dann, wenn ich etwas spät dran war… 🙂

  2. jul Says:

    Hollädische Familien haben da ja vermutlich noch viel größere Probleme ;). Schade, bei so Fahrradtouren kann man als Au Pair sicherlich total Spaß mit den Kindern haben …

    • aupairfamilienrw Says:

      Oh ja für Holländer ist sowas bestimmt eine Katastrophe. Und ja gerade auf solchen „Extra Touren“ kommen sich AP und Kids schnell sehr nah. Und in die andere Richtung funktionniert es leider auch 😦 unsere Kids finden es nämlich ziemlich doof, dass sie wegen Olga kein Radfahren können. Und das merken sie ab einem gewissen Alter leider von ganz allein.

  3. Marc Says:

    Ja..wobei man „Olga“ da keinen Vorwurf machen kann. In Deutschland ist Fahrradfahren eine tolle Sache, in der Ukraine ist das bestenfalls was für kleine Kinder-. oder für Radsportler. Radwege sind dort unbekannt- andere Länder andere Sitten. Wenn ukrainische Frauen dauerhaft in Deutschland bleiben, dann entdecken sie eventuell irgendwann einmal wie praktisch ein Fahrrad hier ist- und wieviel Spaß Radfahren hierzulande machen kann.

    • aupairfamilienrw Says:

      Doch ich mache ihr einen Vorwurf. Wir hatten ihr vor Einladung und Vertragsabschluss mehrfach deutlich gesagt und auch gemailt, dass Fahrradfahren Teil ihrer Arbeit hier ist und es unbedingt notwendig ist das sie es kann. „Du musst jeden Morgen die Kinder mit dem Fahrrad in den Kindergarten bringen und daher sicher Fahrradfahren können“ ist eigentlich nicht falsch zu verstehen. Und sie hat ja auch bei allen anderen Dingen nachgefragt. Daher es war kein Sprachproblem.

      Sie hat darauf hin versichert, dass sie es erstens Radfahren kann und zweitens fleisig mit dem Rad ihrer Oma übt. Und darauf haben wir uns verlassen (unser Fehler). Denn wir hatten ja schon beim letzten Mal das gleiche Problem. Nur konnte ihre Vorgängerin wirklich gar nicht fahren.

      Nach ihrer Anreise hat sie exakt 3x versucht hier zu fahren (sie kann es auch), aber sich ab dann geweigert zu üben. Und von einer jungen gesunden Frau erwarte ich schon, dass man in 2-6 Wochen mit Hilfe der Familie und innerhalb der Arbeitszeiten lernt zumindest in einem kleinen Dorf verkehrsicher Fahrrad zu fahren. Denn sie hat den Vertrag mit den Bedingungen freiwillig unterschrieben und wußte was auf sie zukommt. Klar wir hätten sie nach 5 Wochen kündigen können, aber zu der Zeit war sie abgesehen von diesem Problem noch ein wirklich tolles Au-Pair, die Kinder hatten sie schon voll in ihr Herz geschlossen und es wurde Winter und daher war das Radfahren nicht mehr so ein Thema. Aber wie gesagt noch einmal würde ich es nicht so laufen lassen. Denn jetzt ist Sommer und sie weigert sich komplett das Rad auch nur zu probieren 😦

  4. Noga Says:

    Und wenn man sie vor die Alternative stellen würde Fahrradfahren zu lernen oder die zwei Stunden, die sie wegen mangelnder Fahrkenntnisse mehr braucht, anders zu erbringen? Es kommt ja nicht aus dem hohlen Bauch, sondern sie hat sich vertraglich darauf eingelassen.

    • aupairfamilienrw Says:

      Ganz ehrlich, es sind noch 7 Wochen und da möchte ich nicht aus Prinzipien Reiterei die Sicherheit und Gesundheit meiner Kinder gefährden. Sie macht ihren Job und ich hoffe einfach, dass wir die letzten Wochen halbwegs normal und in Frieden verbringen.

      Das Problem im AP – Familien Verhältnis ist, dass die Rollen Chef-Mitbewohnerin-Angestellte-Freundin-Gast-Fremde-Familienmitglied wild durcheinander gehen und es häufig schwierig ist zu entscheiden wann welche Rolle die richtige ist und welche Auswirkungen sie auf die anderen hat.

      Und es geht mir gar nicht so sehr um die 2 Stunden und bis vor ein paar Wochen waren Arbeitszeiten bei uns auch nie ein großes Thema, eine der sehr angenehmen Seiten von Olga. Daher habe ich ja auch über einige Macken von ihr hinweg gesehen. Aber auch hier zeigt sich eben wieder, dass „Auf Gegenseitigkeit“ nur funktioniert, wenn beide Seiten nicht übertreiben und sich nicht einseitig ausnutzen.

      Der Beitrag war auch eher als Tip für andere Gasteltern gedacht sich über ihre Wünsche und Erwartungen an APs bezüglich Fahrradfahren klar zu werden und Selbsttherapie für mich um einfach meinen Frust im Internet abladen zu können.

      Daher Danke an alle fürs lesen, mir geht es jetzt schon viel besser 😉

  5. Mama³ Says:

    Danke für dieses Plädoyer, ich kann Dir da nur beipflichten. Wir hatten auch immer von Beginn der Korrespondenz an SICHERES Radfahren als Bedingung genannt, und auch genau aufgeschrieben, auf welchen Strecken und wie häufig unsere Kinder vom Au Pair per Fahrrad begleitet werden MÜSSEN. In unserer Kleinstadt sind die Busverbindungen äußerst dürftig, und wenn die Kids zur Musikschule, zum Sport, Kiga und Schule LAUFEN müssten, wären sie ewig unterwegs, während sie die paar Kilometer mit dem Rad locker (und gern) bewältigen. Wir hatten als erstes Au Pair eine Super Sportlerin, die ALLES mit dem Rad gemacht hat – privat ist sie sogar regelmäßig die 40 bzw. 60 km in die nächsten Großstädte geradelt, und die alltäglichen Touren mit den Kindern waren überhaupt kein Problem. Tja, und dann kam unsere „Olga“, auch aus der Ukraine, und mir fiel erstmal die Kinnlade runter, weil sie nämlich NICHT radfahren konnte. GAR NICHT. Damit fiel mein Betreuungskonzept quasi in sich zusammen… außerdem gleich der erste Vertrauensbruch, da sie uns ja bewußt belogen hatte – ein denkbar schlechter Start also. Sie hatte die ersten 3 Wochen lang täglich eine Stunde Radfahren üben auf dem Wochenplan, hat aber dennoch nur auf Aufforderung und sehr ungern geübt… über den „Laufrad“-Status ist sie nie hinausgekommen, an jeder minimalen Steigung wurde geschoben (rauf und runter)… und sie war natürlich nur mit sich und dem Rad beschäftigt und hätte dabei weder auf den Straßenverkehr noch auf 2 kleine Kinder achten können. Nach 3 Wochen haben wir ihr gekündigt, wobei das Radfahren nicht der Auslöser war. Danach haben wir bei der Suche NOCH genauer drauf geachtet, und betont, daß falsche Angaben, insbesondere in der Rubrik „Ich kann radfahren“ die sofortige Kündigung zur Folge hätte, da wir ein Au Pair, das nicht radfahren kann, einfach nicht einsetzen können.
    … jetzt haben wir ein westeuropäisches Au Pair, da war Radfahren kein Thema 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: