Kindergarten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Früher hatte ich immer geglaubt Kigas sind dafür da uns Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu  erleichtern und den Kindern erste frühkindliche Bildungserfahrungen zu ermöglichen. Aber nach 4 Jahren Kiga Erfahrung muss ich feststellen dein Kiga kann noch soviel mehr für dich tun.

Er kann dich als berufstätige Mutter  zur Rabenmutter machen indem er möglichst alle Mutter-Kind Events auf Vormittags legt.  Denn eine gute Mutter nimmt sich ja wohl Zeit für ihr Kind.

Er kann dir langweilige Wochenenden verzaubern indem gefühlt jedes zweite Wochenende ein tolles „Kigafest“  „Kirchenfest“   „Schulkinder führen Theater auf Fest“ oder einfach nur mal „Väterfrühstück“ ist.  Und natürlich alles schön verteilt.   Besonders toll für Eltern die auch am Wochenende arbeiten müssen.  Aber wir haben ja schon gelernt gute Eltern nehmen sich dann einfach mal Zeit.

Er  schließt  zu diversen Anlässen (gerne auch mal kurzfristig)  oder halbtags ab 12.00 Uhr.   Begründung :  Wir haben ein tolles Faschingsfest,  Kigafest,  Schulkinder Event gefeiert, daher machen wir heute früher Schluss.

Und ganz wichtig zu allen Eltern – Kind Events dürfen Geschwister auf keinen Fall mitkommen, damit auch die nicht berufstätigen Mütter mal ein Problem bekommen. Aber gute Mütter haben ja schlieslich eine Oma im Haus.   Denn diese Events finden natürlich außerhalb der Kiga Öffnungszeiten statt oder der Kiga wird extra dafür geschlossen.

Ich klinge unfair und gefrustet?  Stimmt, denn ich habe gerade den Plan für die Schulkinderverabschiedung unserer großen Hexe bekommen.  Das die Kids eine Nacht im Kiga schlafen und daher für die kleinen Kinder  1.5 Tage kein Kiga ist wußten wir schon lange und darauf haben wir uns eingestellt.  Aber die Highlights wurden bis zum Schluss unter Geheimhaltung gehalten.   Klar sonst hätte man sich ja noch darauf einstellen können.

Die Schulkinder schlafen zwar im Kiga, aber wir Eltern dürfen müssen  Abends von 18.00 Uhr- 20.30  zum gemütlichen Eltern-Kind Abendessen kommen natürlich ohne Geschwister.   Und am nächsten Morgen werden die Kids nicht einfach abgeholt.  Nein es findet noch ein super Gottesdienst statt und danach eine offizielle Verabschiedung auf der den Eltern die Bilder der Kids übergeben werden und alle Eltern gemeinsam mit den Kids feiern.   Natürlich super gelegt von 9.30-11.00.  Und die Geschwister auch hier ausdrücklich nicht erwünscht.   Und der Kiga natürlich zu.

Daher stehen wir selbst mit AP  im Leh.  Unser AP kann entweder die kleine Hexe betreuen oder die große Hilfe auf ihrer Verabschiedung begleiten.  Und 1 Woche vorher ist es sowohl für meinen Mann als auch für mich wirklich kompliziert  einen Freitag frei zu bekommen.  Aber wir sind ja Kiga erfahren und haben dank netter Kollegen und Stundenplanung das unmögliche möglich gemacht und uns den Tag frei geschaufelt.  Aber ohne AP keine Chance.

Und warum man Anfang Juli eine Verabschiedung macht, wenn danach noch 3 Wochen normaler Kiga Betrieb ist erschließt sich mir auch nicht wirklich.  Denn so ist der Abschied ja gar kein Abschied.  Aber wahrscheinlich bringen gute Mütter ihre Kids ab dann auch einfach nicht mehr in den Kiga.

Ach ja das „Mama bastelt mit mir meine Schültüte Event“ verpasse ich gerade auch, weil es natürlich auch wieder um 14.00 Uhr losging und ich da leider noch in der Schule stand.   Und warum müssen die Kids ihre Schultüte eigentlich selbst basteln? Ich habe meine damals als Überraschung zum 1. Schultag bekommen und fand das so sehr schön.   Aber Olga war zum Glück so lieb und ist mit der großen Hilfe dorthin gegangen.  Sie findet es spannend und unser Kind muss sich nicht wieder als „Rabenmutter Kind“ fühlen.   Es sei denn ihre Erzieherin gibt mal wieder alles und fragt warum denn die Mama nicht gekommen ist.  😦

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8 Antworten to “Kindergarten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf”

  1. Sven Says:

    Hallo ihr Lieben,

    oha, das klingt nicht gut 😉 Bei uns geht es mit dem Kindergarten ab September los, ich bin mal gespannt, was ich dann dazu beisteuern kann. Das Hin und Her mit dem Platz für den Kindergarten hatte uns zu Beginn so schon gereicht.

    Grüße

    Sven

    • aupairfamilienrw Says:

      Nein nicht zu negativ an die Sache rangehen. Gerade am Anfang ist der Kiga eine riesen Entlastung und auch unser Kiga hat ganz viele gute Seiten und unsere Kids gehen zum Glück wirklich gerne dort hin. Aber manchmal treibt er mich eben auch in den Wahnsinn und dann muss der Blog als seelischer Mülleimer dienen 😉

      Und wir leben hier auch (noch) sehr konservativ idyllisch mit vielen Familien die 2 Omas im Ort haben und Eltern die beide Mittags nach Hause zum Essen kommen können oder nur einem berufstätigen Elternteil. Da sind wir ohne Omas mit 2 berufstätigen Eltern eben die „Exoten“. Aber es werden zum Glück mehr 😉

  2. Sven Says:

    zu negativ klingt das gar nicht, sondern wie die Realität nun einmal ist, wenn beide berufstätig sind. Bei uns sind wir beide auch berufstätig und haben nicht die Großeltern am Ort… wir werden es auf uns wirken lassen (müssen) 😉

  3. Higanbana Says:

    Oh, wenn ich das hoere, bin ich ehrlich gesagt wieder einmal froh, dass ich einen Kindergarten in Japan habe, der sehr engagiert ist. Geschlossen wird eigentlich nur an Sonntagen und Feiertagen, und am Tag des EINEN Eltern-Kind-Picksnicks am Sonnabend, wo natuerlich auch alle anderen Geschwister, Omas, Onkels etc. willkommen gewesen waeren, hatte man dann den Kindergarten nach dem Picknick nicht mehr aufgemacht. Und unser betreut ganz viele Eltern, die im Pflegedienst arbeiten und deren Arbeitszeiten schnell mal auf Zeiten ausserhalb der staedtischen Kindergaerten (7.30-18.00 Uhr) fallen. Und dann passt der Kindergarten gegen ein Entgelt auch abends und sonn- und feiertags auf die Kinder auf. Ja, selbst der grosse Bruder (1. Klasse) seiner Kinder geht nach der Schule wieder dorthin und macht dann dort seine Hausaufgaben, bis die Eltern die 3 Jungen dann gegen 18 Uhr abholen koennen.

    Ich wuensche dir wirklich Kraft und Staerke, dass ihr auch ohne AP Wege findet, die Kinderbetreuung weiterhin zu gewaehrleisten.

  4. ap-kruemelmotte Says:

    ich will mal die Ehre der Kigas retten … ich weiß ja nicht wo u welcher Kia das ist aber SOWAS kenne ich gar nicht. weder von meinem eigenen noch von der Kita, in der ich gearbeitet habe. Alle „eltern“ events waren immer am Nachmittag und es gab nie Probleme mit Geschwisterkindern – eher im Gegenteil. Es kam niemals vor, dass einfach mal früher geschlossen wurde. Auch am Wochenende gab es nichts der gleichen, höchtens Arbeitseinsätze der Eltern.
    Ich verstehe die Organisation eurer Kita nicht … da wäre ich auch gefrustet!

    • elamatrix Says:

      Wenn ich dein Blog richtig verstehe kommst du aus Berlin. Dort ist das Umfeld deutlich anders! Hier bei uns in Sachsen kenne ich das auch nicht. Elternaktionen werden auf 15:30 gelegt. Die Kita hat feste Öffnungszeiten. Und es gibt 2 Pädagogische Tage, an denen geschlossen wird + die Zeit zwischen Weihnachten.

      Aber: aupairfamilienrw kommt aus dem Westen (TM) 😉
      Wenn ich bei ihr richtig gelesen habe ist eine (Vollzeit) berufstätige Mutter fast ein Ding der Unmöglichkeit in ihrem Ort. Das gehört sich einfach nicht. Entsprechend denken auch die Erzieher in der Kita. Wenn Mütter den ganzen Tag daheim sind – natürlich haben sie dann auch Zeit vormittags zu Aktionen zu kommen. Und wenn 80% der Mütter Zeit haben: ja warum soll man dann nicht die Termine auf die Zeit legen.

      Und die Mütter die arbeiten gehen… die sind ja selbst schuld, denn das gehört sich ja nicht! 😉
      (Nix gegen Mütter die daheim bleiben, mir wäre das aber nix)

      Immerhin – in dieser Kita hier darf das Kind über Mittag in der Kita bleiben und muss nicht nach Hause um bei Mama Mittag zu essen…

      • aupairfamilienrw Says:

        @ elamatrix

        Danke du hast es auf den Punkt gebracht. Wir leben hier noch im Tal der Glümüs.

        Nein so schlimm ist es nicht wirklich 😉 , es gibt eigentlich ziemlich viele zumindest teilzeit berufstätige Mütter, aber die Erzieher sind fast alle 55+ und daher noch aus einer ganz anderen Generation.
        Böse Absicht ist bestimmt nicht dabei eher Gedankenlosigkeit.

        Und den Wunsch solche Events eher in die eigene Arbeitszeit zu legen kann ich verstehen. Nachmittags haben unsere Erzieher eigentlich größtenteils frei. Denn Nachmittags ist von 3 Gruppen nur noch eine geöffnet.

  5. Jan-Martin Klinge Says:

    *kicher*
    Kenne ich irgendwo her… 🙂

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