Was bringt mir eigentlich ein AP?

Diese Frage stellen sich bestimmt viele potentielle Gasteltern wenn sie überlegen ein AP einzuladen.  Denn die Entscheidung ein AP einzuladen ist ja keine leichte Entscheidung.  Man übernimmt für ein Jahr die Verantwortung für einen jungen erstmal völlig fremden Menschen aus einem fremden Land und nimmt ihn in seinen absolut intimen privat Bereich auf.   Daher sollte man sich vor der Entscheidung gut überlegen ob die eigenen Erwartungen und Wünsche realistisch sind.

Als wir selbst anfingen über ein AP nachzudenken hatten wir viele  Ideen und Träume wie es wohl ist mit einem AP zusammen zu leben und zum Glück haben sich die meisten auch in den letzten 5 Jahren als Gastfamilie erfüllt, aber einige  Träume musste wir auch begraben oder zumindest deutlich der Realität anpassen.

1)  Ein AP ist bestimmt viel besser als ein normaler Babysitter, weil es ja bewußt mit Kindern arbeiten will und bestimmt viel Erfahrung hat.  Und mit 18-25 Jahren ist ein AP auch viel erwachsener als der typische deutsche Babysitter mit 14-16 Jahren.

Tja hier muss ich potentielle Gasteltern leider enttäuschen. Klar gibt es super kinderliebe APs die wirklich aus purer Lust am Kinderhüten als AP ins Ausland gehen, aber die meisten APs kommen aus einer  Mischung ganz unterschiedlicher Gründe.

Viele APs aus Osteuropa sind Sprachstudenten und wollen hier entweder die Sprache perfektionieren und/oder einen deutschen Mann kennen lernen.  Für sie ist AP die einzige bezahlbare Möglichkeit ein Visum für die EU zu bekommen. Daher ist das Kinderbetreuen eher Mittel zum Zweck und nicht Grund für die Bewerbung.

APs aus sehr armen Ländern kommen häufig als Armutsflüchtlinge und sehen in ihrem AP Aufenthalt die Chance ihres Lebens einen dauerhaften Weg ins „gelobte Land“ zu finden.   Daher hat für sie die Suche nach einer Möglichkeit den Aufenthalt zu verlängern die größte Priorität.

APs aus der EU/USA  kommen oft direkt nach der Schule und wollen vor allem „Das Jahr ihres Lebens“ erleben und sehen im AP Aufenthalt ein spannendes Abenteuer.  Das es auch echte Arbeit ist wird leider häufig erst  nach Ankunft wirklich bemerkt.

Und meine Erfahrung ist, dass die meisten APs zwar vom Alter vermeintlich erwachsen sind, aber allein durch die Sprachprobleme und kulturelle Hürden unsicherer wirken und auch sind, als ein deutscher Teenager von 16-18 Jahren.

Daher sollte man sich als Gastfamilie klar machen, dass ein AP keine professionelle und begeisterte Kinderbetreuung ist, die vom ersten Tag an funktioniert, sondern ein junger Mensch der als Babysitter arbeitet um sich andere Ziele zu erfüllen.  Das muss aber nicht schlecht sein.  Alle unsere APs haben unsere Kinder gut betreut und sind im Laufe ihres Aufenthalts wirklich zu richtigen  „Experten“ im Bereich Kinderbetreuung geworden.  Nur muss man als Familie daran denken, dass es einige Wochen-Monate dauert bis ein AP wirklich eine volle Entlastung und Hilfe ist.

Auch die Erfahrung im Bereich Kinderbetreuung wird am Anfang häufig überschätzt.  Die meisten APs geben an schon tolle Praktika in Schule/Kiga und Jugendlager gemacht zu haben.  Und das ist auch super, ABER was den meisten APs fehlt ist die Erfahrung was es wirklich bedeutet mit kleinen Kindern lange Zeit alleine  im Alltag zu leben.  Da stehen die APs vor dem gleichen „Kulturschock“ wie wir als junge Eltern.  Auf einmal merkt man, dass es ein riesen Unterschied ist ein süsses Baby der Freundin mal für 1-2 Stunden spazieren zu fahren oder es mit Zahnungsschmerzen 6 Stunden am Stück zu versorgen.   Als Babysitter ist man für „seine“ Kids ein Highlight und daher sind die Kinder meist recht lieb.  Als AP ist man aber auf Dauer da und wird daher genau wie die Eltern getestet und in den Wahnsinn getrieben.  Und mit dieser Situation haben die meisten APs am Anfang Probleme.  Da muss man als Gastfamilie viel Zeit und Mühe investieren um den APs zu erklären warum die Kinder so reagieren und nach welchen Prinzipien die eigenen Kinder erzogen werden sollen.  Denn viele APs kommen aus Kulturen in denen Kinder noch mit Gewalt und Angst erzogen wurden.  Wenn man also das AP einfach mal machen lässt kann es passieren, dass die eigenen Kinder auf einmal Angst vor Hexen bekommen oder auch mal einen „Klaps“ der ja nicht schadet.   Wer das nicht will, sollte sehr genau nachfragen was ein AP wirklich mit Kindern gemacht hat und wie es bestimmte Situationen regelt.

2)  Ein AP bietet eine super Flexibilität und ich habe immer einen Babysitter im Haus und 30 Stunden in der Woche Hilfe ist der pure Luxus. 

Dieses Argument ist wohl der wichtigste Grund für viele Familien überhaupt ein AP aufzunehmen und zum Glück auch meistens richtig.  Nur sollte man sich als Familie klar machen wieviel Flexibilität man von einem AP wirklich verlangen kann und sollte.   Denn ein AP hat wie schon geschrieben eigene Ziele und Pläne und dafür braucht es Zeit und Planungssicherheit.  Daher kann man als Familie nicht erwarten, dass ein AP 24/5/7 Stunden  auf Abruf zur Verfügung steht und im Bedarfsfall seine 30 Stunden arbeitet.

Man sollte also vor Anreise überlegen wie man die 30 Stunden AP Arbeitszeit in der Woche verteilt.   Und diese Verteilung sollte eine bestimmte Regelmäßigkeit haben.   Zuviel Minipausen zwischen Arbeitsblöcken sind dem AP auf Dauer nicht zumutbar und können schnell den Eindruck von zuviel Arbeit erzeugen.  Denn der Mittagsschlaf eines Babys ist keine Freizeit wenn das AP im Haus bleiben muss, genau wie die TV-Stunde der großen Kids. Für uns Mütter ist das natürlich „Freizeit“ weil wir mal durchatmen können, aber für ein AP ist es Arbeitszeit.

Soll das AP auch am Abend/Wochenende arbeiten oder sind diese Zeiten Freizeit?  Diese Fragen sind für ein AP sehr wichtig, da es um seine Freizeit Gestaltung geht.  Wenn ein AP regelmäßig am Wochenende und Abends arbeiten muss, bedeutet es, dass es kaum Möglichkeiten hat auszugehen oder Freunde zu treffen.  Wenn man Hilfe zu diesen Zeiten braucht sollte das auf jeden Fall vor der Einladung eines APs mit diesem deutlich und offen besprochen werden.   Auch bei Nachtarbeit muss sehr genau geschaut werden wie man die Stundengrenzen einhält.   Denn eine „Nachtschicht“ von 16.00-8.00 Uhr sind ja schon 16 Stunden, daher kann ein AP pro Woche maximal 2 solcher Schichten abdecken und hat seine Arbeitszeit voll.  Und laut Richtlinien darf es eigentlich auch max. 6 Stunden am Stück arbeiten.  Hier sollte man als vorher  mit dem AP am besten schriftlich abklären, ob es zu solchen Diensten bereit ist.

Wenn man anfängt die 30 Stunden auf die Woche zu verteilen wird einem sehr schnell klar werden, dass ein AP eben nicht immer verfügbar ist, sondern auch 30 Stunden sehr schnell verbraucht sind.  Daher muss man als Familie ehrlich überlegen ob einem die 30 Stunden wirklich reichen.  Wenn ich selbst schon 30 Stunden arbeite und noch 5-10 Stunden Fahrtzeiten dazu kommen ist ein AP als Kinderbetreuung allein nicht geeignet.  Dann muss ich mindestens noch 10 Stunden über Babysitter oder Kiga/Tagesmutter … abdecken.

Es ist weder rechtlich ok das AP auf Dauer mehr Stunden arbeiten zu lassen (auch nicht gegen Bezahlung).  Denn sobald das AP dauerhaft mehr als 30 Stunden arbeitet ist es ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis = Ich muss es offiziell anmelden und Beiträge zur GKV; Rente … zahlen.  Und visapflichtige  APs dürfen in Deutschland nicht arbeiten.  In diesem Fall macht man sich also strafbar und das AP verliert seinen Aufenthaltsstatus.      Neben der rechtlichen Problematik sollte einem auch klar sein, dass ein AP eben keine richtige „Kinderfrau“ ist und daher auch nicht so belastbar.  Die meisten APs sind mit 5-6 Stunden Arbeit am Tag schon völlig ausgelastet.  Wenn man sie auf Dauer länger arbeiten läßt kann es schnell passieren, dass sie überfordert sind und unzufrieden werden.  Und diese Gefühle werden die Kinder abbekommen :(, denn die sind den ganzen Tag mit dem AP zusammen.

Jetzt sind sicher einige total entsetzt und sagen: Ja wo ist denn dann die Flexibilität?

Ein AP bietet Flexibilität in den typischen „Notfällen“ der Kinderbetreuung.  Wenn ein Kind krank ist und nicht in Schule oder Kiga kann,  wenn die Tagesmutter ausfällt oder der Kiga Urlaub macht, wenn die letzte Stunde ausfällt …., dann erwarte ich von unseren APs, dass sie einspringen und in diesem Fall eben Überstunden machen.  Diese Überstunden haben wir aber immer durch Freizeit in der nächsten Woche/den nächsten Ferien ausgeglichen oder im Notfall durch Extras „bezahlt“.   Und diese Erwartungshaltung habe ich den APs auch immer vorher deutlich erklärt.  Die Arbeit der Gasteltern hat immer höchste Priorität, daher muss das AP im Notfall auch mal auf seinen Sprachkurs am Morgen verzichten wenn ein Kind krank ist, oder am Abend einen Termin absagen, wenn die Gasteltern einen wirklich wichtigen Termin haben.

Langfristig planbare Termine haben wir aber immer mit den APs abgesprochen und frühzeitig im Kalender eingetragen.  So konnten beide Seiten ihre Freizeit vernünftig planen.  Und wenn wir als Eltern einfach mal ins Kino wollten, haben wir gerne auch Rücksicht auf die tolle Party des APs genommen und sind dann eben schon am Donnerstag und nicht am Wochenende gegangen 😉

3) Wenn wir erstmal ein AP haben sind wir für 12 Monate alle Sorgen los!

Tja das wäre super, aber leider ist es riskant sich als AP als alleinige Kinderbetreuung zu verlassen.  Denn ein AP kann kein Visum bekommen und so gar nicht erst anreisen.  Es kann Heimweh bekommen und nach kurzer Zeit wieder nach Hause fahren,  es kann aus persönlichen Gründen nicht zur Familie passen und nach 1-3 Monaten die Familie wechseln … . Und in all diesen Fällen steht man auf einmal im schlimmsten Fall über Nacht ohne Kinderbetreuung da.

In vielen Ländern ist es nicht üblich sich wirklich an Verträge zu halten und daher sollte man nicht darauf hoffen, dass ein AP die 14 Tage Kündigungsfrist wirklich einhält. Und wenn die Kündigung von der Familie ausgeht will man vielleicht auch seine Kinder gar nicht mehr beim AP lassen.  Daher kann ich allen nur raten sich einen Notfall Plan B  im Hinterkopf zu machen.  Denn selbst wenn alles super läuft hat ein AP auch Urlaub,  kann krank werden oder muss aus wirklich persönlichen Gründen früher nach Hause.

Wir hatten auch 2 Jahre in denen wir völlig vom AP abhängig waren, aber es war immer ein blödes Gefühl.  Denn erstens nimmt man in so einem Fall viele Dinge in Kauf  aus Mangel an Alternativen, die einen ziemlich belasten können und es macht erpressbar wenn das AP clever ist und die Situation bemerkt.

Ich kann daher nur dazu raten die Kinder so früh wie möglich auch in die Kita/Kiga zu schicken und so eine zweites Standbein in der Kinderbetreuung zu haben.  Und den Kindern tut es auch gut.  Denn man merkt selbst bei tollen APs nochmal einen Unterschied ob jemand professionell mit den Kids umgeht oder eben einfach da ist.    Und die Mischung aus professioneller Betreuung durch Kiga am Vormittag und AP als liebevolle Freundin am Nachmittag war für uns die beste Lösung.

3)  Das AP soll Mitglied der Familie werden und einfach so mitlaufen. 

Die Idee ist toll, aber sie funktioniert leider sehr selten auf Dauer.  Denn erstens ist jede Familie ein ganz eigenes Geflecht von Ritualen, Erwartungen und Erfahrungen und dies hat das neue AP nicht gemacht.  Wenn ich erwarte, dass ein AP einfach sieht was wir wollen, dann ist das eine totale Überforderung.  Ich muss dem AP klar sagen was wir von ihm erwarten:  Arbeitszeiten,  Aufgaben, Famlienregeln… .

Denn sonst ist häufig das Problem das beide Seiten einfach das machen was „Normal“ ist, aber leider beide etwas völlig anderes als Normal empfinden.   So findet es die Familie als selbstverständlich, dass man jeden Abend noch für ein paar Minuten zusammen sitzt und gemeinsam aufräumt, während das AP wie immer schnell in sein Zimmer verschwindet um die Familie nicht zu stören.  Im schlimmsten Fall sind beide unglücklich weil man ja irgendwie keinen Kontakt findet.  Das AP wartet, dass die Familie sie einlädt und die Familie ist sauer, weil das AP sich nur zurück zieht.

Der wichtigste Tip für neue Gastfamilien ist daher zu überlegen wie „funktioniert“ unsere Familie eigentlich.  Was müsste in eine Bedienungsanleitung für uns rein ;).  Welche Regeln haben wir, was erwarten wir vom AP?  Erst wenn man für sich selbst klar hat was man möchte sollte man eigentlich ein AP suchen.  Denn es ist wichtig, dass beide Seiten ungefähr die gleichen Erwartungen haben.

Ein AP das gerne möglichst viel Freiheit will und in seiner Freizeit am liebsten auf Tour oder in seinem Zimmer ist, wird in einer Familie die viel Wert auf gemeinsame Freizeit legt nicht glücklich.  Genau wie ein AP, dass am liebsten jeden Abend mit der Familie Tv schauen will und sich auf Familienausflüge freut in einer Familie, die jedes Wochenende allein zu Verwandten fährt und es super praktisch findet, dass das AP dann ja sturmfrei hat und die Haustiere versorgen kann.

Man sollte sich klar machen, dass ein AP eben kein normales Familienmitglied ist .  Sie bekommt Geld für ihre Arbeit, daher ist neben dem freundschaftlichen Verhältnis immer auch ein Chef-Angestellten Verhältnis mit im Raum.  Und man sollte sich als Familie klar machen, dass dies auch bedeutet, dass man bereit ist seine Rolle zu erfüllen.

Das bedeutet dem AP klare Anweisungen zu geben,  Fehler ansprechen und im Konfliktfall sogar kündigen zu müssen.  Gerade dieser Bereich ist beim ersten AP mit der schwierigste.  Denn man will ja nett sein,  Freundin werden und ein tolles Verhältnis haben und daher traut man sich nicht Probleme anzusprechen.  Aber damit macht man sie häufig erst richtig schlimm. Denn wir als Gasteltern sind in der stärkeren Position ob wir wollen oder nicht, daher müssen wir auch die Richtung vorgeben, damit sich Familie und AP wohlfühlen können.   Denn die Idee einfach mal abwarten, dann verschwindet das Problem schon irgenwie funktioniert eigentlich nie.

Unsere APs sind alle in ihrem Jahr zu einem sehr wichtigen und lieben Teil der Familie geworden, aber wirklich Familienmitglied ist keine.  Denn das merkt man spätestens nach dem ersten Wechsel.  Nach dem Jahr  wird der Kontakt in den meisten Fälle eher locker bestehen bleiben und im besten Fall hat mein eine gute Freundin gewonnen.  Ein AP ist eben nur ein vorübergehender Gast in der Familie der sich seinen Aufenthalt durch Mitarbeit verdient.  Und das man einen Gast freundlich aufnimmt ist normal, aber genauso normal ist es eben sich auch als Gast an die Familie anzupassen und nicht umgekehrt.

Ein AP will ja das typische Familienleben im Ausland kennen lernen und daher sollte man sein Familienleben weiterleben und das AP fügt sich ein.  Spätestens wenn man häufiger APs hat wird deutlich, dass es anders herum auch nicht funktioniert.  Sonst müsste sich die Familie ja jedes Jahr völlig neu orientieren.   Das bedeutet aber nicht, dass ein AP nicht allein durch ihre Persönlickeit auch das System prägt und weiterentwickelt.   Alles APs haben etwas hier gelassen.  Sei es eine Tradition, ein Ritual oder ähnliches.

Was bringt es mir als Familie also ein AP einzuladen?

– Eine Menge neue Erfahrungen im Umgang mit fremden Kulturen, Menschen.

– Den Luxus im Haushalt und der Kinderbetreuung nicht mehr alles allein machen zu müssen

– Im besten Fall eine Bekanntschaft die im Laufe des Jahres zu echter Freundschaft wird.

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3 Antworten to “Was bringt mir eigentlich ein AP?”

  1. ap-familie Says:

    Bezüglich der „Betriebsanleitung“ für die Familie finde ich es noch wichtig zu erwähnen, dass diese sich manchmal schneller ändern als gedacht. Als unser erstes AP da war, war unser Sohn ein Baby, die Kleine noch nicht mal gezeugt. Wir waren also ein Paar mit aller Privatsphäre, das jedoch 24/Tag für ein Baby parat zu stehen hatte. AP in unserer Freizeit nur bedingt willkommen – wir trafen uns auch oft mit (kinderlosen) Freunden, denn ein schlafendes Kind im Maxi-Cosi stört ja nicht wirklich. Nur 2 Jahre später hatten wir eine quirligen 2,5-jährigen und noch ein Baby. Die Wochenenden waren nicht mehr von 2-samkeit bestimmt sondern mit Unternehmungen mit den kleinen Kindern und Treffen mit neuen Freunden, die alle auch 1 bis 3 Kinder hatten. (Tierpark, Spaziergänge, Wald, Spielplätze) AP war in unserer Freizeit sehr willkommen bzw. erwünscht (2samkeit gab es in dieser Phase kaum…). Allerdings ware diese Zeit für alle APs sehr stressig, so dass diese verständlicherweise meist gerne verzichteten. Heute machen wir entweder etwas als Familie (=Kernfamilie) gemeinsam oder jeder was für sich. (zB: Eltern=Garten, Kinder=Freunde). Ein AP welches Familienanschluss sucht, würde sich sehr verloren vorkommen. Früher haben wir immer die Zeit herbeigesehnt, an denen wir ein AP auch mal am Wochenende disponieren können, weil wir unter der Woche gar nicht auf die 30 Stunden kommen. Im letzten AP-Jahr war es soweit. Aber zu dem Zeitpunkt waren die Kinder es so gewohnt, sich mit sich selbst bzw. Freunden am Wochenende zu beschäftigen, dass wir das AP dann auch nicht mehr benötigten…
    Die größte Angst beim Leben ohne AP hatte ich davor, dass ich plötzlich viel mehr organisieren müsste. Ein echter Trugschluss, wenn ich mir die ganzen Probleme und Belastungen vor Augen führe, die ein Leben mit AP bietet.

  2. Leah Says:

    Hallo, mich würde interessieren, welche Erfahrungen es mit männlichen AP du/ihr gehabt hat? Wir haben einen Sohn und wir studieren selbst noch bis Ende dieses Jahres. Danach werden wir beide Vollzeit arbeiten und wir ziehen im Moment die Möglichkeit Au Pair in Betracht und zwar einen Jungen, weil wir in unseren wenigen Jahren als Eltern gemerkt haben, wie unterschiedlich Mädchen/Frauen und Jungen/Männer mit Kinder umgehen und kleine Jungs einfach die Bewegung und „wilde“ spielen brauchen.

    LG,

    Leah

    • aupairfamilienrw Says:

      Hallo Leah

      Wir persönlich haben keine Erfahrungen mit männlichen APs, aber unsere Nachbarn hatten einen AP Jungen. Der war sehr nett und kinderlieb, aber auch schüchtern und ziemlich überfordert, lag aber eher an der Persönlichkeit als am Geschlecht ; )

      Ich denke du hast mit einem männlichen AP deutlich mehr Auswahl, weil die meisten Familien keine Jungs wollen. Daher ein klarer Vorteil.

      Ein Junge der als AP geht, ist ein Exot und daher meist sehr motiviert und auch dankbar überhaupt eine Chance zu bekommen.

      In vielen Ländern ist es für Frauen untypisch den Führerschein zu machen, daher ist die Chance viel größer ein AP mit Führerschein zu finden.

      Die AP Jungen die ich persönlich in der Nachbarschaft und in den USA kennen gelernt habe waren super und haben häufig viel besser mit den Kids gespielt wie alle weiblichen APs.

      Mögliche Nachteile die mir einfallen:

      – Rollenverständniss im Heimatland der APs führt zu Problemen auch Aufgaben im Haushalt zu übernehmen oder die Gastmutter als „Chef“ zu akzeptieren

      – Bei APs aus Dritt-Welt Ländern/Osteuropa leider häufig (auch bei Mädchen) kein wirkliches Interesse als AP zu arbeiten, sondern das Hauptinteresse an einem Visum für die EU und die Absicht zu bleiben. Hier ist Vorsicht geboten, weil man als Gastfamilie durch die Verpflichtungserklärung für alle Kosten haftet auch wenn das AP längst nicht mehr bei einem lebt. 😦

      – Die Angst ein männliches AP könnte das falsche Interesse an meinen Kindern haben. Ich weiss eine zutiefst unfaire Sache, weil natürlich nicht alle Männer die gerne mit Kindern arbeiten pädophil sind, aber gerade bei kleinen Kindern die noch nicht sprechen können wäre ich vorsichtig. Dieser Punkt ist für mich auch sehr zweispältig, weil ich es genau wie du eigentlich wichtig finde, dass Kinder auch männliche Betreuer haben, aber zumindest bei uns hat mein Bauchgefühl immer NEIN gesagt.

      – Ein Junge verursacht deutlich höhere Kosten für Kost 😉 Denn die meisten Männer haben einen sehr gesunden Hunger und brauchen daher deutlich mehr Lebensmittel als ein dünnes AP auf Dauerdiät um mal das andere Extrem zu nehmen.

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