Mit APs Weihnachten feiern

In unseren 5 Jahren als Gastfamilie haben wir 4x mit unseren APs sehr schöne Weihnachten verbracht.  Unser letztes AP war das einzige das nicht mit uns feiern wollte.  Ich fand die Vorweihnachtszeit immer eine ganz besonders schöne Zeit um den APs wirklich einen Eindruck von typisch deutschen Familienleben zu geben und gleichzeitig eine emotionale Bindung mit den Mädchen zu finden.

Da wir meist im Spätsommer/Herbst neue APs bekommen haben, traf uns die 3 Monatskrise immer im November/Dezember.  Und damit bot sich die Möglichkeit diese Krise durch viele schöne Familienaktivitäten schnell zu vertreiben.   Tolle Möglichkeiten bieten sich ja im Advent viele:

Der Martinsumzug ist der erste Vorweihnachtliche Bote, auch wenn ich ihn nicht mehr so schön wie in meiner Kinderzeit erlebe, haben fast alle APs gerne mit den Kindern an ihren Laternen gebastelt und waren ganz fasziniert, dass auf einmal ein ganzes Dorf mit Laternen singend  durch die Nacht läuft 🙂

Das nächste Highlight war dann der Adventskalender.   Als die Kinder noch klein waren gab es immer Schoki Kalender für die Kids und einen Erwachsenen Kalender in der Küche den sich Gasteltern und AP geteilt haben.  Dort haben mein Mann und Ich abwechselnd Geschenke für den Partner und fürs AP verpackt.  Und die APs waren total begeistert, dass sie auch alle drei Tage ein Türchen aufmachen konnten.  Viele haben nach ein paar Tagen angefangen auch Kleinigkeiten in den Kalender zu packen  🙂  🙂   Meist habe ich noch einen dritten einfachen Kalender fürs AP Zimmer in das erste Türchen gepackt.  Es waren keine Riesen Päckchen, aber unsere APs haben sich über Kleinigkeiten (Lieblings Schoki, Gumibärchen, Weihnachtstee,  ein extra freies Wochenende,  ein Busticket zum Weihnachtsmarkt,  eine Kerze für ihr Zimmer …) immer sehr gefreut.  Und das Heimweh bzw. die 3-Monatskrise war innerhalb kürzester Zeit vergessen.

An den Nachmittagen war Plätzchen backen mit den Kindern auch ein gerne genommenes Event.  Auch wenn die meisten APs nicht backen konnten.  Den vorbereiteten Teig aus dem Kühlschrank haben alle gerne und super kreativ mit den Kids ausgestochen und verziert.   Von allein ist aber kein AP auf solche Ideen gekommen.  Daher mein Tip an alle Gastmütter.  Macht ihr den ersten Schritt und setzt Plätzchen backen,  Deko basteln und andere Dinge auf die Tagesordnung.   So können Kinder und AP schöne Vorweihnachtliche Stunden verbringen und wir müssen uns nicht ständig zwischen Beruf – Weihnachtsfeiern – Mal eben backen/basteln/besorgen  aufreiben.  Ich habe den APs 2x ein Buch über deutsche Weihnachtbräuche in den Nikolausstiefel gesteckt und damit einen Volltreffer gelandet.  Den die Mädchen haben dann  viele der Ideen aufgegriffen und versucht umzusetzen.

Und spätestens wenn wir einen echten Tannenbaum aus dem Wald geholt haben und im Wohnzimmer aufgebaut und gemeinsam geschmückt haben, waren unsere APs in Weihnachtsstimmung.  Und da unsere APs fast immer aus dem orthodoxen Umfeld kamen, gab es auch wenig Probleme mit Heimweh am Heiligabend.  Das  war für die APs ein eher normaler Tag.   Sie haben sich immer von unserer Freude und Aufregung anstecken lassen.  Genauso wie das Adventskaffeetrinken mit Blockflöten Musik und  Geschichten lesen als gemütlich mitgenommen wurde.  Das waren aber keine „Pflichttermine“ für die APs.  Es hat sich häufig einfach ergeben und wir haben sie Mädels mitgezogen.  Ich bin einfach ein totaler Weihnachtsfan.

Die Bescherung war für alle eine Überraschung.  Wir sind eine sehr schenkfreudige Familie und feiern immer mit beiden Großeltern, Tanten und Onkeln zusammen.  Da kommen schon mal einige Päckchen zusammen.  Und alle haben auch immer eine Kleinigkeit fürs AP mitgebracht und von uns gab es natürlich auch Geschenke.   Ich fand es immer schön, wenn man das AP schon so gut kannte, dass die Geschenke einen persönlichen Bezug hatten oder ein Hobby unterstütz haben.   Wir haben Kurzreisen nach Paris,  Staffelei,  Gitarren,  Friseurgutschein  oder Koffer und andere Dinge verschenkt.  Je nach Zeitpunkt und Verhältnis zum AP waren die Geschenke mal größer mal kleiner.    Neben einem großen Hauptgeschenk habe ich dann immer noch ein paar Kleinigkeiten (Handykarte, Duschmittel, Photo der Kinder mit AP) eingepackt um genug Spaß beim Auspacken zu bieten.

Für ein gelungenes Weihnachtsfest mit AP ist es wichtig möglichst frühzeitig mit dem AP zu klären was beide Seiten erwarten und für Vorstellungen haben.  Denn nur so lassen sich Frust und Missverständnisse vermeiden.   Es sollte auch klar sein ob die Weihnachtstage als Urlaub oder Arbeit gelten.

Wir haben  unseren APs immer freigestellt ob sie mit uns oder in der Heimat feiern wollen.  Aber ich habe auch immer sehr deutlich gemacht, dass wir uns freuen würden wenn sie mit uns feiern. Denn sie gehören zur Familie und es ist eine einmalige Chance Weihnachten in einer fremden Familie im Ausland zu feiern.  Und bis auf ein AP haben es auch alle gewagt.

Die Weihnachtstage waren für unsere APs keine Arbeitstage, sondern „Extra Urlaub“, daher sie wurden nicht auf ihren Jahresurlaub angerechnet.  Aber ich habe auch deutlich gemacht, dass ich von ihnen die gleiche Mithilfe beim Fest erwarte wie sie auch von meiner Mutter/Schwiegermutter/Schwester kommt.  Daher das Abräumen und Abwaschen nach dem Festessen ist Gemeinschaftsaufgabe und auch die Kinder am Morgen des Heilig Abend ablenken, damit das Christkind kommen kann haben alle freiwillig und ohne Aufforderung übernommen.

An den Feiertagen haben die APs dann häufig etwas mit ihren Freundinnen gemacht.  2x hatten wir die beiden anderen APs aus dem Ort mit zum Essen bei uns und 2x waren unsere APs dort eingeladen.  Denn eine Familienfeier mit 10 Erwachsenen die alle laut und intensiv durcheinander sprechen war für die meisten APs doch eine ziemliche Herausforderung.  Sie haben sich daher häufig nach dem Essen entschuldigt und in ihr Zimmer zurück gezogen.  Das war für uns völlig ok.   Ein AP hat mit ihrer Freundin als Überraschung die gesamte Küche auf Hochglanz poliert während wir noch Kaffee getrunken haben.  Das fand ich super lieb und es hat mich riesig gefreut.

Ein von uns am Anfang ziemlich unterschätzer Tag war Sylvester.  Denn für unsere osteuropäischen APs war dieser Tag viel wichtiger und Heimweh gefährlicher als Weihnachten.   Fast alle APs haben ihr Heimweh celebiert indem sie uns einen super leckeren typsischen Heringssalat gemacht haben und dann mit Freunden gefeiert.  Nur unser 2. AP hat sich den langweiligen Familien Abend mit Fondue und Spielen gegeben.  Aber wir hatten viel Spaß.

Ich glaube für die APs wäre es sehr traurig gewesen, wenn wir sie an diesem Abend zum Babysitten gezwungen hätten.  Da es  für sie ein besonderer Tag war.  Da wir aber selbst überhaupt keine Sylvester Fans sind, war es für uns völlig ok den APs freie Bahn zu geben.

Und den Abschluß der Weihnachtstage hat dann immer das russische Weihnachtsfest am 6/7 Januar gebildet.  Ich habe meist ein kleines Geschenk zurück gehalten und am Morgen dem AP auf den Frühstückteller gelegt zusammen mit einer Extra Telefonkarte um mit der Familie zu telefonieren.   Ansonsten habe ich versucht diesen Tag mit genug Aktion zu füllem um keine zu große Traurigkeit aufkommen zu lassen.

 

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