Somewhere over the limit ……

Der Härtetest für unser neues Betreuungskonzept ist da.   Seit gut 2 Wochen ist hier im Wechsel immer mindestens ein Kind und/oder Elternteil krank.  Nachdem wir ja letzte Woche unseren Freund Noro zu Besuch hatten, ist jetzt seine gute Bekannte  Madame Bronchitis  zu Besuch.     Vielleicht hätte ich nicht so oft sagen dürfen, dass wir bisher einfach gut durch den Winter gekommen sind.

Die Zutaten für eine Super Woche für Berufstätige Eltern:

Man nehme

–  1-2 kranke Kinder am besten im Wechsel

– Mindestens 1 Konferenz oder alternativ ein schöner Elternsprechtag

2-3 Dienste des Gatten im Krankenhaus

Einen Schwimmkurs der 4 von 5 Abenden in der Woche blockiert

– 2 Kindergeburtstage

–  Für Mama wahlweise einen Arzttermin,  Verabredung mit einer alten Bekannten oder Treffen mit Kollegen zum Mittagessen

– und beruflichen Termin  zu einer völlig unpassenden Zeit nach Dienst für den Gatten damit es auch fair zugeht

Wenn man jetzt alles schön kombiniert und erhält man ein lustiges Überraschungspaket das keine Langeweile aufkommen lässt.

Der Montag fing schon super an.  Die kleine Hexe stand käseweis im Flur und verkündete sie würde sich nicht ganz so gut fühlen.  Nach dem Fiebercheck stand um 6.55 fest das Kind hat Fieber und kann nicht in den Kiga.    Was bedeutet, dass jetzt innerhalb von 10 Minuten geklärt werden durfte wer die Betreuung übernimmt.  Denn der Gatte verläßt normalerweise kurz nach 7 das Haus und ich mit den Kids gegen 7.30.    Ich war schon letzte Woche dank Noro nicht in der Schule und konnte aufgrund von Abi/Klausur Vorbereitungen eigentlich nicht fehlen.  In der Abteilung des Gatten sind alle Kollegen entweder schwanger, krank, im Urlaub oder auf Fortbildung.  Damit war er der einzige verbliebene Assistent und somit auch eigentlich nicht wirklich in der Lage einen Tag Kinderkrank zu nehmen.

Genau für solche Notfälle haben wir unsere Putzfrau und damit lag es nahe sie anzurufen und zum ersten „Notfalleinsatz“ zu bestellen.  Aber vielleicht ist es typisch Frau, ich hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen sie so früh anzurufen und spontan zu bestellen.  Nach kurzem Überlegen und mangels Alternative haben wir dann doch angerufen.  Sie lag zwar noch im Bett, aber sie war  innerhalb von 30 Minuten vor Ort.    Ziemlich übermüdet ihre Tochter hatte Nachts den Noro, aber ohne schlechte Laune und mit der Ansage „Kein Problem“ hat sie die kleine Hexe übernommen.  Im Nachhinein frage ich mich warum habe ich eigentlich ein schlechtes Gewissen?   Es ist ihr Job und sie war einverstanden im Notfall auch kurzfristig einzuspringen.  Sie wird dafür bezahlt und wir haben sei genau dafür mit mehr Stunden angemeldet als wir eigentlich bräuchten.   Und vor allem wir wahren auch seit 6.15 auf und keiner hatte Mitleid mit uns 😉

Dank Frl. Reinlich konnten beide Eltern normal arbeiten gehen.  Am nächsten Tag war an meiner Schule Elternsprechtag und somit das nächste Betreuungsproblem vor der Tür.  Der Gatte hatte Hausdienst = er war als Betreuung nicht verplanbar und ich konnte und wollte die kleine Hexe nicht bis Abends bei unsere Putzfrau lassen.  Also habe ich von der 2-6  Stunde gearbeitet, bin dann nach Schulschluss  nach Hause gefahren, habe mein Kind eingesammelt, das andere hatte sich passend mit seinem besten Freund verabredet und bin zurück zur Schule.   Alles nur ein kleiner Umweg von insgesamt 2 Stunden.

An der Schule hat die kleine Hexe dann ganz lieb ein Malbuch ausgemalt, während ich meine Elterngespräche geführt habe.  Passend um 16.00 Uhr ruft die OGS an um mir mitzuteilen die große Hilfe wirke krank und habe Fieber.   Ob ich nicht schnell kommen könnte und sie JETZT  abholen.  Nein konnte ich leider nicht, weil :

1. Eine Mutter vor mir sitzt die mich leicht genervt anschaut, warum ich im Elterngespräch ein Kind dabei habe

2. Noch genervter schaut als mein Handy klingelt und ich spätestens jetzt schon wieder ein schlechtes Gewissen habe

3. Ich  eigentlich bis 17.00 Termine habe

4. Selbst wenn ich sofort losfahre mindestens  50 Minuten vergehen bis ich an der OGS bin .

5. Mein Mann im OP steht und daher auch nicht spontan kommen kann.

Also die OGS gebeten kurz zu warten.  Das Elterngespräch freundlich aber bestimmt zum schnellst möglichen Ende geführt.  Die Eltern vor der Tür um Geduld gebeten.  Die Mutter des Besucherkindes mit megaschlechtem Gewissen angerufen und gefragt ob unsere Tochter auch krank kommen darf.  Sie durfte und mir fiel der erste Stein vom Herzen.  Dann die OGS mit noch schlechterem Gewissen angerufen und gefragt ob evt. eine Mutter der anderen Kinder unsere Tochter dort absetzen könne.    Und dann hat die beste aller OGS Damen etwas zu mir gesagt was ich einfach nur super fand.

Machen sie sich keine Sorgen zur Not fahre ich das Kind selbst 🙂     Danke solche Menschen machen einem das Leben als berufstätige Eltern einfach  um soviel leichter.

Also so schnell wie möglich die letzten 3 Gespräche geführt und dann um 5 vor 5 mit wehenden Fahnen zum Auto und ab nach Hause.  Dort habe ich dann eine wieder ziemlich fröhlich wirkende Tochter bei ihrem Freund abgeholt.   Sie war zum Glück nicht böse, sondern froh, dass sie trotz Erkältung zum Spielen durfte .

Aber sie war offensichtlich nicht wirklich fit.  Dafür war aber ihre Schwester wieder gesund.  Also fliegender Wechsel.

Am Mittwoch habe ich ja meinen freien Tag.  Und für diesen Mittwoch hatte ich einen Termin der schon lange feststand und nicht verschoben werden konnte.  Da der Gatte über Nacht im Krankenhaus weilte und am Morgen auch keine Aussicht auf püntlichen Feierabend hatte fand die elterliche Telefonchaoskonferenz wie immer um Mitternacht am Telefon statt.   Wir überlegten ob es besser wäre wenn ich ihm das Kind um 9. 00 Uhr in die Klinik bringe und dann allein fahre, oder ob ich das kranke Kind mitnehme und er dafür die kleine Hexe Mittags abholt und mit zu einem weiteren Termin von sich mitnimmt.

Im Endeffekt bin ich mit dem kranken Huhn zu meinem Termin gefahren und die kleine Hexe konnte zum Glück wieder in den Kiga.   Der beste aller Gatten hat dann ohne Schlaf nach seinem Nachtdienst am Nachmittag seinen Termin auf ein Minimum gestutzt um sich der Abendplanung zu widmem.  Wir konnten frei wählen.  Gesucht wurde:

1) ein Babysitter für ein krankes Kind

2) Ein Begleiter für das gesunde Kind zum Schwimmkurs

3) Jemand der den leeren Kühlschrank voll macht

4) Jemand der meine Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Tag übernimmt

Leider standen nur 2 Erwachsene zu Auswahl, also wurde improvisiert.  Und um halb Acht haben wir alle gemütlich zu Abend gegessen und es ging allen etwas besser.

Heute hat dann nochmal unsere Putzhilfe die Morgenschicht übernommen und ab Mittag hat die beste aller Omas die Wachablösung übernommen. Denn der Gatte darf schon wieder eine Nacht im Krankenhaus verbringen.   Morgen früh werde ich dann die kranke Tochter mit in die Schule nehmen um Zeugnisse zu verteilen und ein Referat zu hören und der Gatte wird Morgen Abend wohl den Schwimmkurs übernehmen.

Und jetzt die spannende Frage:  Vermisse ich ein AP?    Jein

Klar viele Situationen wären mit AP einfacher gewesen und es gab mehr als eine Situation in der ich mir wirklich ein AP gewünscht hätte, aber obwohl es stressig war haben wir und unser neues Betreuungsnetzt das Chaos beherrscht und darauf bin ich auch ein bischen  stolz.   Und die Kinder fanden die Krankwoche ziemlich gut.  Sie waren ganz begeistert wie nett unser Putzhilfe, Oma und Mama sie verwöhnt haben.   Also haben zwar die Nerven der Eltern aber nicht die Kinder gelitten.

Aber diese Woche zeigt mal wieder, dass es sehr viel Nerven, Organisationstalent, gute Betreuungssysteme,  Omas,  und  Kinder die sich von dem Chaos um ihre Betreuung nicht beeinflussen lassen  un braucht um Familie   und Beruf unter einen Hut zu bringen.

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5 Antworten to “Somewhere over the limit ……”

  1. Die Patentante Says:

    Oh nein….das hört sich nicht gut an – Du hast mein tiefstes Mitgefühl…kann ich irgendetwas Gutes für Dich tun

    • aupairfamilienrw Says:

      Danke, aber das schlimmste haben wir ja jetzt geschafft. Heute Nachmittag sind beide Kinder auf dem Kindergeburtstag und Oma und Opa kommen als Babysitter für heute Abend. Es ist also Licht am ende der Woche 😉

  2. hostmami Says:

    Herzlichen Glückwunsch.Ich glaube,das könnt ihr unter Meisterleistung verbuchen.Ich finde übrigens Mütter im Elternsprechtag sollten Verständnis für andere Mütter aufbringen.

  3. Franziska Says:

    Ich fühle mich schon gestresst, das nur zu lesen! Meine herzlichsten Glückwünsche, dass diese Woche vorbei ist :-). Das war wirklich eine Meisterleistung.

    Ich denke, ich werde Deinen Beitrag ausdrucken, und wenn meine Tochter mit 15/16 den ersten Lover anschleppt, werd ich Ihr den Ausdruck zusammen mit einer Pillenpackung in die Hand drücken. Das müsste doch an Aufklärung reichen, oder?

    • aupairfamilienrw Says:

      Danke für die netten Worte. Die Idee mit der Tochter ist super. Bin gespannt ob meine Töchter später mal hier lesen und sich über Mamas Geschreibsel kaputt lachen oder es einfach nur peinlich finden 😉

      Und als Ausgleich hatte ich ein wunderschönes Wochenende mit viel Ruhe und Entspannung. Aber das wird dann ein eigener Artikel 🙂

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