Vollzeit oder Teilzeit

Ich habe meinen Blog nicht vergessen, aber im Moment ist beruflich einiges in Bewegung und ich komme kaum zum schreiben 😦    Aber jetzt brauche ich dringend den Rat von den vielen stillen und aktiven Lesern meines Blogs, denn ich hoffe es sind einige berufstätige Mütter dabei.

Bisher habe ich immer eine ca. 70% Stelle gehabt und bin damit auch nicht schlecht gefahren.  Ich verdiene  gutes Geld und habe im Gegenzug immer noch einen freien Tag in der Woche, der es mir ermöglicht auch Termine unter der Woche am Vormittag erledigen zu können.  Nachteil dieser TZ Arbeit ist aber, dass man in der Schule gerne mal als „Mutti“  bezeichnet wird und chronisch im Ruf steht nur halbe Arbeit zu machen.  Und zwar egal ob man jetzt 30-50 oder 80 % arbeitet.   Und durch die TZ  wird man gerne zu allen unangenehmen und „typisch weiblichen“ Aufgaben wie Beratung,  Organisation von Feiern und ähnlichem  eingeteilt.    Diese Aufgaben haben zwei Nachteile.  Sie sind nicht besonders angesehen und vor allem Kosten sie Zeit ohne wirklichen Nutzen für die Karriere oder Entlastungsstunden.   Die typischen Männer Bereiche (EDV Betreuung) bringen da ganz andere Entlastungsstunden und werden regemäßig zur Beförderung genutzt.

In den letzten Wochen bin ich auf der Arbeit aber Stück für Stück mit neuen Aufgaben,  Posten und anderen Zeiträubeern zugepackt worden.  Im Moment habe ich das Gefühl ich verbringe mehr Zeit in Konfernezen,  Meetings, Nachmittagsveranstalltungen ….. als mit normalem Unterrichten und Vorbereiten.   Und  es wird häufig zwischen den Zeilen vermittelt:  Du bist ja nur Teilzeit, du hast ja Zeit.   Genau, denn ich arbeite ja nur deshalb weniger weil ich mich langweile und Geld war mir noch nie wichtig  Ironie off.

Meine erste Reaktion war:  Ich muss dringend Stunden reduzieren um den Stress besser zu schaffen!“

Aber je länger ich über die Sache nachgedacht habe, um so mehr komme ich zu dem Schluss ich sollte eher Stunden aufstocken.  Klingt jetzt vielleicht unsinnig, aber wenn ich Vollzeit arbeite bedeutet es zwar ca. 5 Stunden Unterricht pro Woche mehr, aber Konferenzen und die anderen Belastungen  bleiben gleich.  Dafür habe ich aber ein überraschend hohes finanzielles Extra und das sogar in LSK V   🙂

Und wenn ich ganz frech bin, dann gehe ich einfach „nur“ auf Vollzeit und gebe alle Zusatzposten ab.  Denn ich bin ja „nur“ eine einfache A13 Kraft und habe nicht wie unsere wichtigen Herren ein A14 oder A15 Amt.  Wenn sie wollen, dass ich ihre Aufgaben übernehmen, können sie mich ja gerne befördern 😉  Versteht mich nicht falsch.  Ich mag meinen Beruf sehr und viele der Zusatzaufgaben sind spannend und ich würde sie wirklich gerne übernehmen, aber ich bin an einem Punkt wo ich nicht mehr bereit bin alles ON TOP zu machen.   Denn neben dem eigentlichen Unterricht + Vorbereitung + Klausuren + Normale Schüler-Lehrer Gespräche  nimmt der zweite Teil mittlerweile fast 30% ein.  Und das bei NULL Bezahlung oder Entlastung.

Ein zweites Argument für den Schritt auf Vollzeit ist für mich, dass mein Mann auch gerde die Möglichkeit hat einen Karriere Schritt weiter nach vorn zu gehen.   Und bisher sind wir immer besser gefahren, wenn wir uns Arbeit und Familienarbeit relativ gleich geteilt haben.  Wenn er jetzt  den großen Schritt nach vorn macht und ich dafür Stunden reduziere laufen wir genau in die Richtung, die vielen seiner Kollegen nach ein paar Jahren die Ehe gekostet hat.     Denn dann ist wieder ganz klar, ich bin für den Haushalt und die Kinder zuständig und Er fürs Geld.  Und immer wenn wir Phasen hatten in denen wir so arbeiten mussten, waren wir beide unzufrieden.

Zum Glück sieht er es ähnlich und hat neben Geld vor allem um bessere und Familienfreundliche Arbeitszeiten verhandelt und mit ein bischen Glück klappt es auch.   Denn was nützt einem Karriere und Geld, wenn das Familienleben auf der Strecke bleibt.   Vielleicht hat er sogar ab Sommer einen Tag in der Woche frei.  Dann ist eben Papa für feste Termine beim Kinderarzt und OGS / Schule zuständig.

Für die Kinder würde sich nichts ändern.  Im Sommer sind beide in der OGS bis 16.00 und vielleicht sogar bis 17.00 Uhr sicher und wirklich gut betreut und unsere Putzfrau würde als Notfall Hilfe Krankheiten und ander Notfälle abdecken.   Nach fast einem Jahr ohne AP bin ich wirklich überrascht wie gut es auch ohne AP läuft.  Und im Normalfall bin ich selbst bei voller Stelle spätestens um 15.00-16.00 Uhr zu Hause.   Wir hätten also immer noch genug Zeit miteinander.

Und den Gedanken, dass bei eine Vollzeit Arbeit häufiger Tage kommen werden an denen die Kinder krank sind kann ich nicht leugnen.  Aber durch das Gehaltsplus können diese Notfälle zum Glück überbrückt werden.  Und im schlimmsten Fall muss ich eben unbezahlt Urlaub nehmen.   Aber ich habe seit fast 7 Jahren Kinder und habe bis auf 10 Monate immer gearbeitet, in dieser Zeit habe ich 2 wirkliche Tage Kinderkrank genommen.  Und mein Mann einen.   Und wenn es doch mal so ist, dann hat der Arbeitgeber eben Pech.   Warum sollte Ich 12 Monate im Jahr auf Geld verzichten, nur weil es passieren könnte, dass ein Kind krank wird.  Ich höre ja auch nicht auf zu arbeiten, weil ich krank werden könnte.

Spannend wird die Frage ob unsere wirklich tolle Stundenplanung auch auf VZ Mütter in der Planung Rücksicht nimmt und ich weiterhin erst zur 2 Stunde anfangen kann.  Aber selbst wenn nicht würde es im Notfall irgendwie gehen.    Unsere Kinder sind nämlich wirklich schon richtig groß und vernünftig geworden und wir haben das riesen Glück eine tolle Putzfrau zu haben die immer flexibel einspringt.

Was meint ihr Mütter da draußen?  Geht ihr Vollzeit oder doch lieber Teilzeit arbeiten und welche Folgen habe ich nicht bedacht?  Bin auf viele Meinungen und Tipps gespannt 🙂

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8 Antworten to “Vollzeit oder Teilzeit”

  1. Franziska Says:

    Hallo und Guten Morgen,

    ich arbeite Vollzeit, hab aber während meiner Elternzeit 10 Stunden Teilzeit gemacht, um den Anschluss nicht zu verlieren und damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt ;-). 10 Stunden klingt nicht viel, aber ich war mit einer 3-jährigen und einem Baby allein zu Haus und eigentlich damit völlig ausgelastet. Die 2 Stunden täglich habe ich während Söhnchens Nickerchen gearbeitet, was bedeutete, dass ich gar keine Ruhepause mehr hatte.

    Damals hab ich erkannt, dass zumindest für mich Vollzeit viel sinnvoller ist als Teilzeit. Ein Problem bei Teilzeit ist, dass man beides versucht, 100% zu erledigen, den Job zu Hause und den auf Arbeit. Wie Du selbst ja sagst, man kriegt 50% bezahlt und arbeitet 75%, bei wem ist das denn nicht so? Dazu kommt die ständige Abstimmung mit der Kinderbetreuung, weil natürlich hast Du ja Zeit, es ist ja Dein Job, Männe ist ja schliesslich der, der „richtig“ arbeitet. Wie oft hab ich im letzten Moment den Stift fallen gelassen, bin dann mit schlechtem Gewissen – weil die Arbeit halt doch nicht fertig war, aber auch noch kein Mittagessen auf dem Tisch stand – zum Kindi gesaust, um Töchterchen zu holen.

    Bei Vollzeit ist die Aufteilung viel klarer. Ich kann halt eher selten bei Kindergartenaktionen helfen – aber das wird dann auch eingesehen. Und wenn was unvorhergesehenes passiert, ist auch klar, dass mein Mann ebenso in der Pflicht ist wie ich.

    Von den „kleinen“ finanziellen Geschichten wie Rente, Abhängigkeit vom Ehemann etc will ich gar nicht anfangen. Aber uns gehts da wie Euch, bei uns war immer klar, dass wir beide arbeiten, weil das Gleichgewicht der Kräfte ein ganz wichtiger Teil für unsere gute Ehe ist.

    Bin gespannt, wie Du Dich entscheidest, halt uns bitte auf dem Laufenden!

  2. MiA Says:

    Guuutes Thema. Ich arbeite seit November wieder Vollzeit, davor habe ich 9 Monate Teilzeit, 66.6 %, gearbeitet, was drei vollen Tagen in der Woche entsprach, so dass ich Montag und Freitag frei hatte. Nun ist es in meinem Job natürlich so, dass frei auch frei bedeutet, keine Vorbereitungszeiten für Unterricht oder ähnliches.

    Die Entscheidung für Vollzeit bereue ich an den meisten Tagen….
    Natürlich ist es wundervoll, wieder ein volles Gehalt zur Verfügung zu haben und dies habe ich ja auch nicht ohne Hintergedanken getan, ich möchte, bei einem zweiten Kind gerne auch wieder das „volle“ Elterngeld beziehen. Aber mir fehlt die freie Zeit. Mir fehlt die Zeit mit meinem Sohn extrem, dann stehe ich wegen der Abholzeiten aus der Krippe ständig unter Zeitdruck, sowohl wegen der Krippe, pünktlich dort zu sein, aber noch mehr wegen meinem Arbeitgeber, der diese Schließungszeiten nicht wirklich akzeptieren kann. Des Weiteren fehlt mir einfach die Zeit für den Haushalt und FREIZEIT! Freundinnen mit deren Kindern unter der Woche zu treffen, wird zu einem extremen Stressakt, weil ich es wenn dann nur am späten Nachmittag schaffe, wo ich oft einfach auch müde vom Tag bin, mein Sohn von der Krippe. Bis man dann daheim ist, ist kaum noch Zeit vernünftig zu essen, ein wenig zu spielen etc. bevor das Kind ins Bett geht und dann liegt noch die gesamte Hausarbeit des Tages an.

    Einen freien Tag hätte ich noch gerne in der Woche, aber ich werde es jetzt erst mal weiter durchziehen, denn wie du so schön schreibst: Mit Teilzeit haben die Kollegen immer das Gefühl, bzw. bekommt man das als Feedback, dass man sowieso nie da ist und ich hatte in TZ das Gefühl, wirklich einiges aus dem Büroalltag zu verpassen und nicht mehr so mitzukommen wie früher. Das ist natürlich jetzt besser.
    Mutter bleibt man trotzdem immer, weil man ja *ironiean* so oder so nicht so viel leistet, wie kinderlose Frauen und ständig wegen kranken Kindern fehlt. *Ironieoff*

    Es ist ein zweischneidiges Schwert… und keine leichte Entscheidung.

    Liebe Grüsse

  3. 5mitaupair Says:

    Hallo! Die Gedanken, die du dir machst, macht sich wohl jede Teilzeit arbeitende Mutter irgendwann … und eine wirklich befriedigende Lösung habe ich nicht anzubieten!

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Ich habe vor einem Jahr zwangsweise von 65 auf 75% ausgestockt. Und die eine Stunde Arbeitszeit zusätzlich am Tag ist für mich eine Stunde zu viel. Ich habe das Gefühl, dass ich seitdem deutlich weniger Kraft für Haushalt und Kinder habe (wir haben drei) und dass ich auch nicht mehr so viel Begeisterungen für irgendwelche Aktivitäten wie kurz mal auf den Spielplatz gehen, ein Spiel spielen, rumtoben usw. am Nachmittag aufbringe.

    Unsere drei sind 7,8 und 13. Und man darf nicht unterschätzen, dass das einfach mehr Fahrerei bedeutet als im Kindergartenalter. Ganze Nachmittage sind damit einfach weg. Für dich würde das in den nächsten Jahren bedeuten: Du hast deutlich weniger Vorbereitungszeit zu Hause.

    Und Geld? Also, ganz ehrlich: Ihr müsstet doch mehr als genug haben bei euren Gehältern! Wir haben, obwohl beide hochqualifizierte Akademiker, deutlich weniger – und immer noch reichlich. Für das Geld kannst du dir nichts kaufen, wenn du keine Zeit mehr hast. Und deine Kinder haben nichts vom Reichtum, wenn ihr kaum noch für sie da sein könnt.

    Eine schwierige Entscheidung! Aber ich würde an deiner Stelle sicher nicht erhöhen. Alles Gute!

    5mitaupair (inzwischen ohne Aupair)

  4. aupairfamilienrw Says:

    Danke an alle für eure Erfahrungen 🙂

    Zum Thema Geld:

    Ich sehe es wie Franziska. Es geht ja nicht (nur) um das Geld jetzt im Moment, sondern auch um Rentenansprüche und Sicherheit. Geld ist ja nicht nur Konsum, sondern auch Sicherheit und Anerkennung. Und welcher Mann würde denn auf Bezahlung verzichten nur weil seine Frau genug verdient 🙂

    Und 5mitaupair hat natürlich Recht, dass Geld nicht alles ist und wir in einer sehr priviligierten Lage sind nicht arbeiten zu müssen um zu überleben.

    Aber Geld macht einiges leichter. Ich möchte nicht wie MIA Vollzeit arbeiten und dann noch den ganzen Haushalt machen. Das kann nicht Sinn der Sache sein.

    Hausarbeit wird bei uns durch 2 geteilt und da wo es möglich ist können wir mit unseren guten Gehältern eben sehr wohl Entlastung kaufen und tue es auch mit immer weniger schlechtem Gewissen.

    Wir haben nicht ohne Grund eine Putzfrau die 3x die Woche kommt und alle Räume säubert, die Wäsche erledigt und im Notfall auch die Kinder betreut.

    Und auch Gartenarbeit oder Arbeiten rund ums Haus können und müssen bei zwei Vollzeit arbeitenden Eltern soweit wie möglich reduziert oder fremdvergeben werden. Und das geht eben nur mit Geld.

    Zum Thema Kinderfahrdienste:

    Ich werde die nächsten 3-4 Jahre hoffentlich das Privileg haben, dass unsere OGS sehr gute AG Angebote hat und auch unser Sportverein viel bietet. Dass muss meiner Meinung nach für Grundschulkinder an Angeboten reichen. Musikschule haben wir jetzt 1x die Woche mit Fahrzeit und ganz ehrlich es nervt Mutter und Kind.

    Für mich haben Kinder auch ein Recht auf Kindheit und Freiheit und wenn unser Kinder jeden Tag in der OGS viele gut Angebote bekommen, dürfen sie ab 16.00 ihre Freiheit genießen.

    Was später kommt kann ich nicht beurteilen, aber ich finde zuviele Termine mindestens genauso problematisch fürs Familienleben wie die Arbeit der Eltern. Denn wo ist noch Zeit für Gemeinsamkeit, wenn alle nur von Termin zu Termin hetzen.

    Ist aber sicher auch Geschmackssache. Ich bin auch selbst kein wirklicher Vereinsmensch, sondern eher jemand der sich spontan mit Freunden trifft.

    Zum Thema Partnerschaft:

    Ich denke hier hat es Franziska schön getroffen. Wir beide haben KInder und daher sind wir auch beide für die Kinder verantwortlich. Das gelingt besser, wenn beide die gleichen Voraussetzungen haben.

    Und Hausarbeit mögen wir beide gleich wenig, daher sind wir auch beide gerne bereit in Entlastung in diesem Bereich Geld zu investieren.

    Zum Bereich Beruf :

    Ich denke genau wie MIA schreibt werde ich wahrscheinlich auch in Vollzeit „MUTTI“ bleiben in den Augen vieler Kollegen, aber trotzdem bekommt man mehr mit und vor allem man für sich selbst nicht mehr das Gefühl nichts richtig zu machen.

    Denn als Vollzeit Kraft mache ich genauso viel wie alle anderen und muss nicht ständig beweisen, dass ich auch noch „IRGENDWAS“ mache.

    Und ich kann dann mit noch viel mehr Nachdruck die Kollegen fragen die mich „MUTTI“ nennen, ob sie nicht auch Kinder haben und sie damit auch „NUR EIN PAPI“ sind.

  5. ap-familie Says:

    Von AP-Familie

    Auf jeden Fall Vollzeit! Ich finde den logischen Schluss sehr mutig und nachvollziehbar. Für Vollzeit sprechen aus meiner Sicht vor allem folgende Dinge:
    – Du wirst Dich in der Partnerschaft mit Deinem Mann gleichberechtig fühlen
    – Du wirst Dich in der Partnerschaft mit Deinem Mann gleichberechtig fühlen (nein, kein Tippfehler, es ist so wichtig, dass es ruhig zweimal gesagt werden kann bzw. muss!)
    – Die Kinder wollen naturgemäß immer weniger Zeit mit Dir verbringen, sondern sich viel lieber mit ihren Freundinnen verabreden
    – Die Kinder nehmen vermehrt auch außerschulische Termine alleine wahr
    – Arzttermine musst Du mit Schulkindern sowieso auf die Nachmittage/frühe Abendstunden verlegen
    Ich habe selbst ein halbes Jahr meine Stundenzahl von 40 auf 30 reduziert. Natürlich wurde niemand extra eingestellt – d.h. ich habe einfach die gleichen Sachen in weniger Zeit gemacht, dafür aber nur 3/4 meines Gehalts bekommen. Weshalb eigentlich? Klar war es nett, zwei „freie“ Nachmittag zu haben. Aber Wert war es das definitiv nicht, denn wie Du sagst: Man arbeitet (zumindest in manchen Positionen) ja nicht nur „vor Ort“ sondern nimmt viel mit nach Hause, denkt über Konzepte nach, über Mitarbeiter/Schüler/Kollegen nimmt an Veranstaltungen teil…
    …go for it! 🙂

  6. elamatrix Says:

    Manche Gedanken kann ich nachvollziehen, manche Dinge habe ich hier bei mir (glücklicherweise) anders erlebt.

    Ich arbeite momentan Vollzeit. Das erste Jahr nach meinem Wiedereinstieg habe ich nur 80% (32 Stunden) gearbeitet. Meine Regelarbeitswoche lag zwar eher bei 37-38 Stunden aber so hatte ich regelmäßig genügend Überstunden um mal eben schnell einen Tag frei zu nehmen, weil … Arzt, Einkaufen, haushaltstag, das Wetter ist schön, …

    So etwas funktioniert im Schulbetrieb natürlich nicht.,das ist klar.

    Seit letzten Sommer arbeite ich wieder 40h/ Woche und wünsche mir manches mal meine reduzierte Zeit zurück. Ich war ausgeglichener udn nicht ganz so müde. (Bei uns kam dann noch Belastung Hausbau, Umzug, Garten anlegen dazu.)

    Wenn ich nach unserem zweiten Kind wieder anfange zu arbeitn, werde ich mit Sicherheit wieder auf 80% runter gehen.

    ich muss dann aber auch Franziska recht geben. Man arbeitet teilzeit deutlich konzentrierter und effizienter. Ich schaffe momentan nicht wirklich mehr, als ich vorher auch schon erledigt habe – nur eben bei jetzt mehr Gehalt.

    Mir persönlich ist aber die etwas flexiblere Arbeitseinteilung als Teilzeitarbeitende im Endeffekt lieber, als die ‚paar Euro‘ mehr.

  7. 5mitaupair Says:

    Mir gingen deine/eure Argumente gestern noch länger im Kopf herum – manches leuchtet mir ein, anderes nicht. Ich schreibe noch mal ein paar Gedanken auf:

    Wenn deine Kinder gerne zur OGS gehen und Spaß an den Nachmittags-Angeboten haben, ist alles gut. Wenn nicht, hast du jeden Tag ein Problem – und kaum Möglichkeiten, auch mal zu sagen: Komm, ich hole dich heute schon um 14 Uhr ab. Bei uns geht die eine begeistert zur OGS, die andere hasst sie. Es täte mir wirklich leid, sie jeden Tag bis 16 Uhr dort hinzuzwingen.

    Ich weiß nicht, wie deine Stunden am Vormittag verteilt sind, aber darauf hast du ja wahrscheinlich keinen Einfluss. Es wird aber immer wieder Tage geben, an denen vormittags in der Schule Eltern gefragt sind: Turnfest, Vorführungen usw. Du wirst deinen Kindern immer sagen müssen: Tut mir leid, ich kann dich nicht sehen, ich muss da arbeiten. Muss ich zwar auch häufig, aber ab und zu kann ich eben doch Gleitzeit nehmen und dabei sein. Meine Kinder sind dann immer ganz glücklich.

    Außerdem ist meine Erfahrung: Man wird nicht jünger! Was ich vor drei, vier Jahren noch locker mit viel Energie gemeistert habe, finde ich heute manchmal super anstrengend. Klingt blöd, ist aber so. Ich habe dann häufig das Gefühl, weder meinem Beruf (der viel Eigeninitiative erfordert) noch den Kindern gerecht zu werden. Unterschätz das nicht, wie viel Kraft eine volle Stelle kostet!

    Ich arbeite wirklich gerne, und ich habe nach jedem Kind einige Monate nach der Geburt wieder mit einer halben Stelle angefangen. Ich kann mir nicht vorstellen, den ganzen Tag zu Hause zu sitzen. Später, wenn die Kinder sich weitgehend selbst versorgen können (unsere Große kann das mit 13 ohne Probleme), werde ich bestimmt wieder voll arbeiten. Aber im Moment möchte ich meinen Kindern mehr Zeit bieten können. Ich glaube, sie brauche das, und ich brauche es auch.

    Und übrigens: Mein Mann sieht das genauso. Wir arbeiten beide nur Teilzeit, daher fühle ich mich in keiner Weise benachteiligt. Wir empfinden das als Privilig, dass das geht. Es bleiben uns noch viele, viiiiiele Jahre, um Vollzeit zu arbeiten – die Kinder sind aber nur noch ein paar Jahre klein. Warum soll ich mir diese Zeit mit Dauerstress versauen?

  8. Scotia Says:

    Jetzt komme ich auch mal dazu, meine Gedanken zum Thema aufzuschreiben. Ich arbeite 20 Stunden pro Woche. Einen Tag habe ich frei. Vielmehr wäre wegen der Fahrzeit zur Arbeit und der Öffnungszeiten des Kiga nicht möglich. Und der freie Tag ist mir sehr wichtig, um ein bisschen Zeit für mich zu haben. Natürlich erledige ich an dem „freien“ Tag auch Hausarbeit und Arzttermine, also nicht nur Freizeit.
    Ich finde, eine Mutter muss im Beruf auch nicht mit den Vollzeit arbeitenden Kollegen gleichziehen. Gerade als Teilzeitkraft muss man rechtzeitig NEIN sagen können, wenn einem zu viel Arbeit zugemutet wird. Und wenn jemand fragt „Na, schon Feierabend“, wenn ich nachmittags nach Hause gehe, sage ich „Ich hab ja noch einen Zweitjob … :-)“ Wenn unser Kind krank ist (zum Glück eher wenig) nehmen ich oder mein Mann einen Kinderkranktag ohne schlechtes Gewissen. Geht auch nicht anders, weil wir gar keine Verwandtschaft in der Nähe haben, die unterstützen könnte. Und auch keine Babysitter, die tagsüber Zeit hätten, ein krankes Kind zu betreuen. Und die Kinderkranktage stehen einem schließlich gesetzlich zu.
    Ich finde, da muss jeder mehr „gesellschaftliche Verantwortung“ für Familien mit Kindern übernehmen. Indem z. B. geschäftliche Termine so gelegt werden, dass ich mein Kind noch rechtzeitig aus dem Kiga abholen kann. Oder Kollegen füreinander einspringen, wenn einer aus familiären Gründen nicht kann. Und dass auch in Teilzeit Karriere und verantwortungsvolle Aufgaben noch möglich sind, sollte selbstverständlich sein.
    Und wir teilzeit-arbeitende Mütter sollten da entsprechend selbstbewusst auftreten: „Ich arbeite zwar Teilzeit (aus gutem Grund), bin aber deswegen nicht weniger qualifiziert als vorher und auch nicht der „Depp vom Dienst“ für Zusatzaufgaben, die nur Zeit kosten und mir nichts bringen.
    Ich habe zum einen den Vorteil, dass ich als Ingenieurin „gefragt“ bin, weil wir sowieso immer zu wenig Leute haben. Deshalb waren alle froh, dass ich nur kurz Elternzeit hatte und sind bereitwillig auf meine Vorstellungen zur Teilzeitarbeit eingegangen. Zum anderen hat mein Chef selbst zwei kleine Kinder, die er regelmäßig betreuen muss, weil seine Frau auch berufstätig ist. Da ist das Verständnis für das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ automatisch da.

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