Entscheidungen

Nach langem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile gemeinsam mit dem besten Ehemann der Welt,  Familie,  Freunden und im Blog habe ich micht entschieden, ich werde ab dem nächsten Schuljahr das Abenteuer Vollzeit Stelle wagen.   🙂

Den entgültigen Ausschlag hat ein sehr gutes Gespräch mit meiner Schulleitung gegeben, die mir sofort sehr nett entgegen kam und angeboten hat auch als Vollzeit Kraft weiterhin erst zur 2. Stunde anfangen zu müssen.  Das fand ich sehr fair und hat mich in meinem Entschluss bestärkt.   Jetzt bin ich voller Tatendrang und Optimismus für die neuen Projekte ab Sommer.   Klar wird es Tage geben vor allem Mittwochs  wo ich meine Entscheidung verfluchen werde, aber  im Grundsatz ist sie richtig hoffe ich.

Unsere Große Hilfe hat meine Entscheidung mit den Worten: “ Na endlich, ich fand es auch immer unfair, dass alle Mittwochs arbeiten mussten und du frei hattest!“   kommentiert.   Die kleine Hexe hatte meine Ankündigung: “ Ich gehe jetzt jeden Tag arbeiten“  wörtlich genommen und fragte ganz entsetzt zurück, ob wir jetzt kein Wochenende mehr hätten.  Aber da konnte ich sie beruhigen.  Und als dann noch die Ankündigung kam, dass Papa ab Sommer dafür einen Tag in der Woche früher frei hat war es auch für sie ok.

Für unsere Kinder ist es also selbstverständlich, dass wir alle Morgens zur Arbeit / Schule/ Kiga gehen und das finde ich schön.  Genauso wichtig ist es uns aber auch Zeit mit den Kindern zu verbringen und daher sind freie Nachmittage und Wochenenden der eigentliche Luxus.    Ich bin auch Vollzeit spätestens um 15.00-16.00 Uhr zu Hause und dann kommen die Kinder aus der OGS und haben frei, weil alle Hausaufgaben erledigt sind.  Wir haben dann noch genug Zeit für Familienleben und Freizeit.  Und wenn der beste Gatte es wirklich durch bekommt, dass er nur noch 1 Wochenende im Monat arbeiten muss sind auch die Wochenenden wieder berechenbarer.

Wobei heute mal wieder gezeigt wird was es bedeutet ein  Rufdienst Wochenende zu haben.   Er ist heute Morgen um 8.00 Uhr in die Klinik und durfte schon um 17.30 wieder nach Hause um dann um 21.00 Uhr wieder gerufen zu werden und dort sicher noch bis Mitternacht eher länger zu operieren.  Und Morgen früh um halb Acht geht es dann normal weiter.    Und dieses arbeiten auf Abruf macht er jetzt seit Freitag Morgen 😦     In dieser Zeit hat er bis jetzt  Freitag  von 7.30-20.00 Uhr,  Sa von 8.30-22. Uhr und heute bis ???  gearbeitet.    Und sein Verwaltungschef teilt ihm dann Morgen früh wieder mit, dass es ja ein Rufdienst ist, weil eigentlich nur sehr selten arbeit anfällt.      Vielleicht sollte er mal ein Wochenende hospitieren und dann diesen Spruch nochmal bringen.

Eigentlich sind wir ja keine zwei Vollzeit arbeitenden Eltern, sondern mein Mann arbeitet mindestens 1,5 fache Stelle. Wie es zwei Ärzte schaffen sollen Familie und Beruf zu vereinbaren und dabei auch noch ab und zu gemeinsame Freizeit zu haben ist mir persönlich ein Rätsel.

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5 Antworten to “Entscheidungen”

  1. Higanbana Says:

    Wie laeuft es jetzt mit der Vollstelle? Ich hoffe mal so, wie ihr es euch vorgestellt habt.
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    Ja, wenn ich das so lese, dann finde ich doch immer mehr, dass es Lehrern in Deutschland im Vergleich zu Japan immer noch gut geht und man sich eigentlich weniger beschweren sollte. (Auch wenn das nicht heissen soll, dass ich die Probleme deutscher Lehrer nicht nachvollziehen kann. Sie wirken nur so … ehm… winzig, wenn man die der japanischen Kollegen sieht.)

    Trotz Vollstelle um 15-16 Uhr zuhause sein oder gar nur zur 2. Stunde kommen, undenkbar hier! 7-17 Uhr ist hier eher die Realitaet, und selbst das ist noch kurz, weil es nach Schulschluss (und oft am Wochenende) ja noch Schulklubs gibt, die auch von Lehrern begleitet werden muessen. Teilweise gehen die bis abends 21/22 Uhr. Ehrlich gesagt moechte ich mal der Lehrerin vorgestellt werden, die es schafft, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, ohne dass ihr Mann dafuer Hausmann oder zumindest Teilzeit arbeiten muss. Entweder waren es bis jetzt Vaeter mit Hausfraufrauen oder verheiratete oder unverheiratete Frauen ohne Kinder. Oder die Kinder dann doch den Grosseltern zum Erziehen ueberlassen muss… .

    Dann hat man als japanischer Lehrer gerne mal die doppelte Anzahl von Schuelern (Regelstaerke 40 Mann, gerne auch mal mehr) unter einen Hut zu bringen. Plus die viel staerkeren Kontakte mit den Eltern, als ich das je aus Deutschland oder auch Daenemark her kenne. Und dann natuerlich noch die regulaeren und irregulaeren Hausbesuche… Und die jaehrliche Durchmischung der Klassen hat zwar auch Vorteile, aber als Lehrer, so koennte ich mir vorstellen, koennte es durchaus schwierig sein, wenn man jedes Jahr mit einer voellig neuen Klasse anfangen muss und ihre Besonderheiten und Staerken und Schwaechen erst ergruenden muss.

    Und dann kommt dazu die Pflichtrotation, dass heisst spaetestens alle 7 Jahre, als Lehrer mit „Wechselvertrag“ gerne auch mal jedes Jahr, Umzug innerhalb des Gebietes, das einen angestellt hat (Gemeinde bei Grund- und Mittelschulen, Praefektur bei Oberschulen, Land bei staatlichen Schulen).

    Und ja, Ferien heisst hier auch nicht, dass man als Lehrer frei hat und mit Kind und Kegel zur Oma fahren kann. Ferien sind auch hier normale Arbeitszeit mit mindestens 8 Stunden Anwesenheit in der Schule plus natuerlich Klubleben. Dazu kommt an den Schulen mit hoeherem Niveau noch ausserunterrichtlicher Unterricht am Wochenende und in den Ferien. (Bei uns fast 3 von 5 Wochen Sommerferien.) Frei gibt es nur, wenn man echten Urlaub einreicht und bewilligt bekommt, aber wie schlecht man den selbst genehmigt bekommt, ist ja auch in Deutschland hinreichend bekannt.

    • aupairfamilienrw Says:

      Ich fange erst nach den Ferien an Vollzeit zu arbeiten, daher kann ich noch keine Erfahrung liefern, aber du hast völlig Recht, wenn man die Arbeitsbedingungen von Lehrern in Deutschland mit vielen anderen Ländern vergleicht jammern wir auf hohem Niveau.

      Was du aus Japan erzählst klingt für mich heftig,denn es bedeutet ja nicht nur für die Lehrer Stress, sondern auch die Kinder haben extreme „Arbeitszeiten“.

      Ich bin froh, dass wir es trotz zweier anspruchsvoller Berufe schaffen genug Zeit für unsere Kinder und allgemein Familienleben zu haben. Denn ich finde es nicht erstrebenswert, wenn man nur noch für die Arbeit lebt und alles andere auf der Strecke bleibt.

      Ist aber sicher auch Gewohnheit und Erziehungssache. Wenn man es nicht anders kennt ist es eben normal.

  2. hasenfamilie Says:

    Liebe Aupairfamilienrw,
    ich habe nach langer Zeit mal wieder deinen Blog gelesen und finde diese Teilzeit-Vollzeit-Diskussion äußerst aufschlussreich. Da ich auch Beamtin bin hab ich aber mal eine Frage zu den Arbeitszeiten: Bei mir würde Vollzeit (41 Std.) heißen: um 7.15 Uhr die Kinder durch die Kita-Tür zu schieben, um 7.25 Uhr im Büro sitzen, 1/2 Std. Mittagspause, bis 16.10 Uhr arbeiten (ja, 8,2 Std. täglich), dann zur Kita hetzen, die Kids wieder abholen, bei 7.15 Uhr bringen ist spätester Abholtermin 16.15 Uhr (= Diskussion in der Kita, warum die max 9 Std. täglich nicht eingehalten werden, Versuch zu erzwingen, dass für 12 Min. täglich eine Tagesmutter gebucht wird, obwohl die Kita bis 17 Uhr geöffnet hat (anderes Thema, auch diskussionswürdig). D.h. es bleibt von Mo-Fr täglich maximal eine Karenzzeit für unvorhergesehene „Unfälle“ (wie z.B. Milch verkippen, Schuhe morgens suchen etc.(von Anrufen des Chefs genau zum Feierabend will ich gar nicht erst anfangen)) maximal 0 Minuten!! Welche Regelung gibt es bei euch Lehrern (klingt doof verallgemeinernt, soll aber nicht doof gemeint sein;-)) dass es geht Vollzeit zur 2. Std. anzufangen und um 16 Uhr zu Hause zu sein??? Das geht doch sicher nur mit Pflichtstunden zu Hause?? Ich bin in der Thematik völlig talentfrei, daher diese Nachfragen 🙂 Es interessiert mich wirklich und soll nicht dieses abwertende Klischee Lehrer haben 12 Wochen im Jahr Ferien darstellen. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Dass du genauso nur 6 Wochen Urlaub hast wie ich, sollte jedem klar sein.
    Im übrigen finde ich es klasse, dass du und dein bester Gatte der Welt euch da so einig seid. Glückwunsch. Ich arbeite z Z an 4 Tagen 24 Std/Woche und kämpfe leider an 2 Fronten um Anerkennung. Wobei ich hier nicht von den Kindern spreche, denen ist es nämlich egal, was ich während ihrer Kitazeit mache. Aber das ist noch wieder eine andere durchaus disskussionswürdige Thematik. Vllt. sollte ich auch mal nen Blog eröffnen……… LG

    • aupairfamilienrw Says:

      @ hasenfamilie

      Klar darfst du fragen. Ich habe offiziell auch eine 41Stunden Woche, aber bei Lehrern wird diese Arbeitszeit aufgeteilt.

      1) Die Pflichtstunden zwischen 24,5 Schulstunden und 28 Schulstunden pro Woche je nach Schulform. Ich muss 25.5 Stunden in der Woche für eine Vollzeit Stelle unterrichten.
      Diese Stunden verteilen sich auf 5 Schultage von der 1-8 Stunde. Also zwischen 8.00 und 15.00 Uhr. Das ist natürlich auch von der Schule abhängig. Grundschulen haben 28 Wochenstunden und max. 7 Stunden und an anderen Schulen gibt es auch Unterricht am Samstag, Abendschule …. Im Schnitt unterrichte ich also pro Tag 5 Stunden.

      Ich habe Glück und fange frühstens um 8.50 an und habe dafür Nachmittags länger Unterricht. Je nach Stundenplanung kommen auch noch „Springstunden“ = Freistunden dazu. Du hast nicht immer deine 5 Stunden am Stück, sondern z.B.

      2-4 Stunde. 5 Freistunde und dann nochmal 6-7 Stunde. In den Freistunden wird man dann gerne zur Vertretung eingeteilt.

      2) Neben meinen Pflichtstunden kommen dann noch sonstige Termine/Aufgaben an der Schule dazu. Hierzu zählen
      Konferenzen
      Elternabende
      Elternsprechtag
      Zeugniskonferenzen , Klassenkonferenzen, Fachschaftssitzung ….
      Klassenfahrten
      Klassenausflüge
      Klassenleitung
      Abiturprüfungen planen
      Beratung von Schülern / Eltern/Praktikanten/Referendaren …
      Posten für Dieses und Jenes ………
      Diese Termine sind meist in der Kernzeit der Unterrichtsstunden, wobei Koferenzen und Elternsprechtage auch gerne mal bis in den frühen Abend gehen ;(

      3) Wenn ich dann zu Hause bin habe ich nicht frei, sondern muss noch Unterricht vorbereiten. Klassenarbeiten erstellen und korrigieren. Test schreiben, Notenlisten führen, Gespräche mit Kollegen/Eltern/Schülern am Telefon führen, didaktische Jahrespläne erstellen, Referendare und Praktikanten betreuen und beurteilen …. Diese Arbeitszeit kann ich mir aber frei einteilen. Es intererssiert niemanden ob ich das von 16.00-18.00 Uhr oder eben von 21.00-24.00 Uhr mache. Ich arbeite eben häufig wenn die Kids im Bett sind, oder am Wochenende wenn mein Mann zu Hause ist.

      Insgesamt soll dann dabei auf Jahr gerechnet eine 41 Stundenwoche im Durchschnitt kommen. Ob es stimmt kann ich nicht genau sagen. Gefühlt würde ich sagen mit guten Fächern, wenig Korrektur Klassen und Erfahrung ist es machbar. Aber ein Anfänger mit zwei Hauptfächern, einer Klassenleitung und keinen alten Unterrichtsreihen arbeitet deutlich mehr.

      Und zum Thema Ferien kommt es stark auf die Fächer an. Wenn man Deutsch, Mathe und Fremdsprachen hat, verbringen die Kollegen einen großen Teil ihrer Herbst, Oster und Weihnachtsferien mit Korrekturen. Ich habe da mit meinen Fächern Glück. Bei mir schreiben nur die Abi Klassen Klausuren. Daher habe ich deutlich mehr Freizeit in den Ferien. 🙂

      • hasenfamilie Says:

        Danke für deine ausführliche Rückmeldung. Fand ich sehr aufschlussreich, und trotz Schulerfahrung als Schülermutter gehen all die Sonderzeiten irgendwie an einem vorbei 😀 und zu all dem schaffst du es auch noch deinen Blog zu bedienen „daumenhochandieserStelle“ LG

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