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Vollzeitarbeit versus Teilzeitarbeit

Februar 5, 2013

Wenn aus Partnern Eltern werden steht  mit einem Mal die Frage im Raum wie die Aufteilung von Erwerbsarbeit,  Hausarbeit und Familienarbeit zwischen den Partnern   in Zukunft aussehen wird.  Und da in Deutschland leider immer noch sehr häufig die Männer den höher bezahlten Beruf haben ist hier meist nur eine theoretische Wahlfreiheit gegeben.   Denn mit der Geburt eines Kindes  steigen die Fixkosten  bei sinkendem Familieneinkommen.    Daher stehen häufig Mütter vor der Frage:  Wie lange steige ich völlig aus meinem Beruf aus und wann mit welchem Umfang an Arbeit wieder ein.   Die gleichen Überlegungen gelten natürlich auch für Väter in Elternzeit deren Frauen Vollzeit arbeiten und die Hauptverdiener der Familie sind.

Da wir bei der Geburt unseres ersten Kindes auch in der Situation waren, dass nur mein Mann eine feste unbefristete Stelle hatte war klar, dass ich zunächst die Betreuung übernehmen würde.  Und wenn man aus der Arbeitslosigkeit versucht eine Kinderbetreuung übers Jugendamt zu beantragen läuft man in die erste Falle.   Ohne Arbeit keine reale Chance auf einen Betreuungsplatz, denn die sind für „berufstätige Mütter“.  Aber ohne Betreuung hat man mit Baby leider auch keine realen Chancen auf eine Arbeit, weil man ja wenn überhaupt nur Mütter mit einem „sicheren Betreuungsplatz“ einstellet.    Daher auf jeden Fall daran denken euch auf die Wartelisten einzutragen solange ihr noch Arbeit habt.  Gerade bei befristeten Verträgen die vor oder im Mutterschutz enden,  kann hier ein echtes Problem entstehen.   😦

Wenn man dann nach einigen Wochen/Monaten/Jahren wieder anfangen muss/will zu arbeiten steht Frau vor der Entscheidung:  Minijob, Teilzeit oder Vollzeit?   Hier ein paar Überlegungen die einem häufig nicht auf den ersten Blick einfallen.

Minijob:

Ist für viele die vermeintlich praktischste Lösung um erstmal wieder vorsichtig anzufangen.   Und es wird auch als Vorteil gesehen, dass man ja keine Abzüge hat und Brutto für Netto arbeitet.  Für mich hat diese Art zu arbeiten aber ein paar entscheidende Nachteile:

1) Ich bin nicht sozialversichert, daher habe ich weder Anspruch auf Kinderkrankentage,  Krankengeld wenn ich länger als 6 Wochen krank bin, Arbeitslosengeld wenn ich meine Arbeit verliere.

2) Bisher hat man keine Ansprüche für die Rente angesammelt.  Für 1-2 Jahre vielleicht noch kein Problem, aber wer langfristig in diesen Jobs arbeitet bekommt nach einem langen Arbeitsleben im schlimmsten Fall eine Rente von  0€.

3) Die meisten 400€ Jobs sind schlecht bezahlt und mann bekommt nur einen sehr geringen Stundenlohn.  Je nach Unternehmen werden Urlaubsansprüche, Weihnachtsgeld oder andere tarifliche Leistungen die einem eigentlich zustehen nicht oder nur teilweise gezahlt.

4) Im Betrieb wird man nicht als vollwertige Mitarbeiterin, sondern als „Aushilfe“ oder  gelegentlicher Gast wahrgenommen und Karriere ist in dieser Form der Beschäftigung nicht wirklich möglich.

5) Gerade Aushilfen werden für unattraktive Arbeitszeiten oder sehr flexibel eingesetzt.

6) Die Kosten für Kinderbetreuung sind im Vergleich zum EK häufig sehr hoch.

7) Da Frau ja nur ein paar „Stündchen“ arbeitet bleibt häufig die Haus- und Familienarbeit weiterhin zu 100% an ihr hängen.

 

Teilzeit:

Bietet einem die Möglichkeit  wieder in die Sozialversicherung zu kommen und somit die eigene Absicherung zu erhöhen und trotzdem bleibt noch Zeit für die Aufgaben zu Hause.  Häufig hat man freie Tage in der Woche oder muss nur bis Mittag arbeiten.   Wenn man einen guten Arbeitgeber hat kann man  seine Arbeitszeit den  Betreuungszeiten der Kinder und den Arbeitszeiten des Partners anpassen.   Für mich hat aber auch diese Form der Arbeit einige Nachteile:

1) Man hat durch die Abzüge in der Sozialversicherung und Steuern (hier ist die vermeintliche Steuerklasse IV besonders tückisch)  häufig nur unwesentlich mehr  Nettoeinkommen  im Vergleich zum Minijob.   Daher fällt gerade hier häufig der Satz „Es lohnt sich ja für mich nicht zu arbeiten!“   Wobei Rentenansprüche, Absicherung und Karrierechancen  häufig in die Rechnung nicht einbezogen werden.

2) Als Teilzeitkraft arbeitet man häufig deutlich effektiver als eine Vollzeitkraft, da Pausen wegfallen und man die „paar“ Stunden die man arbeitet voll  nutzt.   Diese Effektivität wird jedoch nicht anerkannt, sondern es kommen häufig Sprüche wie „Na schon wieder frei“   „Ich möchte auch mal jeden Mittag gehen können“     „Und wir dürfen jetzt den Rest der Arbeit erledigen“ …..  Hier zeigt sich ähnlich wie beim Minijob, dass TZ Kräfte häufig als  Mitarbeiter zweiter Klasse gesehen werden und bei Karriere  und Beförderung auch häufig übersehen werden.  Denn sie sind ja „nicht voll“ dabei.

3) In vielen Berufen gibt es unbezahlte Nebentätigkeiten die zusätzlich zur normalen Arbeitszeit anfallen.  Meetings, Dienstreisen,  Fortbildungen hier wird häufig auch von TZ Kräften 100% Engagement erwartet aber nur die TZ Bezahlung gezahlt.   Ein Punkt der mich in den Jahren als TZ Kraft immer mehr geärgert hat.

4) Gerade wenn man 50-70% TZ Stellen hat ist die zeitmäßige Belastung  inkl. Fahrzeiten kaum niedriger als bei einer Vollzeitstelle, aber  die Arbeitsteilung in der Familie ändert sich häufig nicht entsprechend, weil ja der Partner immer noch „mehr Arbeitet“.  Hier wird jedoch Haus- und Familienarbeit meistens nicht in den Vergleich mit einbezogen.    Und eine Entlastung durch Putzfrau und Co ist bei den meisten EK in diesem Bereich noch nicht finanzierbar, da ein großteil des EK für Kinderbetreuung ausgegeben wird.

 

Vollzeit:

Man ist ein vollwertiges Mitglied im Team und wird genau wie alle anderne bezahlt und hat zumindest theoretisch die gleichen Chancen auf Karriere und Beförderung.  Für mich war es erschreckend wie sehr sich das Verhalten einiger Kollegen mir gegenüber geändert hat seit ich Vollzeit arbeite.  Auf einmal bin ich nicht mehr nur eine „Mutti“, sondern eine „richtige Kollegin“.   Dabei mache ich nicht mehr an Sonderaufgaben oder verhalte mich anders.   Nur mein EK hat sich deutlich erhöht.  Im Gegenteil ich werde sogar seltener gefragt ob ich nicht „mal eben“ etwas erledigen kann, weil ich ja als TZ Kraft genug Zeit habe. Und auch in der Partnerschaft ist mit diesem Modell klar, dass beide die gleiche Arbeit im Beruf leisten und daher über die Verteilung von Haus- und Familienarbeit neu verhandelt werden muss.  Ein weiterer Vorteil ist für mich auch die größere Unabhängikeit von nur einem Arbeitgeber.   Man kann mit 2 vollen EK  deutlich eher sagen:  „Das muss ich mir nicht bieten lassen“ und sich in Ruhe eine neue Arbeit suchen, wenn der Partner auch in der Lage ist die Fixkosten zu tragen.

Aber auch Vollzeitarbeit hat natürlich Nachteile:

1) Man braucht eine wirklich gutes und zuverlässiges Betreuungsnetz in dem sich die Kinder wohl fühlen und das seine Aufgaben auch wirklich dauerhaft und verlässlich erfüllt.  Betreuungsplätze die 45 Stunden zu den benötigten Zeiten abdecken sind schwierig zu finden und durch Fahrzeiten häufig nicht allein ausreichend.  Hier kommen dann wieder Tagsmütter, Au-Pairs oder Omas ins Spiel.

2) Wenn mann nicht genug verdient um sich externe Entlastung (Putzfrau, Bügelservice, Babysitter ….) zu leisten ist es eine enorme Belastung eine volle Stelle + Hausarbiet (egal ob 50/50 oder 100%) + Familienarbeit zu leisten.

3) Die Familie hat in der Regel einen sehr strukturierten Alltag und die Kinder müssen sich dem Arbeitzeiten der Eltern anpassen.  Das bedeutet unter der Woche wenig Zeit für Familienleben am Nachmittag.

4) Es wird einem häufiger von Kolleginen ein schlechtes Gewissen gemacht, das Frau so egoistisch ist und nur weil ihr Rente,  Absicherung, Unabhänigkeit und Spaß an der Arbeit auch wichtig sind ihre Kinder in eine Betreuung „abschiebt“.

Mich würde interessieren wie  andere Mütter zu dieser Frage stehen und welche Aspekte für euch bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.

Vollzeitmütter + Vollzeitväter + Vollzeitkinder = Volle Kanne Familie :)

Oktober 29, 2012

Erstmal lieben dank an meine treuen Besucher.  Ich bin wirklich überrascht wieviele regelmäßige Besucher meinen Blog aufsuchen, obwohl ich ihn in letzter Zeit so vernachlässigt habe.  Aber hier merke ich wohl doch, dass mir die Zeit fehlt.

Wir haben die ersten  8 Wochen im Vollzeitmodus gut überstanden und bisher läuft alles rund und das Konzept 2x Vollzeitarbeit + OGS + Fr. Reinlich hat die ersten Feuertaufen überstanden.  Den Schritt auf die Volle Stelle ist also richtig gewesen.   Ich habe zwar einiges mehr an Vorbereitung, aber dank paraller Lerngruppen und  nach 5 Jahren auch schon einiger Ordner voller erprobter Materialien ist das bisher gut zu schaffen.  Da die Anzahl der Korrekturklassen gleichgeblieben ist habe ich hier außer dem Verlust des freien Mittwoch wenig Unterschied. Im Gegenteil mein Stundenplan ist besser geworden.  Ich habe fast jeden Tag um 13.00  und 1x um 15.00 frei  und kann so Nachmittags immer noch genug Zeit mit den Kindern verbringen.   Dank OGS habe ich auch die Chance noch einiges an Vorbereitung am Nachmittag vor der Rückkehr der Kids zu erledigen und habe so auch die Abende  teilweise frei.

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3x Schulstart

August 25, 2012

Jetzt hat der Alltag uns wieder.   Die Schule hat für alle wieder angefangen und schon nach 5 Minuten fühlt man sich als ob man nie weg war.   Dank neuer Schulleitung beginnt die Schule für Lehrer jetzt immer schon am Montag der letzten Ferienwoche damit wir in „Ruhe“ die Nachprüfungen organisieren können.

Als besonderes Highlight gibt es dann am letzten Ferientag die erste Lehrerkonferenz.   Für mich immer wieder ein gratis Kabarett.   Leider hat unsere Schule ein ziemliches Demokratie Defizit.   Nicht nur, dass die Schulleitung am liebsten geheime Abstimmungen verhindern möchte.   Nein ein Großteil der Kollegen findet es auch noch OK.  Denn das kostet doch nur Zeit.   Und bevor ich 5 Minuten länger bleibe gebe ich doch lieber ein paar grundlegende Grundrechte auf um mich dann über das fehlende Politikverständniss der Schüler aufzuregen.  Ironie off.
Nachdem wir gefühlte 120 Punkte von Begrüßung neuer Kollegen bis Berichte aus jedem „Und wenn du nicht mehr weiter weist, dann bilde schnell einen Arbeitskreis“ hat das ganze bereits 1 Stunde mehr als angekündigt gedauert.  Und dann kommt mein persönlicher Höhepunkt:  Verschiedenes.   Hier können sich dann nochmal alle Kollegen die vorher noch nicht genug gesagt haben in Ruhe über Nebensächlichkeiten aufregen,  bereits 3x per Mail, Aushang und Zetter bekannte Dinge wiederholen oder  einfach noch etwas sagen wollen was ihnen spannend erscheint.

Dann mit 1.5 Stunden Verspätung darf man endlich nach Hause und seinem Babysitter erklären, warum man selbst zwar Wert auf Pünktlichkeit legt und auch unsere Schulleitung auf die Einhaltung von Terminen pocht.  Es ihr aber im Gegenzug unmöglich ist wenn sie bei Konferenzen einen Endpunkt angibt diesen auch nur Annäherungsweise einzuhalten.

Die Einschulung der neuen Schüler war dann unspektakulär.  Hier ist nur jedes Jahr das gleiche Chaos.  Wer kommt ohne Anmeldung und wieviele mit Anmeldung kommen nicht.  Die ersten 1-2 Wochen sitzt man gefühlt jeden Tag in einer neuen Klasse.

Mein Start in die Vollzeitarbeit hat bisher gut geklappt auch wenn ich schon 2x die Betreuungszeit der OGS voll ausschöpfen konnte.  Und für alle die sich fragen woran man eine gute OGS erkennt?

1) Sie hat vom ersten Schultag an die komplette Zeit inkl.  Frühstücksbetreuung und Randstunden angeboten.

2) Sie fand es völlig ok, dass ich unseren Schulanfänger schon am Tag vor der Einschulung dort abgegeben habe.

3) Sie hat alle Eltern beim ersten Abholen  mit einem Glas selbstgemachter alkoholfreirer Bowle empfangen und uns einen guten Start gewünscht.

4) Die Kinder begrüßen einem zwar begeistert, aber mit der Frage ob sie noch ein bischen weiterspielen dürfen.

Und obwohl alles eigentlich super gelaufen ist und meine Pläne gut funktionieren, bin ich gestern Abend mit dem Gatten wie Tod um 9 Uhr ins Bett gefallen.  Denn nach 6 Wochen Urlaub fühlt sich der Alltag wie Marathon laufen an.
Nächste Woche kommt dann der beliebte Zettel und Termine Regen über uns.  Jede Institution gibt ihre Terminpläne, Klausurpläne,  Klassenpläne …. heraus und dann kommt die Zeit der Elternabende. Dann hängen Eltern an die Arbeits- und Hausarbeitsschicht noch eine 3 Schicht an.

Chaos Tag

Mai 3, 2012

Heute war mein persönlicher Freitag der 13.  Hier die Highlights

– 6.30 2 Kinder stehen mit Husten auf

– 7.00 Die große Hilfe macht den sterbenden Schwan , aber zum Glück ohne Fieber und wird mit Hustensaft und Bonbons gedopt.  Zum Glück läßt das Leiden ziemlich gut nach wenn sie sich mit der Schwester zankt.

– Kind mit schlechtem Gewissen und Hustenbonbons in die Schule geschickt, denn ich habe Abi Konferenz und bin Prüferin  und der Gatte im Dienst.  Ab Mittag kann der zum Glück übernehmen

7.30  Handwerker ins Haus gelassen und geplanter Abflug in Kiga und Schule

7.31  Mein Autoschlüssel ist WEG

Nachdem Kind, Fr. Reinlich und ich verzweifelt   alles mehrfach abgesucht haben  bleibt mir um

7.45 nur der Anruf beim Gatten mit der Nachricht ich fahre jetzt mit dem Rad (11km)  zur Klinik und nehme mir das Auto, dafür hat er den JackPot und darf nach 24 Stunden ohne Schlaf mit dem Rad nach Hause fahren.

7.46 Anruf in der Schule und  mit schlechtem Gewissen melden, dass ich meine erste Stunde leider nicht schaffen werde, aber mit etwas Glück zur zweiten da bin.

9.00  Romantisches Treffen zweier erschöpfter Eltern auf dem Parkplatz der Klinik und tausch der Vehikel

9.30  Ankunft Schule und der Versuch einen funktionstüchtigen Kopierer zu finden.   Alle sind entweder kapput, haben Papierstau oder schreien nach Wartung 😦

Dann 4 Stunden Unterricht  und immerhin ein Kopierer der mit Streifen meine Entwürfe fürs Abi kopiert.  Für die Kollegen muss es reichen

14.00 Konfernz und mein Lieblingskollege hat sich netterweise verdrückt.  Daher darf ich eine halbe Stunde auf ihn warten./ Zeitgleich darf der Gatte die Kinder einsammeln die sich im Kiga/Schule krank fühlen und dann zu Hause putzmuter durch den Garten toben.

16.00 Uhr Ankuft zu Hause und die Nachricht des Gatten, dass es der Maler geschafft hat unser Treppengeländer in den Keller mit Lösungsmittel und einem Nagel im Stromkabel unter Strom zu setzen 8)

16.05  Die Besichtigung der Gatten zeigt er hat sich beim Renovieren verletzt und selbst verbunden

16.15  Blick auf den Kühlschrank eine neue Terminliste aus dem Kiga mit 7! neuen Terminen aber zum Glück nur 3x mit Elternbeteiligung.

16.30  Kaffeetrinken auf der Terrasse und gegeneitiges Wunden lecken

16.45  Die Erkenntnis, dass wir morgen einen super Planungsfehler in der Zeitplanung haben.  Handwerker kommen zwischen 7 und 8 (also eher halb Neun)  und wir müssen beide um 7.15 weg.  Fr. Reinlich kommt aber erst um 9.00  also telefonieren.

17.00 Uhr Termine mit Kindern und Ämtern in Arbeitsteilung erledigen

18.00 Kinder abfüttern und ins Bett bringen

19.00   Morgen kommt Sperrmüll und daher dürfen wir noch mal eben den Keller ausräumen

22.00 beide Eltern platt und der Beschluss nur noch zu duschen,  ein paar Zeilen für den Blog zu schreiben und dann ab ins Bett

23.30 Der Plan hat mit nur einer Stunde Verspätung geklappt, denn ich habe ja Morgen noch Unterricht und  auch  für die Schwellendidaktik  braucht es ein paar Vorbereitungen

Ein bunter Straus an Reaktionen

Mai 2, 2012

Auf meine Entscheidung  ab Sommer wieder Vollzeit arbeiten zu gehen gab es sehr unterschiedliche Reaktionen  :

Ehemann:  Traue ich dir ohne weiteres zu, wenn du es wirklich willst dann mach es.    🙂

Oma:  Die armen Kinder, werden sie nicht darunter leiden wenn du noch mehr weg bist?

Oma2:  Na ihr habt es ja so gewollt!

Opa:  Du wirst dir das ja gut überlegt haben?!

Opa2:  Muss Muss!

Große Hilfe:  Es wurde aber auch Zeit, alle müssen jeden Tag arbeiten und in die Schule/Kiga  nur du bleibst Mittwochs faul zu Hause 😉

Kollegen männlich:   Schön dann haben wir mehr Luft bei der Unterrichtsverteilung /  Prima dann habt ihr die Kinder ja aus dem Gröbsten raus/ Würde ich auch so machen

Kollegen weiblich: Aber deine Kinder sind doch noch sooo klein, ob du dich da nicht übernimmst?  Wie willst du das denn schaffen?  Na ich habe mich ja bewußt dafür entschieden Zeit für meine Kinder zu haben,  Ich würde es mich nicht trauen  ….

Schulleitung:  Ich freue mich  und wir werden versuchen ihnen mit der Stundenplanung  möglichst entgegen zu kommen 🙂

Team OGS:   Freut mich für sie und wir freuen uns auf ihre Kinder 🙂

 

 

Tipps für berufstätige Eltern

April 27, 2012

1)  Lieferdienst für  Lebensmittel   nutzen

Viele Biohöfe bieten eine Gemüsekiste/Gemüseabo an.   Diese Abos können mit Brot, Käse, Milch, Eiern, Joghurt ….  ergänzt werden und ersetzen so einen richtigen Einkauf.   Wir haben lange jeden Freitag eine solche Kiste bekommen und konnten so entspannt ins Wochenende starten.  Das Abendbrot und die wichtigsten Dinge für 1-2 schöne Wochenendmahlzeiten waren im Haus.   Ich habe mir den stressigen Freitagnachmittag Einkauf mit zwei bockigen Kids gespart.   Unsere Kinder fanden es immer einen spannenden Start zu schauen was diese Woche in der Kiste war.  Wir hatten nämlich immer das Überraschungsbrot und Überraschungskäse.   Einziges Problem im Sommer muss man eine Lösung finden, damit die Milchprodukte nicht zu lange in der Sonne stehen.  Aber wenn man nette Nachbarn, eine Putzfrau hat läßt sich auch dieses Problem lösen.   Im Notfall einfach eine Kühlbox mit Kühlakkus rausstellen, oder die Box direkt am Hof abholen.   Auch ein tolles Event für die Kids.

Bücher,  Kleidung  und Elektrogeräte, Tierfutter  bestelle ich fast nur noch online und lasse liefern.  Der Vorteil die Einkäufe werden bis ins Haus gebracht und ich spare Zeit und Sprit.   Wenn mir wirklich etwas nicht gefällt nimmt unsere Postbotin am nächsten Tag das Paket wieder mit.

Ich bestelle aber möglichst nur bei Versendern die mit DHL (Post) liefern.  Da kann ich die Zeit wann geliefert wird genau einschätzen und unsere Putzfrau nimmt in der Regel die Pakete an.   GLS/DPd/UPS … sind nicht gut für Berufstätige.  Sie kommen  immer zu verschiedenen Zeiten und es gibt keine Möglichkeit das Päkchen einfach abzuholen.

2) Einen guten Vorrat im Keller anlegen

In diesen Vorrat gehören die typischen Lebensmittel die immer zur falschen Zeit ausgehen (Nutella,  Zucker, Milch, Brot, Corn Flakes …)  und einen dann in Stress versetzen. Und natürlich die Basis Produkte für die schnell Küche am Abend (Reis, Nudeln,  TK Gemüse fertig geschnitten…)   Ich kaufe 1x im Monat richtig groß ein und nutze dann auch Sonderangebote unserer „Highlight“ Lebensmittel.     Genauso wie Zahnbürsten (für den Kiga),  Kosmetikprodukten und  Dosen mit Ravioli und Suppen.   So kann ich im Fall einer Grippe,  Stressphase auf der Arbeit oder einfach nur Faulheit   bequem  1-2 Wochen ganz aufs Einkaufen verzichten.

Es lohnt sich auch einen Vorrat an  Geschenken und Karten im Haus zu haben.  Ich habe immer 2-3 Flaschen guten Rotwein,  1-2 Packungen Pralinen,  2-3 Geschenke für Kindergeburtstage und Karten für Geburtstag, Trauerfall und Kommunion/Konfirmation im Haus.

3)  Wenn gekocht wird immer auch für die TK-Truhe mitkochen

Ich koche gerne und für mich ist es am Wochenende Entspannung einen aufwendigen Braten oder eine gute Bolognese Sauce zu kochen.  Ich  produziere immer 3-4 Portionen für die  TK-Truhe im Keller mit.  So kann ich im Notfall ganz schnell ein selbstgekochtes Essen auf den Tisch zaubern.  Schmeckt viel besser wie Dosenfutter und ist gesünder.   Sehr gut zum Einfrieren sind geeignet:

– Lasagne in 1-2 Portionen Stücke geschnitten

– Spagetti Saucen

– Braten mit Sauce

– Creme Bruelee

– Gulasch

– Reis und Nudeln fertig gekocht (müssen nur noch kurz in kochendes Wasser geworfen werden)

– Ochsenschwanzsuppe

4) Wäsche vermeiden  und vereinfachen

Ich habe es nicht geglaubt, aber es gibt wirklich Hemden und Blusen die fast bügelfrei sind.  Diese Modelle kann man, wenn  man sie ordentlich auf einem Bügel trockenen läßt, wirklich fast direkt anziehen oder muss nur noch kurz überbügeln.  Alternativ sind auch Blusen im Knitterlock eine nette Alternative.   Und je kleiner die Kinder sind um so weniger sollte man helle einfarbige Kleidung kaufen.  Muster tolerieren auch mal einen Minifleck.

Für die Kinder möglichst nur bügelfreie Kleidung kaufen und nach dem Waschen ganz gerade ziehen und aufhängen.   Bettzeug auch nur in bügelfreier Qualität kaufen und bei gutem Wetter waschen,  an der frischen Luft trockenen und sofort wieder aufziehen.

Und ganz wichtig immer erst nach dem Frühstück  besser nach dem  alle Kinder das  Haus  verlassen haben   die Arbeitskleidung anziehen.   Beherzigt man diesen Tipp nicht hat man wahlweise Nutella am Rücken oder Milch auf der Jeans.   😦

Als feste Regel  Gartenkleidung (Leggins/Matschhose) festlegen und diese max. 1x  in der Woche waschen.   Kleidung für Kiga  sofort nach dem Heimkommen wechseln und was noch sauber ist für den nächsten Tag sichern.   Dreckige Teile dürfen weiter getragen werden.

In Großstädten gibt es sehr günstige Wasch und Bügelangebote für Hemden/Blusen.  Am besten ein Angebot wählen, dass auf dem Weg zur Arbeit oder einem anderen Pflichttermin liegt.

5)  Keine arbeitsintensiven Anschaffungen tätigen

– Kein Geschirr das nicht spülmaschinenfest ist  oder nicht in die Mikrowelle darf kaufen.

– Keine Spielzeuge die ständig von Eltern repariert/sortiert/erklärt werden müssen kaufen.

– Keine Haustiere   die viel Pflege brauchen (Hund, Vögel …)   Kinder sind auch mit Schnecken oder Fliegen in einem alten Aquarium für ein paar Wochen glücklich und dann ist das Interesse schnell weg.

6)  Termine auf ein Minimum reduzieren

Meine Erfahrung, man sollte nur an den Terminen teilnehmen auf die man sich wirklich freut, oder die dem Kind wirklich wichtig sind.   Alles andere sage ich mittlerweile gnadenlos ab.   Wir gehen  nicht mehr 4x Laterne singen,  3x Eiersuchen und 5x Weihnachtsfeiern.  Ich sehe diese Einladungen mittlerweile als nettes Angebot habe versuche kein schlechtes Gewissen mehr, wenn keine Palmstock bastel.

Pro Kind gibt es max.  einen festen Nachmittagstermin mit Fahrdienst pro Woche.  Und diese Termine sollte man möglichst auf den gleichen Tag legen. Es ist gut  darauf   zu achten, dass die Kinder selbst ihre Freizeit Aktivitäten erreichen können.   Unsere Kinder finden es super, dass sie selbst zum Sport laufen können und sind eher genervt, wenn ich sie zum Musikunterricht fahren muss.

Kinder  die lange im Kiga/OGS s bleiben haben  häufig wenig Interesse noch zusätzliche Angebote zu nutzen.  Unsere OGS bietet so tolle AGs, da sind Kurse weitgehen überflüssig.

Termine besser direkt im Anschluss an Schule/Kiga oder direkt vor dem Abendessen legen.  So bleibt mehr Freizeit für Kinder und Eltern.  Ein Termin mitten am Nachmittag blockiert alles.

7)  Netzwerken

Es ist Gold wert, wenn man andere berufstätige Eltern findet und sich im Alltag unterstützt.   Es sind häufig die Kleinigkeiten die helfen:

– Ein Kind an seinem freien Tag mitnehmen wenn die Eltern Überstunden machen müssen

– Sich bei Fahrten zum Schwimmkurs, Ballett … abwechseln

– Spieldates so legen, dass jeder mal einen freien Nachmittag bekommt.

– Auch mal 2 Kinder zum spielen schicken um so die Kosten für den Babysitter zu sparen

– Ein Kind spontan vom Kiga mitnehmen, wenn die Mama nicht pünktlich sein kann.

Und für mich das beste die Gespräche beim Abholen die einem zeigen, dass man mit seinen Problemen nicht allein steht 🙂

Entscheidungen

April 1, 2012

Nach langem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile gemeinsam mit dem besten Ehemann der Welt,  Familie,  Freunden und im Blog habe ich micht entschieden, ich werde ab dem nächsten Schuljahr das Abenteuer Vollzeit Stelle wagen.   🙂

Den entgültigen Ausschlag hat ein sehr gutes Gespräch mit meiner Schulleitung gegeben, die mir sofort sehr nett entgegen kam und angeboten hat auch als Vollzeit Kraft weiterhin erst zur 2. Stunde anfangen zu müssen.  Das fand ich sehr fair und hat mich in meinem Entschluss bestärkt.   Jetzt bin ich voller Tatendrang und Optimismus für die neuen Projekte ab Sommer.   Klar wird es Tage geben vor allem Mittwochs  wo ich meine Entscheidung verfluchen werde, aber  im Grundsatz ist sie richtig hoffe ich.

Unsere Große Hilfe hat meine Entscheidung mit den Worten: “ Na endlich, ich fand es auch immer unfair, dass alle Mittwochs arbeiten mussten und du frei hattest!“   kommentiert.   Die kleine Hexe hatte meine Ankündigung: “ Ich gehe jetzt jeden Tag arbeiten“  wörtlich genommen und fragte ganz entsetzt zurück, ob wir jetzt kein Wochenende mehr hätten.  Aber da konnte ich sie beruhigen.  Und als dann noch die Ankündigung kam, dass Papa ab Sommer dafür einen Tag in der Woche früher frei hat war es auch für sie ok.

Für unsere Kinder ist es also selbstverständlich, dass wir alle Morgens zur Arbeit / Schule/ Kiga gehen und das finde ich schön.  Genauso wichtig ist es uns aber auch Zeit mit den Kindern zu verbringen und daher sind freie Nachmittage und Wochenenden der eigentliche Luxus.    Ich bin auch Vollzeit spätestens um 15.00-16.00 Uhr zu Hause und dann kommen die Kinder aus der OGS und haben frei, weil alle Hausaufgaben erledigt sind.  Wir haben dann noch genug Zeit für Familienleben und Freizeit.  Und wenn der beste Gatte es wirklich durch bekommt, dass er nur noch 1 Wochenende im Monat arbeiten muss sind auch die Wochenenden wieder berechenbarer.

Wobei heute mal wieder gezeigt wird was es bedeutet ein  Rufdienst Wochenende zu haben.   Er ist heute Morgen um 8.00 Uhr in die Klinik und durfte schon um 17.30 wieder nach Hause um dann um 21.00 Uhr wieder gerufen zu werden und dort sicher noch bis Mitternacht eher länger zu operieren.  Und Morgen früh um halb Acht geht es dann normal weiter.    Und dieses arbeiten auf Abruf macht er jetzt seit Freitag Morgen 😦     In dieser Zeit hat er bis jetzt  Freitag  von 7.30-20.00 Uhr,  Sa von 8.30-22. Uhr und heute bis ???  gearbeitet.    Und sein Verwaltungschef teilt ihm dann Morgen früh wieder mit, dass es ja ein Rufdienst ist, weil eigentlich nur sehr selten arbeit anfällt.      Vielleicht sollte er mal ein Wochenende hospitieren und dann diesen Spruch nochmal bringen.

Eigentlich sind wir ja keine zwei Vollzeit arbeitenden Eltern, sondern mein Mann arbeitet mindestens 1,5 fache Stelle. Wie es zwei Ärzte schaffen sollen Familie und Beruf zu vereinbaren und dabei auch noch ab und zu gemeinsame Freizeit zu haben ist mir persönlich ein Rätsel.

Vollzeit oder Teilzeit

März 26, 2012

Ich habe meinen Blog nicht vergessen, aber im Moment ist beruflich einiges in Bewegung und ich komme kaum zum schreiben 😦    Aber jetzt brauche ich dringend den Rat von den vielen stillen und aktiven Lesern meines Blogs, denn ich hoffe es sind einige berufstätige Mütter dabei.

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Somewhere over the limit ……

Februar 9, 2012

Der Härtetest für unser neues Betreuungskonzept ist da.   Seit gut 2 Wochen ist hier im Wechsel immer mindestens ein Kind und/oder Elternteil krank.  Nachdem wir ja letzte Woche unseren Freund Noro zu Besuch hatten, ist jetzt seine gute Bekannte  Madame Bronchitis  zu Besuch.     Vielleicht hätte ich nicht so oft sagen dürfen, dass wir bisher einfach gut durch den Winter gekommen sind.

Die Zutaten für eine Super Woche für Berufstätige Eltern:

Man nehme

–  1-2 kranke Kinder am besten im Wechsel

– Mindestens 1 Konferenz oder alternativ ein schöner Elternsprechtag

2-3 Dienste des Gatten im Krankenhaus

Einen Schwimmkurs der 4 von 5 Abenden in der Woche blockiert

– 2 Kindergeburtstage

–  Für Mama wahlweise einen Arzttermin,  Verabredung mit einer alten Bekannten oder Treffen mit Kollegen zum Mittagessen

– und beruflichen Termin  zu einer völlig unpassenden Zeit nach Dienst für den Gatten damit es auch fair zugeht

Wenn man jetzt alles schön kombiniert und erhält man ein lustiges Überraschungspaket das keine Langeweile aufkommen lässt.

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Familienleben ohne APs

September 14, 2011

Wir haben jetzt die ersten Tage ohne  ein AP im Alltag hinter uns gebracht und ich stelle für mich  überraschend fest, dass besonders der Morgen viel stressfreier und ruhiger abläuft.  Ich hatte  für mich besonders die Hilfe am Morgen immer als einen wichtigen Grund für ein AP angesehen und jetzt stelle ich fest, es geht nicht nur ohne, es ist sogar  einfacher.

Ich kann die Kinder dann wecken wenn es mir passt ohne erst Zeiten mit einem AP absprechen zu müssen.  Die Kleidung für die Kids lege ich am Abend vorher raus und kann so auch kontrollieren was sie anziehen.  Sonst hatten wir Morgens oft Stress, weil Kids und AP sich gestritten haben was angezogen wird.   Und selbst wenn ich Abends Kleidung rausgelegt hatte, haben beides es in vielen Fälle gemeinsam ignoriert.

In der Zeit in der sich die Kinder selbst anziehen habe ich genug Zeit den Tisch zu decken und auch hier der Vorteil nicht mehr ständig Streit zwischen AP und Kids zu haben, weil die APs entweder jeden Morgen jedes Teil einzeln abfragen:  „Was möchtest du essen / trinken?“   und dann genervt sind wenn nicht sofort eine Antwort kommt und die Kids genervt sind, weil sie in 9 von 10 Fällen das selbe essen.

Die Kinder nehmen wieder Obst und Vollkornbrot mit in den Kiga und unser Cornflakes Konsum ist deutlich gesunken. Auch hier gab es natürlich einige Debatten mit den Kids, aber jetzt läuft es und wir sind wieder auf einem guten Weg.

Natürlich hätte ich das alles auch schon mit AP selbst machen können, oder mit den APs sprechen, aber erstens wollte ich nicht schon am frühen Morgen ständig dem AP sagen was es alles „falsch“ macht.  Denn dann kann ich es wirklich einfacher und schneller selbst machen.  Und zum Start in den Tag möchte ich für mich und meine Familie Ruhe und Gemütlichkeit und da passen Streit und Stress für mich nicht dazu.  Und es waren ja keine  auch keine riesen Fehler, sondern eher atmosphärische Störungen.  Mir fällt kein besserer Begriff ein.

Es ist häufig schwer einem AP klar zu machen was man von ihm erwartet.  Wir hatten mehrere APs die es einfach konnten den Kids ein gemütliches Frühstück zu machen und dennoch alle wichtigen Dinge zu beachten und andere konnten es nicht. Sie haben sich entweder sklavisch an die Anweisungen gehalten, auch wenn wir immer gesagt haben es darf auch Ausnahmen geben, oder sie haben die Regeln einfach ignoriert und eigene aufgestellt.

Auch hier war mein Gefühl es wurde für beide Seiten immer komplizierter je älter die Kinder wurden.  Bei Babys und Kleinkindern war es ja wirklich jeden Morgen exakt die gleiche Routine.  Da konnte man einen Plan aufstellen und das AP hatte für die nächsten Wochen/Monate eine feste Erwartungshaltung.  Aber mit Schulkindern ist es schwerer, die diskutieren, haben eine eigene Meinung und wollen Aufmerksamkeit und sich reiben.  Und das hat unsere letzten beiden APs eher überfordert.

Auch mein Mann ist positiv überrascht wie selbständig unsere Kinder schon sind und wie schnell wir 4 den Start in den Tag hinbekommen. Auch am Nachmittag genieße ich es jetzt wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.  Ich versuche die kleine Hexe Nachmittags möglichst zu Fuß abzuholen und es macht richtig Spaß mit ihr nach Hause zu laufen und mit ihr über den Tag zu sprechen.  Sie erzählt soviel und ist voller Neugier auf den Umwelt.  Und für die kleine Hexe ganz wichtig, wir können auch wieder mit dem Rad zum Kiga fahren.  Das sind Dinge die unseren Kindern in den letzten 2 Jahren gefehlt haben.   Wobei man fairer Weise sagen muss, ich muss jetzt nur noch 1 Kind aus dem Kiga abholen und das ist deutlich stressfreier als 2 müde und streitende Geschwister nach Hause bringen.

Mir geht es auch nicht darum unsere AP schlecht zu machen, sondern es sind für mich spannend zu beobachten wie sich unser System Familie verändert seit wir ohne AP leben.  Vieles liegt für mich auch daran, dass unsere Kinder jetzt viel selbstständiger sind und wir als Eltern ja auch immer mehr Profis werden.  Auch wir wachsen mit unseren Aufgaben 😉

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie alles begann

August 11, 2011

Jetzt wo unsere Zeit als Gastfamilie zu ende gegangen ist, merke ich, dass ich häufig an unsere Anfänge als AP-Familie denke.  Es ist schon unglaubliche 5 Jahre her, dass wir uns entschieden haben ein AP in unsere Familie einzuladen.   Aber vor dieser Einladung lag eine lange Zeit der Überlegung und des Abwägens ob AP wirklich die richtige Form der Kinderbetreuung für uns ist. Und vor allem eine Zeit in der wir verschiedene andere Betreuungsformen ausprobiert haben.

Als unsere erste Tochter geboren wurde war ich gerade mit dem Referendariat fertig und somit erstmal arbeitslos.  Daher waren wir im klassischen System Wahnsinn  gefangen.  Bei allen Kitas und beim Jugendamt standen wir ganz hinten auf der Warteliste, weil wir ja keinen Bedarf nach Kinderbetreuung hatten.  Als Arbeitslose hatte ich ja Zeit mich selbst um mein Kind zu kümmern.

Das Problem bei Vorstellungsgesprächen war aber, dass neben dem dicker werdenden Bauch, auch die ehrliche Antwort „Ich habe noch keine Kinderbetreuung“ nicht wirklich förderlich wirkte.  Also war die Chance eine Stelle zu finden nicht wirklich toll.  Zum Glück hatte mein Mann wenigstens eine feste und sichere  Arbeit.

Nach der Geburt kam dann bei meinem ersten Besuch mit Baby auf der alten Arbeit das überraschende Angebot meines Chefs ab übernächste Woche wieder für 2 Tage als Elternzeitvertretung einzuspringen.   Dieses Angebot war eingentlich genau was ich gesucht habe.  Nicht zuviele  Stunden und in einem Bereich den ich kannte und der mir sehr viel Spaß machte.  Daher wollte ich diese Chance auf jeden Fall nutzen.     Ich habe also nach kurzem Überlegen zugesagt obwohl ich damals keine Kinderbetreuung hatte.

Zuhause habe ich dann mit meinem Mann erst gefeiert und dann in langen Gesprächen angefangen zu überlegen wie wir die Betreuung für 2x 5 Stunden organisieren könnten.  Zum Glück hatten wir die Untestützung von meiner Mutter, die zur Not die ersten Wochen eingesprungen wäre.   Und auch mein Mann hätte erstmal für ein paar Wochen Urlaub nehmen können. Aber als Dauerlösung war es nicht möglich, da auch die Oma noch berufstätig war und ich mit einer 2 Tage Stelle keine Vollzeitarbeit meines Mannes ausgleichen konnte.

Ich habe also wieder beim Jugendamt / Kita angerufen und mitgeteilt, dass ich jetzt nicht mehr arbeitslos bin und daher „Bedarf“ habe.   Aber leider war unsere Situation immer noch nicht förderfähig.  Denn „Sie müssen ja nicht arbeiten und ein sozialer Härtefall liegt auch nicht vor“  „Wir zahlen ihnen keine Tagesmutter“ .  Ich wollte die TAMU ja auch nicht bezahlt haben, sondern nur eine Adresse von guten TAMÜS die ich selbst bezahlen würde.  Aber auch hier waren alle Plätze voll.

In meiner Verzweiflung habe ich dann meine Hebamme angerufen und sie gefragt, ob sie nicht eine Mutter kennt, die gerne ein paar Euros verdienen möchte und als Tagesmutter für uns arbeitet.  Und sie hatte eine Idee:

Ihr Mann war seit langem Hausmann um ihr ihre Berufstätigkeit zu ermöglichen. Und da ihre Kinder schon aus dem gröbsten raus waren suchte er eine neue Aufgabe.  Er wollte gerne von zu Hause aus als Tagesvater arbeiten.  Ich war ja erstmal skeptisch, aber aus Mangel an Alternativen haben wir uns mit ihm getroffen und ich muss sagen wer war super.  Ich konnte unsere Tochter Morgens vor der Arbeit dort zur Not im Pyjama abgeben und er hat alle unserer Wünsche (Tragen,  Mumi füttern ….) akzeptiert und umgesetzt.  Und am wichtigsten unsere Kleine hat sich dort von Anfang an sehr wohl gefühlt.   Er hat sich super um sie gekümmert und später sogar noch ein zweites Kind  in Tagespflege genommen.

Nach ein paar Monaten war ich dann wieder schwanger und habe dadurch meine Arbeit wieder verloren.  Denn eine tolle Nebebenwirkung von Zeitverträgen ist es eben, dass normale Mutterschutz Gesetzt für sie nicht gelten.  Man kann zwar nicht gekündigt werden, aber es gibt eben auch keinen Anspruch auf Verlängerung.
Da unser Tagesvater  immer mehr Anfragen von Familien bekam und wir ihm erstmal nicht sicher sagen konnten, ob wir ihn nach den Ferien noch brauchen war unser Betreuungsplatz erstmal weg.  😦

In dieser Zeit haben wir dann unser Haus gekauft und sind umgezogen.  Und so war ich dann schwanger mit einem 1 jährigen Kleinkind wieder unfreiwillig als Hausfrau zu Hause.  Und wieder in der gleichen Situation wie vorher.  Keine Arbeit für eine Mutter mit Kleinkind  + Schwanger und keine Betreuung für eine „Nur Hausfrau“.

In dieser Zeit haben wir dann unsere große Tochter in eine private Loslösegruppe gebracht, damit sie zum einen nicht „verlernt“ auch fremdbetreut zu werden und mir selbst zumindest 2x in der Woche einen ruhigen Vormittag für Einkäufe, Arztbesuche …. zu verschaffen.  Aber diese Lösung war sehr teuer und kompliziert und keine Lösung für eine Berufstätigkeit gewesen.

In dieser Zeit kam zum ersten Mal die Idee auf ein AP einzuladen.  Im neuen Haus hatten wir ein Zimmer übrig und ein zweites Bad fürs AP gab es auch.  Daher wurde diese Betreuungslösung auf einmal interessant.  Obwohl ich nach meinem AP-Jahr in den USA immer gesagt hatte ich würde NIEMALS ein AP einladen.

Aber damals habe ich noch nicht gewußt wie schwierig es ist den Alltag mit zwei Kleinkindern U3 und Arbeit unter einen Hut zu bringen.  Aber die Idee war geboren und mein Mann und ich haben angefangen zu überlegen ob wir als Gastfamilie geeignet sind und welche Wünsche und Probleme mit einem AP  verbunden sind.

Flexibilität durch Au-Pair

Mai 31, 2011

Einer der wichtigsten Gründe warum wir uns für ein AP als Kinderbetreuung entschieden haben war die hohe Flexibilität die diese Betreuungsform bedeutet.  Gerade im Notfall oder bei kurzfristigen Änderungen kann auch so eine gute Kinderbetreuung gewährleistet werden.

Soweit die Theorie.  Aber in der Praxis treibt mich Olga gerade mal wieder in den Wahnsinn.  Sie macht zwar ihre Aufgaben nicht wirklich schlecht, aber gerade der Bereich Flexibilität scheint ihr in letzter Zeit nicht mehr zu gefallen.  Dabei haben wir ihn seit Wochen fast nie genutzt.  Aber wahrscheinlich liegt genau dort das Problem.

Klingt unlogisch?  Ich versuche es an ein paar Beispielen zu erklären.

Olga hat laut unserem Arbeitsplan ca. 25-26 Wochenstunden von MO-FR fest  eingeplant.  Die restlichen 3-5 Stunden pro Woche sind für Notfälle (krankes Kind muss am Morgen betreut werden/ gelegentliches Babysitten am Abend/Wochenende) .  So war es auch von Anfang an abgesprochen.  Die letzten Wochen waren unsere Kids zum Glück auch sehr selten krank und Babysitten am Wochenende/Abend war auch die absolute Ausnahme.  Olga hatte seit Weihnachten vielleicht 1x am Wochenende  babysitten müssen.    Diese Termine tragen wir auch immer möglichst früh, spätestens am Sonntag Abend in den Familienkalender ein.    Dort sollte Olga ja auch alle wichtigen Termine eintragen.   Überstunden durch Krankheit der Kinder werden entweder direkt durch einen freien Nachmittag oder in der nächsten Woche ausgeglichen.   Soviel zur  Theorie.

Nachdem die letzten Wochen wie gesagt eher ruhig aus Au-Pair Sicht waren.  Die Kids gesund und häufig am Nachmittag verabredet oder mit sich selbst beschäftigt hatte sie regelmäßig 1-1,5 Stunden früher Feierabend und auch den ein oder anderen ganz freien Nachmittag.  Ist für mich auch völlig ok.  Unser AP muss nicht zwingend auf ihre 30 Stunden kommen.  Wenn die Kids am Freitag Nachmittag eine Geburtstagsparty haben, dann ist eben schon um 15.00 Uhr Wochenende  🙂    Und auch für ihre Vorstellungstermine und Urlaubswünsche waren wir als Familie bereit viele Kompromisse einzugehen und  sogar einen zusätzlichen Babysitter zu bezahlen, damit sie ihre Wunschtermine wahrnehmen konnte.  Obwohl sie nichts vorher mit uns abgesprochen hatte 😦    Aber das ist eben für mich das Verhältniss auf Gegenseitigkeit und ich wollte ihr ja auch nicht die Chance auf ihr FSJ kapput machen.

Tja und letzte Woche war dann wie lange angekündigt eine sehr stressige Woche.  2 Geburtstage,  Konferenzen,  Abiturprüfungen und noch ein Abendtermin mussten unter einen Hut gebracht werden.   Und passend dazu wurde natürlich auch noch ein Kind krank.   Für unser AP bedeutete es also diese Woche würde Überstunden bringen.    Als wir dann am Mittwoch Abend mit ihr planen wollten wie der nächste Tag am besten zu organisieren ist.  Ich hatte den ganzen Tag Prüfungen und mein Mann musst über Nacht im Krankenhaus arbeiten weil dort auch Kollegen durch Krankheit ausgefallen sind kam von Ihr :   “ Das sind aber über 6 Stunden am Tag“    Da bin ich ja innerlich  fast geplatzt.    Ja es waren mehr als 6 Stunden um genau zu sein 7,5  aber erstens hatten wir es lange angekündigt, zweitens hatten wir an diesem Tag wirklich keine Alternative (Omas im Urlaub,  Tanten verhindert) .   Ich kann ja verstehen, dass sie genervt ist wenn sie Überstunden machen muss, aber  es ist eben ihr Job und wir sind ihr die letzten Wochen soviel entgegen gekommen.  Auch an diesem Tag.   Wir haben das gesunde Kind selbst in den Kiga gebracht und ich hatte organisiert, dass unsere Große Hilfe allein nach Hause laufen darf.  Und sie stellt sich genau an diesem Tag so quer.   Und  dann am nächsten Tag die gleiche Nummer.   Mein Mann hatte sie wohl schon vor ein paar Wochen gefragt ob sie gegen extra Bezahlung (30€ für einen Nachmittag + Abend)  auf die Kids aufpassen würde, damit er mir zum Geburtstag einen Theater Abend schenken kann. Sie hat zugesagt. Wie gesagt sie wurde gefragt und wir hätten auch einen anderen Babysitter finden können.  Ihre freie Entscheidung.  Aber als es dann so weit war auch hier nur gemecker.  Ich wollte eigentlich zu Schatzi?  Wann muss ich zurück sein?  Dann eine Stunde vor Beginn der Anruf :“Ich  komme vielleicht ein bischen später“ .  Ok sie war dann doch pünktlich, aber solche Aktionen machen mich mürbe.  Seit sie ihre Zusage für ihr FSJ hat kommt auch ständig die Frage:  „Du musst mir sagen wann ich frei habe“   Aber nachdem ich 2x recht ärgerlich gesagt habe: „Wie immer nach Plan“ ist zumindest da wieder Ruhe eingekehrt.    Da scheint ihr wohl wieder eingefallen zu sein, dass der Plan am Kühlschrank nicht nur Deko ist.  Vielleicht hängt es aber auch mit der gemeinen Frage meines Mannes zusammen „Wann kannst du eigentlich frühstens  dein FSJ anfangen?“  Der ist nämlich auch ordentlich angesäuert.

Denn neben dem Meckern über flexible Arbeitszeiten ist das ignorieren oder „sparen“ von Hausarbeitszeit auch ein beliebtes Hobbie geworden.  Sie hat ja laut Plan jeden Tag 1-2 Stunden am Morgen für Bügeln,  aufräumen und staubsaugen. Aber auch hier wurde die letzten Wochen eher nach dem Motto.  Schnell und oberflächlich gearbeitet, oder geziehlt die Arbeit auf dem Nachmittag verlegt wenn die Kids auch da sind.  An sich auch ok, aber dann erwarte ich auch keine Beschwerden wegen 1x 5 Überstunden pro Woche.  Vor allem hatten wir schon überlegt wie wir die Überstunden ausgleichen könnten. Entweder durch extra Bezahlung oder einen extra freien Tag zwischen den Feiertagen im Juni.  Aber nach der Nummer ist das jetzt erstmal gestorben.

Aber es ist auch unser Fehler.  Wir hätten viel öfter auch Abends ihre Dienste in Anspruch nehmen müssen. Denn die Erfahrung zeigt leider, dass sich APs sehr schnell an generell freie Abende/Wochenenden gewöhnen und es dann als absolute Zumutung empfinden wenn sie doch mal arbeiten müssen.

Das Problem liegt für mich aber auch darin, dass ich nicht wirklich ihr gegenüber ausdrücken kann was mich genau stört. Denn sie macht ja dann ihre Arbeit.  Und es ist eigentlich auch ok, dass sie mal keine Lust hat.  Geht mir ja nicht anders.  Nur lasse ich es nicht so an meinen Schülern und Kollegen aus.  Hoffe ich zumindest

Nachdem also die letzte Woche Stimmungstechnisch deutlich eingetrübt war hat wohl auch Olga gemerkt, dass sie übers Ziel hinaus geschossen ist und bemüht sich jetzt wieder um Schadensbegrenzung.  Zumindest war die Küche gestern so gründlich aufgeräumt wie seit Wochen nicht mehr.

 

Arztfrau als Hassobjekt

Mai 15, 2011

Durch die ungewöhnlich vielen Besucher bin ich auf eine seltsame Diskussion gestossen.

http://bfriends.brigitte.de/foren/was-bringt-sie-aus-der-fassung/174761-arztfrauen-schaltet-der-beissreflex-jedes-ironieverstaendnis-aus.html

Ich habe ja lange überlegt ob ich zu dem Thema auch was schreibe.  Denn ich habe mich ja hier im Blog  auch schon öfter als Arztfrau bezeichnet.   Am Anfang fand ich die Diskussion ja auch noch witzig und spannend, aber je länger sie läuft um so mehr frage ich mich was da eigentlich passiert.

Der Anlass war ja eher banal. Eine Frau  die mit einem Arzt verheiratet ist suchte eine Freundin mit ähnlicher Lebenssituation und hat ihre Lebenssituation mit dem Begriff Arztfrau  umschrieben.  Und das hat offensichtlich nicht nur Diskussionsbedarf geweckt, sondern auch Hass, Neid und Wut.  Ich habe übrigens auch schon mit genau diesem Begriff nach Gleichgesinnten gesucht und werde unter diesem Begriff auch häufig im Internet gefunden.  Es gibt also noch mehr unser Art 😉

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich selbst auch so ein Exemplar bin, aber mir war klar was die Frau meinte.   Ihr ging  es nicht um die Frage ob so was besonderes, höheres oder sonstwas ist, sondern um die Eigenheiten die es in der Regel mitbringt wenn der Partner im medizinischen Bereich arbeitet.  Und viele dieser Punkte kann man leider als Partner eines Mediziners oder auch einer Medizinerin überhaupt nicht oder nur sehr wenig beeinflussen.

1. Die Arbeitszeiten im Krankenhaus und wahrscheinlich auch in der eigenen Praxis sind selten mit denen in vielen anderen Berufsfeldern vergleichbar.  Man hat seinen normalen 8-10 Stundenarbeitstag wie jeder andere auch und dann kommen noch Wochenende, Nacht- und Bereitschaftsdienste oben drauf.  Daher ist ein „normaler“Arzt häufig 60-80 Stunden in der Woche nicht für seine Familie verfügbar.  Ich bezeichne mich deshalb auch gerne mal als „Teilzeit Alleinerziehend“.    Klar auch Krankenschwestern, Rettungsdienstler, Gastronomen kennen Wochendend und Feiertagsarbeit und können das nachvollziehen.  Es geht auch nicht darum andere Berufe abzuwerten. Es geht einfach um die „Nebenwirkungen“ die ein bestimmter Beruf für die Familie oder Partnerschaft hat.

Ich mache aber auch häufig die Erfahrung, dass viele Bekannte nicht wirklich verstehen warum mein Mann so oft nicht zu Hause ist oder nicht einfach mal einen bestimmten Tag am Wochenende/Abend frei hat.   Denn genau da liegt ja das Problem er arbeitet seine normale 40 Stundenwoche + 8-14 Dienste im Monat.

2. Die Vorurteile Arzfrau/Arztfamilie  = reich,  was besseres,  elitär, leben wie im Groschenroma  sind erschreckend häufig auch bei jüngeren noch vorhanden. Ich bin schon mehrfach als „Frau Doktor“ obwohl mein Mann gar keinen Doktor hat 😉  angesprochen worden.   Wie soll man auf  so was reagieren. Ich versuche immer klar zu machen, dass wir auch nur eine normale Familie sind die genau wie andere auch versucht ihren Alltag zu meistern.   Und die Reaktion der Leute war gleich, egal ob ich zu der Zeit Hausfrau war oder jetzt als Akademikerin arbeite.   Aber das Problem haben meiner Meinung nach die anderen und nicht ich.   Auf der anderen Seite gibt es sowas doch in vielen Bereichen.  Vorurteile sind nicht toll, aber nicht zu leugnen.   Wer uns näher kennt weiß, dass wir so ziemlich das Gegenteil der Groschenromane sind.

Aber eine Arztfrau  = Frau mit einem Arzt verheiratet bin ich , ob ich will oder nicht.  Die Wertung bringen andere oder ich selbst wenn ich es ständig betonen würde hinzu.

Dann kam dort noch die Frage auf, ob man sich über den Beruf seines Partners identifizieren darf, muss, soll.

Identifiziere ich mich über meinen Mann?  Ich würde sagen ja und nein.   Wir sind ein Paar und haben gemeinsam in den letzten 16 Jahren unser Leben so wie wir es jetzt führen aufgebaut.  Und ja ich bin stolz auf das was mein Partner erreicht hat. Aber er ist genauso stolz auf meine Erfolge. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt und jeder hat auch schon zurückgesteckt um dem anderen den Rücken für Examen, Prüfungen und wichtige berufliche Schritte frei zu halten.  Das hat aber nichts mit fehlender Emanzipation zu tun, sondern mit unserem Verständnis von Partnerschaft.  Und das hat schon gar nichts mit dem Arzt sein zu tun.  Er ist halt Arzt geworden.  Als wir uns kennen lernten waren wir beide Schüler. Und hätte er sich anders entschieden wäre ich jetzt vielleicht die Frau eines Goldschmieds,  Mathematikers oder Handwerkers und auch mit diesen Berufen würde ich mit identifizieren. Weil dann diese Arbeit Teil meines Lebens ist.  Mein Mann muss ja auch damit Leben ein „Lehrergatte“ zu sein und alle Vorurteile über diesen Berufsstand zu ertragen 😉

Und ob ich möchte oder nicht natürlich prägen unsere Berufe auch unsere Persönlichkeit und unseren Lebensstil.  Wir leben nicht wie im Groschenroman, aber natürlich geht es uns finanziell besser als einer Familie in der nicht beide gut bezahlte Arbeit haben.    Es gibt Unterschiede und die kann man nicht einfach ignorieren.  Ich hoffe aber, dass ich nie vergesse wie priviligiert wir leben. Auch wenn wir dafür an anderen Stellen (Freizeit,  Familienleben,  lange Studienzeit mit wenig Geld) auch zurück gesteckt haben.  Und Angeberei oder bewußtes Prahlen hat nichts mit dem Arztberuf oder Akademiker sein zu tun.  Das hat was mit Charakter und Einstellung zu tun.

Ich beurteile Menschen aber doch nicht nach ihrem Einkommen. Für mich sind Persönlichkeit, Ehrlichkeit und Charakter viel wichtiger.  Und zum Glück haben wir einen sehr bunten Freundes und Bekanntenkreis.  Da spielt es eine eher untergeordnete Rolle welchen Beruf man hat.

Der beste Ehemann der Welt

November 3, 2010

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BEMÜs und GLÜMÜs

Oktober 27, 2010

Ich habe gelernt es gibt BEMÜs  : Berufstätige Mütter und GLÜMÜs : Glückliche Mütter.

Beim ersten Mal habe Ich gelacht, aber dann bin Ich wütend geworden. Denn erstens bin Ich nicht eins von beiden, sondern wenn schon eine BEGLÜMU :  Eine berufstätige und glückliche Mutter.  Aber es zeigt sich auch hier mal wieder es gibt nirgends soviel Neid und Missgunst wie zwischen Müttern/Frauen.

Warum darf eine glückliche Mutter nicht berufstätig sein und warum sind alle nicht berufstätigen Mütter automatisch glücklich?  Wie kommt man überhaupt auf so blöde Begriffe?

Was ist überhaupt eine berufstätige Mutter? Spricht man auch von berufstätigen Vätern?  Nein, genau weil es nämlich für die normal ist Familie und Arbeit zu haben. Nur als Frau darf Ich mich egal wie Ich mich entscheide rechtfertigen.  Will Ich aber nicht.

So dass musste jetzt einfach mal raus.

Heute bin Ich mal unser Au-Pair

Oktober 12, 2010

Heute bin Ich das Au-Pair 🙂

Olga hat ja eine Woche Urlaub und das bedeutet, dass ihre Aufgaben diese Woche an Mir und dem besten Gatten hängen bleiben. Aber für mich auch immer eine gute Gelegenheit um mal wieder zu überprüfen ob die Routine und Aufgabenstellung noch aktuell und in der gedachten Zeit machbar sind.

Also bin Ich heute Morgen aufgestanden und habe die beiden Damen ganz allein fertig gemacht.  Das klappt besser als gedacht, aber wir haben ja auch 1 Stunde länger schlafen dürfen und daher alle deutlich bessere Laune als um 6.20 Uhr.

Der Weg zum Kiga mit zwei  faulen Kleinkindern ist immer noch keine leichte  extrem anstrengende Aufgabe. Denn die Damen schaffen es entweder in negativer Wap Geschwindigkeit zu schleichen, oder sich bei Wettläufen permanent zu streiten.  Aber manchmal hat Frau auch Glück. Dann hilft die große Schwester der kleinen über die Straße und die kleine sagt ganz lieb danke.  Oder beide stehen verträumt unter einem großen Baum und bewundert die bunten Blätter.  Aber dafür wird man auf dem Rückweg mit einem schönen Spaziergang und Zeit zum Nachdenken belohnt.

Das Zuhause aufräumen und bügeln Programm hat mich ja am wenigsten gelockt, aber es gehört eben auch dazu.  Ich habe also laut Musik angemacht und innerhalb von 45 Minuten war die Wohnung aufgeräumt und gesaugt.  Wir liegen also zum Glück im Rahmen, auch wenn ein Au-Pair wahrscheinlich ein bischen länger braucht.

Und dann kommt der Teil des Vormittags um den Ich unsere Au-Pairs am meisten beneide. Ich habe 2-3 Stunden ganz frei. Das ganze Haus für mich allein.  In dieser Zeit kann man in Ruhe Zeitung lesen, mit der besten Freundin telefonieren,  einen Blogbeitrag scheiben ……   Das dumme ist nur, man kann diese Zeit nur dann wirklich schätzen, wenn man sie nicht mehr immer hat.   Als Ich damals Au-Pair war, habe Ich auch Morgens frei gehabt und was habe Ich gemacht. Gemeckert !!!!!!!   Es wäre sooooo viel schöner Abends früher frei zu haben, es lohnt sich gar nicht für 3 Stunden irgendwo hinzufahren ….  Gut  das meine Gastmutter kein Deutsch konnte.

Das kochen für die Kinder gehört dann wieder zu den Highlights und die Nachmittagsgestalltung ist ja auch sonst regelmäßig mein Revier.  Also bisher kommen wir gut ohne Au-Pair klar, aber nur weil wir wissen, dass sie in 5 Tagen wieder da ist.  Denn der Gatte und Ich haben bestimmt schon 4x gedacht, jetzt wäre es sooooo praktisch wenn wir Olga mal eben kurz bitten könnten zu helfen.

Und den Kindern fehlt sie auch. Die kleine Hexe ist seit ihrer Abreise total durch den Wind. Sie ißt wenig und wirkt total gereizt.  Sie behauptet zwar es liegt daran, dass sie unser letztes AP vermisst, aber die Kleine Hexe war auch noch nie wirklich gut darin offen über ihre Gefühle zu sprechen.  Aber für unser AP ist es ein riesen Kompliment. Sie ist gerade mal 2 Monate da und schon wird sie von den Kids als Teil der Familie gesehen.

Für die große Hilfe hat die Au-Pair lose Zeit auch ein gutes. Gestern hat sie mich überredet sie für 15 Minuten allein zu Hause zu lassen. Ich habe die kleine Hexe noch mal in den Kiga gebracht und sie wollte unbedingt ihr Puzzle allein zu ende machen. Nach einigem zögern und überlegen ob sie mit ihren 5.5 Jahren für sowas wirklich schon alt genug ist, habe Ich es gewagt und es hat zum Glück alles gut geklappt. Als Ich nach 11 Minuten wieder zurück war, habe Ich ein vor Stolz platzendes Kind gefunden.  Tja manchmal muss man seine Mama Ängste auch überwinden und den eigenen Kids vertrauen.  Sie werden ja sooooo schnell groß.

Besuch Gasteltern und Au-Pair

Oktober 7, 2010

Gestern Abend war seit langem mal wieder eine sehr gute und alte Freundin zu Besuch. Wir sehen uns nur 2-4x im Jahr persönlich und haben uns schon lange auf den gemeinsamen Abend gefreut. Meine Schwester hatte spontan auch noch Zeit und so stand einem Mädels Abend + Gatten nichts im Weg.

Unser Au-Pair hat dann gestern Abend nach einer freundlichen Bitte, ob sie nicht die Kinder fürs Bett fertig machen kann, ganz selbstverständlich nach dem gemeinsam Essen die Küche aufgeräumt und die Kinder ins Bett gebracht. Ich war Ihr so dankbar. Denn so hatte Ich 1-2 Stunden mehr ruhige Zeit mit meinen Mädels. Diese Abende sind ja leider selten und rar geworden.

Ich hatte ja schon ein bischen schlechtes Gewissen mich so von ihr „bedienen“ zu lassen. Aber auf der anderen Seite würde Ich es ja für Sie auch machen, wenn sie z.B. Besuch von ihrer Familie bekommen würde. Daher habe ich das schlechte Gewissen nach Hause geschickt und den Abend genossen.

In ähnlichen Situationen haben unsere bisherigen APs von sich verkriechen und bis zum nächsten Morgen nicht auftauchen,  heimlich aufräumen, den ganzen Abend daneben sitzen und sich bedienen lassen  alle Variationen gezeigt. Daher bin ich über diesen gelungenen Abende auch doppelt froh.   Ich habe aber auch gelernt meine Bitte freundlich aber bestimmt zu äußern. Beim ersten AP hätte Ich mich nicht getraut zu fragen, beim zweiten war es nicht nötig und bei einer anderen nicht möglich, da sie zu solchen Anlässen immer verschwunden war.

 

Brauchen wir noch ein Au-Pair?

Oktober 3, 2010

Brauchen wir ein Au-Pair im nächsten Jahr?

Hier haben der Gatte und Ich schon seit einigen Wochen immer wieder hin und her überlegt. Die große Hilfe kommt im Sommer in die Schule. Somit wird sich unser Familienleben deutlich verändern und wir haben verschiedene Modelle durchdacht:

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Vereinbarkeit Familie und Beruf im Praxistest

September 3, 2010

Die erste Woche Alltag liegt hinter uns. Nach 6.5 Wochen Ferien fällt es allen wieder schwer zurück in den Alltag zu starten. Die Kinder müssen wieder jeden Morgen um 6.20 aufstehen und unser Au-Pair ist jetzt viel häufiger allein mit den Kindern und auch allein verantwortlich.  Und sie ist eine riesen Hilfe.

Aber trotzt dieser tollen Entlastung 100 Erledigungen müssen wieder am Nachmittag oder Wochenende gemacht werden und die 30 Stunden Au-Pair Arbeitszeit sind so schnell weg, wie ich es mir am Anfang nie vorstellen konnte. Es müssen Lebensmittel, Kleidung und Schuhe für 5 Personen eingekauft werden. Arzttermine gemacht und wahrgenommen werden, Geburtstagsgeschenke gekauft werden, Bankgeschäfte erledigt und die häusliche Ablage vor dem totalen Chaos bewahrt werden.  Das Au-Pair braucht Hilfe beim Sprachkurs, Freizeitaktivitäten, Heimweh oder Liebeskummer.  Das soziale Umfeld braucht Hilfe beim Renovieren, ein ruhiges Gespräch über Liebeschaos, Hilfe beim Examen oder Ich habe selbst einfach Lust mal wieder in Ruhe mit einer Freundin einen Kaffee zu trinken oder zumindest zu telefonieren.

Was mich in den Wahnsinn treibt sind kurzfristige Änderungen im System. Da hat man gerade nach langen basteln die Termine der Kinder, des Au-Pairs und den eigenen Stundenplan in ein funktionierendes und für alle tragbares Gleichgewicht gebracht, da ändert der Turnverein seine Zeiten.  Toll jetzt ist das Kinderturnen am freien Nachmittag unserer Olga und direkt nach dem Turnen im Kiga.  Also kann die große Hilfe jetzt 2 Stunden am Stück turnen und die Kleine Hilfe gar nicht, da sie keiner vom Kiga zum Turnen bringen kann. Ich bin noch arbeiten und unser Au-Pair auf dem Weg zum Sprachkurs.  😦

Oder der Kiga hängt alle wichtigen Infos immer erst um 9.00 Uhr raus. Sieht man ja beim Abholen am Mittag außer man arbeitet und kommt erst am Nachmittag wenn alles gelaufen ist.

Mein Stundenplan ändert sich auch noch mindestens 2-100x bis nach 3 Wochen dann ein endgültiger Plan steht.  Aber da kann ich mich nicht beschweren, unser Stundenplaner ist ein Engel. Er hat bisher eigentlich immer zu unseren Gunsten umgestellt.

Ich glaube viele Leute sehen gar nicht, wie durchgeplant der Alltag einer Familie ist, in der 2 Erwachsene arbeiten und 2 Kinder nicht nur betreut, sondern auch noch Termine und Spieldates koordiniert werden müssen.  Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht auf meinem Wochenplan auch viel einfacher aus als in der Realität.

Manchmal frage Ich mich wie ich das in den letzten Jahren eigentlich hinbekommen habe.  Ich denke ein toller Ehemann der immer seinen Teil der Familienarbeit übernommen hat, tolles Au-Pairs, eine gute Familie (Omas und Tanten) die im Notfall eingesprungen sind und ganz viel Humor haben uns meistens gerettet.  Meine Bewunderung gebührt allen, die es alleine schaffen müssen.  Ich glaube dann hätte ich schon längst kapituliert.

Wenn Ich mir etwas wünschen dürfte:

Kinderbetreuung, die auch ein bischen an uns Eltern denkt die arbeiten müssen.  Infos vielleicht per E-Mail und auch mal Elternaktivitäten zu Zeiten die auch Arbeitende Mütter/Väter schaffen können. Keine bösen Blicke wenn man Morgens in Eile ist, weil die Öffnungszeiten eben nicht perfekt zum Arbeitsplatz und der Fahrzeit dorthin passen.

Freizeitangebote für Kinder die nicht alle um 14.00 Uhr anfangen.  Ich finde es unfair, dass meine Mädels nicht am Ballett und Turnen teilnehmen können, nur weil Ich arbeiten muss.  Und ein drittes Auto kaufen, damit unser AP die Damen den ganzen Nachmittag fahren kann will und kann Ich mir nicht leisten. Unsere Musikschule ist ein tolles positives Beispiel. Sie ist in den Kiga integriert. Man muss die Kinder nicht hinbringen und abholen und so können alle daran teilnehmen . Wenn es jetzt noch die Möglichkeit für sozial schwache gäbe kostenlos oder verbilligt teilzunehmen perfekt.

Ein paar Ersatznerven, damit ich auch nach einem vollen Arbeitstag nicht gestresst und entnervt nach Hause komme. Meist schaffen es die Kinder zwar mich schnell abzulenken, aber einfach mal erst einen Kaffee trinken und durchschnaufen klingt auch gut.

Wie läuft es bei anderen Mamas und Papas die arbeiten? Was sind eure Wünsche und Hilfen?

Arbeitspläne

August 23, 2010

Jetzt haben wir den Honeymoon der Au-Pair Zeit nach gut 2 Wochen hinter uns gelassen und es wird Zeit den normalen Alltag einziehen zu lassen.  Ich habe zwar noch eine Woche Urlaub, aber Ich merke, dass es Zeit für klare Arbeitszeiten und Aufgaben wird.  Bisher hat Olga fast immer den ganzen Tag mit uns verbracht, aber eben auch viele kleine Auszeiten genommen wann es ihr zu passen schien.  Das war für uns super, weil sie so unsere ganze Routine von Morgens – Abends mitbekommen und viel Zeit mit den Kindern verbracht hat.  Aber es hatte auch den Nachteil für beide Seiten, dass nie ganz klar war ob sie jetzt arbeitet oder nicht.

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Hausputz

Juli 6, 2010

Wir haben eine neue Putzfrau. Und bisher habe ich echt ein gutes Gefühl.   Sie ist heute zum 2. Mal da und bisher hinterlässt sie strahlend saubere Räume.  Sie denkt mit und findet alle „Faulstellen“ in unserem Haushalt.

Heute sollte sie das TV Zimmer putzen und machte sofort den Vorschlag, auch die Gardinen zu waschen und die Gläser im Glasschrank mal durch zu spülen.  Und jetzt glänzt unser Heimkino. 🙂

Als nächstes nimmt sie sich das Au-Pair Bad vor.  Und das ist harter Tobak, denn dort klebt der Kalk von 11 Monaten. Unser Au-Pair macht ihr Bad zwar sauber, aber der Kalk ist ihr Feind. Sie wischt nur leicht über die Waschbecken, WC und Dusche. Aber Wände und Armaturen sehen gruselig aus.  Bin gespannt ob ich unser Bad gleich wieder erkenne.

Kann es noch gar nicht fassen, dass wir so ein Glück haben und diese Putzfee in der Nachbarschaft gefunden haben.  Bis zu den Ferien darf sie jetzt 1x die Woche kommen und die ganzen Baustellen aufarbeiten, die wir im Laufe der letzten Monate angehäuft haben und dann ist der Plan, dass sie alle 14 Tage kommt und sich an die „Großen Aufgaben“ macht.  Fenster putzen, Bäder grundreinigen, Keller sauber machen,  Parkett pflegen, Küche und Speisekammer aufräumen und sauber machen. Eben all das was definitiv keine Au-Pair Aufgabe ist und wofür mir die Zeit und Lust fehlt.

Der Plan ist, sie immer Freitags kommen zu lassen. Dann kann unser Au-Pair die Kinderzimmer gründlich aufräumen und staubwischen und die Putzfee kann danach staubsaugen.

Und unser Au-Pair kann ihr helfen und den ganzen Kinderkram der sich im Laufe der Woche in der Wohnung verteilt wieder an seinen Platz bringen.  Denn staubsaugen und staubwischen wird weiter Au-Pair Aufgabe bleiben.

Drückt uns die Daumen, dass es auch weiterhin so gut läuft. Denn eine gute Putzfee ist schwer zu  finden.

Familien ABC (Überarbeitete Version)

Juni 25, 2010

Danke für eure Tips. Habe das Wochenende genutzt um eure Vorschläge einzuarbeiten.

Ich bin ja seit unserem ersten Au-Pair dabei unseren Au-Pair Ordner zu perfektionieren. Und ein wichtiger Teil ist für mich unser Familien ABC.  Hier habe ich die wichtigsten Punkte möglichst kurz zusammen gefasst. Vieles wirkt vielleicht seltsam, aber es ist aus Erfahrung entstanden.  Z.B.  Lüften auch im Au-Pair Zimmer. Man glaubt gar nicht wie es stinkt, wenn seit 3 Wochen nicht gelüftet wird.

Ein weiterer schwieriger Punkt sind die Familienregeln.  Wie streng formuliert man Dinge wie Internetnutzung, Gäste usw.  Man möchte ja als Familie nicht als Kontrollfreak da stehen.  Aber auf der anderen Seite müssen wir die Kosequenzen tragen wenn von unserem Internet Account illegale Downloads gemacht werden oder 10 „Freunde“ des Au-Pairs unser Haus verwüsten, weil wir ja erlaubt aben Gäste einzuladen.  Ist uns zum Glück nicht passiert, kenne ich aber als Schilderung einer „tollen Party“ eines unserer Ex Au-Pairs.   

Ich bin auf eure Rückmeldungen sehr gespannt. Habt ihr auch solche Ordner?  Welche Punkte sind euch wichtig?   Was fehlt eurer Meinung nach?  Wie wirkt es auf Au-Pairs?

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Au-Pair und Putzen

Juni 16, 2010

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Briefe ans Au-Pair 2 Warum brauchen wir ein Au-Pair

Juni 9, 2010

Liebes Au-Pair

Ich freue mich schon, wenn Du im Sommer kommst. Denn auch wenn die große Hilfe und die kleine Hexe  immer älter und selbstständiger werden wird es auch im nächsten Jahr viele kleine und große Situationen geben in denen wir ohne Dich nicht funktionieren würden.  Ich komme auf dieses Thema, weil mich heute die Kindergärtnerin von der kleinen Hexe gefragt hat warum wir überhaupt noch ein Au-Pair haben.  Und da habe ich kurz überlegt und ihr dann ganz viele „Kleinigkeiten“ und Situationen genannt die ohne Au-Pair nicht oder nur schlecht funktioniert hätten.

Typische Situationen in denen wir dich brauchen werden sind die kleinen Notfälle und Alltäglichkeiten. (more…)

Papa Tag

April 22, 2010

Morgen ist bei uns Papa Tag.  Ich habe einen ganztägigen Klassenausflug und unser Au-Pair kommt auch mit. Das ist möglich, da der beste aller Gatten mal wieder Hausdienst hat. Das bedeutet er ist seit heute Morgen in der Klinik und kommt dann Morgen gegen Mittag nach Hause. Nach einer  kurzen Pause wird er dann die beiden Damen aus dem Kiga abholen und den Nachmittag und Abend mit den beiden verbringen. Denn ich komme wahrscheinlich erst gegen 20.00 – 21.00 Uhr wieder zurück.

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Omas und Au-Pairs

Februar 26, 2010

Als wir unser erstes Au-Pair eingeladen haben dachte ich es sei für das Au-Pair eine tolle Hilfe, wenn die Oma auch da ist und die beiden sich die Arbeit teilen können. Aber nach jetzt 5 Au-Pair kann ich sagen diese Idee war ein Irtum. Es ist keine Hilfe es macht alles nur viel komplizierter.

Warum?

Weil unsere Oma ihre Enkel so sehr liebt , dass sie zum einen dem Au-Pair (genau wie jedem anderen „Fremdbetreuer“ ) mit 110% Skepsis gegenüber steht und zumindest am Anfang aus Prinzip alles furchtbar findet was die Au-Pairs machen und vor allem natürlich die Tatsache, das die eigene Tochter ihre Kinder einem wildfremden Menschen überlässt.

Weil die Oma zweitens zwar ganz genaue Vorstellungen darüber hat was das Au-Pair wann wie und wo  machen soll, aber sich nicht traut es ihr auch zu sagen. Weil A) das Au-Pair die Oma bestimmt nicht versteht und B) das ja Aufgabe der nicht anwesenden Tochter ist. 

Weil die Oma nach ein paar Wochen/Monaten zwar weniger Sorge um die Enkel, aber dafür rasend eifersüchtig auf das Au-Pair wird. Hinterher haben die Enkel ja noch ein besseres Verhältnis zum Au-Pair als zur Oma. 

Weil Au-Pairs sobald sie Omas/Tanten/Eltern sehen eine deutliche Fluchtneigung entwickeln. Sprich sie wissen nicht mehr ob sie jetzt noch arbeiten sollen/müssen oder vielleicht sogar stören.

Weil Au-Pairs gerade am Anfang gegenüber anderen Verwandten sehr reserviert und zurückhaltend sind und so oft den Eindruck vermitteln sie hätten kein Interesse oder sprech kaum Deutsch.

In der Praxis führt das dazu, dass man als Gasteltern von der Arbeit kommt und eine fix und fertige Oma mit zwei Kindern vorfindet, die sich beschwert, wie anstrengend der Tag war und unser Au-Pair ja nichts richtig macht. Und ein Au-Pair, dass genervt in ihrem Zimmer sitzt, weil es die Aussage der Oma „Du kannst auch mal  nach oben gehen“ so verstanden hat, dass sie auf Abruf sitzt und somit nicht anderes machen kann.  Die Oma sich aber nicht getraut hat sie um Hilfe zu bitten und findet das Au-Pair müsste doch sehen, dass sie Hilfe braucht.

Wobei man schon merkt, dass auch die Omas Au-Pair erfahren werden. So langsam gehen sie offener auf die Mädels zu und sie geben sogar zu, dass die befürchteten Schäden bei den Enkeln nicht eingetreten sind. Sie stellen sogar fest, es scheint den Kinder nicht zu schaden und sie entwickeln sich überraschend gut.  🙂

Ach ja eins unserer  Au-Pairs hat es übrigens sehr schnell ins Herz der Oma geschafft. Sie war so ein offener und fröhlicher Mensch, dass selbst die ängstlichste Oma kein Haar in der Suppe finden konnte. So wird jetzt jedes neue Au-Pair bei uns mit dem Satz zur Kenntniss genommen. Schade, dass ihr nicht wieder ein AP wie  XY gefunden habt.

Vereinbarkeit Familie und Beruf Utopie und Realität

Februar 4, 2010

Das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf ist ein Thema faszinierte mich schon im Studium damals noch rein theoretisch.  Ich habe meine Examsarbeit über das Thema geschrieben und viel über das Thema gelesen und nachgedacht.  Und ich war überzeugt, dass Mann/Frau mit der nötigen Planung beides ganz gut schaffen kann. Manchmal muss ich schmunzeln wenn ich meine meine Ideen von damals lese. In der Theorie ist alles immer recht einfach.

Es klappt auch in der Realität, aber manches Mal beneide ich heimlich die Elternzeitmamas , einfach um ihre vermeintliche zeitliche Freiheit.  Und zwar immer dann, wenn ich mal wieder nicht ins System passe oder unser sorgsam geplantes Betreuungsnetz in sich zusammen fällt.  Ich fühle mich nämlich manchmal in beiden Systemen wie ein Alien. Die Vollzeitmamas sind  oft freundlich reserviert und auf der Arbeit schauen mich die Vollzeitkollegen wie ein exotisches Wesen an.  Aber vielleicht bin ich ja auch ein bischen zu empfindlich.

Weil:

– Der Kiga alle Mütterevents immer auf die Vormittage legt. Und nie in die Schulferien. So verpasse ich regelmäßig die Musikaufführungen, Müttertreffen und Spielgruppen.  Am Nachmittag laufen dann Veranstalltungen für Väter und da sind häufig Mütter nicht erwünscht. Beispiel Babyschwimmen.

– Verabredungen mit anderen Kindern schwierig sind, da sie normalerweise beim Abholen vor dem Mittagessen getroffen werden. Ich/Au-Pair kommen aber erst nach dem Essen und dann ist alles schon gelaufen.

– der Kinderarzte am liebsten nur Termine am Vormittag hat und die liebe Sprechstundenhilfe nicht versteht warum ich nur 1x in der Woche Morgens kann.

– die Kinder morgens betteln ob ich nicht auch mal zu Hause bleiben kann um mit ihnen zu spielen und mein Mamaherz blutet.

– Ich mal wieder den „natürlichsten“ Vorgarten der ganzen Siedlung habe, weil ich seit Wochen nicht dazu komme ihn mal wieder richtig in Ordnung zu bringen.

– Mich ältere Kolleginnen aber niemals Kollegen  mit ihren Theorien über vernachlässigte Kinder beglücken die schon mit 2 Jahren fremdbetreut werden und wie wichtig es war, dass sie damals lange zu Hause geblieben sind.

– meine Unterrichtsvorbereitung mal wieder Schwellendidaktik ist, weil die Kinder den ganzen Tag die Mama brauchten und am Abend auch erst viel zu spät eingeschlafen sind.

– Konferenzen, Termine bei uns in der Schule immer möglichst kurzfristig bekannt gegeben werden, oder gerne auch noch mal kurzfristig umgelegt.

– Der Kiga den dritten Tag dieses Jahr die Betreuung früher oder ganz einstellt und somit auch alles wieder umgeplant werden muss.

– 100 Möglichkeiten bestehen sich im Kindergarten einzubringen für die mir aber leider häufig die Zeit fehlt.

Aber ich bin auch realistisch genug zu sehen, dass es sicher 100 andere Situationen gibt in denen mich dieselben Mamas um meine Möglichkeiten beneiden. Und mir fallen eben auch genug Gründe für die Arbeit ein.

– Unsere Familie hat durch zwei Einkommen viel mehr Sicherheit. Es ist für beide Partner ein gutes Gefühl, dass man nicht allein für alles verantwortlich ist.

– Wir können uns den Luxus  eines Au-Pair  leisten auch so auch als Paar allein etwas unternehmen.

– Unsere Kinder sind  früh selbstständig und gehen offen und neugierig auf neue Menschen zu.

– Wir können uns ein Haus mit großem Garten leisten. Platz ist mit Kindern  Luxus.

– Ich kann meinen Kinder Musikschule, Ausflüge, Urlaube ermöglichen, die von einem Gehalt so sicher nicht bezahlbar sind.

– Ich liebe meinen Beruf und gehe meistens einfach gerne arbeiten.

– Es ist toll auch mal nicht nur über KKK Kinder Küche Klatsch zu reden.

Fazit:

Vereibarkeit klappt wenn die Rahmenbedingungen stimmen und man bereit ist Kompromisse einzugehen.

– Man braucht eine gute Kinderbetreuung am besten mit doppeltem Boden.

– Man muss sich eingestehen, das Frau wenn sie nicht Superwomen ist Hausarbeit, Familienzeit/Erziehung und Erwerbstätigkeit nicht  allein 100 perfekt erledigen kann. Delegieren und Abstriche machen ist notwendig.  (Bei mir ist die Priorität ganz klar Kinder/Beruf vor Haushalt)

– Eine Umgebung die einen unterstützt oder zumindest keine Knüppel zwischen die Beine wirft. Denn das chronisch schlechte Gewissen haben wir Mütter glaube ich doch genetisch eingebaut, da brauche ich keine Nachbarn, Großeltern, Kollegen, Kigadrachen …. die da noch dran schrauben.

– Eine Gesellschaft die Kinder nicht nur als Kosten/Risikofaktor sieht, sondern als normaler Teil des Lebens der eben genauso dazugehört wie vieles andere auch. Und wenn das so ist, dann fühle ich mich als berufstätige Mutter vielleicht auch nicht mehr so „zwischen allen Welten“.

All das ist mir persönlich 1000x mehr wert als irgendwelcheund  Herdprämien, Bildungsgutscheine oder Erziehungs- Elterngeld Zahlungen. Natürlich hätte ich mich gefreut wenn ich auch was davon bekommen hätte, aber das alles hätte meine Lebensplanung oder die Entscheidung für Kinder nicht wirklich beeinflusst.  Einzig die Vätermonate des Elterngeldes sind finde ich eine tolle Sache, da so auch die Väter die Möglichkeit bekommen ihren Teil am Familienleben zu haben ohne gleich die Familie in finanzielle Nöte zu stürzen.

Au-Pair und Feminismus

Februar 3, 2010

Mir ist heute mal wieder ein alter Ordner aus Uni-Zeiten in die Hände gefallen und dort fand ich Unterlagen aus einem Seminar zur Ausbeutung von Frauen durch Frauen. Das Au-Pair Verhältnis wird dort auch problematisch dargestellt. Und irgendwie stimmt es auch was dort steht. Ich befreie mich von Hausarbeit und Erziehungsarbeit indem ich einer anderen Frau eher wenig dafür bezahle, diese Aufgaben zu übernehmen um selbst gutes Geld verdienen zu können.   Denn mal ehrlich es ist wenn Frau/Mann es sich leisten kann viel einfacher die Hausarbeit an Dritte zu delegieren, als sich mit dem Partner aueinander zu setzen wer welche Aufgaben übernimmt.  Und man gewöhnt sich schnell an den Luxus viele lästige Kleinigkeiten an das Au-Pair abgeben zu können. Es bleibt also doch vieles in der Haus- und Erziehungsarbeit eher traditionell Frauenarbeit in Au-Pair Familien.

Aber auf der anderen Seite sehe ich auch, dass unsere Au-Pairs bei uns „emanzipiert“ werden. Sie sehen wie der beste aller Gatten sich an der Haus- und Familienarbeit beteiligt. Ja Männer können und dürfen Windeln wechseln, Bad putzen, Kinder versorgen …. Das ist für viele unserer Au-Pairs eine neue und am Anfang ungewohnte Entdeckung gewesen. Manchmal mussten wir sie fast zwingen den Papa auch mal etwas machen zu lassen 🙂

Und die meisten Mädchen haben bei uns ihr Selbstvertrauen und ihre persönlichen Fähigkeiten weiter entwickelt und gelernt auch stolz auf sich zu sein und unabhängig von den Vorstellungen, Erwartungen ihren Eltern zu leben.  Oder normal mit einem Mann = Gastvater zu sprechen. Auch das für viele Mädchen am Anfang sehr ungewohnt.

Auch die Fixierung auf einen Mann und Kinder als einzige Lebensaufgabe haben die meisten Au-Pairs nach dem Jahr neu überdacht, während eine gerade zu süchtig nach Babys/Kindern war und es kaum erwarten kann eigene Kinder zu haben. So ein Jahr Realität macht kritisch gegen Träume und Wunschvorstellungen.  Ich denke die Sache hat also zwei Seiten.  Und es gibt ja auch immer mehr Jugen die als Au-Pair ins Ausland gehen, auch hier werden Stereotype durchbrochen. Spannend wäre natürlich die Frage ob die Au-Pair Jungs genau so viel Hausarbeit machen müssen wie die Mädchen.

Aus eigener Au-Pair Erfahrung kann ich nur sagen, ich habe in den USA zum ersten Mal gesehen wie selbstverständlich Frauen arbeiten gehen und wie normal Ganztagsbetreuung dort ist. Das kannte ich so aus meiner eher  konservativ ländlichen Heimat nicht.  Im Nachhinein denke ich oft, dass mich diese Zeit mehr geprägt hat, als ich in diesem Moment realisiert habe.  Ich habe dort häufig über Kindererziehung, Partnerschaft und mein zukünftiges Leben nachgedacht. Viele positive Anregungen, aber auch einiges was mich heute hoffentlich vor dem ein oder anderen  Fehler bewahrt habe ich aus dem Jahr mitgenommen.  Und ja ich habe mich dort zum Teil ausgebeutet gefühlt, aber das hat mir sehr früh gezeigt, dass mich persönlich das 100% Hausfrau Dasein nicht ausfüllt. Hätte ich so vorher nicht von mir gedacht. Und es war gut diese Erfahrung mit fremden Kindern zu machen und nach einem Jahr bestärkt den eigenen beruflichen Werdegang in Angriff nehmen zu können.


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