Posts Tagged ‘Au-Pair Alltag’

APs und die Liebe

Januar 16, 2012

Wenn man als Gastfamilie zum ersten darüber nachdenkt ein AP einzuladen dann kommen einem ziemlich viele Gedanken und Sorgen, aber das Liebesleben eines zukünftigen APs ist wahrscheinlich erstmal nicht dabei.  Denn das Liebesleben des AP ist ja weit weg in der Heimat  und damit wohl kein Thema, oder nicht planbar weil in Deutschland noch nicht existent.

Wenn man dann aber ein bischen AP erfahren wird, merkt man, dass es eine viel größere Rolle spielen kann als man  für möglich gehalten hat und einem lieb ist.    Denn APs können durch ihr Liebesleben mehrere typische Probleme mitbringen oder auslösen.

(more…)

Advertisements

Familienleben ohne APs

September 14, 2011

Wir haben jetzt die ersten Tage ohne  ein AP im Alltag hinter uns gebracht und ich stelle für mich  überraschend fest, dass besonders der Morgen viel stressfreier und ruhiger abläuft.  Ich hatte  für mich besonders die Hilfe am Morgen immer als einen wichtigen Grund für ein AP angesehen und jetzt stelle ich fest, es geht nicht nur ohne, es ist sogar  einfacher.

Ich kann die Kinder dann wecken wenn es mir passt ohne erst Zeiten mit einem AP absprechen zu müssen.  Die Kleidung für die Kids lege ich am Abend vorher raus und kann so auch kontrollieren was sie anziehen.  Sonst hatten wir Morgens oft Stress, weil Kids und AP sich gestritten haben was angezogen wird.   Und selbst wenn ich Abends Kleidung rausgelegt hatte, haben beides es in vielen Fälle gemeinsam ignoriert.

In der Zeit in der sich die Kinder selbst anziehen habe ich genug Zeit den Tisch zu decken und auch hier der Vorteil nicht mehr ständig Streit zwischen AP und Kids zu haben, weil die APs entweder jeden Morgen jedes Teil einzeln abfragen:  „Was möchtest du essen / trinken?“   und dann genervt sind wenn nicht sofort eine Antwort kommt und die Kids genervt sind, weil sie in 9 von 10 Fällen das selbe essen.

Die Kinder nehmen wieder Obst und Vollkornbrot mit in den Kiga und unser Cornflakes Konsum ist deutlich gesunken. Auch hier gab es natürlich einige Debatten mit den Kids, aber jetzt läuft es und wir sind wieder auf einem guten Weg.

Natürlich hätte ich das alles auch schon mit AP selbst machen können, oder mit den APs sprechen, aber erstens wollte ich nicht schon am frühen Morgen ständig dem AP sagen was es alles „falsch“ macht.  Denn dann kann ich es wirklich einfacher und schneller selbst machen.  Und zum Start in den Tag möchte ich für mich und meine Familie Ruhe und Gemütlichkeit und da passen Streit und Stress für mich nicht dazu.  Und es waren ja keine  auch keine riesen Fehler, sondern eher atmosphärische Störungen.  Mir fällt kein besserer Begriff ein.

Es ist häufig schwer einem AP klar zu machen was man von ihm erwartet.  Wir hatten mehrere APs die es einfach konnten den Kids ein gemütliches Frühstück zu machen und dennoch alle wichtigen Dinge zu beachten und andere konnten es nicht. Sie haben sich entweder sklavisch an die Anweisungen gehalten, auch wenn wir immer gesagt haben es darf auch Ausnahmen geben, oder sie haben die Regeln einfach ignoriert und eigene aufgestellt.

Auch hier war mein Gefühl es wurde für beide Seiten immer komplizierter je älter die Kinder wurden.  Bei Babys und Kleinkindern war es ja wirklich jeden Morgen exakt die gleiche Routine.  Da konnte man einen Plan aufstellen und das AP hatte für die nächsten Wochen/Monate eine feste Erwartungshaltung.  Aber mit Schulkindern ist es schwerer, die diskutieren, haben eine eigene Meinung und wollen Aufmerksamkeit und sich reiben.  Und das hat unsere letzten beiden APs eher überfordert.

Auch mein Mann ist positiv überrascht wie selbständig unsere Kinder schon sind und wie schnell wir 4 den Start in den Tag hinbekommen. Auch am Nachmittag genieße ich es jetzt wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.  Ich versuche die kleine Hexe Nachmittags möglichst zu Fuß abzuholen und es macht richtig Spaß mit ihr nach Hause zu laufen und mit ihr über den Tag zu sprechen.  Sie erzählt soviel und ist voller Neugier auf den Umwelt.  Und für die kleine Hexe ganz wichtig, wir können auch wieder mit dem Rad zum Kiga fahren.  Das sind Dinge die unseren Kindern in den letzten 2 Jahren gefehlt haben.   Wobei man fairer Weise sagen muss, ich muss jetzt nur noch 1 Kind aus dem Kiga abholen und das ist deutlich stressfreier als 2 müde und streitende Geschwister nach Hause bringen.

Mir geht es auch nicht darum unsere AP schlecht zu machen, sondern es sind für mich spannend zu beobachten wie sich unser System Familie verändert seit wir ohne AP leben.  Vieles liegt für mich auch daran, dass unsere Kinder jetzt viel selbstständiger sind und wir als Eltern ja auch immer mehr Profis werden.  Auch wir wachsen mit unseren Aufgaben 😉

Die letzte Woche Gastfamilie

Juli 22, 2011

Der Countdown läuft, Olga wird uns in spätestens 8 Tagen verlassen haben.  Das genaue Datum wissen wir immer noch nicht, aber nächste Woche um diese Zeit werden wir wohl Abschied mit ihr feiern.  Wie bei jedem Au-Pair werden wir gemeinsam mit ihr essen gehen.  Nur das diesmal zum ersten Mal die Kinder mitkommen dürfen.  Sonst sind wir immer mit dem AP allein gegangen.  Auch daran merkt man, dass die Kinder größer werden.

Diese Abschieds Essen waren immer auch Anlass mit den APs zusammen zurück zu blicken und zu überlegen was in den letzten 12 Monaten passiert ist, ob sie die Wünsche und Träume des APs erfüllt haben und was die Mädchen von uns mitnehmen.

Am nächsten Tag ist dann meist Koffer packen angesagt und dann kommt das schwierigste der entgültige Abschied.  Aber auch der wird diesmal anders ausfallen. Da Olga ja in der Nähe bleibt und wir sie besuchen können und sie uns auch.  Das war nämlich für mich immer das schwierigest an den Abschieden.  Bei APs aus Visapflichtigen Ländern ist es in der Regel ein Abschied für immer und der ist hart. Vor allem wenn man 12 Monate wirklich zusammen gelebt hat und auch zusammen gewachsen ist.

Aber vor dem großen Abschied kommt noch eine zweite Woche AP-Urlaub in Balkonien.  Ich bin gespannt ob Olga auch ihre zweite Woche ausschließlich in ihrem Zimmer verbringen wird.  Heute Abend ist sie auf jeden Fall nochmal zum Sport gegangen.   Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass sie ihr Zimmer nochmal richtig genießen will.  Denn ab August hat sie kein eigenes Zimmer mehr, sondern muss sich ein Zimmer mit einer anderen FSJlerin teilen.    Daher ist ihr Wunsch nach Ruhe durchaus verständlich.

Ich habe heute schon zum ersten Mal gemerkt welche Kleinigkeiten mir fehlen werden wenn wir ohne AP sind.  Die kleine Hexe hatte sich verabredet und die große Hilfe hatte schon eine Freundin da.  Also hätte ich beide Kids mitnehmen müssen um ein Kind zu seiner Freundin zu bringen.  Netterweise ist heute Olga nochmal für 10 Minuten eingesprungen.   Es sind eben diese Kleinigkeiten die ein AP so bequem und angenehm machen.   🙂

Aber auf der anderen Seite das Problem ist ja lösbar und wir müssen dann eben alle wieder mehr Kompromisse eingehen oder besser planen.   Und zum Glück haben wir ja jetzt 6 Wochen Ferien um uns an die neue Situation zu gewöhnen.  🙂  🙂

Phasen eines AP-Jahres : Der letzte Monat

Juli 1, 2011

Jetzt ist er auch offizielle angebrochen, der letzte Monat mit Olga.   Denn in genau 30 Tagen fängt sie ihr FSJ an und richtig arbeiten muss sie nur noch 14 Tage.   Sie hat noch 7 Tage Resturlaub =1.5 Wochen gehabt, aber da die letzten Wochen wieder richtig gut gelaufen sind haben wir uns entschieden ihr noch volle 14 Tage Urlaub zu geben.  Sie hatte ja auch noch einiges vor.  Sie wollte ihre Tante besuchen und evt. mit Schatzi noch was unternehmen.

Aber typisch AP kommt natürlich alles anders.  Ihre Tante fährt jetzt genau in der Zeit in der Olga frei hat in die Heimat und daher fällt diese Woche Urlaub schon mal aus und Schatzi bekommt auch kein frei.  Daher hat sie jetzt beschlossen ihren Urlaub bei uns zu verbringen.  Ich bin mal gespannt.

Die letzten Wochen haben wir wieder die Olga vom Anfang des Jahres.  Sie ist begeistert und fröhlich bei der Arbeit und unternimmt viel mit den Kids.  Lauter Sachen die sie die letzten 10 Monate nie machen wollte.  Zum Beispiel geht sie in den Wald oder Matsch mit den Kids,  freiwillig auf Ausflüge und andere Highlights.  Unsere Mädchen genießen es aus vollen Zügen und wir Eltern natürlich auch.

Wir konnten die letzen Wochen häufig am Abend noch spontan zu Freunden fahren und etwas unternehmen, weil Olga zu Hause war und uns „frei gegeben“ hat.  🙂   Das ist eine der schönsten Phasen im AP Jahr, wenn das AP gegen Ende nochmal richtig gerne arbeitet und bewußt vieles mit den Kids macht.  Und zum Glück hatten wir diese Phase fast immer.  Sie ist auch optimal um als Eltern für 1-2 Nächte ohne Kids einen Kurzurlaub einzulegen.  Denn die meisten APs freuen sich sogar über das Vertrauen, wenn man ihnen die Kids für ein ganzes Wochenende anvertraut.  Wobei wir immer darauf geachtet haben auch Omas oder Tanten als Unterstützung mit an die Hand zu geben.

Und diese Phase kann ich gerade am Ende eines Schuljahres immer sehr gut gebrauchen, denn es kommen dann doch immer wieder sehr viele Konferenzen, Korrekturen und andere Dinge auf engen Raum zusammen und die gehen viel leichter von der Hand, wenn man durch ein tolles Au-Pair entlastet wird.     Und wenn es so gut läuft ist man eben als Familie auch gerne bereit 2-3 Extra Urlaubstage zu spendieren.

 

 

Au-Pair Früher und Heute

Juni 23, 2011

Ich denke immer wieder darüber nach wie sehr sich die AP bzw. Gastfamilien Suche durch Internet und Skype verändert hat.   Früher hat man 1-3  Familien oder AP Vorschläge bekommen und sich die Angaben in den Fragebögen durchgelesen.  Und dann hat man sich für ein AP entschieden und mit diesem telefoniert.    Und nach diesem Gespräch wurde in der Regel  Ja oder Nein  von beiden Seiten gesagt.

Und das  war es dann mit dem Matching.   Danach war wieder Kontakt Abbruch.  Wenn man viel Glück hatte hat die Gastfamilie noch 1-2x angerufen, aber es war die Ausnahme, da Telefonate sehr teuer waren.  Und als AP hat man sich ab dann eben immer wieder den Familiebogen angeschaut und sich vorgestellt wie die Familie wohl sein wird.

Das Kennenlernen fand wirklich erst im fremden Land statt.  Man war überwältigt von den vielen neuen Eindrücken und dem Wohnort der Familie (es gab noch kein Internet mit Photos alle Städte oder Google Maps wo man schauen konnte wie die Stadt aussieht).   Ich habe damals verzweifelt versucht meinen Ort auf einer Amerika Karte zu finden, aber er war zu klein  😦  Alles war neu, das Essen, die Gerüche, die Betten und auch die Freizeit Gestaltung der Familie war ganz anders als zu Hause.

Auch für die Familie kam man als AP als riesen Ü-Ei.   Viele Dinge die wir heute im Vorfeld klären wurden gar nicht bedacht oder abgefragt.   Man tauchte von einem auf den anderen Tag voll in die neue Kultur ein.   Der Kontakt nach Hause war sehr eingeschränkt.  Ich habe viele Briefe bekommen und geschrieben, aber es dauerte immer mindestens 1 Woche bis eine Antwort kam.

Telefonieren war extrem teuer, so dass man im normal Fall höchstens 1x pro Woche für ein paar Minuten mit den Eltern gesprochen hat.   Freunde und Bekannte waren nur per Post zu erreichen.    Durch diese zwangsweise „Kontaktsperre“ war man aber auch gezwungen sich möglichst schnell neue Kontakte im Gastland zu suchen.

Ich habe mich nach gut einer Woche getraut wildfremde APs von einer Liste anzurufen um mit ihnen etwas zu unternehmen.  Und wir haben vorher nicht per Facebook abgeglichen ob unsere Hobbies und Interessen zusammen passen.  Wir sind einfach mal losgezogen und haben uns kennen gelernt.  Und ich habe auf diesem Weg sehr viele unterschiedliche Menschen kennen gelernt.  Ok es waren auch Nieten dabei, aber auch viele toll wundervolle Kontakte.

Und ich habe die Sprache sehr schnell gelernt, weil ich praktisch in ihr gebadet wurde.  Gespräche in der Familie,  TV, Radio, Zeitung und auch Gespräche mit anderen APs wurden alle nur auf Englisch geführt.  Es gab ja keine andere Möglichkeit.   1x im Monat bin in nach NY gefahren in eine große internationale Buchhandlung und habe dort den deutschen Spiegel gelesen und ab und zu habe ich mit dem Weltempfänger dt. Nachrichten über deute Welle gehört.

Klar gab es auch andere APs aus Deutschland, aber wir haben uns in so gemischten Gruppen getroffen, dass wir sehr selten deutsch sprechen konnten.  Alle fanden es aufregend neue Freunde aus anderen Ländern zu treffen.  Wir sind jede freie Minute auf Tour gegangen.

Ich bin mit meiner besten AP Freundin jeden Monat 1x  Abends nach New York gefahren und von dort mit einem Greyhound Bus per Übernachtfahrt in die nächsten großen Städte.  Dann den ganzen Tag die Stadt erkundet, eine Nacht in der Jugendherberge und die nächste Nacht wieder mit dem Bus zurück und dann wieder arbeiten gegangen.  Wir wollten etwas erleben und der Komfort war uns egal.

Die Zeit in den USA hat mir sehr viel gegeben, auch wenn ich früher nach Hause gefahren bin, weil ich mit der Familie Probleme hatte.  Ich habe gelernt für mich selbst Verantwortung zu übernehmen, auf fremde Menschen zuzugehen und vor allem viele neue Eindrücke zu sammeln.  Viele Aspekte sind mir erst viel später bewußt geworden.  Aber ich habe unglaublich viel gelernt.

Und heute:

Die AP bzw. Gastfamilien Suche ist wie ein türkischer Basar.  Es gibt ein riesen Angebot und beide Seiten sind auf der Suche nach der „perfekten“ Familie und haben massenhaft Kontakte und versuchen jedes Risiko auszuschließen.  Es wird die Familie beziehungsweise das AP gesucht, dass möglichst genauso lebt wie die Familie in der Heimat.   Alles soll passen.  Gleiche Ernährung, gleiche Hobbies … .  Manchmal frage ich mich wo bleibt da das Abenteuer und die Neugier etwas neues kennen zu lernen.  Aber ich habe ja auch immer mehr so gesucht 😦

Wenn unsere APs kommen  wissen wir schon  alles übereinander.  Es gibt kaum noch Überraschungen und die APs sind auch häufig nicht mehr neugierig, weil sie schon alles per Netz gesehen haben.

Unsere APs verbringen den Großteil ihrer Freizeit im Internet damit in ihrer Muttersprache mit ihren Freunden daheim zu sprechen.  Wenn sie hier etwas unternehmen dann nur mit APs aus ihrem Heimatland und möglichst nur an Orten in denen viele Landleute zusammen kommen.

Wenn sie auf Reisen gehen muss es auf jeden Fall ein gutes Hotel sein und lange Fahrten mit dem Bus sind unzumutbar.  Am liebsten wird geflogen.

Ok ein bischen habe ich übertrieben, aber ein wahrer Kern steckt schon darin.  Und ich frage mich, ob unsere APs noch genauso viele positive Erinnerungen aus ihrem Aufenthalt hier bei  uns mitnehmen wie ich damals aus den USA.

1 2 3 im Sauseschritt

Juni 22, 2011

läuft unsere Zeit als AP Familie ihrem Ende zu.   Wie immer kann man am Schluss kaum fassen, dass schon wieder 12 Monate vorbei sind.   Ist es wirklich schon so lange her, dass wir Olga vom Flughafen abgeholt haben?  Das wir uns von unserem damaligen AP verabschieden mussten?

Ja ist es und wie immer am Ende fängt die Zeit an zu rennen.   Und seit gut einer Woche haben auch unsere Kinder wirklich verstanden, dass Olga bald gehen muss.   Und das zeigt Wirkung.  Die kleine Hexe macht mal wieder ihrem Namen alle Ehre und ist zickig wie schon lange nicht mehr.  Sie ist wie ein kleiner Vulkan. Bei der kleinsten Verstimmung wird explodiert.  Und sie ist mega eifersüchtig auf jede Minute die ihre Schwester mit unserer Olga allein verbringen darf.    Und sie schläft schlechter und hat sogar wieder 2x ins Bett gemacht.  Auch das hatten wir häufiger rund um einen Wechsel.

Typisch kleine Hexe hat sie das natürlich noch nichts von wegen „Ich bin traurig das Olga geht“ gesagt.  Aber sie gibt uns Zeichen.  Zum Beispiel steht sie oft vor dem Bild unseres letzten APs und sagt ganz traurig.   Sie ist auch schon sooooooo lange weg.  😦
Die große Hilfe  wird nicht wütend wie ihre Schwester, sondern sie wird anhänglich.  Und passend zur Situation erstmal für ein paar Tage krank.  Sie hat es sehr genossen, nochmal 2 Tage von Olga nach allen Regeln der Kunst verwöhnt zu werden.  Olga hat ihr stundenlang vorgelesen und sich mit ihr und unser Bett gelegt und gekuschelt.   Was die Eifersucht der Schwester nicht gerade positiv beeinflusst hat 😉 .

Neben dieser totalen Anhänglichkeit und leichter Regression in Bereich Sprache.  Unser großes Schulkind redet seit ein paar Tagen bevorzugt wie ein Baby wird sie aber auch manchmal ziemlich gemein gegen Olga.  Auch das typische Zeichen des nahen Abschieds.  Gestern hat sie ihr gesagt :  „Du bist verfressen und Mama und Papa freuen sich wenn du weg bist !“

Wir haben also zum ersten Mal die Situation, dass unser Kind uns in eine ziemlich peinliche Situation gebracht hat.  Denn so haben wir definitiv nicht gesagt, wobei sie inhaltlich ja nicht unrecht hat.  Ich habe schon das ein oder andere Mal geflucht, wenn ich mal wieder vor leeren Lebensmitteltüten  stand.   Wir haben dann aber erklärt, dass es unhöfflich ist Olga sowas einfach ins Gesicht zu sagen und auch Eltern manchmal Fehler machen.   Ab jetzt müssen wir also doppelt aufpassen was wir vor den Kids erzählen.

Olga hat den Zwischenfall zum Glück nicht zu schwer genommen.  Sie hat wohl auch erkannt, dass ein Körnchen Wahrheit darin lag und wir haben ihr das ja er hofftenlich höflicher auch schon einige Male selbst gesagt.

Man merkt aber bei allen Beteiligten, dass langsam aber sicher Wehmut aufkommt und man anfängt die stressigen und nicht so schönen Phasen im AP Jahr zu vergessen und an die schönen und witzigen Zeiten zu denken.

Ich merke auch, dass so langsam der Respekt vor dem Leben ohne AP zunimmt.  Denn gerade diese Woche mit krankem Kind haben mal wieder sehr deutlich gezeigt, dass in so einem Fall ein AP einfach toll ist.  Olga hat mit soviel Liebe und Fürsorge für unsere große Hilfe gesorgt, dass ich wirklich ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen konnte.  Und das wird uns ab Sommer bestimmt fehlen.

 

Schöne Zeiten

Juni 17, 2011

Juhu bei uns scheinen die schönen Jahresendwochen anzubrechen  🙂 .   Unser AP hat ihren schriftlichen FSJ Vertrag und ist glücklich und das wirkt sich auch super positiv auf ihre Laune und Arbeit aus.  Sie ist mit Begeisterung bei der Sache, spielt aktiv mit den Kids und hat sogar schon Montag die gesamte Bügelwäsche der Woche erledigt.  🙂 🙂

Und damit nicht genug, sie hat sogar gestern freiwillig auf ihren Sprachkurs verzichtet um zu babysitten, damit ich einen gemütlichen Abend mit meiner Schwester verbringen konnte. Obwohl wir angeboten haben einen extra Babysitter für den Abend zu finden.  Aber sie wollte wirklich lieber arbeiten.

Als kleines Dankeschön habe ich ihr heute vom Einkaufen eine schöne Müslischale und passende Kaffeetasse für ihren Start ins unabhängige Leben ab August mitgebracht.  Die letzten Tage waren für uns alle also sehr schön und entspannend.  Da kommt also doch noch mal die Olga aus den ersten Wochen zum Vorschein.  Ich freue mich auch deshalb so, weil wir dann hoffentlich einen schönen und harmonischen Abschied hinbekommen und nicht die negativen Erinnerungen überwiegen werden.

Und da diese Phase jetzt schon Anfängt hoffe ich einfach mal, dass sie eine Weile anhält.  Denn nicht nur Olga und Ich sind im Moment wieder richtig harmonisch, auch die Kinder genießen es sichtlich von ihr wieder mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Au-Pair und Fahrradfahren

Juni 1, 2011

Wenn man als Familie ein AP such sollte man sehr gut überlegen ob das AP Fahrradfahren können muss.

(more…)

Flexibilität durch Au-Pair

Mai 31, 2011

Einer der wichtigsten Gründe warum wir uns für ein AP als Kinderbetreuung entschieden haben war die hohe Flexibilität die diese Betreuungsform bedeutet.  Gerade im Notfall oder bei kurzfristigen Änderungen kann auch so eine gute Kinderbetreuung gewährleistet werden.

Soweit die Theorie.  Aber in der Praxis treibt mich Olga gerade mal wieder in den Wahnsinn.  Sie macht zwar ihre Aufgaben nicht wirklich schlecht, aber gerade der Bereich Flexibilität scheint ihr in letzter Zeit nicht mehr zu gefallen.  Dabei haben wir ihn seit Wochen fast nie genutzt.  Aber wahrscheinlich liegt genau dort das Problem.

Klingt unlogisch?  Ich versuche es an ein paar Beispielen zu erklären.

Olga hat laut unserem Arbeitsplan ca. 25-26 Wochenstunden von MO-FR fest  eingeplant.  Die restlichen 3-5 Stunden pro Woche sind für Notfälle (krankes Kind muss am Morgen betreut werden/ gelegentliches Babysitten am Abend/Wochenende) .  So war es auch von Anfang an abgesprochen.  Die letzten Wochen waren unsere Kids zum Glück auch sehr selten krank und Babysitten am Wochenende/Abend war auch die absolute Ausnahme.  Olga hatte seit Weihnachten vielleicht 1x am Wochenende  babysitten müssen.    Diese Termine tragen wir auch immer möglichst früh, spätestens am Sonntag Abend in den Familienkalender ein.    Dort sollte Olga ja auch alle wichtigen Termine eintragen.   Überstunden durch Krankheit der Kinder werden entweder direkt durch einen freien Nachmittag oder in der nächsten Woche ausgeglichen.   Soviel zur  Theorie.

Nachdem die letzten Wochen wie gesagt eher ruhig aus Au-Pair Sicht waren.  Die Kids gesund und häufig am Nachmittag verabredet oder mit sich selbst beschäftigt hatte sie regelmäßig 1-1,5 Stunden früher Feierabend und auch den ein oder anderen ganz freien Nachmittag.  Ist für mich auch völlig ok.  Unser AP muss nicht zwingend auf ihre 30 Stunden kommen.  Wenn die Kids am Freitag Nachmittag eine Geburtstagsparty haben, dann ist eben schon um 15.00 Uhr Wochenende  🙂    Und auch für ihre Vorstellungstermine und Urlaubswünsche waren wir als Familie bereit viele Kompromisse einzugehen und  sogar einen zusätzlichen Babysitter zu bezahlen, damit sie ihre Wunschtermine wahrnehmen konnte.  Obwohl sie nichts vorher mit uns abgesprochen hatte 😦    Aber das ist eben für mich das Verhältniss auf Gegenseitigkeit und ich wollte ihr ja auch nicht die Chance auf ihr FSJ kapput machen.

Tja und letzte Woche war dann wie lange angekündigt eine sehr stressige Woche.  2 Geburtstage,  Konferenzen,  Abiturprüfungen und noch ein Abendtermin mussten unter einen Hut gebracht werden.   Und passend dazu wurde natürlich auch noch ein Kind krank.   Für unser AP bedeutete es also diese Woche würde Überstunden bringen.    Als wir dann am Mittwoch Abend mit ihr planen wollten wie der nächste Tag am besten zu organisieren ist.  Ich hatte den ganzen Tag Prüfungen und mein Mann musst über Nacht im Krankenhaus arbeiten weil dort auch Kollegen durch Krankheit ausgefallen sind kam von Ihr :   “ Das sind aber über 6 Stunden am Tag“    Da bin ich ja innerlich  fast geplatzt.    Ja es waren mehr als 6 Stunden um genau zu sein 7,5  aber erstens hatten wir es lange angekündigt, zweitens hatten wir an diesem Tag wirklich keine Alternative (Omas im Urlaub,  Tanten verhindert) .   Ich kann ja verstehen, dass sie genervt ist wenn sie Überstunden machen muss, aber  es ist eben ihr Job und wir sind ihr die letzten Wochen soviel entgegen gekommen.  Auch an diesem Tag.   Wir haben das gesunde Kind selbst in den Kiga gebracht und ich hatte organisiert, dass unsere Große Hilfe allein nach Hause laufen darf.  Und sie stellt sich genau an diesem Tag so quer.   Und  dann am nächsten Tag die gleiche Nummer.   Mein Mann hatte sie wohl schon vor ein paar Wochen gefragt ob sie gegen extra Bezahlung (30€ für einen Nachmittag + Abend)  auf die Kids aufpassen würde, damit er mir zum Geburtstag einen Theater Abend schenken kann. Sie hat zugesagt. Wie gesagt sie wurde gefragt und wir hätten auch einen anderen Babysitter finden können.  Ihre freie Entscheidung.  Aber als es dann so weit war auch hier nur gemecker.  Ich wollte eigentlich zu Schatzi?  Wann muss ich zurück sein?  Dann eine Stunde vor Beginn der Anruf :“Ich  komme vielleicht ein bischen später“ .  Ok sie war dann doch pünktlich, aber solche Aktionen machen mich mürbe.  Seit sie ihre Zusage für ihr FSJ hat kommt auch ständig die Frage:  „Du musst mir sagen wann ich frei habe“   Aber nachdem ich 2x recht ärgerlich gesagt habe: „Wie immer nach Plan“ ist zumindest da wieder Ruhe eingekehrt.    Da scheint ihr wohl wieder eingefallen zu sein, dass der Plan am Kühlschrank nicht nur Deko ist.  Vielleicht hängt es aber auch mit der gemeinen Frage meines Mannes zusammen „Wann kannst du eigentlich frühstens  dein FSJ anfangen?“  Der ist nämlich auch ordentlich angesäuert.

Denn neben dem Meckern über flexible Arbeitszeiten ist das ignorieren oder „sparen“ von Hausarbeitszeit auch ein beliebtes Hobbie geworden.  Sie hat ja laut Plan jeden Tag 1-2 Stunden am Morgen für Bügeln,  aufräumen und staubsaugen. Aber auch hier wurde die letzten Wochen eher nach dem Motto.  Schnell und oberflächlich gearbeitet, oder geziehlt die Arbeit auf dem Nachmittag verlegt wenn die Kids auch da sind.  An sich auch ok, aber dann erwarte ich auch keine Beschwerden wegen 1x 5 Überstunden pro Woche.  Vor allem hatten wir schon überlegt wie wir die Überstunden ausgleichen könnten. Entweder durch extra Bezahlung oder einen extra freien Tag zwischen den Feiertagen im Juni.  Aber nach der Nummer ist das jetzt erstmal gestorben.

Aber es ist auch unser Fehler.  Wir hätten viel öfter auch Abends ihre Dienste in Anspruch nehmen müssen. Denn die Erfahrung zeigt leider, dass sich APs sehr schnell an generell freie Abende/Wochenenden gewöhnen und es dann als absolute Zumutung empfinden wenn sie doch mal arbeiten müssen.

Das Problem liegt für mich aber auch darin, dass ich nicht wirklich ihr gegenüber ausdrücken kann was mich genau stört. Denn sie macht ja dann ihre Arbeit.  Und es ist eigentlich auch ok, dass sie mal keine Lust hat.  Geht mir ja nicht anders.  Nur lasse ich es nicht so an meinen Schülern und Kollegen aus.  Hoffe ich zumindest

Nachdem also die letzte Woche Stimmungstechnisch deutlich eingetrübt war hat wohl auch Olga gemerkt, dass sie übers Ziel hinaus geschossen ist und bemüht sich jetzt wieder um Schadensbegrenzung.  Zumindest war die Küche gestern so gründlich aufgeräumt wie seit Wochen nicht mehr.

 

Highlights eines AP – Jahres : Kindergeburtstag

Mai 18, 2011

Zu den besonderen Festen und Anlässen an denen man den Aspekt Kulturaustausch aktiv merkt gehören auch die Kindergeburtstage der Gastkinder.  Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie überrascht ich war, als in den USA meine Gastfamilie die Kindergeburtstag auf keinen Fall zu Hause feiern konnte „Was würden die anderen Eltern denken, am Ende noch wir sind arm! „  und das alle Kindermädchen, Mütter, APs der Gastkinder bei der Feier anwesend sein durften mussten.  Die Feiern waren für meinen Geschmack eher darauf gerichtet möglichst zu zeigen wieviel man sich und seinem Kind bieten kann. Es wurden teure Events gebucht, Zauberer eingeladen oder Ausflüge gemacht.   Aber nach dem ersten Staunen, habe ich auch bemerkt, dass es den Kids ziemlich egal war, die hatten genauso viel Spaß wie man selbst auch.  Und hinterher mochte ich diese Events sogar, denn es hatte auch was gemütliches mit den anderen Nannys zu quatschen und Kaffee zu trinken.

Heute habe bin ich also verantwortlich einen gelungenen Kindergeburtstag zu organisieren. Zum Glück hat bei uns im Ort noch kein Kampf um die beste Party angefangen.  Wir werden ganz klassisch mit Muffins und Kerze auspusten anfangen und dann hoffentlich bei guten Wetter im Garten spielen.   Unsere Große Hilfe hat sich  Topfschlagen,  Eierlauf und Schatzsuche als Spiele gewünscht.  Schatzsuche ist eine Premiere.  Ich habe einfach 40 Murmeln im Sandkasten vergraben und die dürfen die Kids dann suchen. Mal schauen wie es läuft.

Zum Glück hat auch der beste aller Gatten heute Nachmittag frei. So sind wir mit 3 Erwachsenen wohl dem Angriff von 10 kleinen Prinzessinnen ganz gut gewachsen 🙂

Nach dem Spielen gibt es noch ein kleines Abendbrot und dann ist die Party auch vorbei.  Ich finde für 3-6 jährige ist so eine Feier völlig ausreichend.  Und vor allem kann es sich jeder leisten. Ich fände es nämlich schlimm, wenn man selbst oder andere die Latte so hoch legen, dass andere Eltern sich unter Druck gesetzt fühlen oder sich eine Feier nicht leisten können. Und den Kindern ist es doch völlig egal ob ihre Party teuer oder billig ist. Hauptsache sich feiern mit ihren Freunden.

Und unser AP?  Steht genau wie ich vor 16 Jahren hier und wundert sich was für ein Aufwand in Deutschland für eine Kinderparty gemacht wird 😉  Aber sie hat Spaß an der Sache und dekoriert gerade den Geburtstagstisch mit Luftschlangen und Ballons.

Au-Pairs on Tour

Mai 4, 2011

Nachdem Olga es geschafft hat die letzten 9 Monate jedes öffentliche Nahverkehrsmittel zu meiden, musste sie sich heute doch dem Grauen stellen.  Sie hat ein Vorstellungsgespräch für ein FSJ und weder ihr Loverboy noch die böse Gastmutter wollen sie „mal eben“  fahren.  Also musste sie mit Bus und Bahn fahren.  Jetzt hat sie natürlich Angst, dass alles nicht klappt. Denn sie hat noch nie ein Ticket gekauft (obwohl ich es ihr schon 3x gezeigt habe) und auch noch nie einen Deutschen Bahnhof von innen gesehen.  Ich bin mal gespannt ob und wenn ja wo sie landet.

Neben den typischen Schimpftriaden “ Deutsche Züge sind viel zu teuer“  „In der Ukraine muss man aber kein Ticket haben, da wird nicht kontrolliert“  „Warum gilt ein 9Uhr Ticket erst ab 9 Uhr“ ….. hat sie auch noch furchtbar darüber geflucht, dass sie 2x umsteigen muss.

Mein erster Impuls war ja ihr doch wieder zu helfen und sie zum Bahnhof zu bringen und das Ticket zu kaufen oder vielleicht doch einen Ausflug nach Köln zu machen, aber dann habe ich mich gebremst.  Denn wenn sie wirklich allein in Deutschland ein FSJ machen will und in Köln leben, dann muss sie es endlich lernen auch selbstständig zu handeln.  Daher habe ich zwar Tips gegeben, aber ihren Weg finden muss sie im warsten Sinne des Wortes allein.

Die Stelle auf die sie sich bewirbt klingt sehr gut und wir drücken ihr alle Daumen, dass es klappt.  Wenn es klappt müsste sie zwar bei uns einen Monat früher aufhören, aber damit könnten glaube ich alle ganz gut leben.  Und sie hätte ihren größten Wunsch erfüllt, nämlich länger in Deutschland bleiben.

Aber ob ihr FSJ immer noch gefällt wenn ihr aufgeht was es bedeutet, davon bin ich noch nicht wirklich überzeugt. Sie will nämlich nicht schwerer wie 10 kg heben, das ist für Frauen nicht gut.  Und natürlich auch nur mit körperlich behinderten und nicht geistig behinderten arbeiten. Auf meine Einwände, dass ja gerade die körperlich behinderten Menschen öfter gehoben werden müssen geht sie nicht weiter ein.   Und auch ihre Vorstellen von Umfang und Dauer der Arbeit weichen doch sehr von meinen Vermutungen ab.  Aber da sie beratungsresistent ist lassen ich sie auch da laufen.   Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben.

Und wenn es klappt und sie das Jahr durchhält hat sie sicher viel fürs Leben gelernt.  Denn bei allem gemecker von meiner Seite, sie hat Ehrgeiz und Biss und daher glaube ich schon, dass sie nicht sofort abbrechen wird.   Nur die Frage wie sie mit 200€ Verpflegungsgeld ihren Hunger stillen will, die bleibt offen, aber auch hier wird sich eine Lösung finden 😉   Zum Glück wohnen wir weit genug weg, sodass unser Kühlschrank in Sicherheit ist.

Nimmersatt is back

Mai 1, 2011

Nach einer Woche ohne Au-Pair ist unsere Olga wieder im Lande.  Unser Urlaub war sehr arbeitsreich und eher weniger erholsam, aber das haben treue Leser sicher schon daran gemerkt, dass ich nicht zum bloggen gekommen bin.   Dabei gab es mal wieder mehr als genug Stoff.

Woran wir merken, dass wir wieder zu 5 im Haushalt sind.  Unsere Nahrungsmittel verschwinden wieder.  Nimmersatt ist gestern Nachmittag angekommen und der Kühlschrank ist schon wieder leer.  Der Gatte hatte schon gestern Abend nur noch 1 kaltes Bier (gefühlt waren vorher mindestens 3-6 im Kühlschrank), alle Tomaten sind weg daher fällt Tomate Mozarella heute Abend aus, die Chips sind alle, die Salami ist alle und auch die Milch ist aus.   Ach ja die Cornflakes Behälter sind auch bis auf einen alle leer.

Es ist echt unglaublich wieviel sie innerhalb eines Tages futtert. Mir ist es aber nicht nur durch den Schwund heute aufgefallen.  Vor allem war es fazinierend wie lange wir mit einem Wocheneinkauf ausgekommen sind. Nämlich wirklich eine Woche.  Es wurde überhaupt nichts wirklich alle.  Und wir sind auch keine sparsamen Esser.

Also die Lebenshaltungskosten werden ab Sommer hier deutlich sinken.  Denn auch wenn es nach ein paar klaren Ansagen eher günstige Lebensmittel sind die verschwinden, die Masse macht es einfach.  Aber fairer Weise muss ich dagegen rechnen, dass sie was Wasserverbrauch und Telefonkosten angeht deutlich günster ist als unsere vorherigen APs.  Mehr als das Geld stört auch eher das Gefühl ständig vor leeren Regalen/Kühlschränken zu stehen.  Alles was man selbst gerade gerne essen möchte ist leider schon weg.

Was gab es sonst noch zu berichten?

Die erste Ferienwoche hatte Olga ja offiziell noch kein frei. Sie hat ausdrücklich abgelehnt Urlaub zu nehmen. Dafür hat sie sich dann ab Montag krank gemeldet und den ganzen Tag in ihrem Zimmer am PC gesbastelt und alle 3 Minuten einen Sonderwunsch der Güteklasse: „Kannst du MAL EBEN ….“ geäußert.   Offiziell hatte sie es am Magen, das hat sie aber nicht davon abgehalten den Kindern ihre Grillhähnchen wegzufuttern und gemütlich 3 Zwischenmahlzeiten einzunehmen.  Mir ist der Hut hochgegangen, als sie ernsthaft  mit vollem Mund fragte: „Ist es eigentlich besser wenn Ich Heute oder Morgen Abend ausgehe?“    Schon klar, erst krank machen und sich dann vollfuttern und Party machen, während die Gasteltern Besucherkind, Handwerker und eigene Kids parallel händeln.  Da habe ich aber deutlich nein gesagt. Wer krank ist geht nicht aus und wer gesund ist kann babysitten.  Hat sie aber auch ohne zu murren geschluckt.  Sie war ganz überrascht, dass ich gestresst bin und mir meinen Urlaub anders vorgestellt habe.

Die zweite Woche hat Schatzi sie dann in die Sonne entführt, bin gespannt ob das All inklusiv Hotel noch steht oder schon leer gefuttert ist 😉 .  Aber die Woche Pause hat beiden Seiten gut getan.  Jetzt sind es noch 3-4 Monate und dann ist unser erstmal letztes Au-Pair Jahr zuende.  So langsam kommen glaube ich alle in die Endphase in der die Begeisterung auf allen Seiten nachlässt und die bei APs eher Dienst nach Vorschrift aber ohne besonderes Engagement  bedeutet.  Daher haben wir auch angeboten, dass sie wenn eine FSJ Stelle sie schon früher haben möchte nichts dagegen haben sie ein paar Tage/Wochen eher gehen zu lassen.  So sparen wir ein bischen Geld und Nerven und sie kann früher ihre Freiheit mit eigener Wohnung genießen.

Was bedeutet es ein Au-Pair zu haben (Achtung Ironie)

April 12, 2011

Ich bin immer wieder entsetzt aber leider nicht mehr wirklich überrascht, welche Vorurteile über Au-Pairs im Umlauf sind und welche unglaublichen Fragen man sich als Gastfamilie anhören darf.

Meine Highlights aus einer Schulstunde in der meine Schüler mitbekommen haben, dass wir ein AP haben:

1. Wie ihr Au-Pair ißt/schläft auch bei ihnen?

Nein die darf natürlich nur arbeiten und dann kommt sie in den Wandschrank. Denn da lasse ich dann die Kids wieder raus, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme -die gleiche Klasse fragt vor ein paar Wochen was ich denn mit meinen Kindern mache wenn ich arbeite und ob sie allein zu Hause bleiben.

2. Spricht sie auch Deutsch? Nachdem Ich vorher erzählt hatte, dass unser damaliges AP Germanistik studiert hat.

Nein wir laden grundsätzlich nur Mädchen ein die kein Wort Deutsch sprechen und achten darauf, dass sie auch nichts lernt.

3. Na da kann das Mädchen aber froh sein, dass sie so eine Chance bekommt

Genau es ist ja so großzügig von uns, dass wir jemanden erlauben unsere Kinder zu betreuen, bei der Hausarbeit zu helfen und uns für ein Jahr zu ertragen 😉   Bei Bedarf würde Ich die Betreffenden gerne für ein Jahr einladen 🙂

4 Wie bezahlen müssen sie auch noch dafür?

Nein natürlich nicht, die Mädchen müssen uns bezahlen, siehe Frage 3.  Wir stellen nur großzügig zwei Kleinkinder in der Trotzphase und uns ein großes häufig chaotisches Haus zur Verfügung.

5.  Bringen Sie ihr Au-Pair doch mal mit in den Unterricht, dann können wir mit ihr flirten, denn APs sind ja leicht zu haben und schnell wieder weg. (leider ein Originalspruch eines Schülers 😦

Ja klar, davon träumt eine 22 jährige mit Master Abschluss. Einen 17 jährigen Spätpupertären deutschen Schüler der sie für seine dreckigen Phantasien benutzt. Und mir dann am besten jeden Tag brühwarm erzählt wie sich Bubi zum Horst gemacht hat 🙂  🙂   schon besser die Vorstellung

1.  Die sind alle leicht zu haben und auf Sex aus

Genau und alle meine Schüler sind gut erzogen, schlau und haben Niveau

Phasen eines Au-Pair Jahres

April 10, 2011

Ein AP Jahr ist in seiner Entwicklung einem Kleinkind ziemlich ähnlich.  Natürlich hat jedes AP und jede Familie ihre eigenen Erfahrungen und Persönlichkeiten, aber es lassen sich doch immer wieder erstaunliche Parallelen erkennen.   Ich teile für uns immer in folgende Phasen ein:   Die euphorische  Anfangsphase,  die  Dreimonatskrise, dann die „Tolle 2. Hälfte“ und die Endphase.  Alle Phasen haben so ihre Besonderheiten.  Heute will Ich mich der „Tollen 2. Hälfte widmen, auch wenn sie bei uns auch schon wieder zur Hälfte vorbei ist 😦

(more…)

Frühlingsgefühle

März 22, 2011

Es ist Frühling und das merkt man als Gastfamilie eines APs nicht nur am schönen Wetter, sondern auch an der deutlich besseren Laune des eigenen APs.  Ich finde es jedes Jahr wieder erstaunlich welchen Einfluss das Wetter auf die Beziehung zwischen AP und Gastfamilie haben kann.  Im Winter und noch schlimmer im Januar/Februar sinkt die Laune und Motivation vieler APs auf den Nullpunkt.

Die Kinder können kaum raus, sind gelangweilt und anstrengend und auch die APs haben wenig Möglichkeiten und Interesse Ausflüge zu machen.  Aber sobald das Wetter etwas besser wird steigt die Laune.  Hier bei uns ist schon seit gut 2-3 Wochen wieder ein richtiger aufwärts Trend zu spüren. Olga ist viel aktiver und besser gelaunt bei der Sache.  Ok sie übersieht immer noch gerne die Bügelwäsche wer nicht, aber sie geht wieder mit den Kids vor die Tür ohne das Ich es fordern muss und hat einfach gute Laune.

Ich hoffe einfach, dass jetzt das letzte drittel unseres AP Jahres anfängt in dem man das AP am liebsten garnicht mehr abgeben möchte. Und das klappt hier gerade wieder richtig gut.  Beispiele der letzten Tage/Wochen

– Wenn Ich Mittags/Nachmittags nach Hause komme ist die Wohnung richtig tip top aufgeräumt. Und zwar nicht nur oberflächlich, sondern richtig 🙂

– Die Kinder bekommen an ihrem kurzen Kiga Tag wieder richtiges Essen gekocht und nicht nur Cornflakes und Nutella

– Olga hat mit den Kids Frühlingsdeko für unsere Fenster gebastelt und aufgehängt.

– Olga hat es geschafft 20 Bewerbungen für ein FJS abzugeben und zwar ohne meine Hilfe

– Olga  sieht wieder Arbeit und schenkt mir 100 kleine Momente wo Ich sie einfach nur dankbar umarmen möchte.   Es sind Kleinigkeiten wie das Ausschlafen lassen am freien Tag, ein Kaffee nach einer anstrengenden Konferenz …..

– Spieldates mit Kiga Freunden werden eigenständig verabredet und eingehalten

– Päckchen und andere Termine werden einfach vom AP gemanaged und Ich kann arbeiten gehen.

– Kleine Einkäufe wie Milch, Brot, Obst werden nebenbei erledigt und Ich muss nicht nochmal extra losfahren.

 

Kurz und knapp gerade wissen wir wieder sehr zu schätzen, dass wir ein AP haben und in solchen Phasen bekomme Ich auch ein bischen Angst vor der Zeit ohne AP.  Klar wir schaffen es auch ohne, aber eben nicht mehr so bequem und einfach wie jetzt.  Zum Glück hat aber auch unsere Lösung ab Sommer noch keine wirklichen Hacken bekommen.  Unser neuer Babysitter war schon 3x Probehalber da und kommt gut mit den Kids aus und auch unsere Putzfrau ist nach wie vor super.

Bergfest

Februar 10, 2011

Ein halbes Jahr mit Olga liegt hinter uns und nachdem die letzten Wochen die negativen Einträge diesen Blog dominiert haben, scheint Olga ihr nahendes Bergfest zum Anlass genommen zu haben über ihr Verhalten nachzudenken.  Und zwar noch bevor wir das große Gespräch mit ihr führen konnten mussten.

Sie ist sehr motiviert, macht viele tolle Aktivitäten mit den Kids und hatte schon am Montag die gesamte Bügelwäsche der Woche erledigt und weggeräumt. Das hat in den letzten Wochen eigentlich nie funktioniert.  Also von der Arbeitsseite her ist im Moment wieder alles im Lot.

Bleibt die Beziehungsebene und ihr Verhalten uns gegenüber. Da hatte sich Gestern die Chance geboten das Thema anzusprechen, weil sie fragte ob Schatzi am Sonntag wieder hier übernachten darf.  Ich habe dann endlich den Mut gefunden ihr klar zu sagen, dass wir nichts gegen seinen Besuch haben, aber Unterhosen auf unserem Tisch, Schachorgien vor unserem Kamin und stundenlange Besetzung von Küche und Wohnzimmer für uns unangenehm sind.  Sie hat es auch sofort eingesehen und sich entschuldigt.  Wir haben jetzt klar verabredet, dass die beiden Sonntag Abend kommen und dann ihre Freizeit in ihrem Zimmer verbringen.  Beide können gerne an unseren Familienmahlzeiten teilnehmen, aber wir brauchen am Wochenende unsere Ruhe.  Ich habe auch nochmal klar gestellt, dass ihr Schatzi IHR Freund und nicht unser Besuch ist.  Wir werden also gespannt den Sonntag abwarten.

Insgesamt merke Ich wie gut es tut, wenn man sich traut Erwartungen, Wünsche und negative Aspekte ehrlich anzusprechen. Und Ihr hat das Gespräch glaube Ich auch gut getan, weil sie natürlich auch gemerkt hat, wie angespannt und genervt  Ich in den letzten Tagen war.  Seit den Gesprächen sind wir beide wieder deutlich relaxter und der Alltag ist angenehmer.

Aber trotz aller Freude über die guten Gespräche haben wir uns vorgenommen, wenn sie noch 1x einen Fehler a la Erdnuss macht gibt es die klare Ansage, das so ein Verhalten ihren Wechsel nach sich zieht.  Aber Ich hoffe einfach, dass wir ab jetzt mit kleinen Katastrophen weiter kommen.

Das Bergfest selbst haben wir heute als reine Mädelsrunde in der Pizzeria gefeiert.  Da der beste Gatter der Welt mal wieder im Krankenhaus die Nacht verbringen darf sind die Kinder, Olga und Ich gemütlich essen gegangen und haben die positiven Seiten der letzten 6 Monate Revue passieren lassen.

Tja so wie es gerade aussieht werde Ich wohl doch noch für mindestens 6 Monate Au-Pair Geschichten posten können 😉

Sprachkurs

Januar 26, 2011

Nicht nur in der Aupairbox ist der Sprachkurs mal wieder ein Thema. Auch bei uns wird er aktuell wieder zum Thema.

(more…)

Regentage

Januar 12, 2011

Der  Gatte liegt schon seit 2 Tagen mit Noro im Bett. Die Kinder sind zur Zeit überraschend beide gesund und auch Olga und Ich halten uns bisher tapfer. Vielleicht liegt es ja an meinem Vitamineinkaufswahn von letzter Woche. Einfach fest dran glauben.

Eigentlich wollte Ich eine ganz andere Geschichte erzählen.  Olga und kleine Hexe hatten sich zum spielen mit den Nachbars Zwillingen verabredet. Und Ich hatte in einem Anflug von Erkältungsangst und Nettigkeit angeboten die beiden eben zu fahren.  Aber die kleine Hexe verkündete froh, das bischen Regen ist doch schön. Komm wir laufen mit Regenschirm 🙂  Der Gesichtsausdruck von Olga war super. Aber sie hat sich schnell gefangen und so sind die beiden dann wirklich zu Fuß losgezogen.   Tja ist schon blöd, wenn die Kinder noch nicht so aus Zucker sind, dass sie wie unsere APs beim ersten Tropfen Regen in Panik verfallen.    Und Ich bin ja auch nicht besser, sondern fahre die Kids aus Angst vor der nächsten Erkältung lieber mit dem Auto anstatt sie mit Olga laufen zu lassen. Dabei weiß Ich dass frische Luft wichtig ist und normalerweise nicht krank macht.

Au-Pair und Telefon

Januar 6, 2011

Zumindest unsere APs sind bisher alle mehr oder weniger mit ihren  Handys, Telefon, Internet verwachsen gewesen.  Und bei allen gab es das klassische Problem:

WIE KANN ICH WÄHREND DER ARBEITSZEIT MÖGLICHST VIEL UND UNGESTÖRT TELEFONIEREN ???????????????????????

(more…)

Ferienalltag

Januar 4, 2011

Manchmal glaube Ich ja es gibt doch ein höheres Wesen, dass genauso eifersüchtig auf die langen Ferien bei Lehrer ist wie alle anderen.  Anders kann Ich mir nicht erklären, warum immer wenn Ich Ferien habe erstens alle Kinder zielsicher krank werden und zweitens irgendein Event ansteht, was es notwendig mach jeden Morgen früh aufzustehen.  In den Sommerferien war es der Schwimmkurs und die Einarbeitung von Olga, im Herbst hatte Ich Glück oder es schon verdrängt und jetzt darf Ich schon seit über einer Woche jeden Tag mit der Großen Hilfe zum HNO Arzt und ihr die Ohren spülen lassen.  Am gemeinsten ist, dass Ich so langsam das Gefühl bekomme wir spülen mehr Geld in seine Taschen als gesundheitlichen Nutzen durch die Ohren der kleinen Dame.  Aber sicher bin Ich mir nicht also gehen wir.

Ach ja durch die vielen schönen Ausflüge ins Wartezimmer bin Ich auch noch nicht dazu gekommen etwas für die Schule zu machen, da liegt auch noch die Notenliste für die Halbjahrsnoten und 2 Klausuren die vorbereitet werden wollen.  Vielleicht schaffe Ich es ja heute Nachmittag.   Denn entgegen dem Vorurteil haben wir Lehrer sogar in den Ferien noch zu tun.  Und Ich habe hier mal wirklich Glück. Denn Dank meiner Fächer habe Ich fast keine Korrekturen. Aber die Kollegen mit Deutsch, Sprachen sitzen fast die gesamten Ferien und dürfen hunderte Klausuren nachschauen.

Die Ferien haben aber auch gute Seiten.  Ich habe viel mehr Zeit mit den Kindern etwas gemeinsam zu unternehmen z.B. tolle Ausflüge in die HNO und  Ruhe mal wieder in der Küche zu experimentieren.   Denn wenn die Kids Abends im Bett sind, dann haben wir es uns meistens vor dem Kamin mit unseren neuen Büchern gemütlich gemacht und meien neusten Küchenexperimente verdrückt.

Ach ja und für alle die die Olga Soap verfolgen.  Sie ist jetzt mit Schatzi Nr.1 nur noch gut Freund.  Hat aber Sylvester mit ihm verbracht und für seinen Papa einen Kuchen gebacken.   Und sie hat wieder deutlich bessere Laune und ist mit mehr Spaß bei der Arbeit.  Vielleicht haben wir ja die Krise wirklich  ein Stück hinter uns gelassen.  Oder Ich werde einfach entspannter und mache mir nicht mehr soviele Gedanken.    Ob sie Lover Nr.2 noch trifft kann Ich erst Heute Abend oder Morgen sagen, denn da trift sie ihn ja normalerweise.  Wir werden sehen …..

 

Kinder wie die Zeit vergeht

November 10, 2010

Heute vor drei Monaten ist Olga bei uns angekommen. Ich habe zwar auf der einen Seite das Gefühl, dass sie schon immer bei uns war, aber auf der anderen Seite kann Ich nicht glauben, dass 1/4 ihrer Zeit schon wieder um ist.    Zum Glück gefällt es ihr immer noch.  Und die typische 3 Monats Krise ist bisher auch sehr milde aufgefallen.

Gestern haben wir die große Hilfe bei der Schule angemeldet. Mein Baby wird ein Schulkind. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass Ich sie im Krankenhaus zum ersten Mal angeschaut habe und als hilfloses Bündel im Tragetuch mit mir durch den Alltag getragen habe.

Morgen ist Sankt Martin und auch hier sind wir jetzt schon alte Hasen. Beim ersten Mal war Ich noch furchtbar aufgeregt. Die nächsten Male waren auch richtig spannend, weil immer wieder etwas neues anstand.  Mal die erste selbstgebastelte Laterne, mal der erste Kiga Umzug …  Und heute ist es fast ein lästiger Pflichttermin geworden. Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen.  Zum Glück träge die große Hilfe mit ihrer Gruppe ein kleines Gedicht vor und macht es doch wieder zu etwas besonderem.

Es ändert sich aber nicht alles.  Wir sind wie immer um  diese Jahreszeit mal wieder alle erkältet. Die kleine Hexe hatte  vorgelegt und seit Montag ziehen die große Hilfe, Olga und Ich nach.  Mich hat es schon ziemlich erwischt.  Aber zum Glück hat mich ein nettes Au-Pair und noch liebere Kinder heute ausschlafen lassen und Ich verbringe jetzt meinen freien Tag im Bett mit Lesen, Schlafen und dem Versuch möglichst wenig zu sprechen.   Der Gatte macht dann wahrscheinlich den Abschluß unseres Familieninternen Hustenkonzerts.

Freie Wochenenden

Oktober 29, 2010

Freie Wochenenden sind bei Au-Pairs überaus beliebt und das kann Ich auch sehr gut nachvollziehen. Bei uns sind auch fast alle Wochenenden von Freitag 16.00 Uhr bis Montag Morgen frei und die APs können machen was sie wollen. Aber wir sagen auch vor Einladung immer sehr deutlich, dass 1x im Monat ein Wochenendtag verplant werden kann. Entweder weil der Gatte und Ich mal wieder ins Kino wollen oder ein Saunatag ansteht.
Und wir sagen auch immer deutlich, dass  ALLE Erwachsenen bitte ihre geplanten Termine IMMER sofort in den Familienkalender eintragen sollen, damit man gegenseitig Rücksicht bei der Planung nehmen kann.  Soweit die Theorie.

In der Praxis funktioniert es bei Ehemännern leidlich und bei Au-Pairs schlecht nicht.   Heute mal wieder die klassische Situation. Meine beste Freundin hat mich gestern Abend angerufen und gefragt ob wir nicht gemeinsam mit der besten Schwester einen Kinoabend machen können.  Begeisterter Blick in den Kalender und JA keine Wünsche vom Au-Pair.  Ich also sofort unseren Termin eingetragen.

Als Ich dann heute nach der Arbeit freundlich gesagt habe, dass an diesem Samstag (Ende November)  Abends Babysitten notwendig ist und Sie gerne auch ihren Freund einladen kann stehen unserem Au-Pair auf einmal Tränen in den Augen.

Ich frage noch warum, aber da saust sie schon los um Schatzi (der gerade zu Besuch war) über dieses Unglück zu informieren.  Nach ein paar Nachfragen kommt raus, Schatzi hat an diesem Tag ein Konzert und sie sollte irgendwas dort helfen.  Ich kann ihren Frust ja gut verstehen, aber WARUM trägt sie dann so einen Termin nicht in den Kalender ein?   Jetzt ist der Kino Abend geplant und der ist leider nicht einfach zu verschieben.  Also werde Ich wohl böse Gastmutter sein müssen und ihr den Abend versauen.  😦

Ich hoffe nur, dass sie aus der Erfahrung lernt und jetzt ihre Wünsche früher einträgt. Denn normalerweise klappt es schon, dass wir uns absprechen.  Es zeigt aber auch, dass wir zu lange keine Wochenend Arbeit mehr eingeteilt haben. Denn es geht viel zu schnell, dass sich APs an freie Wochenenden gewöhnen und es dann ganz furchtbar finden, wenn dieses Privileg entzogen wird.

 

Heute bin Ich mal unser Au-Pair

Oktober 12, 2010

Heute bin Ich das Au-Pair 🙂

Olga hat ja eine Woche Urlaub und das bedeutet, dass ihre Aufgaben diese Woche an Mir und dem besten Gatten hängen bleiben. Aber für mich auch immer eine gute Gelegenheit um mal wieder zu überprüfen ob die Routine und Aufgabenstellung noch aktuell und in der gedachten Zeit machbar sind.

Also bin Ich heute Morgen aufgestanden und habe die beiden Damen ganz allein fertig gemacht.  Das klappt besser als gedacht, aber wir haben ja auch 1 Stunde länger schlafen dürfen und daher alle deutlich bessere Laune als um 6.20 Uhr.

Der Weg zum Kiga mit zwei  faulen Kleinkindern ist immer noch keine leichte  extrem anstrengende Aufgabe. Denn die Damen schaffen es entweder in negativer Wap Geschwindigkeit zu schleichen, oder sich bei Wettläufen permanent zu streiten.  Aber manchmal hat Frau auch Glück. Dann hilft die große Schwester der kleinen über die Straße und die kleine sagt ganz lieb danke.  Oder beide stehen verträumt unter einem großen Baum und bewundert die bunten Blätter.  Aber dafür wird man auf dem Rückweg mit einem schönen Spaziergang und Zeit zum Nachdenken belohnt.

Das Zuhause aufräumen und bügeln Programm hat mich ja am wenigsten gelockt, aber es gehört eben auch dazu.  Ich habe also laut Musik angemacht und innerhalb von 45 Minuten war die Wohnung aufgeräumt und gesaugt.  Wir liegen also zum Glück im Rahmen, auch wenn ein Au-Pair wahrscheinlich ein bischen länger braucht.

Und dann kommt der Teil des Vormittags um den Ich unsere Au-Pairs am meisten beneide. Ich habe 2-3 Stunden ganz frei. Das ganze Haus für mich allein.  In dieser Zeit kann man in Ruhe Zeitung lesen, mit der besten Freundin telefonieren,  einen Blogbeitrag scheiben ……   Das dumme ist nur, man kann diese Zeit nur dann wirklich schätzen, wenn man sie nicht mehr immer hat.   Als Ich damals Au-Pair war, habe Ich auch Morgens frei gehabt und was habe Ich gemacht. Gemeckert !!!!!!!   Es wäre sooooo viel schöner Abends früher frei zu haben, es lohnt sich gar nicht für 3 Stunden irgendwo hinzufahren ….  Gut  das meine Gastmutter kein Deutsch konnte.

Das kochen für die Kinder gehört dann wieder zu den Highlights und die Nachmittagsgestalltung ist ja auch sonst regelmäßig mein Revier.  Also bisher kommen wir gut ohne Au-Pair klar, aber nur weil wir wissen, dass sie in 5 Tagen wieder da ist.  Denn der Gatte und Ich haben bestimmt schon 4x gedacht, jetzt wäre es sooooo praktisch wenn wir Olga mal eben kurz bitten könnten zu helfen.

Und den Kindern fehlt sie auch. Die kleine Hexe ist seit ihrer Abreise total durch den Wind. Sie ißt wenig und wirkt total gereizt.  Sie behauptet zwar es liegt daran, dass sie unser letztes AP vermisst, aber die Kleine Hexe war auch noch nie wirklich gut darin offen über ihre Gefühle zu sprechen.  Aber für unser AP ist es ein riesen Kompliment. Sie ist gerade mal 2 Monate da und schon wird sie von den Kids als Teil der Familie gesehen.

Für die große Hilfe hat die Au-Pair lose Zeit auch ein gutes. Gestern hat sie mich überredet sie für 15 Minuten allein zu Hause zu lassen. Ich habe die kleine Hexe noch mal in den Kiga gebracht und sie wollte unbedingt ihr Puzzle allein zu ende machen. Nach einigem zögern und überlegen ob sie mit ihren 5.5 Jahren für sowas wirklich schon alt genug ist, habe Ich es gewagt und es hat zum Glück alles gut geklappt. Als Ich nach 11 Minuten wieder zurück war, habe Ich ein vor Stolz platzendes Kind gefunden.  Tja manchmal muss man seine Mama Ängste auch überwinden und den eigenen Kids vertrauen.  Sie werden ja sooooo schnell groß.

Kranke Kinder und Au-Pairs

September 14, 2010

Einer der Hauptgründe warum wir wohl noch länger mit Au-Pairs leben werden ist die Sicherheit und Flexibilität wenn ein oder beide Kinder krank werden.  Und bei uns ist es mal wieder so weit.  Beide Damen hat die erste Bronchitis der Saison erwischt und gleichzeitig liege Ich als Mama auch flach.  Was sonst beruflich und familiär der Supergau ist, kann man mit Au-Pair deutlich besser ertragen.

Aber es gibt einige Punkte die man als Gasteltern beachten sollte.

(more…)

Vereinbarkeit Familie und Beruf im Praxistest

September 3, 2010

Die erste Woche Alltag liegt hinter uns. Nach 6.5 Wochen Ferien fällt es allen wieder schwer zurück in den Alltag zu starten. Die Kinder müssen wieder jeden Morgen um 6.20 aufstehen und unser Au-Pair ist jetzt viel häufiger allein mit den Kindern und auch allein verantwortlich.  Und sie ist eine riesen Hilfe.

Aber trotzt dieser tollen Entlastung 100 Erledigungen müssen wieder am Nachmittag oder Wochenende gemacht werden und die 30 Stunden Au-Pair Arbeitszeit sind so schnell weg, wie ich es mir am Anfang nie vorstellen konnte. Es müssen Lebensmittel, Kleidung und Schuhe für 5 Personen eingekauft werden. Arzttermine gemacht und wahrgenommen werden, Geburtstagsgeschenke gekauft werden, Bankgeschäfte erledigt und die häusliche Ablage vor dem totalen Chaos bewahrt werden.  Das Au-Pair braucht Hilfe beim Sprachkurs, Freizeitaktivitäten, Heimweh oder Liebeskummer.  Das soziale Umfeld braucht Hilfe beim Renovieren, ein ruhiges Gespräch über Liebeschaos, Hilfe beim Examen oder Ich habe selbst einfach Lust mal wieder in Ruhe mit einer Freundin einen Kaffee zu trinken oder zumindest zu telefonieren.

Was mich in den Wahnsinn treibt sind kurzfristige Änderungen im System. Da hat man gerade nach langen basteln die Termine der Kinder, des Au-Pairs und den eigenen Stundenplan in ein funktionierendes und für alle tragbares Gleichgewicht gebracht, da ändert der Turnverein seine Zeiten.  Toll jetzt ist das Kinderturnen am freien Nachmittag unserer Olga und direkt nach dem Turnen im Kiga.  Also kann die große Hilfe jetzt 2 Stunden am Stück turnen und die Kleine Hilfe gar nicht, da sie keiner vom Kiga zum Turnen bringen kann. Ich bin noch arbeiten und unser Au-Pair auf dem Weg zum Sprachkurs.  😦

Oder der Kiga hängt alle wichtigen Infos immer erst um 9.00 Uhr raus. Sieht man ja beim Abholen am Mittag außer man arbeitet und kommt erst am Nachmittag wenn alles gelaufen ist.

Mein Stundenplan ändert sich auch noch mindestens 2-100x bis nach 3 Wochen dann ein endgültiger Plan steht.  Aber da kann ich mich nicht beschweren, unser Stundenplaner ist ein Engel. Er hat bisher eigentlich immer zu unseren Gunsten umgestellt.

Ich glaube viele Leute sehen gar nicht, wie durchgeplant der Alltag einer Familie ist, in der 2 Erwachsene arbeiten und 2 Kinder nicht nur betreut, sondern auch noch Termine und Spieldates koordiniert werden müssen.  Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht auf meinem Wochenplan auch viel einfacher aus als in der Realität.

Manchmal frage Ich mich wie ich das in den letzten Jahren eigentlich hinbekommen habe.  Ich denke ein toller Ehemann der immer seinen Teil der Familienarbeit übernommen hat, tolles Au-Pairs, eine gute Familie (Omas und Tanten) die im Notfall eingesprungen sind und ganz viel Humor haben uns meistens gerettet.  Meine Bewunderung gebührt allen, die es alleine schaffen müssen.  Ich glaube dann hätte ich schon längst kapituliert.

Wenn Ich mir etwas wünschen dürfte:

Kinderbetreuung, die auch ein bischen an uns Eltern denkt die arbeiten müssen.  Infos vielleicht per E-Mail und auch mal Elternaktivitäten zu Zeiten die auch Arbeitende Mütter/Väter schaffen können. Keine bösen Blicke wenn man Morgens in Eile ist, weil die Öffnungszeiten eben nicht perfekt zum Arbeitsplatz und der Fahrzeit dorthin passen.

Freizeitangebote für Kinder die nicht alle um 14.00 Uhr anfangen.  Ich finde es unfair, dass meine Mädels nicht am Ballett und Turnen teilnehmen können, nur weil Ich arbeiten muss.  Und ein drittes Auto kaufen, damit unser AP die Damen den ganzen Nachmittag fahren kann will und kann Ich mir nicht leisten. Unsere Musikschule ist ein tolles positives Beispiel. Sie ist in den Kiga integriert. Man muss die Kinder nicht hinbringen und abholen und so können alle daran teilnehmen . Wenn es jetzt noch die Möglichkeit für sozial schwache gäbe kostenlos oder verbilligt teilzunehmen perfekt.

Ein paar Ersatznerven, damit ich auch nach einem vollen Arbeitstag nicht gestresst und entnervt nach Hause komme. Meist schaffen es die Kinder zwar mich schnell abzulenken, aber einfach mal erst einen Kaffee trinken und durchschnaufen klingt auch gut.

Wie läuft es bei anderen Mamas und Papas die arbeiten? Was sind eure Wünsche und Hilfen?

Arbeitspläne

August 23, 2010

Jetzt haben wir den Honeymoon der Au-Pair Zeit nach gut 2 Wochen hinter uns gelassen und es wird Zeit den normalen Alltag einziehen zu lassen.  Ich habe zwar noch eine Woche Urlaub, aber Ich merke, dass es Zeit für klare Arbeitszeiten und Aufgaben wird.  Bisher hat Olga fast immer den ganzen Tag mit uns verbracht, aber eben auch viele kleine Auszeiten genommen wann es ihr zu passen schien.  Das war für uns super, weil sie so unsere ganze Routine von Morgens – Abends mitbekommen und viel Zeit mit den Kindern verbracht hat.  Aber es hatte auch den Nachteil für beide Seiten, dass nie ganz klar war ob sie jetzt arbeitet oder nicht.

(more…)

Erste Woche

August 17, 2010

Jetzt ist Olga schon eine Woche bei uns.  Es kommt mir auf der einen Seite schon so vor, als ob sie viel länger bei uns wohnt und auf der anderen Seite ist die Zeit super schnell vergangen.  Sie hat ihren sehr guten Eindruck der ersten Tage bestätigt, aber auch schon die erste kleine Wolke an die Himmel gelassen.   Aber der Reihe nach.

Die Kinder lieben sie und haben sie voll in ihr Herz geschlossen. Sie bekommt jeden Abend ausführlich Gute Nacht gesagt und darf beide Damen ohne Probleme ins Bett bringen, anziehen und sonstige eher heikle Aufgaben übernehmen.

Sie hat auch ihre ersten Feuerproben ziemlich gut gemeistert. Gestern Abend war sie zum ersten Mal Abends allein mit den Kindern. Wir hatten Hochzeitstag und sind Essen gegangen und Sie hat die erste Au-Pair Party mit den Kids veranstaltet. Alle hatten Spaß, aber das allein ins Bett bringen hat noch nicht 100% geklappt. Als wir um halb Zehn wieder gekommen sind waren noch beide Kinder bestens gelaunt auf und sie war bei der 10 Gute Nacht Geschichte.  Aber sie hat dann trotzt unserer Rückkehr beide Mädchen ins Bett bekommen.   Die Phase des Grenzen testen geht also diesmal sehr früh los.  Klar sie ist nett, also schauen die Damen wie nett.    Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen und wir haben anschließend noch in der Küche über Erziehung, Konsequenzen und die typischen Schwierigkeiten am Anfang geredet. Und ganz toll finde ich, sie nimmt Tips dankbar an und versucht sie wirklich umzusetzen.  Sie bleibt immer freundlich und ruhig, aber sie setzt auch klare Grenzen.

Heute hat sie zum ersten Mal die Kleine Hexe allein in den Kiga gebracht und es hat gut geklappt und sie hilft immer noch  toll im Haushalt. Eine Perfektionistin in unserem Genie beherrscht Chaos Haus, ich hoffe sie verzweifelt nicht. Ich bin auf jeden Fall begeistert.

Die kleine Wolke hatten wir am Sonntag Abend. Pünktlichkeit und Au-Pairs ist ja eine ganz eigene Sache. Sie hat Besuch von Igor aus dem Internet bekommen und wollte mit ihm noch in die nächste Stadt fahren. Kein Problem und Ich fand es super lieb, dass sie ihn uns vorgestellt hat.  Sie hat auch ganz freundlich gefragt wann sie wieder da sein muss. Ich etwas überrumpelt sage: Mitternacht ist ok.  Und wünsche viel Spaß.  Mitternacht ist auch sonst bei uns vor Arbeitstagen die Zeit wo ich erwarte, dass unsere Au-Pairs normalerweise zu Hause sind.

Als sie um 0.30 Uhr immer noch nicht wieder Zuhause war habe ich mir doch angefangen Sorgen zu machen und ihr eine SMS geschickt. Sie hat auch sofort zurückgerufen. Alles ok sie kommt umd 2.00 Uhr.    Ich war  erstmal beruhigt, aber mäßig begeistert sauer.  Ein toller Anfang, aber erstmal nicht zu ändern. Aber ihr schlechtes Gewissen hatte sie dann doch. Um 1.00 Uhr versuchte sie verzweifelt die Tür aufzuschließen, aber die hat manchmal ihre Macken. Es war ihr super peinlich, dass ich im Nachthemd aufstehen musst und sie reinlassen.   Da Igor noch vor der Tür stand, habe ich die Standpauke auf den nächsten Morgen verschoben.

War aber im vollen Umfang zum Glück nicht notwendig. Denn sie ist sogar eine 1/4 Stunde früher aufgestanden hat Frühstück gemacht und sie glaubhaft und ehrlich entschuldigt. Es tat ihr wirklich leid und ihr war nicht klar, dass wir uns Sorgen machen und auf Sie warten. Wir haben jetzt nochmal erklärt, dass sie am Wochenende oder Freien Tagen natürlich machen kann was sie möchte, aber wir erwarten, dass sie eine SMS schickt, wenn sie später als verabredet kommt oder bei Freunden schläft.  Denn das machen wir im Gegenzug auch.  Und an Arbeitstagen ist es mir wichtig, dass sie Morgens ausgeschlafen ist und wir auch. Und wenn sie erst mitten in der Nacht nach Hause kommt stört sie nicht nur unseren Schlaf, sondern ist am nächsten Morgen wahrscheinlich auch nicht fit und belastbar.  Hat sie auch eingesehen und Ich hoffe die Lektion muss nicht wiederholt werden.

Positiv ist mir aufgefallen, dass sie ihrem Bekannten nicht die Schuld gegeben hat, sondern den Fehler ganz klar bei sich gesucht hat. Das kenne ich aus Erfahrung auch anders. Da waren immer alle andern nur man selbst nicht schuld.

Ein Punkt der für sie noch nicht optimal ist, das Internet. Wir haben uns nach diversen Diskussionen über Downloads und Viren entschieden, dass es uns 15 Euro im Monat wert ist, dem AP eine eigene Flatrate auf ihren Namen = ihr Risiko zu stellen und unser eigenes Netzwerkt wieder nur für uns zu nutzen. Aber die Aldi Flatrate ist nicht der Knaller . Wir bekommen hier nur GPRS und die Seitenladezeiten sind wirklich langsam und Skypen geht auch nicht mit Video. Also ist unser AP etwas ziemlich frustiert.  Kann ich auch gut verstehen. Sie versucht jetzt schon seit 3 Tagen mich zu überreden sie doch in unser Netz zu lassen. Und bisher macht sie ja auch einen zuverlässigen und ehrlichen Eindruck.  Das Problem ist nur unser WLAN ist zur Zeit eine Katastrophe. Es hat ständig Aussetzer für einige Stunden und manchmal leider auch Tage. Nur finden wir leider nicht die Ursache. Und für eine komplett neue WLAN Anlage ist im Moment eigentlich kein Geld da. Also wird sie wohl mit der langsamen Qualität leben müssen für die nächsten Wochen.

Morgen machen wir mit der ganzen Familie einen Ausflug zu den Großeltern und zeigen ihr mal eine ganz andere Gegend.  Und bisher hat sie an allen Familieaktivitäten mit Begeisterung teilgenommen. Das ist so ein schönes Gefühl. Wir haben fast zum ersten Mal ein Au-Pair, dass wirklich eine riesen Neugier auf Deutschland, die Menschen, das Essen und alles andere hat.  Und wir reden beide gerne. Die große Hilfe hat sich zwar schon beschwert, dass wir zuviel Englisch reden. Aber  Diskussionen über die Preispolitik bei Aldi, Erziehungsprobleme und allgemeine Politik kann sie eben noch nicht auf Deutsch führen.

Ich werde weiter berichten und hoffe alle anderen haben auch Glück mit ihren neuen Au-Pairs oder Gastfamilien.  Denn wir erleben gerade wie schön eine gute Au-Pair Beziehung sein kann.

Deutsche Sitten und Unsitten

August 12, 2010

Danke erstmal allen die uns Glück für unser neues Abenteuer mit Olga gewünscht haben.

Jetzt sind die ersten aufregenden 2 Tage vorbei und so langsam kehrt der Alltag wieder ein. Heute haben wir sie im Kiga vorgestellt und Ich habe mit ihr eine erste kurze Runde durch unser Dorfzentrum gedreht.  Sie kennt jetzt auch die Bank, den Supermarkt und den Schlecker.  Ihr gefällt die freundlich Art der Deutschen 🙂 , hier im Ort ist es noch sehr verbreitet sich zu grüßen und zwar egal ob man sich kennt oder nicht. Da sie aus einer Großstadt kommt ist es für sie völlig überraschend. Aber sie grüßt immer strahlend zurück und freut sich.

Andere deutsche Besonderheiten die ihr auffallen, oder einfach gut gefallen:

– Wir haben Bälle an den Stromleitungen (in der Nähe des Flugplatzes)

– Es gibt so viele Solaranlagen und Windräder

– Sie mag unsere Straßen, weil sie ohne Schlaglöcher und gut gepflegt  sind .

– Alles wirkt sauberer und gepflegt.

– Sie mag das Lokale Radioprogramm

Auf der Bank hatten wir aber leider auch schon unser erstes Highlight zum Thema „Peinliche Deutsche“. Eine ältere Dame, die mich in ihr Herz geschlossen hat seit sie mitbekommen hat, dass ich „Arztfrau“ bin fragt jedes mal wenn wir uns sehen, wann denn endlich der fehlende Junge kommt.  Heute war sie natürlich auch sofort neugierig.  Ihr Kommentar: „Na da sind sie aber froh endlich in Deutschland zu sein.  Die Ukraine ist ja auch furchtbar :=0 “ Unser Au-Pair und Ich auch standen erstmal sprachlos über soviel Taktlosigkeit da. Manche Leute sind echt unglaublich. Zum Glück war Olga nicht zu getroffen und Ich habe ihr erklärt, dass es eben auch hier Menschen gibt, die wenig Ahnung davon haben was Au-Pair bedeutet und wie es in anderen Ländern ist.

Jetzt machen wir gerade beide ein bischen Pause und dann werde ich mit ihr eine Runde Hausarbeit machen.  Es sind eben sehr  viele Kleinigkeiten an die man denken muss.  Der erste Fehler ist uns schon gestern Abend passiert. Ich habe vergessen zu kontrollieren ob die kleine Hexe wirklich eine Pampers an hat. Natürlich nicht, man will ja nicht als Baby vor dem neuen AP dastehen. Also durften wir gestern Nach noch 1x Betten wechseln. Aber es erinnert uns daran, dass jetzt für einige Zeit wieder nichts mehr selbstverständlich ist.

Der Abend gestern war übrigens richtig nett. Wir haben uns gut unterhalten über alle möglichen Themen und sie spricht sogar mit dem Gatten. Bisher waren fast alle APs am Anfang ihm gegenüber sehr schüchtern und zurückhaltend. Er ist auch ganz happy.

Der Countdown läuft

August 7, 2010

In 3 Tagen kommt unser neues Au-Pair und damit steigt bei bei allen die Spannung wer  hoffentlich die nächsten 12 Monate mit uns leben wird. Auch wenn es schon unser 5. Au-Pair ist, die Anspannung bleibt.  In manchen Dingen bekommt man Routine, aber spannend bleibt es wahrscheinlich auch beim 10 Mal. Denn bei aller Routine in den Vorbereitungen, der neue Mensch, der Teil der Familie werden will/soll ist immer verschieden und das macht es eben auch für uns Familien immer noch neu. (more…)

Holz vor der Tür

Juli 20, 2010

Auch wenn man es sich bei aktuellen 33 Grad nicht wirklich vorstellen kann, der nächste Winter kommt .  Da wir  2 Kaminöfen haben und die Wärme von Holz viel angenehmer als trockene Zentralheizungsluft finden, muss 1x im Jahr die Holzhütte vollgemacht werden.  Und gestern war es mal wieder soweit. Der Gatte hat den Anhänger geholt und zusammen mit einer begeisterten Großen Hilfe 16 Raummeter Holz in die Garage geholt. Die kleine Hexe und Ich  haben Zuhause gewartet und immer fleißig beim Abladen geholfen.  Nach 4x fahren war die Garage voll bis oben hin.  Holz holen ist für die Kinder immer ein riesen Abenteuer. Sie dürfen mit zum Sägewerk und zuschauen, wie der Gabelstapler die Holzkisten in den Hänger kippt und später helfen die ganzen Holzstücke aus dem Hänger in die Garage zu werfen.  Allein für diese Arbeit geht als 2+2 Team fast ein ganzer Tag drauf. Aber dafür ist das Holz auch viel günstiger als beim Kaminholzhändler.

Heute steht stapeln auf dem Programm. Die Große Hilfe ist schon seit gut 2 Stunden mit Papa dabei alles in die Hütte zu transportieren und ordentlich zu stapeln. Und die kleine Hexe und Ich haben endlich unsere Steuererklärung abgegeben, bei der Stadtverwaltung die Abmeldung unseres APs vorgenommen (Danke nochmal an die netten Beamten, die kulant waren und es schriftlich ermöglicht haben) und dann noch gelbe Säcke und ein paar Kleinigkeiten besorgt.

Aber jetzt ruft auch mich der Holzberg.  Ich bin dann mal am stapeln.

Diesmal ist das erste Mal ohne APs.  Solche Events (Holz holen, Löcher für ein Trampolin graben, Garten umgestalten … sind übrigens tolle Indikatoren wie sehr sich ein AP als Teil der Familie sieht.  Unser 2. AP hat den Berg Holz gesehen und gefragt ob sie helfen darf.  Und dann begeistert den ganzen Nachmittag mitgeholfen.  Nr. 3 hat den Berg gesehen und beim Abladen mitgeholfen, gemerkt, dass es sehr anstrengend ist und dann angeboten mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Nr. 4 hat den Berg gesehen und sich schnell in ihr Zimmer verzogen und die Tür zugemacht.    Und Ich muss sagen das Verhalten passte bei allen auch zur Grundeinstellung.  Ich erwarte von keinem AP bei so einer Aufgabe zu helfen. Aber man merkt eben schon wer sich als Teil der Familie sieht und einfach anpackt oder wer sich versucht möglichst zu verdrücken.

Und bei allen die angepackt haben hat man gemerkt, dass es einen auch noch näher zusammen gebracht hat. Alle waren stolz und glücklich, weil sie gemerkt haben, dass wir uns wirklich gefreut haben und man als Team zusammen richtig viel schafft.  Und wir haben immer nach so einer  freiwilligen Hilfe ein schöner Abend mit der ganzen Familie im Restaurant verbracht, Pizza bestellt und ein zusätzlichen freien Nachmittag als Dankeschön spendiert.  Denn AP bedeutet ja auf Gegenseitigkeit und wer uns ungefragt hilft, der bekommt natürlich auch von unserer Seite ein Dankeschön.


%d Bloggern gefällt das: