Posts Tagged ‘Familienleben’

Vollzeitarbeit versus Teilzeitarbeit

Februar 5, 2013

Wenn aus Partnern Eltern werden steht  mit einem Mal die Frage im Raum wie die Aufteilung von Erwerbsarbeit,  Hausarbeit und Familienarbeit zwischen den Partnern   in Zukunft aussehen wird.  Und da in Deutschland leider immer noch sehr häufig die Männer den höher bezahlten Beruf haben ist hier meist nur eine theoretische Wahlfreiheit gegeben.   Denn mit der Geburt eines Kindes  steigen die Fixkosten  bei sinkendem Familieneinkommen.    Daher stehen häufig Mütter vor der Frage:  Wie lange steige ich völlig aus meinem Beruf aus und wann mit welchem Umfang an Arbeit wieder ein.   Die gleichen Überlegungen gelten natürlich auch für Väter in Elternzeit deren Frauen Vollzeit arbeiten und die Hauptverdiener der Familie sind.

Da wir bei der Geburt unseres ersten Kindes auch in der Situation waren, dass nur mein Mann eine feste unbefristete Stelle hatte war klar, dass ich zunächst die Betreuung übernehmen würde.  Und wenn man aus der Arbeitslosigkeit versucht eine Kinderbetreuung übers Jugendamt zu beantragen läuft man in die erste Falle.   Ohne Arbeit keine reale Chance auf einen Betreuungsplatz, denn die sind für „berufstätige Mütter“.  Aber ohne Betreuung hat man mit Baby leider auch keine realen Chancen auf eine Arbeit, weil man ja wenn überhaupt nur Mütter mit einem „sicheren Betreuungsplatz“ einstellet.    Daher auf jeden Fall daran denken euch auf die Wartelisten einzutragen solange ihr noch Arbeit habt.  Gerade bei befristeten Verträgen die vor oder im Mutterschutz enden,  kann hier ein echtes Problem entstehen.   😦

Wenn man dann nach einigen Wochen/Monaten/Jahren wieder anfangen muss/will zu arbeiten steht Frau vor der Entscheidung:  Minijob, Teilzeit oder Vollzeit?   Hier ein paar Überlegungen die einem häufig nicht auf den ersten Blick einfallen.

Minijob:

Ist für viele die vermeintlich praktischste Lösung um erstmal wieder vorsichtig anzufangen.   Und es wird auch als Vorteil gesehen, dass man ja keine Abzüge hat und Brutto für Netto arbeitet.  Für mich hat diese Art zu arbeiten aber ein paar entscheidende Nachteile:

1) Ich bin nicht sozialversichert, daher habe ich weder Anspruch auf Kinderkrankentage,  Krankengeld wenn ich länger als 6 Wochen krank bin, Arbeitslosengeld wenn ich meine Arbeit verliere.

2) Bisher hat man keine Ansprüche für die Rente angesammelt.  Für 1-2 Jahre vielleicht noch kein Problem, aber wer langfristig in diesen Jobs arbeitet bekommt nach einem langen Arbeitsleben im schlimmsten Fall eine Rente von  0€.

3) Die meisten 400€ Jobs sind schlecht bezahlt und mann bekommt nur einen sehr geringen Stundenlohn.  Je nach Unternehmen werden Urlaubsansprüche, Weihnachtsgeld oder andere tarifliche Leistungen die einem eigentlich zustehen nicht oder nur teilweise gezahlt.

4) Im Betrieb wird man nicht als vollwertige Mitarbeiterin, sondern als „Aushilfe“ oder  gelegentlicher Gast wahrgenommen und Karriere ist in dieser Form der Beschäftigung nicht wirklich möglich.

5) Gerade Aushilfen werden für unattraktive Arbeitszeiten oder sehr flexibel eingesetzt.

6) Die Kosten für Kinderbetreuung sind im Vergleich zum EK häufig sehr hoch.

7) Da Frau ja nur ein paar „Stündchen“ arbeitet bleibt häufig die Haus- und Familienarbeit weiterhin zu 100% an ihr hängen.

 

Teilzeit:

Bietet einem die Möglichkeit  wieder in die Sozialversicherung zu kommen und somit die eigene Absicherung zu erhöhen und trotzdem bleibt noch Zeit für die Aufgaben zu Hause.  Häufig hat man freie Tage in der Woche oder muss nur bis Mittag arbeiten.   Wenn man einen guten Arbeitgeber hat kann man  seine Arbeitszeit den  Betreuungszeiten der Kinder und den Arbeitszeiten des Partners anpassen.   Für mich hat aber auch diese Form der Arbeit einige Nachteile:

1) Man hat durch die Abzüge in der Sozialversicherung und Steuern (hier ist die vermeintliche Steuerklasse IV besonders tückisch)  häufig nur unwesentlich mehr  Nettoeinkommen  im Vergleich zum Minijob.   Daher fällt gerade hier häufig der Satz „Es lohnt sich ja für mich nicht zu arbeiten!“   Wobei Rentenansprüche, Absicherung und Karrierechancen  häufig in die Rechnung nicht einbezogen werden.

2) Als Teilzeitkraft arbeitet man häufig deutlich effektiver als eine Vollzeitkraft, da Pausen wegfallen und man die „paar“ Stunden die man arbeitet voll  nutzt.   Diese Effektivität wird jedoch nicht anerkannt, sondern es kommen häufig Sprüche wie „Na schon wieder frei“   „Ich möchte auch mal jeden Mittag gehen können“     „Und wir dürfen jetzt den Rest der Arbeit erledigen“ …..  Hier zeigt sich ähnlich wie beim Minijob, dass TZ Kräfte häufig als  Mitarbeiter zweiter Klasse gesehen werden und bei Karriere  und Beförderung auch häufig übersehen werden.  Denn sie sind ja „nicht voll“ dabei.

3) In vielen Berufen gibt es unbezahlte Nebentätigkeiten die zusätzlich zur normalen Arbeitszeit anfallen.  Meetings, Dienstreisen,  Fortbildungen hier wird häufig auch von TZ Kräften 100% Engagement erwartet aber nur die TZ Bezahlung gezahlt.   Ein Punkt der mich in den Jahren als TZ Kraft immer mehr geärgert hat.

4) Gerade wenn man 50-70% TZ Stellen hat ist die zeitmäßige Belastung  inkl. Fahrzeiten kaum niedriger als bei einer Vollzeitstelle, aber  die Arbeitsteilung in der Familie ändert sich häufig nicht entsprechend, weil ja der Partner immer noch „mehr Arbeitet“.  Hier wird jedoch Haus- und Familienarbeit meistens nicht in den Vergleich mit einbezogen.    Und eine Entlastung durch Putzfrau und Co ist bei den meisten EK in diesem Bereich noch nicht finanzierbar, da ein großteil des EK für Kinderbetreuung ausgegeben wird.

 

Vollzeit:

Man ist ein vollwertiges Mitglied im Team und wird genau wie alle anderne bezahlt und hat zumindest theoretisch die gleichen Chancen auf Karriere und Beförderung.  Für mich war es erschreckend wie sehr sich das Verhalten einiger Kollegen mir gegenüber geändert hat seit ich Vollzeit arbeite.  Auf einmal bin ich nicht mehr nur eine „Mutti“, sondern eine „richtige Kollegin“.   Dabei mache ich nicht mehr an Sonderaufgaben oder verhalte mich anders.   Nur mein EK hat sich deutlich erhöht.  Im Gegenteil ich werde sogar seltener gefragt ob ich nicht „mal eben“ etwas erledigen kann, weil ich ja als TZ Kraft genug Zeit habe. Und auch in der Partnerschaft ist mit diesem Modell klar, dass beide die gleiche Arbeit im Beruf leisten und daher über die Verteilung von Haus- und Familienarbeit neu verhandelt werden muss.  Ein weiterer Vorteil ist für mich auch die größere Unabhängikeit von nur einem Arbeitgeber.   Man kann mit 2 vollen EK  deutlich eher sagen:  „Das muss ich mir nicht bieten lassen“ und sich in Ruhe eine neue Arbeit suchen, wenn der Partner auch in der Lage ist die Fixkosten zu tragen.

Aber auch Vollzeitarbeit hat natürlich Nachteile:

1) Man braucht eine wirklich gutes und zuverlässiges Betreuungsnetz in dem sich die Kinder wohl fühlen und das seine Aufgaben auch wirklich dauerhaft und verlässlich erfüllt.  Betreuungsplätze die 45 Stunden zu den benötigten Zeiten abdecken sind schwierig zu finden und durch Fahrzeiten häufig nicht allein ausreichend.  Hier kommen dann wieder Tagsmütter, Au-Pairs oder Omas ins Spiel.

2) Wenn mann nicht genug verdient um sich externe Entlastung (Putzfrau, Bügelservice, Babysitter ….) zu leisten ist es eine enorme Belastung eine volle Stelle + Hausarbiet (egal ob 50/50 oder 100%) + Familienarbeit zu leisten.

3) Die Familie hat in der Regel einen sehr strukturierten Alltag und die Kinder müssen sich dem Arbeitzeiten der Eltern anpassen.  Das bedeutet unter der Woche wenig Zeit für Familienleben am Nachmittag.

4) Es wird einem häufiger von Kolleginen ein schlechtes Gewissen gemacht, das Frau so egoistisch ist und nur weil ihr Rente,  Absicherung, Unabhänigkeit und Spaß an der Arbeit auch wichtig sind ihre Kinder in eine Betreuung „abschiebt“.

Mich würde interessieren wie  andere Mütter zu dieser Frage stehen und welche Aspekte für euch bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.

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Kinder kriegen ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr

Januar 13, 2013

Wenn man als Paar überlegt ein Baby zu bekommen macht man sich im Normalfall erstmal Gedanken über so wichtige Dinge wie:

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Stressmonster

November 14, 2012

1) Freundschaftsbücher  im Kiga/1. Klasse

Der Brauch seine liebsten Freunde in einem Buch zu versammeln ist toll und schön, ABER  warum müssen die Kinder damit anfangen bevor sie überhaupt selbst die Bücher schreiben oder lesen können.   Beim ersten Buch fand ich es ja noch ganz nett, aber mit 2 Kids wird es zur Plage.  Diese Bücher müssen ja nicht nur ausgefüllt werden, nein es braucht auch noch ein Photo.  Wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt möchte ich mit den Kindern etwas schönes spielen oder unternehmen, aber nicht zum 10x aufschreiben, dass wir Mia and Me lieben, aber Streit hassen.     Und als besonderes Highlight gehen diese Bücher immer mal wieder verloren, was beim betroffenen Kind zu Tränen und bei der Rabenmutter deren Kind das Buch versockelt hat zu purem Stress führt.
2) Spontane Listen mit Material für die Schule

Bitte dem Kind MORGEN    X Euro aber passen,  Wolle, Schuhkarton,  Knöpfe  in Farbe grün ….  mit geben.   Ich habe ja als erfahrene Working Mum  schon so einiges im Haus bevorratet.   Klebestifte, Bleistifte, Hefte,  Mappen,  neutrale Geburtstagsgeschenke …,  aber die Lehrer finden immer genau das was fehlt.  Und es geht doch nichts über einen Noteinkauf mit zwei müden und knatschigen Kindern und einer völlig ausgepauerten Mutter zur eigentlichen Abendessenszeit.   Denn Kinder teilen solche Dinge immer erst kurz vor knapp mit.

3) Bastel- und Eventtage in Kiga/Schule/OGS

Eigentlich sind solche Angebote super und mit viel Liebe ausgesucht und vorbereitet, ABER wenn mein Mann und ich die ganze Woche gearbeitet haben und die Kids schon jeden Tag bis 15.00-17.00 in der Betreuung waren, möchten wir am Wochenende gerne Zeit als Familie verbringen.  Ich brauche dann kein „Wir backen gemeinsam Kekse, basteln eine Laterne/Drachen oder Turnen wie die Wilden“  Event.   Und die Kinder haben häufig auch mehr Lust auf die Freiheit in den Tag zu leben.   Zum Problem werden solche Angebote für mich dann, wenn man moralisch unter Druck gesetzt wird dort mitzumachen.   Ein Tag der offenen Tür pro Jahr ok, aber wenn jede Klasse und jede Gruppe noch ihre eigene „Aktion“ plant hat man mit mehren Kids kaum noch ein freies Wochenende.

Vollzeitmütter + Vollzeitväter + Vollzeitkinder = Volle Kanne Familie :)

Oktober 29, 2012

Erstmal lieben dank an meine treuen Besucher.  Ich bin wirklich überrascht wieviele regelmäßige Besucher meinen Blog aufsuchen, obwohl ich ihn in letzter Zeit so vernachlässigt habe.  Aber hier merke ich wohl doch, dass mir die Zeit fehlt.

Wir haben die ersten  8 Wochen im Vollzeitmodus gut überstanden und bisher läuft alles rund und das Konzept 2x Vollzeitarbeit + OGS + Fr. Reinlich hat die ersten Feuertaufen überstanden.  Den Schritt auf die Volle Stelle ist also richtig gewesen.   Ich habe zwar einiges mehr an Vorbereitung, aber dank paraller Lerngruppen und  nach 5 Jahren auch schon einiger Ordner voller erprobter Materialien ist das bisher gut zu schaffen.  Da die Anzahl der Korrekturklassen gleichgeblieben ist habe ich hier außer dem Verlust des freien Mittwoch wenig Unterschied. Im Gegenteil mein Stundenplan ist besser geworden.  Ich habe fast jeden Tag um 13.00  und 1x um 15.00 frei  und kann so Nachmittags immer noch genug Zeit mit den Kindern verbringen.   Dank OGS habe ich auch die Chance noch einiges an Vorbereitung am Nachmittag vor der Rückkehr der Kids zu erledigen und habe so auch die Abende  teilweise frei.

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3x Schulstart

August 25, 2012

Jetzt hat der Alltag uns wieder.   Die Schule hat für alle wieder angefangen und schon nach 5 Minuten fühlt man sich als ob man nie weg war.   Dank neuer Schulleitung beginnt die Schule für Lehrer jetzt immer schon am Montag der letzten Ferienwoche damit wir in „Ruhe“ die Nachprüfungen organisieren können.

Als besonderes Highlight gibt es dann am letzten Ferientag die erste Lehrerkonferenz.   Für mich immer wieder ein gratis Kabarett.   Leider hat unsere Schule ein ziemliches Demokratie Defizit.   Nicht nur, dass die Schulleitung am liebsten geheime Abstimmungen verhindern möchte.   Nein ein Großteil der Kollegen findet es auch noch OK.  Denn das kostet doch nur Zeit.   Und bevor ich 5 Minuten länger bleibe gebe ich doch lieber ein paar grundlegende Grundrechte auf um mich dann über das fehlende Politikverständniss der Schüler aufzuregen.  Ironie off.
Nachdem wir gefühlte 120 Punkte von Begrüßung neuer Kollegen bis Berichte aus jedem „Und wenn du nicht mehr weiter weist, dann bilde schnell einen Arbeitskreis“ hat das ganze bereits 1 Stunde mehr als angekündigt gedauert.  Und dann kommt mein persönlicher Höhepunkt:  Verschiedenes.   Hier können sich dann nochmal alle Kollegen die vorher noch nicht genug gesagt haben in Ruhe über Nebensächlichkeiten aufregen,  bereits 3x per Mail, Aushang und Zetter bekannte Dinge wiederholen oder  einfach noch etwas sagen wollen was ihnen spannend erscheint.

Dann mit 1.5 Stunden Verspätung darf man endlich nach Hause und seinem Babysitter erklären, warum man selbst zwar Wert auf Pünktlichkeit legt und auch unsere Schulleitung auf die Einhaltung von Terminen pocht.  Es ihr aber im Gegenzug unmöglich ist wenn sie bei Konferenzen einen Endpunkt angibt diesen auch nur Annäherungsweise einzuhalten.

Die Einschulung der neuen Schüler war dann unspektakulär.  Hier ist nur jedes Jahr das gleiche Chaos.  Wer kommt ohne Anmeldung und wieviele mit Anmeldung kommen nicht.  Die ersten 1-2 Wochen sitzt man gefühlt jeden Tag in einer neuen Klasse.

Mein Start in die Vollzeitarbeit hat bisher gut geklappt auch wenn ich schon 2x die Betreuungszeit der OGS voll ausschöpfen konnte.  Und für alle die sich fragen woran man eine gute OGS erkennt?

1) Sie hat vom ersten Schultag an die komplette Zeit inkl.  Frühstücksbetreuung und Randstunden angeboten.

2) Sie fand es völlig ok, dass ich unseren Schulanfänger schon am Tag vor der Einschulung dort abgegeben habe.

3) Sie hat alle Eltern beim ersten Abholen  mit einem Glas selbstgemachter alkoholfreirer Bowle empfangen und uns einen guten Start gewünscht.

4) Die Kinder begrüßen einem zwar begeistert, aber mit der Frage ob sie noch ein bischen weiterspielen dürfen.

Und obwohl alles eigentlich super gelaufen ist und meine Pläne gut funktionieren, bin ich gestern Abend mit dem Gatten wie Tod um 9 Uhr ins Bett gefallen.  Denn nach 6 Wochen Urlaub fühlt sich der Alltag wie Marathon laufen an.
Nächste Woche kommt dann der beliebte Zettel und Termine Regen über uns.  Jede Institution gibt ihre Terminpläne, Klausurpläne,  Klassenpläne …. heraus und dann kommt die Zeit der Elternabende. Dann hängen Eltern an die Arbeits- und Hausarbeitsschicht noch eine 3 Schicht an.

Glücklicher Hausfrauen Tag :)

Mai 8, 2012

Heute hatte ich Glückstag.   Ich hatte den ganzen Tag frei, da alle meine Klassen entweder schon ihren Abschluss haben,  heute Abschlussprüfungen schreiben oder auf Klassenfahrt sind.  Und selbst die Vertretungsplanung hat keine Aufgabe für mich gefunden 😉

Also habe ich meine beiden Damen heute Morgen gemütlich mit dem Rad in Schule und Kiga gebracht und mich dann in Ruhe an die Reorganisation meines Büros gemacht.  Unglaublich was in 2 Wochen an Papierbergen eingezogen ist und sich auf  und um meinen Schreibtisch verteilt.

Nach erfolgreicher Papiervernichtung habe ich mich an die Bettwäsche gemacht und unsere Handwerker bei der Arbeit beobachtet.  Wir haben diesmal wirklich nette, zuverlässige und fleisige Handwerker. Dank schönem Wetter konnte ich auch 3 Maschinen Wäsche im Garten trocken.

Gegen Mittag sind dann noch Oma und Opa zu Besuch gekommen und haben sich voller Tatendrang an unseren Vorgarten Dschungel  und die Kinderschränke gemacht.  Und in gut 2 Stunden haben wir es geschafft das Wäschechaos von Fr. Reinlich  und den Garten zu ordnen.     Wäsche sortieren gehört nämlich nicht zu Fr. Reinlichs Stärken.  Sie produziert immeer noch sehr überraschende Wäschestapel (Hose, 2 T-Shirts, Pyjama Oberteil, Turnhose,  Unterhemd,  Nachthemd) und legt diese ordentlich gebügelt in den Schrank.  Ich habe noch kein System erkennen können .  Dafür habe ich meine Wintersocken im Korb für Strumpfhosen der großen Hilfe gefunden.   🙂   Aber egal jetzt sind beide Kinderschränke auf Sommerzeit umgestellt und die Winterjacken gewaschen im Keller.

Den Rest des Nachmittags haben Opa und kleine Hexe mit einem Fussball Wettkampf und die große Hilfe mit 2 Freundinen auf dem Trampolin verbracht.  Oma und ich konnten somit gemütlich Kaffee trinken und und uns unterhalten.

So könnte jeder Dienstag sein 🙂

Ach ja der beste aller Gatten hat mal wieder Rufdienst und war sogar schon für 45 Minuten zu Hause bevor er erneut in die Klinik durfte.   Für ihn ist also kein Glückstag  😦     Aber immerhin hatte er noch genug Zeit seinen Auflauf zu essen den ich heute auch noch gaaaaaanz in Ruuuuuhe gekocht habe.

 

Ein bunter Straus an Reaktionen

Mai 2, 2012

Auf meine Entscheidung  ab Sommer wieder Vollzeit arbeiten zu gehen gab es sehr unterschiedliche Reaktionen  :

Ehemann:  Traue ich dir ohne weiteres zu, wenn du es wirklich willst dann mach es.    🙂

Oma:  Die armen Kinder, werden sie nicht darunter leiden wenn du noch mehr weg bist?

Oma2:  Na ihr habt es ja so gewollt!

Opa:  Du wirst dir das ja gut überlegt haben?!

Opa2:  Muss Muss!

Große Hilfe:  Es wurde aber auch Zeit, alle müssen jeden Tag arbeiten und in die Schule/Kiga  nur du bleibst Mittwochs faul zu Hause 😉

Kollegen männlich:   Schön dann haben wir mehr Luft bei der Unterrichtsverteilung /  Prima dann habt ihr die Kinder ja aus dem Gröbsten raus/ Würde ich auch so machen

Kollegen weiblich: Aber deine Kinder sind doch noch sooo klein, ob du dich da nicht übernimmst?  Wie willst du das denn schaffen?  Na ich habe mich ja bewußt dafür entschieden Zeit für meine Kinder zu haben,  Ich würde es mich nicht trauen  ….

Schulleitung:  Ich freue mich  und wir werden versuchen ihnen mit der Stundenplanung  möglichst entgegen zu kommen 🙂

Team OGS:   Freut mich für sie und wir freuen uns auf ihre Kinder 🙂

 

 

Tipps für berufstätige Eltern

April 27, 2012

1)  Lieferdienst für  Lebensmittel   nutzen

Viele Biohöfe bieten eine Gemüsekiste/Gemüseabo an.   Diese Abos können mit Brot, Käse, Milch, Eiern, Joghurt ….  ergänzt werden und ersetzen so einen richtigen Einkauf.   Wir haben lange jeden Freitag eine solche Kiste bekommen und konnten so entspannt ins Wochenende starten.  Das Abendbrot und die wichtigsten Dinge für 1-2 schöne Wochenendmahlzeiten waren im Haus.   Ich habe mir den stressigen Freitagnachmittag Einkauf mit zwei bockigen Kids gespart.   Unsere Kinder fanden es immer einen spannenden Start zu schauen was diese Woche in der Kiste war.  Wir hatten nämlich immer das Überraschungsbrot und Überraschungskäse.   Einziges Problem im Sommer muss man eine Lösung finden, damit die Milchprodukte nicht zu lange in der Sonne stehen.  Aber wenn man nette Nachbarn, eine Putzfrau hat läßt sich auch dieses Problem lösen.   Im Notfall einfach eine Kühlbox mit Kühlakkus rausstellen, oder die Box direkt am Hof abholen.   Auch ein tolles Event für die Kids.

Bücher,  Kleidung  und Elektrogeräte, Tierfutter  bestelle ich fast nur noch online und lasse liefern.  Der Vorteil die Einkäufe werden bis ins Haus gebracht und ich spare Zeit und Sprit.   Wenn mir wirklich etwas nicht gefällt nimmt unsere Postbotin am nächsten Tag das Paket wieder mit.

Ich bestelle aber möglichst nur bei Versendern die mit DHL (Post) liefern.  Da kann ich die Zeit wann geliefert wird genau einschätzen und unsere Putzfrau nimmt in der Regel die Pakete an.   GLS/DPd/UPS … sind nicht gut für Berufstätige.  Sie kommen  immer zu verschiedenen Zeiten und es gibt keine Möglichkeit das Päkchen einfach abzuholen.

2) Einen guten Vorrat im Keller anlegen

In diesen Vorrat gehören die typischen Lebensmittel die immer zur falschen Zeit ausgehen (Nutella,  Zucker, Milch, Brot, Corn Flakes …)  und einen dann in Stress versetzen. Und natürlich die Basis Produkte für die schnell Küche am Abend (Reis, Nudeln,  TK Gemüse fertig geschnitten…)   Ich kaufe 1x im Monat richtig groß ein und nutze dann auch Sonderangebote unserer „Highlight“ Lebensmittel.     Genauso wie Zahnbürsten (für den Kiga),  Kosmetikprodukten und  Dosen mit Ravioli und Suppen.   So kann ich im Fall einer Grippe,  Stressphase auf der Arbeit oder einfach nur Faulheit   bequem  1-2 Wochen ganz aufs Einkaufen verzichten.

Es lohnt sich auch einen Vorrat an  Geschenken und Karten im Haus zu haben.  Ich habe immer 2-3 Flaschen guten Rotwein,  1-2 Packungen Pralinen,  2-3 Geschenke für Kindergeburtstage und Karten für Geburtstag, Trauerfall und Kommunion/Konfirmation im Haus.

3)  Wenn gekocht wird immer auch für die TK-Truhe mitkochen

Ich koche gerne und für mich ist es am Wochenende Entspannung einen aufwendigen Braten oder eine gute Bolognese Sauce zu kochen.  Ich  produziere immer 3-4 Portionen für die  TK-Truhe im Keller mit.  So kann ich im Notfall ganz schnell ein selbstgekochtes Essen auf den Tisch zaubern.  Schmeckt viel besser wie Dosenfutter und ist gesünder.   Sehr gut zum Einfrieren sind geeignet:

– Lasagne in 1-2 Portionen Stücke geschnitten

– Spagetti Saucen

– Braten mit Sauce

– Creme Bruelee

– Gulasch

– Reis und Nudeln fertig gekocht (müssen nur noch kurz in kochendes Wasser geworfen werden)

– Ochsenschwanzsuppe

4) Wäsche vermeiden  und vereinfachen

Ich habe es nicht geglaubt, aber es gibt wirklich Hemden und Blusen die fast bügelfrei sind.  Diese Modelle kann man, wenn  man sie ordentlich auf einem Bügel trockenen läßt, wirklich fast direkt anziehen oder muss nur noch kurz überbügeln.  Alternativ sind auch Blusen im Knitterlock eine nette Alternative.   Und je kleiner die Kinder sind um so weniger sollte man helle einfarbige Kleidung kaufen.  Muster tolerieren auch mal einen Minifleck.

Für die Kinder möglichst nur bügelfreie Kleidung kaufen und nach dem Waschen ganz gerade ziehen und aufhängen.   Bettzeug auch nur in bügelfreier Qualität kaufen und bei gutem Wetter waschen,  an der frischen Luft trockenen und sofort wieder aufziehen.

Und ganz wichtig immer erst nach dem Frühstück  besser nach dem  alle Kinder das  Haus  verlassen haben   die Arbeitskleidung anziehen.   Beherzigt man diesen Tipp nicht hat man wahlweise Nutella am Rücken oder Milch auf der Jeans.   😦

Als feste Regel  Gartenkleidung (Leggins/Matschhose) festlegen und diese max. 1x  in der Woche waschen.   Kleidung für Kiga  sofort nach dem Heimkommen wechseln und was noch sauber ist für den nächsten Tag sichern.   Dreckige Teile dürfen weiter getragen werden.

In Großstädten gibt es sehr günstige Wasch und Bügelangebote für Hemden/Blusen.  Am besten ein Angebot wählen, dass auf dem Weg zur Arbeit oder einem anderen Pflichttermin liegt.

5)  Keine arbeitsintensiven Anschaffungen tätigen

– Kein Geschirr das nicht spülmaschinenfest ist  oder nicht in die Mikrowelle darf kaufen.

– Keine Spielzeuge die ständig von Eltern repariert/sortiert/erklärt werden müssen kaufen.

– Keine Haustiere   die viel Pflege brauchen (Hund, Vögel …)   Kinder sind auch mit Schnecken oder Fliegen in einem alten Aquarium für ein paar Wochen glücklich und dann ist das Interesse schnell weg.

6)  Termine auf ein Minimum reduzieren

Meine Erfahrung, man sollte nur an den Terminen teilnehmen auf die man sich wirklich freut, oder die dem Kind wirklich wichtig sind.   Alles andere sage ich mittlerweile gnadenlos ab.   Wir gehen  nicht mehr 4x Laterne singen,  3x Eiersuchen und 5x Weihnachtsfeiern.  Ich sehe diese Einladungen mittlerweile als nettes Angebot habe versuche kein schlechtes Gewissen mehr, wenn keine Palmstock bastel.

Pro Kind gibt es max.  einen festen Nachmittagstermin mit Fahrdienst pro Woche.  Und diese Termine sollte man möglichst auf den gleichen Tag legen. Es ist gut  darauf   zu achten, dass die Kinder selbst ihre Freizeit Aktivitäten erreichen können.   Unsere Kinder finden es super, dass sie selbst zum Sport laufen können und sind eher genervt, wenn ich sie zum Musikunterricht fahren muss.

Kinder  die lange im Kiga/OGS s bleiben haben  häufig wenig Interesse noch zusätzliche Angebote zu nutzen.  Unsere OGS bietet so tolle AGs, da sind Kurse weitgehen überflüssig.

Termine besser direkt im Anschluss an Schule/Kiga oder direkt vor dem Abendessen legen.  So bleibt mehr Freizeit für Kinder und Eltern.  Ein Termin mitten am Nachmittag blockiert alles.

7)  Netzwerken

Es ist Gold wert, wenn man andere berufstätige Eltern findet und sich im Alltag unterstützt.   Es sind häufig die Kleinigkeiten die helfen:

– Ein Kind an seinem freien Tag mitnehmen wenn die Eltern Überstunden machen müssen

– Sich bei Fahrten zum Schwimmkurs, Ballett … abwechseln

– Spieldates so legen, dass jeder mal einen freien Nachmittag bekommt.

– Auch mal 2 Kinder zum spielen schicken um so die Kosten für den Babysitter zu sparen

– Ein Kind spontan vom Kiga mitnehmen, wenn die Mama nicht pünktlich sein kann.

Und für mich das beste die Gespräche beim Abholen die einem zeigen, dass man mit seinen Problemen nicht allein steht 🙂

Das bischen Haushalt macht sich von allein ….

April 24, 2012

Leider hat mein Haushalt dieses nette Lied aus den 50er Jahren noch nicht gehört.   Und wenn man über Vereinbarkeit von Familie und Beruf spricht muss Frau auch über dieses Thema nachdenken.  Denn auch wenn immer mehr der Eindruck erweckt wird es es geht nur um die Frage wie Frau ihre  Karriere und Kinder unter einen Hut bringt, vergisst man leider, dass zur Familienarbeit auch die leidige Hausarbeit gehört.

Auch in emanzipierten Partnerschaften wo Kinderbetreuung und Karriere partnerschaftlich geteilt werden, bleibt ein großteil der Hausarbeit häufig stillschwiegend an der Frau hängen.  Nur „das bischen Haushalt“ macht sich leider auch heute nicht von allein.   Es kostet eine Menge Kraft, Organisation und Zeit.    Daher sollte man sich wenn man darüber nachdenkt wie man Beruf und Familie vereinbart immer auch diesen Aspekt mitdenken.

Es gibt ja verschiedene Typen von Menschen ….

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Kindersauna

April 2, 2012

Wir haben Ferien und Besuch und dann wird das  Wetter von Stunde zu Stunde schlechter und alle drei Kinder fangen an sich zu langweilen.  Was können wir nur machen?!

Da  haben die Kinder eine super Idee.  Sie wollen einen Kindersauna Nachmittag machen.   🙂    Da unser Besucherkind noch nie in der Sauna war und sich auch eher geniert ist das die optimale Möglichkeit Sauna gemeinsam mit zwei Freundinen und ohne störende Eltern/Erwachsene  auszuprobieren.

Ich habe unsere Sauna also auf kindertaugliche 55 Grad geheizt und das Saunazimmer schön dekoriert.   Jedes Kind bekommt seinen eigenen Liegestuhl mit Decke und  eine kleine Klangschalenmusik zum einstimmen.   Dann lasse ich die drei allein und sie dürfen sich ausziehen und in die von mir mit Handtüchern vorbereitete Sauna.

Jetzt war ich gespannt wie lange die Drei es dort aushalten.  Ich hätte ja gerade bei dem Anfänger auf maximal 5 Minuten getippt.  Aber sie haben fast 15!!!! Minuten durchgehalten.  Danach waren sie so rot, dass sie alle freiwillig kalt geduscht haben.   Und zur Belohnung hatte ich ihnen einen KIBA-Saft mit Schirmchen und einen Obstteller gemacht.

Jetzt liegen alle Drei in den Liegestühlen und hören ein Hörbuch und lassen die Seele baumeln und wollen tatsächlich noch eine zweite Runde in die Sauna.  Und ich habe so fast eine Stunde Ruhe um meinen Blog zu füttern und für heute Abend ein leckeres Essen vorzubereiten .

Meine Tipps für alle Eltern die ihren Kindern die Sauna schmackhaft machen möchten:

1) Die Kinder zu nichts zwingen, sondern einfach mit Begeisterung vorleben, dass Sauna etwas tolles und besonderes ist.  Kinder sind neugierig und werden von selbst mitmachen wollen.

2) Kinder selbst entscheiden lassen wo sie sitzen und wie lange sie in der Sauna bleiben.  Sie haben ein sehr gutes Gespür für ihren Körper.   Nur beim kühl (nicht wirklich eiskalt) Duschen brauchen sie am Anfang Hilfe.  Aber auch hier kein Zwang, sondern am besten ein lustiger Wettbewerb mit Mama/Papa wer mutiger ist und kälter duschen kann 😉

3) Ruhezeit ist für Kinder langweilig, es klappt am besten wenn man in der Zeit ein schönes ruhiges Buch vorliest, oder ein Hörspiel hören darf.  Im Notfall auch mal TV, aber gerade am Anfang würde ich es nicht erlauben.  Denn der Ruhe und sich entspannen Aspekt ist für mich beim Saunabaden sehr wichtig.

4) Kinder lieben Events/Überraschungen und die kann man super leicht in ein Saunabad einbauen.  Die ganze Familie mit einer Bürste abbürsten, nach der Sauna nackt in den Schnee zum wälzen,   sich anschließend gegenseitig eincremen,  einen Aufguß gemeinsam durchhalten (für ältere Kinder)  oder ein Salz/Honig Peeling sind für Kinder sehr spannend.

5) Nicht zuviel erwarten, wenn das Kind am Anfang  Sauna doof oder langweilig findet ist es auch ok.  Irgendwann später wird es bestimmt nochmal mitkommen und Spaß daran haben.   Unsere Kinder gehen eigentlich super gerne, aber manchmal haben auch sie keine Lust und dann gehen wir eben allein.  Ist ja nicht die schlimmste Strafe für Eltern 😉

6) Darauf achten, dass die Kinder genug trinken und sich wohlfühlen.  Denn Sauna soll ja in erster Linie Spaß machen und entspannen und zwar alle die dabei sind.  Unsere Kinder dürfen nach der Sauna zum Bespiel KIBA Saft, Milchshake  oder ähnliche „besondere“ Getränke trinken, so ist es ein Highlight und klappt gut.   Auch ein Wassereis oder Melone sind gute Durstlöscher.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Sauna und Kindern gemacht und welche Tipps habt ihr?

Entscheidungen

April 1, 2012

Nach langem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile gemeinsam mit dem besten Ehemann der Welt,  Familie,  Freunden und im Blog habe ich micht entschieden, ich werde ab dem nächsten Schuljahr das Abenteuer Vollzeit Stelle wagen.   🙂

Den entgültigen Ausschlag hat ein sehr gutes Gespräch mit meiner Schulleitung gegeben, die mir sofort sehr nett entgegen kam und angeboten hat auch als Vollzeit Kraft weiterhin erst zur 2. Stunde anfangen zu müssen.  Das fand ich sehr fair und hat mich in meinem Entschluss bestärkt.   Jetzt bin ich voller Tatendrang und Optimismus für die neuen Projekte ab Sommer.   Klar wird es Tage geben vor allem Mittwochs  wo ich meine Entscheidung verfluchen werde, aber  im Grundsatz ist sie richtig hoffe ich.

Unsere Große Hilfe hat meine Entscheidung mit den Worten: “ Na endlich, ich fand es auch immer unfair, dass alle Mittwochs arbeiten mussten und du frei hattest!“   kommentiert.   Die kleine Hexe hatte meine Ankündigung: “ Ich gehe jetzt jeden Tag arbeiten“  wörtlich genommen und fragte ganz entsetzt zurück, ob wir jetzt kein Wochenende mehr hätten.  Aber da konnte ich sie beruhigen.  Und als dann noch die Ankündigung kam, dass Papa ab Sommer dafür einen Tag in der Woche früher frei hat war es auch für sie ok.

Für unsere Kinder ist es also selbstverständlich, dass wir alle Morgens zur Arbeit / Schule/ Kiga gehen und das finde ich schön.  Genauso wichtig ist es uns aber auch Zeit mit den Kindern zu verbringen und daher sind freie Nachmittage und Wochenenden der eigentliche Luxus.    Ich bin auch Vollzeit spätestens um 15.00-16.00 Uhr zu Hause und dann kommen die Kinder aus der OGS und haben frei, weil alle Hausaufgaben erledigt sind.  Wir haben dann noch genug Zeit für Familienleben und Freizeit.  Und wenn der beste Gatte es wirklich durch bekommt, dass er nur noch 1 Wochenende im Monat arbeiten muss sind auch die Wochenenden wieder berechenbarer.

Wobei heute mal wieder gezeigt wird was es bedeutet ein  Rufdienst Wochenende zu haben.   Er ist heute Morgen um 8.00 Uhr in die Klinik und durfte schon um 17.30 wieder nach Hause um dann um 21.00 Uhr wieder gerufen zu werden und dort sicher noch bis Mitternacht eher länger zu operieren.  Und Morgen früh um halb Acht geht es dann normal weiter.    Und dieses arbeiten auf Abruf macht er jetzt seit Freitag Morgen 😦     In dieser Zeit hat er bis jetzt  Freitag  von 7.30-20.00 Uhr,  Sa von 8.30-22. Uhr und heute bis ???  gearbeitet.    Und sein Verwaltungschef teilt ihm dann Morgen früh wieder mit, dass es ja ein Rufdienst ist, weil eigentlich nur sehr selten arbeit anfällt.      Vielleicht sollte er mal ein Wochenende hospitieren und dann diesen Spruch nochmal bringen.

Eigentlich sind wir ja keine zwei Vollzeit arbeitenden Eltern, sondern mein Mann arbeitet mindestens 1,5 fache Stelle. Wie es zwei Ärzte schaffen sollen Familie und Beruf zu vereinbaren und dabei auch noch ab und zu gemeinsame Freizeit zu haben ist mir persönlich ein Rätsel.

Vollzeit oder Teilzeit

März 26, 2012

Ich habe meinen Blog nicht vergessen, aber im Moment ist beruflich einiges in Bewegung und ich komme kaum zum schreiben 😦    Aber jetzt brauche ich dringend den Rat von den vielen stillen und aktiven Lesern meines Blogs, denn ich hoffe es sind einige berufstätige Mütter dabei.

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Kinderbetreuung für Babies

Februar 15, 2012

Da meine Schwester gerade auf der Suche nach einer guten Betreuung für ihr Baby ist kommt auch bei mir dieses Thema wieder hoch.  Gerade beim ersten Kind ist man ja häufig noch sehr unsicher welche Form der Betreuung man überhaupt braucht und möchte.    Hinzu kommt  häufig ein latent schlechtes Gewissen ob es richtig ist sein Kind so früh überhaupt betreuen zu lassen.  Und die typischen Fragen.  Wann soll ich anfangen zu suchen, wo finde ich die Richtige Betreuung, wieviele Stunden brauche ich überhaupt  und und und. …..

Als Betreuung für Babies kommen verschiedene Betreuungsformen in Frage.  Häufig kommen sie einem in der folgenden Reihenfolge in den Sinn. (more…)

Somewhere over the limit ……

Februar 9, 2012

Der Härtetest für unser neues Betreuungskonzept ist da.   Seit gut 2 Wochen ist hier im Wechsel immer mindestens ein Kind und/oder Elternteil krank.  Nachdem wir ja letzte Woche unseren Freund Noro zu Besuch hatten, ist jetzt seine gute Bekannte  Madame Bronchitis  zu Besuch.     Vielleicht hätte ich nicht so oft sagen dürfen, dass wir bisher einfach gut durch den Winter gekommen sind.

Die Zutaten für eine Super Woche für Berufstätige Eltern:

Man nehme

–  1-2 kranke Kinder am besten im Wechsel

– Mindestens 1 Konferenz oder alternativ ein schöner Elternsprechtag

2-3 Dienste des Gatten im Krankenhaus

Einen Schwimmkurs der 4 von 5 Abenden in der Woche blockiert

– 2 Kindergeburtstage

–  Für Mama wahlweise einen Arzttermin,  Verabredung mit einer alten Bekannten oder Treffen mit Kollegen zum Mittagessen

– und beruflichen Termin  zu einer völlig unpassenden Zeit nach Dienst für den Gatten damit es auch fair zugeht

Wenn man jetzt alles schön kombiniert und erhält man ein lustiges Überraschungspaket das keine Langeweile aufkommen lässt.

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Noro is back

Januar 31, 2012

Diese Woche hat es uns mal wieder erwischt.  Der Grund warum wir unter anderem fast 5 Jahre ein AP hatten.  Wir haben unseren alten Freund den Norovirus zu Besuch.   Bisher sind wir ja mehr als gut durch den Winter gekommen, aber irgendwann erwischt er jeden.   Es ist auch nicht wirklich festzumachen wer den Übeltäter mitgebracht hat.  Quellen haben wir ja mit Kiga, 2x Schule und Krankenhaus mehr als genug.  Die Kleine Hexe hat sehr arbeitgeberfreundlich den Anfang am Freitag Nachmittag gemacht und war am Sonntag wieder fit. Da war ich noch optimistisch, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen.

Leider habe ich am Montag nachgelegt.   Während ich am Morgen noch überlegte ob ich nicht trotz  Bauchschmerzen und Schwindel    bis Mittag durchhalte, hatte mein Magen dann die Entscheidung gefällt.  Spätestens mit Erbrechen + Durchfall  ist an Unterrichten nicht mehr zu denken.   Also mit reichlich schlechtem Gewissen in der Schule angerufen.  Der Zeitpunkt war wie eigentlich immer ungünstig, da gerade viele Klassen auf Klassenfahrt sind und daher auch für mich schon mehrere Vertretungsstunden eingeplant waren.   Habe mich erstmal für 2 Tage krank gemeldet in der Hoffnung, das ich genau wie die kleine Hexe schnell wieder fit bin.

Den Montag habe ich dann mehr oder weniger zwischen Toilette und Bett verbracht und war sehr dankbar, dass die Kinder bis 16.00 Uhr in Schule und Kiga gut versorgt waren.  Ich musste also nur 1x schnell mit dem Auto zum Kiga und ein Kind abholen.  Der Abend war auch ok, Kinder haben doch ein Gespür wenn es den Eltern nicht gut geht 🙂

Die große Hilfe kam schon käseweis aus der Schule und hatte Abend keinen Hunger.  Da war mir mein Programm für die Nacht schon klar.  Ab 22.00 Uhr ging es mir etwas besser und der großen Hilfe richtig schlecht 😦    Nachdem wir bis 4.00 Uhr  3x das Bett umgezogen haben und 1x geduscht wurde es zum Glück ruhiger und wir konnten endlich schlafen.

Am Morgen habe ich dann die kleine Hexe schnell in den Kiga gebracht und mich dann mit der großen Hilfe auf die Couch gekuschelt und viel vorgelesen und Tee getrunken.  Ich scheine das gröbste überstanden zu haben und der großen Hilfe geht es auch schon ein bischen besser.   Zum Glück habe ich Mittwoch immer frei, so kann ich die große Hilfe noch einen Tag länger zu Hause lassen.    Und am Donnerstag sind dann bitte alle wieder fit.

Auch diese Krankenwelle haben wir also gut ohne AP überstanden.  Ich hatte vor solchen Situationen ja am meisten Angst als wir das Experiment „Leben ohne AP“ gestartet haben.  Bisher hat sich aber gezeigt, dass meine Angst vor vielen Kranktagen übertrieben war.    Und wenn die Kinder krank sind findet sich meist eine Lösung die ich so vorher gar nicht bedacht hatte.

1) Häufig stecken wir uns  in der Familie gegenseitig an, daher ist häufig auch ein Elternteil krankt und krank geschrieben und somit als  Betreuung zu Hause.  Diesen Zusammenhang hatte ich vorher so nicht mit eingeplant. Natürlich passt es nicht immer, aber häufig eben schon.  Klar war es mit AP angenehmer sich selbst auch mal für einen Vormittag ins Bett verziehen zu können und das AP hat vorgelesen, aber es geht auch so.  Und die Kinder genießen es von Mama oder Papa betüddelt zu werden und meist schläft man irgendwann gemeinsam nochmal ein.

2) Unsere Kinder scheinen sehr arbeitgeberfreundlich zu sein und sind eher am Wochenende / Mittwoch / Ferien krank.  So können wir sie ohne Probleme selbst betreuen. Auch hier hat man vorher nicht so darauf geachtet.  Und mit AP war ich auch viel eher bereit die Kinder mal auch mit nur leichten Schnupfen oder bei Noro Alarm im Kiga zur Sicherheit 1-2 Tage zu Hause zu lassen.  Jetzt geht das nicht mehr, aber es scheint keinem zu schaden.   Im Gegenteil die Kinder gehen gerne und wenn sie von sich aus nicht wollen, dann ist eben der Punkt erreicht wo unser Betreuungsnetz greifen muss.  Aber wirklich Fieber, Durchfall und fiese Erkältungen sind nicht so häufig wie befürchet.

3) Die Theorie, dass Kinder je älter sie werden weniger krank sind scheint  also wirklich zu stimmen.  Zumindest letztes Jahr hatten wir deutlich mehr Fehltage im Kiga.  Was aber auch damit zu tun haben könnte, dass damals umgebaut wurde und die Kinder wochenlang im kalten Keller spielen mussten.  Egal dieses Jahr läuft bisher viel besser und ich halte mit an das alte Motto: “ Nicht fragen, freuen!“

4) Unsere APs haben unsere Kids während ihrer Kranktage häufig zu gut betreut verwöhnt. Mit der Folge, dass die Kinder  fast gerne krank waren und man schon sehr genau hinschauen musste ob jemand wirklich krank war oder einfach mal wieder einen Tag allein mit dem Lieblings AP wollte 😉    Seit wir die Krankenbetreuung selbst mehr in der Hand haben und es im Krankheitsfall nicht mehr stundenlang TV, Süssigkeiten und PC schauen gibt, sondern Bettruhe und auch mal Langeweile angesagt ist, hat Kranksein deutlich an Reiz verloren.   Was natürlich nicht bedeutet, dass ich meine Kinder nicht bemutter, aber wer krank ist kann eben nicht in den Garten, Freunde treffen oder andere schöne Dinge tun.

4) Durch die Dienste meines Mannes, meinen freien Tag und unsere Putzfrau haben wir nur ganz wenige Tage die wirklich schwierig abzudecken sind und bisher hat es immer irgendwie geklappt. Wir sind jetzt ja über ein halbes Jahr ohne AP und haben noch keinen Kinderkrank Tag als Eltern nehmen müssen.  Bisher hat es immer geklappt.   Und neben dem normalen Betreuungsnetz haben wir ja zum Glück auch noch eine nette Oma die im Notfall gerne einspringt.  Das hat sich auch schon 2x gemacht als ein Kind länger erkältet war.

 

 

 

 

APs und die Liebe

Januar 16, 2012

Wenn man als Gastfamilie zum ersten darüber nachdenkt ein AP einzuladen dann kommen einem ziemlich viele Gedanken und Sorgen, aber das Liebesleben eines zukünftigen APs ist wahrscheinlich erstmal nicht dabei.  Denn das Liebesleben des AP ist ja weit weg in der Heimat  und damit wohl kein Thema, oder nicht planbar weil in Deutschland noch nicht existent.

Wenn man dann aber ein bischen AP erfahren wird, merkt man, dass es eine viel größere Rolle spielen kann als man  für möglich gehalten hat und einem lieb ist.    Denn APs können durch ihr Liebesleben mehrere typische Probleme mitbringen oder auslösen.

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Kinder wie die Zeit vergeht

Januar 5, 2012

Wenn ich ein Jahr zurück denke bin ich immer wieder erstaunt wie schnell meine Kinder groß werden.  Und damit meine ich jetzt nicht nur die körperliche Größe.   Letztes Jahr hatten wir noch ein AP und unsere Kinder waren immer entweder mit uns Eltern, dem Kiga oder unserem AP zusammen.  Ich wäre niemals auf die Idee gekommen sie allein zu lassen.

Aber im Laufe des letzten Jahres hat sich dieses Gefühl langsam aber beständig gewandelt.   Zuerst war der brennende Wunsch der großen Hilfe nach Unabhängigkeit da.  Sie wollte unbedingt üben allein vom Kindersport nach Hause zu laufen.  Oder sie teilte mir mit, sie brauche kein AP wenn ich mal für 10 Minuten zum Bäcker fahre, sie könne auf sich allein aufpassen.    Aber mein Sicherheitsgefühl war immer sofort wach und hatte 1000 schlimme Visionen was alles passieren kann.

Auf der anderen Seite war aber auch die Vernunft da die mir sagte:  Deine Kinder werden groß und du kannst sie nicht vor allen Gefahren verstecken.  Sie müssen lernen auch mal allein klar zu kommen. Logisch richtig, aber das Mamaherz war noch sehr dagegen.

Wir haben dann ganz gut Kompromisse gefunden.  Die Kinder durften für einige Zeit „allein“ bleiben.   Das unser AP in dieser Zeit in ihrem Zimmer war und im Internet surfte mussten sie ja nicht unbeding wissen 😉

Die große Hilfe durfte im Frühling auch allein nach Hause laufen und Mama immer schön 100m hinter ihr her wie bei Räuber und Gendarm.   Und diese Experimente haben mir gezeigt meine Kinder werden wirklich groß.  Sie halten sich an Absprachen:   Kein TV,  nicht an die Tür gehen,  vernünftig über die Straße gehen,  nicht mit Fremden sprechen…..

Und so habe ich im Laufe des letzten Jahres gelernt meine Kinder ein kleines Stückchen los zu lassen.   Wir haben jetzt feste Rituale.  Wenn ich kurz allein einkaufen gehe  haben die Kinder eine Telefonnliste mit wichtigen Nummern (Handy, Papa, Oma,  110 und 112)  und ich mein Handy immer in der Tasche.    Beide Kinder können wirklich sicher und gut telefonieren und sie genießen diese kleinen Freiheiten.   Aber sie wissen auch, dass es ein Privileg ist und nur klappt solang sie sich an die Regeln halten.    Länger als 10-15 Minuten würde ich sie aber noch nicht ohne Aufsicht lassen.  Und ich sage meistens meinem Mann per Telefon Bescheid, damit jemand merkt, wenn mir mal was passieren würde. Das ist für mich nämlich die größere Gefahr.  Ich werde aufgehalten und auf einmal sind die Kinder über Stunden allein. Aber so melde ich mich kurz ab und wieder an.

Was ich aber auf keinen Fall mache ist die Kinder im Schlaf allein lassen. Das wäre mir viel zu gefährlich und vor allem würde es ihnen riesen Angst machen wenn sie doch wach würden.  Ich denke dieser Schritt zu einem ruhigen Abendspaziergang ist noch ein Stück weit entfernt.  Aber das ist kein Problem 🙂

Und diese neue Unabhängigkeit unserer Mädchen macht das Leben ohne AP eigentlich erst möglich.  Nicht das ich sie ständig allein lassen möchte oder es tue.  Aber  ich kann eben viele Dinge normal erledigen, die sonst mit Kinder schwierig waren.

1x Brot und Milch im örtlichen Minishop holen     Ohne Kids ca. 10 Minuten mit dem Rad         früher mit Kids   mindestens  30-45 Minuten   da 2x Kinder anziehen  Auto oder Laufen eher schleichen

1x  Briefkasten                                                                       Ohne Kids  ca. 5 Minute                                        früher                     mindestens   15-30 Minuten + Streit wer den Brief einwerfen darf

1x Paket von der Post hole                                                                           15 Minuten                                    früher                     45 Minuten

……..

 

Und dann sind noch die ganzen Tätigkeiten im Haushalt die jetzt neben oder mit den Kids möglich sind.   Ich kann in Ruhe im Keller Wäsche aufhängen und die Kids spielen oben.  Ich kann den Vorgarten machen ohne ständig Angst zu haben ein Kind läuft auf die Straße.

Die Kinder werden auch schon richtige Hilfen.  Sie können hervorragend  Gemüse und Obst kleinschneiden bei Kochen,  beim Rühren im Topf helfen oder eigenständig Socken und Handtücher zusammenlegen.  Natürlich nicht immer, aber wenn sie es machen ist es toll.

Ach ja und gestern haben wir 15l  Spagetti Soße  in meinem neuen Gänsebräter zusammen gekocht und dann haben die Kids  über 1 Stunde ganz allein   5 große Auflaufformen Lasagne geschichtet. Man war ich da stolz.   Und es hat allen super gut geschmeckt und wir haben für die nächsten Wochen  genug Vorräte im Tiefkühler.

Mit APs Weihnachten feiern

Dezember 7, 2011

In unseren 5 Jahren als Gastfamilie haben wir 4x mit unseren APs sehr schöne Weihnachten verbracht.  Unser letztes AP war das einzige das nicht mit uns feiern wollte.  Ich fand die Vorweihnachtszeit immer eine ganz besonders schöne Zeit um den APs wirklich einen Eindruck von typisch deutschen Familienleben zu geben und gleichzeitig eine emotionale Bindung mit den Mädchen zu finden.

Da wir meist im Spätsommer/Herbst neue APs bekommen haben, traf uns die 3 Monatskrise immer im November/Dezember.  Und damit bot sich die Möglichkeit diese Krise durch viele schöne Familienaktivitäten schnell zu vertreiben.   Tolle Möglichkeiten bieten sich ja im Advent viele:

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Das Maulhuhn mit Neuralsäge ist wieder da

November 4, 2011

Jetzt fragen sich wahrscheinlich einige was bitte ist ein Maulhuhn?  Und wie funktioniert eine Neuralsäge?  Tja die Antwort ist einfach:

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Es ist gut einen Arzt in der Familie zu haben

November 3, 2011

Der Satz ist richtig und man gewöhnt sich sehr schnell daran den besten aller Gatten bei jeder Befindlichkeitsstörung erstmal ausgiebig zu konsultieren ;).  Und der erträgt es zum Glück mit stoischer Ruhe.  Und dieses „mal eben“ nachfragen oder draufschauen können ist gerade als berufstätige Eltern Gold wert.  Wir müssen nicht ständig wegen jeder kleinen Erkältung zum Kinderarzt nur um an Medikamente zu kommen.  Ich kann Nachts den Gatten fragen ob es wohl so schlimm ist, dass wir in die Ambulanz müssen und er kann mich dann jedesmal beruhigen, dass noch kein Kind an einer normalen Bronchitis gestorben ist. Nur für eine Krankschreibung als Eltern müssen wir dann doch los.  Denn das würde wohl der Arbeitgeber nicht akzeptieren, wenn man sich selbst krankschreibt.

Es ist sehr beruhigend, dass man bei komplizierten Dingen wie der Erdnuss Allergie unserer Tochter  solange immer wieder nachfragen und alle theoretischen Möglichkeiten durchspielen kann, ohne das einen der Arzt für verrückt oder einfach nur nervig hält.  Und vor allem habe ich durch viele lange Küchengespräche über Notfälle und andere Krankheitsfälle ein ziemlich gutes Halbwissen angehäuft.  Das hilft mir auch, wenn ich dann selbst zum Arzt gehe.  Ich kenne einfach viele Fachbegriffe oder habe keine Hemmungen nachzufragen.  Für mich sind Ärzte Menschen und keine Götter und daher gehe ich nicht davon aus, dass sie alles wissen und können.  Aber ich bin auch nicht zu tiefst enttäuscht, wenn ein Arzt mal einen Fehler macht oder Nerven zeigt.

Der einzige wirkliche Nachteil eines Arztes in der Familie besteht darin, dass er eigentlich nie da ist, wenn wir wirklich mal einen Notfall haben.   Als ich meinen Blasensprung  hatte, durfte ich selbst in die Klinik fahren, weil der Gatte dort Hausdienst hatte und damit nicht weg konnte.   Als ich meinen Bänderriss hatte, genau Hausdienst.  Als unsere Tochter ihren ersten heftigen Allergieschock hatte:  Hausdienst.  Als die andere Tochter Nachts auf einmal über 40 Fieber hatte:  Hausdienst.     Aber auch daran gewöhnt man sich und im Notfall rufe ich eben an und fahre mit unserem Notfall schnell in die Klinik.

Und unsere Kinder haben zum Glück auch keine Angst vor Ärzten und gehen erstmal mit großen Vertrauen auf Kollegen zu.  Ok, Impfen finden sie auch doof, aber sie wissen warum es notwendig ist und so lassen sie es über sich ergehen.

Der einzige der ohne diesen Vorteil leben muss ist mein Mann.  Der wird dafür aber wenn er krank ist von mir mit alle möglichen und unmöglichen Hausmitteln traktiert.   Und das macht ihn dann so Wahnsinnig, dass er schnell wieder gesund wird.   Nur dieses Mal klappt es nicht so richtig.  Der „Herr Doktor“ liegt schon seit dem Wochenende mit Fieber und heftiger Erkältung im Bett und kommt so gar nicht wieder auf die Füße.   Es war sogar so heftig, dass er zum äußersten gegangen ist.  ER WAR BEIM ARZT!!!!!!    Denn ein Arzt wird ja niemals krank, er zwar Fieber, Schmerzen, Hustet bei jeder Blütenpolle,  aber er ist nicht krank!

Ferien und Urlaub

Oktober 26, 2011

Alle Kinder und  Lehrer 😉 freuen sich auf die Ferien.  Denn Ferien bedeutet unendlich viel Zeit einfach mal nichts zu machen.  In den Tag leben,  träumen,  sich treiben lassen ….

Als Kind kamen einem Ferien immer endlos lange vor und manchmal hatte man sogar richtig Langeweile.  Es war eine unbeschwerte und ungeplante Zeit die man im normal Fall gemeinsam mit der Familie verbrachte.  Manchmal  ist man auch für ein paar Tage zu Oma und Opa gefahren aber die meiste Zeit hat man mit Freunden verbrachte.  Schule war weit weg und man musste für einige Wochen nicht funktionieren,  sich in eine Gruppe einbinden und funktionieren.

Für die meisten  Eltern sind Ferien heute leider eher ein Stressfaktor.  Die Kinder haben keine Schule/Kiga und damit muss das Betreuungskonzept neu geplant werden.  Wenn beide Eltern berufstätig sind ist es schwierig die 12 Wochen Ferien im Jahr so zu planen, dass die Kinder betreut sind und auch noch 1-2 Wochen gemeinsamer URLAUB dabei herausspringt.  Ich bekomme es bei vielen Bekannten mit wie schwierig es für Eltern und noch schlimmer Alleinerziehende ist diese Wochen zu organisieren.  Zum Glück gibt es heute immer mehr Angebote wie Ferienbetreuung, Spieltage und Kitas die kooperieren, aber trotzdem ist es jedes Mal ein Drathseilakt alles passend zu takten.

In diesen Phasen  weiß ich meinen Beruf nochmal richtig zu schätzen.  Denn auch wenn für uns Lehrer die Ferien nicht so frei und unbeschwert sind wie als Kind, haben wir doch die Möglichkeit unseren Kindern eine ähnlich schöne Zeit wie uns damals zu ermöglichen.    Unsere Kinder können 14 Tage einfach nichts machen und frei entscheiden wann sie wohin möchten.   Viele ihrer Freunde sind in der Ferienbetreuung.  Die haben tolle Konzepte,  super Events und ich bin mir sicher die Kinder fühlen sich dort wohl, aber sie müssen eben trotzdem jeden Morgen früh aufstehen,  sind in einer festen Gruppenstruktur eingebunden und haben nicht die Möglichkeit einfach mal aus allen Zwängen auszubrechen.   Das ich nebenbei noch ein paar Klausuren korrigiere,  Unterricht plane oder Abiturvorschläge suche merken die Kinder oft gar nicht.

Ich merke wie gut es unseren Mädels tut für ein paar Tage zu den Großeltern zu fahren und dort tolle Dinge zu erleben.  Sie sehr die beiden es aber auch genießen einfach stundenlang Playmobil und Lego zu spielen und in aller  Ruhe ihr Kinderzimmer zu verwüsten.    Wenn man dann noch das Glück hat, dass beide Eltern auch frei haben kann man wirklich mal wieder 24/5 Familienleben genießen.   In Ruhe Frühstücken,  gemeinsam auf dem Sofa lümmeln und Abends noch unvernünftig eine Stunde länger aufbleiben.

Für uns Eltern sind Oma/Opa Tage übrigens der echte Urlaub.  Denn da können wir mal richtig ausschlafen,  in den Tag reinleben, stundenlang lesen oder wie bisher in Ruhe renovieren.  Aber selbst da merkt man wie schnell man voran kommt, wenn man nicht alle 20 Minuten einen Streit schlichten, Essen machen,  trösten,  vorlesen oder einfach zuhören muss.

Und so haben gerade die Kids und wir Eltern eine richtig gute Zeit und tanken hoffentlich genug Kraft für die nächsten Wochen Schule und Arbeit.

Was bringt mir eigentlich ein AP?

Oktober 22, 2011

Diese Frage stellen sich bestimmt viele potentielle Gasteltern wenn sie überlegen ein AP einzuladen.  Denn die Entscheidung ein AP einzuladen ist ja keine leichte Entscheidung.  Man übernimmt für ein Jahr die Verantwortung für einen jungen erstmal völlig fremden Menschen aus einem fremden Land und nimmt ihn in seinen absolut intimen privat Bereich auf.   Daher sollte man sich vor der Entscheidung gut überlegen ob die eigenen Erwartungen und Wünsche realistisch sind.

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Alltag ohne AP

Oktober 3, 2011

Unser Alltag ohne AP hat sich gut eingespielt und bisher sind wir auch gut zurecht gekommen, aber ich habe jede Woche mindestens 1-3 Situationen in denen ein AP verdammt hilfreich und bequem wäre.   Alle Situationen sind bisher auch ohne AP gut lösbar und kein echtes Problem gewesen, aber ein AP hätte eindeutig Vorteile gehabt.    Die Situationen der letzten Wochen in ungeordneter Reihenfolge.

Elternabende in der Schule / OGS / KIGA und Musikschule machten jeweils eine Betreuung von 1-2 Stunden am Abend nötig.  Also nicht wirklich lang, aber da 2x der beste aller Gatten Dienst hatte mussten wir 2x einen Babysitter organisieren und ca. 12-20€ je Abend ausgeben.

Ein schon länger geplanter Konzertbesuch und unser Kabarett Abo haben 2 weitere Abende Babysitten notwendig gemacht.  Auch hier musste erst geklärt werden ob unser Babysitter kann und 1x ist netterweise eine Tante eingesprungen, trotzdem Kosten von ca.  50€

Mich hatte letzte Woche eine böse Grippe erwischt und da wäre es sehr bequem gewesen, wenn das AP die kleine Hexe in den Kiga gebracht hätte und ich nicht mit knapp 40 Fieber dorthin wanken müsste.

Die Schule hat schon 3x Konferenzen und 1x Sonderthementag  angekündigt und alle Termine gehen über die normale Schulzeit und Betreuungszeit in Kiga und OGS hinaus.  Also auch hier organisieren,  Familie einspannen und Dienste beim Gatten tauschen.  Das hat weniger Geld als Nerven  gekostet.

Im Kiga gab es auch schon wieder 2x Nachmittagstermine mit Eltern die natürlich wieder genau parallel zu meinen Schulterminen lagen.  Aber auch hier sind wir mit Hilfe netter anderer Eltern und einem früheren Feierabend meines Mannes gerettet worden.

In allen Situationen habe ich am Anfang schon gedacht, dass ich jetzt mit AP deutlich weniger Stress hätte.  Wir hätten einfach ihre Arbeitszeiten entsprechend für die Woche gelegt und alles wäre ok gewesen.  Aber immer wenn so ein „Stresstermin“ vorbei war, war es auch ein gutes Gefühl es allein (mit Hilfe von Freunden und Familie) geschafft zu haben und das Haus dann für sich zu haben.     Und bei vielen erstmal problematischen Situationen hat sich überraschend eine bequeme Lösung gefunden.  Entweder wollten sich die Kids eh verabreden oder ein Besuch war geplant und konnte helfen.

Daher ich vermisse zwar manchmal die Bequemlichkeit die ich in fast 5 Jahren Gastmutter genießen durfte, aber es ist auch ein wirklich schönes Gefühl, dass wir jetzt auch ohne diese Hilfe unseren Alltag meistern können und wir sind dankbar für tolle Freunde, Verwandte und Bekannte die uns so toll unterstützen.

Familienleben ohne APs

September 14, 2011

Wir haben jetzt die ersten Tage ohne  ein AP im Alltag hinter uns gebracht und ich stelle für mich  überraschend fest, dass besonders der Morgen viel stressfreier und ruhiger abläuft.  Ich hatte  für mich besonders die Hilfe am Morgen immer als einen wichtigen Grund für ein AP angesehen und jetzt stelle ich fest, es geht nicht nur ohne, es ist sogar  einfacher.

Ich kann die Kinder dann wecken wenn es mir passt ohne erst Zeiten mit einem AP absprechen zu müssen.  Die Kleidung für die Kids lege ich am Abend vorher raus und kann so auch kontrollieren was sie anziehen.  Sonst hatten wir Morgens oft Stress, weil Kids und AP sich gestritten haben was angezogen wird.   Und selbst wenn ich Abends Kleidung rausgelegt hatte, haben beides es in vielen Fälle gemeinsam ignoriert.

In der Zeit in der sich die Kinder selbst anziehen habe ich genug Zeit den Tisch zu decken und auch hier der Vorteil nicht mehr ständig Streit zwischen AP und Kids zu haben, weil die APs entweder jeden Morgen jedes Teil einzeln abfragen:  „Was möchtest du essen / trinken?“   und dann genervt sind wenn nicht sofort eine Antwort kommt und die Kids genervt sind, weil sie in 9 von 10 Fällen das selbe essen.

Die Kinder nehmen wieder Obst und Vollkornbrot mit in den Kiga und unser Cornflakes Konsum ist deutlich gesunken. Auch hier gab es natürlich einige Debatten mit den Kids, aber jetzt läuft es und wir sind wieder auf einem guten Weg.

Natürlich hätte ich das alles auch schon mit AP selbst machen können, oder mit den APs sprechen, aber erstens wollte ich nicht schon am frühen Morgen ständig dem AP sagen was es alles „falsch“ macht.  Denn dann kann ich es wirklich einfacher und schneller selbst machen.  Und zum Start in den Tag möchte ich für mich und meine Familie Ruhe und Gemütlichkeit und da passen Streit und Stress für mich nicht dazu.  Und es waren ja keine  auch keine riesen Fehler, sondern eher atmosphärische Störungen.  Mir fällt kein besserer Begriff ein.

Es ist häufig schwer einem AP klar zu machen was man von ihm erwartet.  Wir hatten mehrere APs die es einfach konnten den Kids ein gemütliches Frühstück zu machen und dennoch alle wichtigen Dinge zu beachten und andere konnten es nicht. Sie haben sich entweder sklavisch an die Anweisungen gehalten, auch wenn wir immer gesagt haben es darf auch Ausnahmen geben, oder sie haben die Regeln einfach ignoriert und eigene aufgestellt.

Auch hier war mein Gefühl es wurde für beide Seiten immer komplizierter je älter die Kinder wurden.  Bei Babys und Kleinkindern war es ja wirklich jeden Morgen exakt die gleiche Routine.  Da konnte man einen Plan aufstellen und das AP hatte für die nächsten Wochen/Monate eine feste Erwartungshaltung.  Aber mit Schulkindern ist es schwerer, die diskutieren, haben eine eigene Meinung und wollen Aufmerksamkeit und sich reiben.  Und das hat unsere letzten beiden APs eher überfordert.

Auch mein Mann ist positiv überrascht wie selbständig unsere Kinder schon sind und wie schnell wir 4 den Start in den Tag hinbekommen. Auch am Nachmittag genieße ich es jetzt wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.  Ich versuche die kleine Hexe Nachmittags möglichst zu Fuß abzuholen und es macht richtig Spaß mit ihr nach Hause zu laufen und mit ihr über den Tag zu sprechen.  Sie erzählt soviel und ist voller Neugier auf den Umwelt.  Und für die kleine Hexe ganz wichtig, wir können auch wieder mit dem Rad zum Kiga fahren.  Das sind Dinge die unseren Kindern in den letzten 2 Jahren gefehlt haben.   Wobei man fairer Weise sagen muss, ich muss jetzt nur noch 1 Kind aus dem Kiga abholen und das ist deutlich stressfreier als 2 müde und streitende Geschwister nach Hause bringen.

Mir geht es auch nicht darum unsere AP schlecht zu machen, sondern es sind für mich spannend zu beobachten wie sich unser System Familie verändert seit wir ohne AP leben.  Vieles liegt für mich auch daran, dass unsere Kinder jetzt viel selbstständiger sind und wir als Eltern ja auch immer mehr Profis werden.  Auch wir wachsen mit unseren Aufgaben 😉

Die Eroberung des AP Zimmers

August 13, 2011

Ich hatte ja schon mal über die unterschiedlichen Pläne innerhalb der Familie bezüglich unseres AP Zimmers geschrieben.  Der Status im Moment ist noch nicht ganz geklärt.

Die Kinder versuchen durch subversive Übernahme ihren Besitzanspruch zu verdeutlichen.  Sie tragen unauffällig aber stetig Spielzeug ins Zimmer und belegen so die Schränke und Schubladen.  Außerdem haben sie den Schminktisch von Olga mit ihren Haargummis, Kinderschminke und Labello dekoriert und stehen stundenlang davor.  Sie wollen nämlich hübsch sein 😉

Und sie sind fest der Ansicht das Zimmer ist optimal um als Kinderzimmer genutzt zu werden.

Die Oma ist ja immer noch ein großer Fan des Gästezimmer ohne Vögel und Kinder als Schlafbegleiter und da kann ich sie auch sehr gut verstehen.   Sie hat bisher aber Pech gehabt, da entweder die Kinder oder Werkzeug das Zimmer blockieren und so noch keine wirkliche Übernahme des Zimmers möglich ist.

Und wir Eltern?  Wir haben ganz still und leise eine Sauna gekauft und werden wohl nach Abschluss unserer Renovierungsarbeiten ein Wellness Zimmer für uns mit einem gemütlichen Gästebett für die Oma und andere Gäste einrichten.   Die Kinder waren über soviel Aktivismus entsetzt, aber nur solange, bis wir ihnen versprochen haben, dass sie auch mal mit in die Sauna dürfen.   Die Lust am Schwitzen scheint schon auf die nächste Generation übergesprungen zu sein.  🙂

Die Überlegung erstmal alles beim alten zu lassen hatten wir zwar auch, aber ganz ehrlich wenn wir wirklich nochmal ein AP bräuchten, dann müsste eben eine anders Zimmer als AP Zimmer genutzt werden und ein 12 Monats AP werden wir wohl nicht mehr kriegen.  Dafür genieße ich meine neue Freiheit im Haus einfach viel zu sehr.   Die letzten Monate waren doch anstrengender als ich selbst gemerkt habe.  Und es lag ganz sicher nicht nur an Olga, sondern auch daran, dass die ganze Familie einfach AP-Müde war.

Abschiedsessen und Kuchen

August 4, 2011

Ja wir hatten ein Abschiedsessen und Ja es gab auch einen Abschiedskuchen von Olga.  Aber der Reihe nach.

Olga hatte schon am Mittwoch einen wunderschönen Maulwurfskuchen gebacken, aber nicht für uns, sondern für die anderen APs im Ort.  Wurde mehrfach erwähnt, aber am Abend durften wir die Reste dennoch probieren und er war sehr lecker.

Am Donnerstag hat Olga dann für uns tatsächlich einen typisch heimatlichen Kuchen gebacken der auch super lecker war.  Was ich persönlich sehr schade fand sie hatte kaum Interesse ihn auch mit uns gemeinsam zu verspeisen.  Ich musste zum Kaffee rufen und auch da wie immer kam sie mit über 15 Minuten Verspätung = wir waren alle schon fast fertig.

Das Abschiedsessen lief nach einem ähnlichen Muster ab.  Wir hatten uns für 18.00 Uhr „verabredet“ und vor allem die Kinder waren super aufgeregt.  Erstens gehen wir nicht jeden Tag mit der ganzen Familie in ein schickes Restaurant und zweitens war es ja ein besonderer Abend für Olga.  Nebenbei wollten wir auch noch den letzten Kiga Tag der großen Hilfe feiern.

Der beste aller Gatten hat den ganzen Nachmittag Stemmarbeiten im Haus durchgeführt und ich hatte große Wäsche gemacht und mit den Kids die Kinderzimmer sortiert.  Olga verbrachte den Nachmittag wie die letzten 13 schlafend oder am PC.

Um 17.00 haben wir uns alle schick gemacht, die Kids aufgehübscht und standen um 17.55  bereit zur Abfahrt im Flur.  Die Kinder sind dann total aufgeregt hoch zu Olga und was sagt sie?

Genau:    „Ich komme in ein paar Minuten ich muss noch kurz telefonieren !“

Mit gut 15 Minuten Verspätung sind wir dann zum Essen gefahren.  Im Restaurant selbst war es dann wirklich nett.  Wir haben uns normal unterhalten und die Kinder haben es genossen mal richtig schick essen zu gehen.  Aber auch dort hat Olga keinen Handschlag gerührt.  Kinder wollten Fische im Aquarium schauen,  Kleine Hexe muss auf Klo,  Kinder brauchen Hilfe am Salat Buffet  egal was anstand Olga blieb brav auf ihrem Stuhl sitzen.    Dafür schlug sie direkt bei Ankunft vor, dass wir ja alle Steaks aus dem Selbstbau Programm essen könnten =  das teuerste Essen.

Sie hat dann zwar doch nur ein Schnitzel bestellt, aber der Eindruck passte einfach.   Nach dem Essen sind wir mit zwei glücklichen aber aufgedrehten Kids nach Hause gekommen.  Dort ist Olga dann auch sofort wieder in ihr Zimmer verschwunden und wir haben die Kinder ins Bett gebracht.  Der Sekt im Kühlschrank für die Erwachsenen Nachfeier ist dann eben ungenutzt dort geblieben.

Samstag hat sich dann das gleiche Spiel nochmal beim Frühstück wiederholt.   Hatte ich eigentlich schon Olgas Frühstücksradar erwähnt 😉 ?  Aber das ist besser Stoff für einen neuen Beitrag.

 

Abschied vom Gastfamilie sein

August 2, 2011

Nach über 5 Jahren Gastfamilie sein fühlt es sich noch sehr ungewohnt an jetzt ohne AP zu leben.   Wir haben uns noch nicht daran gewöhnt unser Haus wieder ganz für uns zu haben.  Man merkt es an den Kleinigkeiten.  Wenn der Gastvater Abends noch schnell Duschen will und automatisch den Bademantel überzieht und dann feststellt er muss das nicht mehr 😉 .

Wenn ich morgens automatisch für eine fünfte Person den Tisch decken will.  Wenn wir beim Einkaufen überlegen ob noch genug Cornflakes, Nutella, Toast für Nimmersatt da ist oder man beim Abendessen nach ihr rufen möchten.  Dann merkt man wie sehr man sich an das Leben zu fünft gewöhnt hat.

Auf der anderen Seite  stelle ich überrascht fest, dass trotz Krankheit und Renovierungschaos der Alltag ohne AP fast runder läuft als mit.  Wir müssen nicht mehr jeden Abend entweder 10 Minuten auf Olga warten oder ohne sie anfangen und den Kids erklären, warum wir zwar alle pünktlich kommen aber unser AP es auch nach 12 Monaten noch nicht schafft. Ich kann in Ruhe ein Buch lesen ohne alle 10 Minuten mit irgendeiner Frage oder erfundenen Geschichte konfrontiert zu werden.

Wir können  mit den Kindern auch mal fünf gerade sein lassen ohne vom AP ständig Bemerkungen a la „Also in meiner Heimat hätte man dafür aber eine gehauen bekommen“  „Das hätte ich als Kind aber nicht gedurft“ zu hören.   Sie hat gerade in den letzten Wochen ein ziemlich impertinentes AP-Echo in Erziehungsfragen entwickelt.  Immer wenn ich eins der Kinder ermahnt oder geschimpft habe kam von ihr in einem ziemlich unfreundlichen Ton „WAS HAT MAMA GESAGT  DU SOLLST HÖREN!“  Und das Highlight hat sie am letzten gemeinsamen Frühstück gebracht.   Da hat sie doch glatt vor den Kids gesagt.  „Bei uns würdet ihr für so ein Verhalten geschlagen“  Damit hat sie beide Kinder zutiefst geschockt und ihnen den Abschied wohl noch einfacher gemacht 😦

Sie hat den Kindern gegenüber mehr als deutlich gezeigt, dass sie für sie nur „Arbeit“ sind und sie konsequent ignoriert in ihrem Urlaub.  Für die Kinder eine sehr unschöne Erfahrung.  Für uns aber leider nur die Bestätigung unseres schon länger anhaltenden Gefühls, dass sie nicht nur ihre Familie, Freunde und Lover, sondern auch uns nur als Mittel zum Zweck sieht.

Das Fazit für dieses AP Jahr fällt mir unglaublich schwer.  Sie hat ja nie wirklich riesen Fehler gemacht oder war offen unfreundlich, aber man hat eben je länger sie hier war immer deutlicher gemerkt, dass sie keinerlei echtes Interesse an uns hat.

Auf der anderen Seite hat sie bis zum Schluss immer wieder verkündet sie hätte sich bei uns wie zu Hause gefühlt und das glaube ich ihr 110%.  Klingt seltsam ist aber so.  Sie hat sich nämlich wirklich so verhalten.  Sie hat  bei offener Tür die Toilette benutzt,  ihre Unterwäsche offen im Bad aufgehängt,  sich jederzeit in der Küche, Flur oder Wohnzimmer bequem hingesetzt egal ob wir gerade ein persönliches Gespräch führen oder TV schauen.   Sie hat uns immer mit ihren Problemen um Hilfe gebeten.  Sie hat ohne Hemmungen alles ge- und benutzt was ihr zur Verfügung stand.   Sie hat also gelebt wie ein drittes Kind, aber leider ohne auch etwas echtes von sich zurück zu geben.

Im Nachhinein könnte man jetzt sagen wir hätten viel früher eine Bremse ziehen müssen und uns von ihr trennen, aber ihre Aufgaben hat sie bis auf wenige Ausnahmen erfüllt. Nicht überragend oder mit Begeisterung, aber sie hat gemacht was man von ihr verlangt hat.  Sie hat auch immer sofort alles akzeptiert und eingesehen wenn wir eins von zahlreichen klärenden Gesprächen geführt haben nur leider ihr Verhalten nicht wirklich dauerhaft geändert.   

Was bleibt von Olga?

– Der Name Nimmersatt und ein Bild vom AP im Bademantel.

– Ein wirklich toller Start und erster Eindruck

– Die klassische Antwort auf den Ruf zum Essen :  “ Ich komme in ein paar Minuten“    „Ich musste noch mit Mama telefonieren“

– Der obligatorische Anruf ihres Lovers um 23.30  der zuverlässiger war als der Funkwecker

– Die Erkenntnis, dass man für 12 Monate in einem fremden Land leben kann ohne auch nur einen einzigen Ausflug selbst bezahlt zu haben oder auf eigene Faust etwas unternommen hat.

Ich hatte bis zum Schluss ein schlechtes Gewissen, dass wir auf das Ende gewartet haben und ich keine echte Trauer empfand.  Aber ich habe mich dennoch bemüht ihr einen schönen Abschied zu machen und sie hat bis zum Schluss alles als selbstverständlich genommen und ignoriert.    Bei allen anderen APs habe ich gerne zum Abschied ein schönes Photobuch mit gemeinsamen Erinnerungen erstellt. Ging bei ihr nicht, weil sie alle Feiertage/Familienfeste und ähnliches verpasst hat.   Oder ich habe ein persönliches Geschenkt gesucht, aber sie hat alle Angebote abgelehnt.  Selbst die Idee in ihrem Urlaub eine Kurzreise zu machen fand sie doof.    Also gab es nur eine Kerze und ein bischen Deko für ihr neues Zimmer.

Es war auch nicht alles schlecht mit Olga  und in ein paar Wochen werde ich sicher schon viel milder auf das Jahr zurück blicken.  Aber heute musste es einfach mal raus.

Die letzte Woche Gastfamilie

Juli 22, 2011

Der Countdown läuft, Olga wird uns in spätestens 8 Tagen verlassen haben.  Das genaue Datum wissen wir immer noch nicht, aber nächste Woche um diese Zeit werden wir wohl Abschied mit ihr feiern.  Wie bei jedem Au-Pair werden wir gemeinsam mit ihr essen gehen.  Nur das diesmal zum ersten Mal die Kinder mitkommen dürfen.  Sonst sind wir immer mit dem AP allein gegangen.  Auch daran merkt man, dass die Kinder größer werden.

Diese Abschieds Essen waren immer auch Anlass mit den APs zusammen zurück zu blicken und zu überlegen was in den letzten 12 Monaten passiert ist, ob sie die Wünsche und Träume des APs erfüllt haben und was die Mädchen von uns mitnehmen.

Am nächsten Tag ist dann meist Koffer packen angesagt und dann kommt das schwierigste der entgültige Abschied.  Aber auch der wird diesmal anders ausfallen. Da Olga ja in der Nähe bleibt und wir sie besuchen können und sie uns auch.  Das war nämlich für mich immer das schwierigest an den Abschieden.  Bei APs aus Visapflichtigen Ländern ist es in der Regel ein Abschied für immer und der ist hart. Vor allem wenn man 12 Monate wirklich zusammen gelebt hat und auch zusammen gewachsen ist.

Aber vor dem großen Abschied kommt noch eine zweite Woche AP-Urlaub in Balkonien.  Ich bin gespannt ob Olga auch ihre zweite Woche ausschließlich in ihrem Zimmer verbringen wird.  Heute Abend ist sie auf jeden Fall nochmal zum Sport gegangen.   Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass sie ihr Zimmer nochmal richtig genießen will.  Denn ab August hat sie kein eigenes Zimmer mehr, sondern muss sich ein Zimmer mit einer anderen FSJlerin teilen.    Daher ist ihr Wunsch nach Ruhe durchaus verständlich.

Ich habe heute schon zum ersten Mal gemerkt welche Kleinigkeiten mir fehlen werden wenn wir ohne AP sind.  Die kleine Hexe hatte sich verabredet und die große Hilfe hatte schon eine Freundin da.  Also hätte ich beide Kids mitnehmen müssen um ein Kind zu seiner Freundin zu bringen.  Netterweise ist heute Olga nochmal für 10 Minuten eingesprungen.   Es sind eben diese Kleinigkeiten die ein AP so bequem und angenehm machen.   🙂

Aber auf der anderen Seite das Problem ist ja lösbar und wir müssen dann eben alle wieder mehr Kompromisse eingehen oder besser planen.   Und zum Glück haben wir ja jetzt 6 Wochen Ferien um uns an die neue Situation zu gewöhnen.  🙂  🙂

Letzte Arbeitstage

Juli 13, 2011

Diese Woche ist die letzte offizielle Arbeitswoche von Olga.   Wir hatten ihr ja angeboten, dass sie noch komplette 14 Tage Urlaub bekommt, wenn sie uns am Wochenende hilft.  Dafür hätte sie wie ursprünglich geplant zu ihrer Tante oder ihrem Freund fahren können.  Aber da sie ihren Urlaub jetzt  doch lieber bei uns verbringt  und dafür dieses Wochenende zur Tante fährt, ist irgendwie alles anders gekommen als gedacht.

Auf die Hilfe am Wochenende sind wir nicht zwingend angewiesen, es wäre aber für die Kinder ein schöner Abschied gewesen, noch einmal eine AP Party mit ihr zu feiern und am Sonntag wären wir dann alle zusammen essen gegangen.  Aber jetzt kommen 14 schwierige Tage.   Denn offiziell muss Olga ja nicht mehr arbeiten, aber wie mache ich das den Kindern klar, dass ihr geliebtes AP zwar zu Hause ist, aber nicht mehr mit ihnen spielen muss.  Ich hoffe einfach mal, dass sie schon noch ein bischen Zeit mit den beiden verbringt.   Zum einen, weil sie auch an den Kindern hängt und zum anderen, um ihnen den Abschied leichter zu machen.   Sie hat aber auch schon von sich aus so etwas angeboten.

Die andere Alternative wäre es ihr anzubieten normal zu arbeiten und dann den Urlaub auszuzahlen, aber wirklich brauchen tun wir sie auch nicht in den nächsten 14 Tagen und daher bin ich nicht wirklich begeistert nochmal 130€ extra zu investieren und ein paar freie und ruhige Tage tun Olga sicher auch gut bevor sie sich auf das Abenteuer FSJ einlässt.

So eine Situation hatten wir noch nie.  Unsere APs haben immer ihren Urlaub entweder im Jahr genommen und sind dann auch weggefahren, oder sie haben ihn am Ende genommen um früher nach Hause zu können, weil ein wichtiger Termin wartete.

Aber es hilft nichts, jetzt ist es so gelaufen und ich bin eigentlich optimistisch, dass es vielleicht sogar sehr schöne 14 Tage werden können.  Denn die letzten Wochen waren wirklich fast wieder wie Olgas Start.  Schön, unkompliziert und einfach entspannend für uns Eltern.   Denn bei allen Problemen die wir in den letzten 12 Monaten hatten, war sie ein gutes AP für unsere Kinder.

Aber für ein Resumee ist es noch etwas zu früh, daher mache ich hier einfach mal einen Punkt 🙂

Kleine und große Abschiede

Juli 7, 2011

Heut hat unser AP zum letzten Mal Sprachkurs und sie ist nicht hingegangen, weil sie keine Abschiede mag.  Aber mit diesem Tag hat jetzt der Countdown entgültig begonnen.  Ab jetzt werden ständig kleine und größere Abschiede und „letzte Male“ kommen.   Und jeder für sich ist  ein emotionaler Moment und Anlass zurück zu schauen und zu überlegen und erkennen wie sehr Olga sich in diesem Jahr verändert hat und in welchen Bereichen sie immer noch die Alte ist.

Und nicht nur für Olga auch für die große Hilfe kommen die Abschiede näher. Heute hat sie ihre Kiga Abschluss Übernachtung und damit zum ersten Mal richtig verstanden, dass sie bald nicht mehr in den Kiga geht.  Da sind schon die ersten Tränchen geflossen.   Aber zum Glück freut sie sich auch riesig auf die Schule und ich denke fast 6 Wochen Sommerferien werden den Abschiedsschmerz  von Kiga und Olga überwinden helfen und dann kommt der Start in ein neues spannendes Abenteuer und bei Olga mit ihrem FSJ genauso.

Aber die letzten Wochen sind von Wehmut und einer leicht melancholischen Stimmung geprägt.  Ich merke es an mir selbst immer daran, dass ich sehr nah am Wasser gebaut bin und immer mal wieder ein Tränchen verdrücken muss.


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