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Leben online

Juli 4, 2011

Hätte mit vor ein paar Jahren Jemand erzählt, dass ich mein Tagebuch online  führe und wildfremde Menschen an meinen innersten Gedanken teilhaben lasse und diese in öffentlich sichtbaren Räumen diskutiere, dass ich mit Freunden rund um den Globus nicht mehr telefoniere, sondern wir uns Briefe über einen Computer schreiben und man  mit einer kleinen Kamera beim Telefonieren den gegenüber auch sehen kann und das ganze sogar kostenlos ist, ich hätte diesem Jemand für verrückt erklärt.

Und heute sind Blogs,  Foren,  Skype und E-Mail  ganz normaler Bestandteil meines Lebens geworden und ich nutze sie so selbstverständlich wie früher Telefon und Briefe. Manchmal frage ich mich, was diese neuen Techniken mit mir gemacht haben.

Früher habe ich leidenschaftlich und gerne Briefe geschrieben und ich besitze noch eine ganze Kiste alter Briefe von Freunden, Eltern und meinem Mann aus meiner USA Zeit.  Diese Briefe sind ein Schatz und ich hole sie immer mal wieder hervor um mich an die Zeit und die Gefühle damals zu erinnern.  Das ist bei E-Mails anders. Sie sind eher kühl und unsentimental.  Da fehlt einfach das haptische Gefühl einen Brief zu öffnen, zu entfalten und erst dann ein ganz persönliche Handschrift zu lesen.    Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich schon seit Jahren keinen richtigen Brief mehr geschrieben haben, sondern komplett auf E-Mail umgestiegen bin.

Beim Telefonieren bin ich altmodisch geblieben. Klar Skype ist toll und manchmal finde ich es auch super praktisch mein Gegenüber zu sehen. Zum Beispiel bei der AP Suche, aber wenn ich mit guten Freunden oder Familie wirklich ein langes und gutes Gespräch führen möchte, ist mein liebstes Telefon immer noch das Festnetz auf dem heimischen Sofa oder im Bett.  Da haben Skype und Handy klar verloren.

Bloggen und das Schreiben in Foren ist für mich eine absolut tolle Erfindung, weil sie zwei meiner großen Leidenschaften optimal verbindet.  Ich bin schon immer ein schreibbegeisterter Mensch gewesen und haben Tagebuch,  Reiseberichte und andere  Texte geschrieben.  Und ich bin bekennend neugierig und finde es einfach spannend wie andere Menschen leben, denken und fühlen.  Und beim Bloggen kann ich beides verbinden.

Meine Texte die sonst nur in meinem privaten Rahmen geblieben wären finden auf einmal Leser und ich bekomme Rückmeldung und das finde ich spannend und es macht Spaß.  Und bei anderen Bloggern kann ich ohne schlechtes Gewissen in private Räume blicken und habe auf diese Weise viele spannende Leute „kennen gelernt“.    Ich setze es deshalb in “ “  weil man sich online eben nicht richtig kennt.  Wenn man in Blogs oder Foren regelmäßig liest oder schreibt hat man zwar nach einiger Zeit das Gefühl diese Person gut zu kennen und ich habe schon viele wirklich gute Tips und Ratschläge auf diesem Weg bekommen, aber an echte reale Freunde kommt so eine Beziehung nicht heran.

Ich würde es eher mit einem guten Gespräch im Zug mit einem fremden aber sympathischen klugen Menschen vergleichen.  Auch dort hat man oft den Mut Dinge zu besprechen, die man mit nahen Freunden so nicht besprechen kann und so ein Gespräch kann viele neue Gedanken und Anregungen bringen.  Und wenn man Glück hat kann sogar eine Freundschaft so entstehen, aber meist bleibt es bei der flüchtigen Begegnung an die man aber dennoch gerne zurück denkt.

Und daher bin ich allen Online Bekannten sehr dankbar das es sie gibt, aber meinen echten Freunden noch dankbarer. Denn ohne echtes reales Leben hätte weder ich noch die anderen Blogger wirklich viel und spannendes zu erzählen.

Daher spielt das Internet zwar heute ein recht große Rolle in meinem Leben, aber es ist nicht mein Leben.

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Erste Woche

August 17, 2010

Jetzt ist Olga schon eine Woche bei uns.  Es kommt mir auf der einen Seite schon so vor, als ob sie viel länger bei uns wohnt und auf der anderen Seite ist die Zeit super schnell vergangen.  Sie hat ihren sehr guten Eindruck der ersten Tage bestätigt, aber auch schon die erste kleine Wolke an die Himmel gelassen.   Aber der Reihe nach.

Die Kinder lieben sie und haben sie voll in ihr Herz geschlossen. Sie bekommt jeden Abend ausführlich Gute Nacht gesagt und darf beide Damen ohne Probleme ins Bett bringen, anziehen und sonstige eher heikle Aufgaben übernehmen.

Sie hat auch ihre ersten Feuerproben ziemlich gut gemeistert. Gestern Abend war sie zum ersten Mal Abends allein mit den Kindern. Wir hatten Hochzeitstag und sind Essen gegangen und Sie hat die erste Au-Pair Party mit den Kids veranstaltet. Alle hatten Spaß, aber das allein ins Bett bringen hat noch nicht 100% geklappt. Als wir um halb Zehn wieder gekommen sind waren noch beide Kinder bestens gelaunt auf und sie war bei der 10 Gute Nacht Geschichte.  Aber sie hat dann trotzt unserer Rückkehr beide Mädchen ins Bett bekommen.   Die Phase des Grenzen testen geht also diesmal sehr früh los.  Klar sie ist nett, also schauen die Damen wie nett.    Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen und wir haben anschließend noch in der Küche über Erziehung, Konsequenzen und die typischen Schwierigkeiten am Anfang geredet. Und ganz toll finde ich, sie nimmt Tips dankbar an und versucht sie wirklich umzusetzen.  Sie bleibt immer freundlich und ruhig, aber sie setzt auch klare Grenzen.

Heute hat sie zum ersten Mal die Kleine Hexe allein in den Kiga gebracht und es hat gut geklappt und sie hilft immer noch  toll im Haushalt. Eine Perfektionistin in unserem Genie beherrscht Chaos Haus, ich hoffe sie verzweifelt nicht. Ich bin auf jeden Fall begeistert.

Die kleine Wolke hatten wir am Sonntag Abend. Pünktlichkeit und Au-Pairs ist ja eine ganz eigene Sache. Sie hat Besuch von Igor aus dem Internet bekommen und wollte mit ihm noch in die nächste Stadt fahren. Kein Problem und Ich fand es super lieb, dass sie ihn uns vorgestellt hat.  Sie hat auch ganz freundlich gefragt wann sie wieder da sein muss. Ich etwas überrumpelt sage: Mitternacht ist ok.  Und wünsche viel Spaß.  Mitternacht ist auch sonst bei uns vor Arbeitstagen die Zeit wo ich erwarte, dass unsere Au-Pairs normalerweise zu Hause sind.

Als sie um 0.30 Uhr immer noch nicht wieder Zuhause war habe ich mir doch angefangen Sorgen zu machen und ihr eine SMS geschickt. Sie hat auch sofort zurückgerufen. Alles ok sie kommt umd 2.00 Uhr.    Ich war  erstmal beruhigt, aber mäßig begeistert sauer.  Ein toller Anfang, aber erstmal nicht zu ändern. Aber ihr schlechtes Gewissen hatte sie dann doch. Um 1.00 Uhr versuchte sie verzweifelt die Tür aufzuschließen, aber die hat manchmal ihre Macken. Es war ihr super peinlich, dass ich im Nachthemd aufstehen musst und sie reinlassen.   Da Igor noch vor der Tür stand, habe ich die Standpauke auf den nächsten Morgen verschoben.

War aber im vollen Umfang zum Glück nicht notwendig. Denn sie ist sogar eine 1/4 Stunde früher aufgestanden hat Frühstück gemacht und sie glaubhaft und ehrlich entschuldigt. Es tat ihr wirklich leid und ihr war nicht klar, dass wir uns Sorgen machen und auf Sie warten. Wir haben jetzt nochmal erklärt, dass sie am Wochenende oder Freien Tagen natürlich machen kann was sie möchte, aber wir erwarten, dass sie eine SMS schickt, wenn sie später als verabredet kommt oder bei Freunden schläft.  Denn das machen wir im Gegenzug auch.  Und an Arbeitstagen ist es mir wichtig, dass sie Morgens ausgeschlafen ist und wir auch. Und wenn sie erst mitten in der Nacht nach Hause kommt stört sie nicht nur unseren Schlaf, sondern ist am nächsten Morgen wahrscheinlich auch nicht fit und belastbar.  Hat sie auch eingesehen und Ich hoffe die Lektion muss nicht wiederholt werden.

Positiv ist mir aufgefallen, dass sie ihrem Bekannten nicht die Schuld gegeben hat, sondern den Fehler ganz klar bei sich gesucht hat. Das kenne ich aus Erfahrung auch anders. Da waren immer alle andern nur man selbst nicht schuld.

Ein Punkt der für sie noch nicht optimal ist, das Internet. Wir haben uns nach diversen Diskussionen über Downloads und Viren entschieden, dass es uns 15 Euro im Monat wert ist, dem AP eine eigene Flatrate auf ihren Namen = ihr Risiko zu stellen und unser eigenes Netzwerkt wieder nur für uns zu nutzen. Aber die Aldi Flatrate ist nicht der Knaller . Wir bekommen hier nur GPRS und die Seitenladezeiten sind wirklich langsam und Skypen geht auch nicht mit Video. Also ist unser AP etwas ziemlich frustiert.  Kann ich auch gut verstehen. Sie versucht jetzt schon seit 3 Tagen mich zu überreden sie doch in unser Netz zu lassen. Und bisher macht sie ja auch einen zuverlässigen und ehrlichen Eindruck.  Das Problem ist nur unser WLAN ist zur Zeit eine Katastrophe. Es hat ständig Aussetzer für einige Stunden und manchmal leider auch Tage. Nur finden wir leider nicht die Ursache. Und für eine komplett neue WLAN Anlage ist im Moment eigentlich kein Geld da. Also wird sie wohl mit der langsamen Qualität leben müssen für die nächsten Wochen.

Morgen machen wir mit der ganzen Familie einen Ausflug zu den Großeltern und zeigen ihr mal eine ganz andere Gegend.  Und bisher hat sie an allen Familieaktivitäten mit Begeisterung teilgenommen. Das ist so ein schönes Gefühl. Wir haben fast zum ersten Mal ein Au-Pair, dass wirklich eine riesen Neugier auf Deutschland, die Menschen, das Essen und alles andere hat.  Und wir reden beide gerne. Die große Hilfe hat sich zwar schon beschwert, dass wir zuviel Englisch reden. Aber  Diskussionen über die Preispolitik bei Aldi, Erziehungsprobleme und allgemeine Politik kann sie eben noch nicht auf Deutsch führen.

Ich werde weiter berichten und hoffe alle anderen haben auch Glück mit ihren neuen Au-Pairs oder Gastfamilien.  Denn wir erleben gerade wie schön eine gute Au-Pair Beziehung sein kann.

Ich muss mich outen

März 27, 2010

Hiemit gestehe ich offiziell „Ich bin Bücher und Papier süchtig“

Wer mich näher kennt für den ist das keine Überraschung. Schon während der Schulzeit konnte ich mich kaum eher gar nicht von meinen alten Schulheften trennen. Ich habe sie immer am Ende eine Schuljahres ordentlich in Kartons verpackt und auf den Boden gebracht. Und dort steht ein Teil noch heute. Der Rest wurde von den Eltern unauffällig entsorgt. 

In meiner Au-Pair Zeit in den USA habe ich es geschafft 2 große Kisten mit Informationen über New York, meinen Wohnort, Colleges, Sprachkurse …… zu sammeln und musst schweren Herzens einen Großteil dort lassen. In der irrigen Annahme meine Schätze sind für das nächste Au-Pair hilfreich. Wahrscheinlich hat meine Gastfamilie alles 2 Minuten nach meiner Abreise in den Müll befördert. 

Und im Studium ging es weiter, ich sammelte meine geliebte Zeit über 2 Jahre, Broschüren über Studium, Reisetipps und natürlich alle Bücher die ich in der Zeit gelesen habe. 

Am Ende war es eine sehr schwere Woche die Dinge aussortieren die mit in die neue Wohnung durften. 😦

Und als es an die Familiengründung ging hatte ich ein neues Projekt. Erziehungsratgeber. Schon vor dem ersten Schwangerschaftstest hatte ich ca. 15 Ratgeber über Babys erstes Jahr und Schwangerschaft. Und zwar nicht nur gekauft, sondern auch gelesen. Es war mir ja selbst irgendwie peinlich, aber ich konnte an keiner Buchhandlung vorbei ohne einen neuen zu kaufen. 

Meine zweite große Leidenschaft sind Kochbücher. Man findet zwar alles wichtige beim Chefkoch, aber einem neuen Kochbuch kann ich auch nicht widerstehen. Ich liebe es die Bilder zu betrachten und neue Menus zusammen zu stellen.  

Und über einen Mangel an Krimis kann sich unser Bücherregal auch nicht beschweren, wobei diese Leidenschaft auch von meiner Schwester geteilt wird, so können wir uns immer gut austauschen.  

Und dazu kommt natürlich auch noch die ganze Fachliteratur und Schulbücher die irgendwo untergebracht werden müssen.  Und da wir leider keine eigene Bibliothek für meine Sammlung haben muss ich ab und zu Dinge aussortieren. Bücher kommen bei mir auf keinen Fall weg, also muss meine Loseblattsammlung dran glauben.  Auch so ein Projekt für die Ferien.

Ich kann nicht anders, egal wo ich bin, wenn es einen Flyer oder Infos zum mitnehmen gibt muss ich sie einstecken. Und diese Dinge sammeln sich dann erst im Flur und später im Arbeitszimmer wo sie nett kleine Haufen bilden. Und wenn ich ehrlich bin 90% der Dinge schaue ich nie wieder an.  Aber es sind so viele tolle Informationen. Ich nehme mir immer wieder vor  Ordner anzulegen und alles sortiert abzulegen, aber das habe ich noch nie geschafft. Und wenn man etwas wirklich braucht findet man ja auch fast alles viel schneller und aktueller im Internet. 

Aber Papier hat etwas sinnliches. Ein Buch abblättern und anfangen zu lesen oder schöne Bilder betrachten da kommt das Internet nicht mit. Also sammle ich weiter und muss eben alle 4 Wochen einen kleinen Wald in der Papier Tonne versenken. 

Ach ja auch unser Au-Pair profiertier leidet unter meiner Sammelwut. Ich bringe ständig neue Prospekte über Reisen, Ausflugsziel, Buspläne, FSJ …. mit nach Hause und unser Au-Pair Ordner ist auch doppelt so dick wie er wahrscheinlich sein müsste. 

Denn zu allem übel schreibe ich auch noch liebend gerne Pläne und Listen.  Und die müssen natürlich auch mit in den Ordner. Es gibt also ein ABC der Familie, Wochenplan, Tagesplan, Tips …. .  Aber bisher haben es alle mit Fassung getragen.

Privatssphäre und neue Medien

Februar 2, 2010

Welche Informationen stellt man über sich selbst ins Internet? Diese Frage stelle ich mir immer wieder wenn ich unser Profil in den einschlägigen Au-Pair Börsen einstelle. Auf der einen Seite sind Bilder und möglichst viele Infos gut um den Au-Pairs ein genaues Bild zu bieten, auf der anderen Seite können so auch Dritte viele Informationen über unsere Familie bekommen, die ich so nicht jedem erzählen würde.  Ich finde das immer einen schwierigen Spagat.  Ich versuche zwar möglichst genau zu beschreiben, lasse aber bestimmte Dinge bewußt weg und nenne diese erste im Mail Kontakt. 

Einige Au-Pair Börsen nutze ich nicht mehr, da man dort unser Profil per Googel finden konnte. Es reichte zum Beispiel Nachname und Wohnort oder Namen der Kinder einzugeben.  Das finde ich nicht gut. Bei Au-Pair World ist mir das bisher nicht aufgefallen.  Und bei einigen sind die Profile sogar noch sichtbar gewesen, als ich sie schon längst wieder gelöscht hatte.  Denn so findet uns zumindest nur jemand der die Info hat, dass wir über diese Suchbörsen nach Au-Pairs suchen.

Das Thema taucht dann nochmal auf wenn unsere Au-Pairs Bilder über die Kinder in ihren sozialen Netzwerken veröffentlichen. Ich möchte das eigentlich nicht so gerne und schon gar nicht mit ihrem richtigen Namen.  Aber bisher gab es da zum Glück weniger Probleme oder die Bilder sind so allgemein gewesen, das sie nicht unserer Familie zuzuordnen sind.


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