Posts Tagged ‘Kindergarten’

Stressmonster

November 14, 2012

1) Freundschaftsbücher  im Kiga/1. Klasse

Der Brauch seine liebsten Freunde in einem Buch zu versammeln ist toll und schön, ABER  warum müssen die Kinder damit anfangen bevor sie überhaupt selbst die Bücher schreiben oder lesen können.   Beim ersten Buch fand ich es ja noch ganz nett, aber mit 2 Kids wird es zur Plage.  Diese Bücher müssen ja nicht nur ausgefüllt werden, nein es braucht auch noch ein Photo.  Wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt möchte ich mit den Kindern etwas schönes spielen oder unternehmen, aber nicht zum 10x aufschreiben, dass wir Mia and Me lieben, aber Streit hassen.     Und als besonderes Highlight gehen diese Bücher immer mal wieder verloren, was beim betroffenen Kind zu Tränen und bei der Rabenmutter deren Kind das Buch versockelt hat zu purem Stress führt.
2) Spontane Listen mit Material für die Schule

Bitte dem Kind MORGEN    X Euro aber passen,  Wolle, Schuhkarton,  Knöpfe  in Farbe grün ….  mit geben.   Ich habe ja als erfahrene Working Mum  schon so einiges im Haus bevorratet.   Klebestifte, Bleistifte, Hefte,  Mappen,  neutrale Geburtstagsgeschenke …,  aber die Lehrer finden immer genau das was fehlt.  Und es geht doch nichts über einen Noteinkauf mit zwei müden und knatschigen Kindern und einer völlig ausgepauerten Mutter zur eigentlichen Abendessenszeit.   Denn Kinder teilen solche Dinge immer erst kurz vor knapp mit.

3) Bastel- und Eventtage in Kiga/Schule/OGS

Eigentlich sind solche Angebote super und mit viel Liebe ausgesucht und vorbereitet, ABER wenn mein Mann und ich die ganze Woche gearbeitet haben und die Kids schon jeden Tag bis 15.00-17.00 in der Betreuung waren, möchten wir am Wochenende gerne Zeit als Familie verbringen.  Ich brauche dann kein „Wir backen gemeinsam Kekse, basteln eine Laterne/Drachen oder Turnen wie die Wilden“  Event.   Und die Kinder haben häufig auch mehr Lust auf die Freiheit in den Tag zu leben.   Zum Problem werden solche Angebote für mich dann, wenn man moralisch unter Druck gesetzt wird dort mitzumachen.   Ein Tag der offenen Tür pro Jahr ok, aber wenn jede Klasse und jede Gruppe noch ihre eigene „Aktion“ plant hat man mit mehren Kids kaum noch ein freies Wochenende.

Kleine und große Abschiede

Juli 7, 2011

Heut hat unser AP zum letzten Mal Sprachkurs und sie ist nicht hingegangen, weil sie keine Abschiede mag.  Aber mit diesem Tag hat jetzt der Countdown entgültig begonnen.  Ab jetzt werden ständig kleine und größere Abschiede und „letzte Male“ kommen.   Und jeder für sich ist  ein emotionaler Moment und Anlass zurück zu schauen und zu überlegen und erkennen wie sehr Olga sich in diesem Jahr verändert hat und in welchen Bereichen sie immer noch die Alte ist.

Und nicht nur für Olga auch für die große Hilfe kommen die Abschiede näher. Heute hat sie ihre Kiga Abschluss Übernachtung und damit zum ersten Mal richtig verstanden, dass sie bald nicht mehr in den Kiga geht.  Da sind schon die ersten Tränchen geflossen.   Aber zum Glück freut sie sich auch riesig auf die Schule und ich denke fast 6 Wochen Sommerferien werden den Abschiedsschmerz  von Kiga und Olga überwinden helfen und dann kommt der Start in ein neues spannendes Abenteuer und bei Olga mit ihrem FSJ genauso.

Aber die letzten Wochen sind von Wehmut und einer leicht melancholischen Stimmung geprägt.  Ich merke es an mir selbst immer daran, dass ich sehr nah am Wasser gebaut bin und immer mal wieder ein Tränchen verdrücken muss.

Kindergarten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Juni 27, 2011

Früher hatte ich immer geglaubt Kigas sind dafür da uns Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu  erleichtern und den Kindern erste frühkindliche Bildungserfahrungen zu ermöglichen. Aber nach 4 Jahren Kiga Erfahrung muss ich feststellen dein Kiga kann noch soviel mehr für dich tun.

Er kann dich als berufstätige Mutter  zur Rabenmutter machen indem er möglichst alle Mutter-Kind Events auf Vormittags legt.  Denn eine gute Mutter nimmt sich ja wohl Zeit für ihr Kind.

Er kann dir langweilige Wochenenden verzaubern indem gefühlt jedes zweite Wochenende ein tolles „Kigafest“  „Kirchenfest“   „Schulkinder führen Theater auf Fest“ oder einfach nur mal „Väterfrühstück“ ist.  Und natürlich alles schön verteilt.   Besonders toll für Eltern die auch am Wochenende arbeiten müssen.  Aber wir haben ja schon gelernt gute Eltern nehmen sich dann einfach mal Zeit.

Er  schließt  zu diversen Anlässen (gerne auch mal kurzfristig)  oder halbtags ab 12.00 Uhr.   Begründung :  Wir haben ein tolles Faschingsfest,  Kigafest,  Schulkinder Event gefeiert, daher machen wir heute früher Schluss.

Und ganz wichtig zu allen Eltern – Kind Events dürfen Geschwister auf keinen Fall mitkommen, damit auch die nicht berufstätigen Mütter mal ein Problem bekommen. Aber gute Mütter haben ja schlieslich eine Oma im Haus.   Denn diese Events finden natürlich außerhalb der Kiga Öffnungszeiten statt oder der Kiga wird extra dafür geschlossen.

Ich klinge unfair und gefrustet?  Stimmt, denn ich habe gerade den Plan für die Schulkinderverabschiedung unserer großen Hexe bekommen.  Das die Kids eine Nacht im Kiga schlafen und daher für die kleinen Kinder  1.5 Tage kein Kiga ist wußten wir schon lange und darauf haben wir uns eingestellt.  Aber die Highlights wurden bis zum Schluss unter Geheimhaltung gehalten.   Klar sonst hätte man sich ja noch darauf einstellen können.

Die Schulkinder schlafen zwar im Kiga, aber wir Eltern dürfen müssen  Abends von 18.00 Uhr- 20.30  zum gemütlichen Eltern-Kind Abendessen kommen natürlich ohne Geschwister.   Und am nächsten Morgen werden die Kids nicht einfach abgeholt.  Nein es findet noch ein super Gottesdienst statt und danach eine offizielle Verabschiedung auf der den Eltern die Bilder der Kids übergeben werden und alle Eltern gemeinsam mit den Kids feiern.   Natürlich super gelegt von 9.30-11.00.  Und die Geschwister auch hier ausdrücklich nicht erwünscht.   Und der Kiga natürlich zu.

Daher stehen wir selbst mit AP  im Leh.  Unser AP kann entweder die kleine Hexe betreuen oder die große Hilfe auf ihrer Verabschiedung begleiten.  Und 1 Woche vorher ist es sowohl für meinen Mann als auch für mich wirklich kompliziert  einen Freitag frei zu bekommen.  Aber wir sind ja Kiga erfahren und haben dank netter Kollegen und Stundenplanung das unmögliche möglich gemacht und uns den Tag frei geschaufelt.  Aber ohne AP keine Chance.

Und warum man Anfang Juli eine Verabschiedung macht, wenn danach noch 3 Wochen normaler Kiga Betrieb ist erschließt sich mir auch nicht wirklich.  Denn so ist der Abschied ja gar kein Abschied.  Aber wahrscheinlich bringen gute Mütter ihre Kids ab dann auch einfach nicht mehr in den Kiga.

Ach ja das „Mama bastelt mit mir meine Schültüte Event“ verpasse ich gerade auch, weil es natürlich auch wieder um 14.00 Uhr losging und ich da leider noch in der Schule stand.   Und warum müssen die Kids ihre Schultüte eigentlich selbst basteln? Ich habe meine damals als Überraschung zum 1. Schultag bekommen und fand das so sehr schön.   Aber Olga war zum Glück so lieb und ist mit der großen Hilfe dorthin gegangen.  Sie findet es spannend und unser Kind muss sich nicht wieder als „Rabenmutter Kind“ fühlen.   Es sei denn ihre Erzieherin gibt mal wieder alles und fragt warum denn die Mama nicht gekommen ist.  😦

Vorurteile und neue Erkenntnisse

Dezember 15, 2010

Ich habe ja schon ein paar Mal über meinen liebsten Kiga Drachen geschrieben. Die Erzieherin von Große Hilfe ist manchmal ein recht ruppiger Drache und hat mir schon das ein oder andere Mal ein ziemlich schlechtes Gewissen und schlechte Laune durch ihre Bemerkungen gemacht.

Aber je länger ich den Kiga Drachen kenne um so sympathischer wird er mir.  Sie knurrt zwar immer noch und auch ein schlechtes Gewissen wird sie mir bestimmt immer wieder mal, aber sie hat das Herz auf dem rechten Fleck und mir gefällt sehr gut, dass sie immer auf der Seite der Kinder steht.  Und Ich habe mich jetzt schon ein paar Mal richtig gut mit ihr unterhalten. Ich glaube sie wirkt auch viel härter als sie wirklich ist.

Es lohnt sich also doch immer wieder bei Menschen einen zweiten  genauen Blick zu riskieren. Denn sie hat mir mit ihren Anmerkungen auch schon den ein oder anderen guten Punkt genannt.  Interessant fände Ich natürlich zu wissen wie sie mich einschätzt.  Denn wahrscheinlich hat sie mit mir ein ähnliches „Problem inkl. Vorurteilen“ gehabt und mich unter „“Karrieregeile Mutter“ abgebucht und sieht hoffentlich im Laufe der Zeit, dass Ich sehr wohl an meinen Kindern interessiert bin.

Au-Pair Alternativen

Dezember 13, 2010

So jetzt haben wir das ganze Wochenende überlegt wie ein Alternativ Betreuungsmodell zum Au-Pair aussehen könnte.

Eine mögliche Alternative :  baut auf 4 Säulen

Kiga für Kleine Hexe 45 Stundenbetreuung von Mo-Do 7.15-16.45  und  Fr. bis 14.15 Uhr

OGS für Große Hilfe   von 7.30-16.00 Uhr und Fr.  auch bis 14.00 Uhr

Putzfrau 2-3x in der Woche  für 3-4 Stunden für Hausarbeit und als Nofallbetreuung im Krankheitsfall

Arbeitszeit Optimierung: Arbeitszeit Mama auf 3 max 4 Tage pro Woche verteilen  + Dienste des Gatten möglichst auf Putzfrauenfreie Tage abstimmen.

Finanzielle Seite:

Wenn man alle Nebenkosten einrechnet kostet uns unser Au-Pair zwischen 450 und 500€ im Monat.   Diese Kosten würden bei der Alternative wegfallen, dafür würden die Kosten für die Putzfrau um ca. 200€ pro Monat steigen  + OGS von ca. 50-100€   also insgesamt    450€ gegen  250-300€.   Auf der Kostenseite erstmal ein Plus.  Wenn der Kigabeitrag in NRW fürs letzte Jahr wirklich wegfällt noch viel mehr, aber das ist ja unabhängig vom AP.      Wir hätten also auch noch genug Geld um im Notfall Überstunden zu bezahlen und hin und wieder einen Babysitter für Abends/Wochenende.

Probleme:

–  Der Kiga Beginn liegt mit 7.15 genau 15 Minuten zu spät um wirklich sicher und stressfrei zur ersten Stunde in die Schule zu kommen. Daher müsste meine Stundenplanung mir auch nächstes Jahr entgegen kommen immer erst zur 2. Stunde anzufangen.

– Konferenzen, Elternsprechtage  und Abendtermine  sind durch Kiga und OGS nicht abgedeckt und müssten durch Babysitter, Spieldates, Omas abgedeckt werden.

– Krankheit der Kinder wird deutlich problematischer, da wir nicht mehr spontan am Morgen entscheiden können ein Kind zur Sicherheit mit leichtem Fieber zu Hause zu lassen.  Entweder müsste kurzfristig unsere Putzfrau einspringen, oder ein Elternteil seine Kinder Krankentage nehmen .   Bisher habe Ich mir diese Tage immer für absolute Notfäller (Krankenhaus, Lungenentzündung, Arztbesuch notwendig) aufgehoben.

– Kleine Bequemlichkeiten fallen weg (Spülmaschine wird jeden Tag ausgeräumt, spontane Kinobesuche, Helfende Hand beim Frühstück/Anziehen der Kinder)

– Die Frage ob unsere Putzfrau an so einem Angebot überhaupt interessiert ist. Sie lebt von Harzt IV und Ich kann nicht abschätzen, ob es für sie nicht sogar „schädlich“ ist, wenn sie aus dem Bezug rutscht, weil sie dann nicht mehr Krankenversichert ist.  Aber eigentlich ist sie fleißig und sehr motiviert.

– Die Frage ob wir einen Platz in der OGS bekommen würden.

Positive Aspekte:

+  Wir haben unser Haus wieder für uns inkl. Gästezimmer

+ Wir sparen zwischen 250-300€ pro Monat

+ Keine Fahrdienste 2x die Woche zum Sprachkurs

+ Keine langwierige Suche nach neuen Au-Pairs

+ Keine 2-4 Wochen Einarbeitung in den Sommerferien

+ Auch „Schwere“ Hausarbeit (Bügeln aller Wäsche,  Fenster putzen,  Keller putzen, evt. Vorgarten pflegen) kann an Putzfrau delegiert werden.

+ Keine  Zeit mehr für Organisation und Gespräche über  Urlaub, Studium, Liebe …. die pro Woche locker 1-4 Stunden, je nach AP und Stimmung  kosten.

+ Spontane Änderungen im Familienalltag (Spieldates, Essen gehen, Ausflüge) ohne auf das AP Rücksicht nehmen zu müssen

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, aber Ich bin überrascht wie viele positive Aspekte diese Alternative hat und wie wenig Nachteile mir bisher eingefallen sind.  Bitte gerne von erfahrenen Gastmüttern vergessene Nachteile nennen.

Wir werden auf jeden Fall die Suche noch nicht einstellen und mit den beiden verbliebenen Bewerberinen weiter Kontakt bleiben und skypen, aber wenn Ich nicht ein 100% positives Gefühl habe, dann werden wir die Alternative ernsthaft in Betracht ziehen.   Und bis dahin unser vielleicht letztes Au-Pair noch richtig genießen.

Kinder wie die Zeit vergeht

November 10, 2010

Heute vor drei Monaten ist Olga bei uns angekommen. Ich habe zwar auf der einen Seite das Gefühl, dass sie schon immer bei uns war, aber auf der anderen Seite kann Ich nicht glauben, dass 1/4 ihrer Zeit schon wieder um ist.    Zum Glück gefällt es ihr immer noch.  Und die typische 3 Monats Krise ist bisher auch sehr milde aufgefallen.

Gestern haben wir die große Hilfe bei der Schule angemeldet. Mein Baby wird ein Schulkind. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist doch noch gar nicht so lange her, dass Ich sie im Krankenhaus zum ersten Mal angeschaut habe und als hilfloses Bündel im Tragetuch mit mir durch den Alltag getragen habe.

Morgen ist Sankt Martin und auch hier sind wir jetzt schon alte Hasen. Beim ersten Mal war Ich noch furchtbar aufgeregt. Die nächsten Male waren auch richtig spannend, weil immer wieder etwas neues anstand.  Mal die erste selbstgebastelte Laterne, mal der erste Kiga Umzug …  Und heute ist es fast ein lästiger Pflichttermin geworden. Ich hab ein ganz schlechtes Gewissen.  Zum Glück träge die große Hilfe mit ihrer Gruppe ein kleines Gedicht vor und macht es doch wieder zu etwas besonderem.

Es ändert sich aber nicht alles.  Wir sind wie immer um  diese Jahreszeit mal wieder alle erkältet. Die kleine Hexe hatte  vorgelegt und seit Montag ziehen die große Hilfe, Olga und Ich nach.  Mich hat es schon ziemlich erwischt.  Aber zum Glück hat mich ein nettes Au-Pair und noch liebere Kinder heute ausschlafen lassen und Ich verbringe jetzt meinen freien Tag im Bett mit Lesen, Schlafen und dem Versuch möglichst wenig zu sprechen.   Der Gatte macht dann wahrscheinlich den Abschluß unseres Familieninternen Hustenkonzerts.

Vereinbarkeit Familie und Beruf: Ich könnte gerade platzen

September 15, 2010

Der Morgen heute fängt super an. Ich schaue in die Zeitung und werde mit der Nachricht beglückt, dass die Elternbeiträge für den Kiga  steigen explodieren werden. Und zwar heftig. Zur Zeit zahlen wir in der höchsten Einkommensgruppe für 45 Stunden Betreuung ca. 260€ + 2,5 pro Kind und Tag für Mittagessen.  Bisher waren alle Geschwisterkinder vom Beitrag befreit, nur das Mittagessen muss bezahlt werden.

Jetzt gibt es zwei weitere Einkommensgruppen und wir dürfen ab nächstem Sommer 340€ + 3,2 pro  Mittagessen zahlen für dann nur noch ein Kind.  Ein zweites müsste nochmal 30% des Beitrags zahlen.  Mir ist klar, dass Betreuung Geld kostet und ich stehe auch hinter einer Einkommensstaffel, aber so ein Preissprung der ist heftig. Denn unser Kiga bietet de Fakto keine 45 Stunden Betreuung und wir sind weiterhin auf ein AP für die Randzeiten angewiesen. Und für verlässliche Grundschule oder OGS kommen ja dann auch nochmal Kosten dazu.   Das würde bedeuten, dass wir fast 1000€ jeden Monat für Kinderbetreuung ausgeben. Und vor allem warum erfahre Ich sowas aus der Zeitung wenn es bereits beschlossen ist.

Ich bin jetzt am überlegen wie wir mit dieser neuen Situation umgehen werden. Entweder ich werde die Kigabetreuung zeitlich reduzieren und die Kinder auch Mittags wieder durch unsere APs bekochen lassen oder Ich werde ernsthaft durchrechnen, ob wir nicht günstiger fahren, wenn ich auf halbe Stelle reduziere und wir somit weniger Betreuung brauchen.  Einziger Hoffungsschimmer, die neue Landesregierung hatte ja mal angedacht das letzte Kiga Jahr beitragsfrei zu stellen. Ich bin gespannt. Das würde uns dann positiv  treffen, aber da wir bisher immer zum falschen Zeitpunkt Kinder hatten bin Ich da wenig optimistisch. Und den Eltern mit jüngeren Kids nützt es auch nichts.

Beim alten Erziehungsgeld haben wir nichts bekommen, da Ich ja gearbeitet habe und wir zuviel verdient haben. Beim Elterngeld sind wir leer ausgegangen weil  Kind Nr.2 kurz vor dem Stichtag geboren wurde und jetzt also wieder mehr bezahlen weil wir beide arbeiten. Manchmal könnte Ich schreien.  Wenn mir mein Beruf nicht Spaß machen würde und Ich rational sehe, dass es sich trotz aller Kosten langfristig lohnt zu arbeiten, kann ich in solchen Momenten die Leute verstehen, die sagen es lohnt sich nicht. Und als Highlight wird gefeiert, dass jetzt auch ALG II Emfänger und Niedriglöhner 10€ Annerkennungsbeitrag zahlen müssen. Ja was bringt das denn. Das führt doch nur dazu, dass noch mehr Kinder die es eigentlich sehr nötig hätten eine Kita zu besuchen nicht gehen und wirklich Geld bringt es auch nicht.

Jetzt rächt sich, dass wir immer mehr Niedriglohnjobs fördern, die verständlicher Weise keine Beiträge zahlen können, weil sie nicht mal von ihrem Gehalt leben können. Und die paar die noch Glück haben vernünftige Einkommen zu erziehlen, werden über Beiträge, Gebühren usw. abgeschöpft. Das ist doch pervers.  Warum gibt es immer noch keinen Mindestlohn. Dann müsste keiner der Arbeitet zum Amt gehen und um Geld bitten.  Und dann könnten auch die Beiträge wieder auf mehr Schultern verteilt werden. Denn so geht die Schere immer weiter auseinander. In Düsseldorf mit vielen Gutverdienenden zahlt man überhaupt keine Kiga Gebühren, weil die Stadt reich genug ist. Und in sozialen Brennpunkten werden die paar Gutverdiener vergrault, weil sie die einzigen sind die zahlen können.

Zweites Ärgernis ist die Qualität die in unserem Kiga geboten wird. Wenn dann ja wenigstens die Qualität  steigen würde, aber da hat sich bei uns leider wenig getan. Es wird viel versprochen, aber es ändert sich nichts. Früher konnte man das billige Essen bis 10.00 Uhr bestellen am selben Tag. Super für Notfälle oder im Krankheitsfall. Jetzt muss man eine Woche im Vorraus buchen. Und wenn man krank ist bis spätestens 8.00 Uhr absagen. Nachmittagsangebote sind auch eher Mangelware und für Schulkinder gibt es 1x im Monat einen Nachmittag. Das kenne Ich aus anderen Kigas auch anders.

So macht Vereinbarkeit von Familie und Beruf keinen Spaß, aber was will man machen, wir sind darauf angewiesen und daher kann man sich nur aufregen und versuchen über Elternrat der bei uns aber leider den Namen nicht verdient und Politik Einfluß zu nehmen.

Briefe ans Au-Pair 2 Warum brauchen wir ein Au-Pair

Juni 9, 2010

Liebes Au-Pair

Ich freue mich schon, wenn Du im Sommer kommst. Denn auch wenn die große Hilfe und die kleine Hexe  immer älter und selbstständiger werden wird es auch im nächsten Jahr viele kleine und große Situationen geben in denen wir ohne Dich nicht funktionieren würden.  Ich komme auf dieses Thema, weil mich heute die Kindergärtnerin von der kleinen Hexe gefragt hat warum wir überhaupt noch ein Au-Pair haben.  Und da habe ich kurz überlegt und ihr dann ganz viele „Kleinigkeiten“ und Situationen genannt die ohne Au-Pair nicht oder nur schlecht funktioniert hätten.

Typische Situationen in denen wir dich brauchen werden sind die kleinen Notfälle und Alltäglichkeiten. (more…)

Schlaf Au-Pair Schlaf die Gastmutter ist das Schaf

Mai 28, 2010

Gestern war es mal wieder so weit, bei unserem Au-Pair ist Schlaftag angesagt. Nachdem der Gatte ja schon länger vermutet, dass die Gute den halben ganzen Morgen verschläft sobald wir alle das Haus verlassen, bekamen wir gestern mal wieder eine Livevorführung.

Der Gatterich ist gestern Morgen todmüde nach 3 Stunden Schlaf in 6 Etappen aus dem Dienst gekommen und hat sich gegen Mittag hingelegt. Unser Au-Pair hat in der Zwischenzeit für 30 Minuten demonstrativ den Staubsauger/Putzeimer geschwungen und ward ab dann nicht mehr gesehen. Ist auch ok, da sie ja ab 9.45 frei hat bis Nachmittags. Daher müsste sie gar nicht demonstrativ putzen wenn er kommt, denn eigentlich hat sie das ja längst erledigt  😉

Ich bin um 14.00 Uhr nach Hause gekommen und habe etwas zu essen für uns Erwachsenen gemacht und sie zum Essen gerufen. Keine Reaktion.

Um 14.45 war immer noch nichts von ihr zu sehen, dabei sollte sie um 15.00 die große Hilfe vom Turnen abholen und vorher noch die kleine Hexe am Kiga. Für den Weg Haus-Kiga braucht man mindestens 10 Minuten (in Au-Pair Geschwindigkeit eher 15-20) und dann muss sich die kleine Hexe ja auch noch anziehen und beide müssen zurück zur Turnhalle noch mal mindestens 10 Minuten Weg.   Selbst wenn sie clever ist und sich denkt wenn ich um 15.10 ankomme haben die Erzieher die Kinder beim Turnen schon angezogen finde ich es einfach eine Frechheit.

Wir hatten gerade beim Essen darüber nachgedacht wie wir den gemeinsamen Familiennachmittag verbringen wollten und ob wir unserem Au-Pair vielleicht früher frei geben. Normalerweise hat sie von 14.30- 17.30/18.00 Uhr  Arbeitszeit.

Jetzt hatten wir mal wieder die Nase voll.  Ich bin also mit dem Auto zum Kiga und zur Turnhalle und der Gatte hat in der Küche gewartet bis unsere Diva erschienen ist.  Um 14.55 kam sie nach unten und fragte gnädig „Ob sie denn jetzt die Kinder abholen müsse“    ??????????????????????????

Ok sie wusste dass wir zu Hause sind und wahrscheinlich findet sie es unmöglich, dass wir sie laufen lassen, wenn wir doch gemütlich mit dem Auto fahren können. Aber 1.  es war ihre Entscheidung nicht Fahrrad fahren zu lernen und 2.  Es ist ihre Aufgabe die Kinder nachmittags abzuholen und 3.  Wenn es sie stört dan soll sie bitte vorher etwas sagen.

Ok, wir kommen also gegen kurz nach 15.00 Uhr alle wieder zu Hause an. Die Kinder haben Hunger und Durst und der allgemeine Nachmittagstrubel setzt ein. Und was mach unser Au-Pair?

Steht ein bischen hilflos in der Küche und spricht kurz mit den Kids und dann… Genau sie geht wieder in ihr Zimmer und schläft weiter.   Während wir als Familie im Garten arbeiten und mit den Kids spielen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass sie sich in dieser Zeit der Wäsche widmet, aber nein als ich gegen halb sechs bei ihr klopfe um etwas zu fragen liegt sie im Bett.

Später murmelt sie dann etwas von “ Es tut mir leid, dass ich eingeschlafen bin ich weiss auch nicht wie das passiert ist“ Ich schon, sie legt sich ins Bett und macht die Augen  zu .

Aber wir können ja auch „nett“ sein.  Da sie ja jetzt den ganzen Nachmittag verschlafen hat, haben der beste aller Gatten und Ich eben beschlossen am Abend noch spontan Essen zu gehen und sie durfte Babysitten.   Das sie eigentlich gerade top gestylt auf dem Weg zu ihrem Freund war, war mir nach diesem Nachmittag ziemlich egal.  Der musste dann eben seinen romantischen Abend mit ihr auf unserer Couch verbringen.

Diese ständige Unpünktlichkeit macht mich wahnsinnig. Und das schlimme ist ja, reden wird nicht helfen. Das hatten wir ja in den letzten Wochen oft genug.  Aber sie einfach 7 Wochen eher nach Hause schicken dafür bin ich noch nicht sauer genug.    Ich hoffe für Sie und uns, dass dieses Verhalten nicht beständig schlimmer wird, denn dann könnte ich doch sehr ernsthaft darüber nachdenken ihren Flug umzubuchen.

Delphine – Gips und Wackelzahn

Mai 3, 2010

Die Woche fängt super an. Nachdem letzte Woche mal wieder beide Damen Zuhause waren und unser Au-Pair beglückt haben, sind dankt Antibiotika heute alle wieder einigermaßen fit in den Kiga marschiert. Und da wartet schon die nächste Überraschung auf mich.

Am Mittwoch hatte die kleine Hexe ihren Sprachstandstest. In NRW dürfen müssen alle Kinder 2 Jahre vor Einschulung zum Sprachstandstest. Eigentlich eine gute Sache und von der Grundidee prima. Schade nur, dass dieser Test so formalisiert ist, dass er nur nach Schema F abfragt und viele Kinder diesem Schema nicht entsprechen.  Die kleine Hexe hat es geschafft in 3 von 4 Bereichen jeweils die höchst Punktzahl oder Höchstzahl – 1 zu erreichen. Leider hatte sie bei der Bildbetrachtung keine Lust mehr. Die Aufgabe war ihr zu blöd.  „Ich wollte der Frau das nicht alles sagen, da habe  ich eben nichts gesagt“ . Toll damit hatte sie 0 Punkte und wir dürfen natürlich an einem Vormittag = Arbeitszeit zum Re-Call pardon Test Stufe 2 in die Grundschule.

Die Erzieherin sagt selbst sie sieht keinerlei Förderbedarf. Die kleine Hexe quaselt ununterbrochen, außer im Sprachtest :=0 und spricht für ihr Alter super. Aber das darf die Prüferin leider nicht berücksichtigen. Die beurteilt das Kind aufgrund 30 Minuten Test.  Und wir als berufstätige Eltern dürfen mal wieder einen zweckfreien Termin zu ungünstigen Zeiten organisieren.

Und unsere Grundschule scheint auch überqualifiziert zu sein. Erstens ist in der Testauswertung ein dicker Rechenfehler. Richtig gerechnet ist die Dame nämlich gut durch. Wir liegen nur 0,3 Punkte unter der Grenze für „Normkids“.  Aber was soll ich machen, mich schon vor Einschulung mit der örtlichen Direktorin anlegen und so den Grundstein für eine lange Freundschaft legen Ironie off. ? 

Vielleicht gebe ich mir auch den Hype und schaue mir den Re-Call an. Schlimmstenfalls darf die kleine Hexe 2 Jahre Sprachförderung genießen.  Irgendwie verrückt jetzt fängt der Schulteststress schon im Kiga an. 

Ansonsten gibt es von der Au-Pair Front nur erfreuliches zu berichten. Trotz Gips sieht unsere Wohnung wieder richtig ordentlich aus und wir haben am Wochenende ein richtig gutes und vertrauliches Frauengespräch über Liebe, Zukunft und Ängste geführt. Und genau hier wusste ich wieder warum ich Au-Pairs in der Familie mag. Es ist einfach schön, wenn man nicht nur eine Angestellte, sondern im besten Fall eine echte Vertraute im Haus hat. Und ein bischen Üben für die Pubertät der Damen schadet nie. 

Ach ja der Wackelzahn, unsere große Hilfe hat mit ihren noch nicht ganz 5 Jahren den ersten Wackelzahn. Ich wollte es ja gar nicht glauben, aber er wackelt wirklich. Oh wie schnell werden meine Babys groß. Und so schön ich es finde zu sehen wie sie selbständig und immer selbstbewußter werden, so sehr vermisse ich schon jetzt das Babyhafte und die Kleinkind Zeit. Es war anstrengend aber auch wunderschön.

Ferienstart mit Hindernissen

März 26, 2010

Es gibt Tage in denen ist der Wurm drin. Ich habe seit Jahren das erste Mal wieder verschlafen. Super und das am letzten Tag vor den Ferien.  Normalerweise stehe ich um 6.15 auf und brauche dann gemeinsam mit Au-Pair und Gatte eine gute Stunde 2 Kinder eine Mama und einen Papa fertig für Kiga und Arbeit zu machen. 

Heute bin ich um 7.00 Uhr durch den Wecker des Gatten wach geworden. Richtig, der hatte gestern Hausdienst und ist daher später gestartet. Und daran habe ich gestern Abend nicht gedacht. Warum mein Wecker nicht geklingelt hat ??????????? keine Ahnung. Er war richtig gestellt, hatte Strom  war aber offensichtlich schon einen Tag früher in die Ferien  gestartet. 

Also um 7.00 Uhr aus dem Bett geschossen und festgestellt, dass unser Au-Pair offensichtlich pünktlich in der Küche war und auch liebevoll den Tisch gedeckt hatte, aber leider weder mich noch die Kids geweckt hatte. Sie ist wieder in ihr Zimmer gegangen und hatte sich nochmal hingelegt.  Da ich ja bisher nie verschlafen hatte, dachte sie ich hätte wohl eine Stunde später und vergessen ihr das zu sagen. 

Ich  habe  die Kinder aus dem Bett geworfen und vor die Wahl gestellt entweder sich jetzt anziehen und im Kiga frühstücken oder eben zum Kiga laufen.  Unsere Kinder sind faul und haben sich für anziehen entschieden. War auch ok, da es draußen schon ziemlich nach Regen aussah.

Und wir haben es sogar geschafft um 7.36 alle mit Mini Frühstück zu Hause  und großer Lunchbox im Auto zu sitzen. Somit nur 10 Minuten später als normal. 

Im Kiga dann die nächste Überraschung. Das Standartschild am Eingang „Wir haben Scharlach“ wurde ersetzt durch „Wir haben Läuse“  :O   Na super, das ist der Traum für die Ferien 2 Kinder und 1000 Kuscheltiere entlausen.  Bitte lasst diesen Kelch an uns verbei gehen. 

Dann wieder zurück ins Auto und noch schnell 30 Brötchen gekauft, denn ich hatte meinen Schülern versprochen in der letzten Stunde vor den Ferien zu frühstücken.  Und dann zur Schule gefahren. Und was soll ich sagen, Ich war pünktlich da.   Und als ich ankam waren sogar die Regenwolken wieder weg.

Dann 5 Stunden Unterricht mit Blick auf einen strahlend schönen Himmel und pünklich um 13.02 fängt der Regen an. Um 13.05 Uhr dann auch meine Ferien.  Da ich meine Jacke in der Eile am Morgen im Auto vergessen hatte durfte ich mit einer kleinen Open Air Dusche in die Ferien starten. 

Aber egal,  bester Laune und habe  Ich das Radio schön laut gedreht und fröhlich mitgesungen. Und dann klingelt das Telefon undder Kiga ist dran.  Die große Hilfe ist krank  mit Fieber und Halsschmerzen ich muss jetzt kommen.

Habe dann gesagt, dass ich in 20 Minuten  sein kann.  Das war dem Kiga aber zu spät. Tja vielleicht liegt es an mir, aber ich behersche beamen noch nicht und eigentlich war ich ja schon auf halber Strecke. Hätte sie mich im Unterricht erwischt, hätte es mindestens 1 Stunde gedauert. 15 Minuten minimum um sich in der Schule abzumelden, Vertretung organisieren und zum Auto hetzen und dann noch 45 Minuten Fahrt. 

 Vorschlag des Kiga dann könne doch unser Au-Pair kommen. Klar super Idee ein Kind mit Fieber und Halsweh zu Fuß erstmal 30 Minuten durch den Regen laufen zu lassen.  Und wenn das ihre Idee war warum ruft sie dann nicht unser Au-Pair an???? Dafür haben wir ihr nämlich die Nummer da gelassen und ein Au-Pair bei uns wohnen.

Habe mir natürlich die ganze Fahrt Sorgen gemacht was die große Hilfe wohl hat, wenn der Kiga schon anruft.

Um 13.50 bin ich am Kiga und wer läuft mir eigentlich ziemlich gut gelaunt entgegen. Die große Hilfe. Sie ist ein bischen warm, aber wirkt nicht wirklich schwer krank. Aber unsere Kinder sind die einzigen die noch da sind. Und im Auto wird mir erzählt, dass alle anderen Kinder heute schon ganz früh nach Hause gegangen sind.  Vielleicht bin ich ja böse, aber es klingt für mich eher nach dem Versuch die lästigen letzten Kinder los zu werden und früh Feierabend zu haben.

Denn es ist jeden Freitag das selbe. Der Kiga schließt um 14.00 Uhr und früher schaffe ich es auch nicht zu kommen, da ich selbst bis 13.05 Unterricht habe.  Wenn Ich oder unser Au-Pair dann kommen sitzen die Kinder immer schon fertig mit Jacke und Schuhen auf der Abholbank und spielen „Looser Lotto“ mit 2 anderen Kindern.  Welche Mutter kommt als letztes? 

Ich frage mich warum man nicht einfach bis zum Schluss mit den Kindern was machen kann, anstatt ihnen das Gefühl zu geben sie sind lästig. 

Aber egal, dann sind wir alle nach Hause gefahren, haben Fieber gemessen 36,9 Grad. Also erstmal Entwahrung . Und dann haben wir unser Au-Pair zum Bahnhof gebracht. Die große Hilfe hat Rotz und Wasser geweint als sie abgefahren ist.  Ich glaube hier liegt viel eher die Ursache für das Unwohlsein.  Aber dafür müsste man ja mit einem Kind sprechen und mal fragen was los ist. 

Und dann haben wir uns einen wirklich gemütlichen Nachmittag mit Oma und Opa gemacht und jetzt ist Urlaub. Und egal ob es regnet oder die Kinder krank werden, ich bin einfach happy und werde mich jetzt mit dem Gatten in die Küche setzen und eine schöne Flasche Rotwein öffnen.

Vereinbarkeit Familie und Beruf Utopie und Realität

Februar 4, 2010

Das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf ist ein Thema faszinierte mich schon im Studium damals noch rein theoretisch.  Ich habe meine Examsarbeit über das Thema geschrieben und viel über das Thema gelesen und nachgedacht.  Und ich war überzeugt, dass Mann/Frau mit der nötigen Planung beides ganz gut schaffen kann. Manchmal muss ich schmunzeln wenn ich meine meine Ideen von damals lese. In der Theorie ist alles immer recht einfach.

Es klappt auch in der Realität, aber manches Mal beneide ich heimlich die Elternzeitmamas , einfach um ihre vermeintliche zeitliche Freiheit.  Und zwar immer dann, wenn ich mal wieder nicht ins System passe oder unser sorgsam geplantes Betreuungsnetz in sich zusammen fällt.  Ich fühle mich nämlich manchmal in beiden Systemen wie ein Alien. Die Vollzeitmamas sind  oft freundlich reserviert und auf der Arbeit schauen mich die Vollzeitkollegen wie ein exotisches Wesen an.  Aber vielleicht bin ich ja auch ein bischen zu empfindlich.

Weil:

– Der Kiga alle Mütterevents immer auf die Vormittage legt. Und nie in die Schulferien. So verpasse ich regelmäßig die Musikaufführungen, Müttertreffen und Spielgruppen.  Am Nachmittag laufen dann Veranstalltungen für Väter und da sind häufig Mütter nicht erwünscht. Beispiel Babyschwimmen.

– Verabredungen mit anderen Kindern schwierig sind, da sie normalerweise beim Abholen vor dem Mittagessen getroffen werden. Ich/Au-Pair kommen aber erst nach dem Essen und dann ist alles schon gelaufen.

– der Kinderarzte am liebsten nur Termine am Vormittag hat und die liebe Sprechstundenhilfe nicht versteht warum ich nur 1x in der Woche Morgens kann.

– die Kinder morgens betteln ob ich nicht auch mal zu Hause bleiben kann um mit ihnen zu spielen und mein Mamaherz blutet.

– Ich mal wieder den „natürlichsten“ Vorgarten der ganzen Siedlung habe, weil ich seit Wochen nicht dazu komme ihn mal wieder richtig in Ordnung zu bringen.

– Mich ältere Kolleginnen aber niemals Kollegen  mit ihren Theorien über vernachlässigte Kinder beglücken die schon mit 2 Jahren fremdbetreut werden und wie wichtig es war, dass sie damals lange zu Hause geblieben sind.

– meine Unterrichtsvorbereitung mal wieder Schwellendidaktik ist, weil die Kinder den ganzen Tag die Mama brauchten und am Abend auch erst viel zu spät eingeschlafen sind.

– Konferenzen, Termine bei uns in der Schule immer möglichst kurzfristig bekannt gegeben werden, oder gerne auch noch mal kurzfristig umgelegt.

– Der Kiga den dritten Tag dieses Jahr die Betreuung früher oder ganz einstellt und somit auch alles wieder umgeplant werden muss.

– 100 Möglichkeiten bestehen sich im Kindergarten einzubringen für die mir aber leider häufig die Zeit fehlt.

Aber ich bin auch realistisch genug zu sehen, dass es sicher 100 andere Situationen gibt in denen mich dieselben Mamas um meine Möglichkeiten beneiden. Und mir fallen eben auch genug Gründe für die Arbeit ein.

– Unsere Familie hat durch zwei Einkommen viel mehr Sicherheit. Es ist für beide Partner ein gutes Gefühl, dass man nicht allein für alles verantwortlich ist.

– Wir können uns den Luxus  eines Au-Pair  leisten auch so auch als Paar allein etwas unternehmen.

– Unsere Kinder sind  früh selbstständig und gehen offen und neugierig auf neue Menschen zu.

– Wir können uns ein Haus mit großem Garten leisten. Platz ist mit Kindern  Luxus.

– Ich kann meinen Kinder Musikschule, Ausflüge, Urlaube ermöglichen, die von einem Gehalt so sicher nicht bezahlbar sind.

– Ich liebe meinen Beruf und gehe meistens einfach gerne arbeiten.

– Es ist toll auch mal nicht nur über KKK Kinder Küche Klatsch zu reden.

Fazit:

Vereibarkeit klappt wenn die Rahmenbedingungen stimmen und man bereit ist Kompromisse einzugehen.

– Man braucht eine gute Kinderbetreuung am besten mit doppeltem Boden.

– Man muss sich eingestehen, das Frau wenn sie nicht Superwomen ist Hausarbeit, Familienzeit/Erziehung und Erwerbstätigkeit nicht  allein 100 perfekt erledigen kann. Delegieren und Abstriche machen ist notwendig.  (Bei mir ist die Priorität ganz klar Kinder/Beruf vor Haushalt)

– Eine Umgebung die einen unterstützt oder zumindest keine Knüppel zwischen die Beine wirft. Denn das chronisch schlechte Gewissen haben wir Mütter glaube ich doch genetisch eingebaut, da brauche ich keine Nachbarn, Großeltern, Kollegen, Kigadrachen …. die da noch dran schrauben.

– Eine Gesellschaft die Kinder nicht nur als Kosten/Risikofaktor sieht, sondern als normaler Teil des Lebens der eben genauso dazugehört wie vieles andere auch. Und wenn das so ist, dann fühle ich mich als berufstätige Mutter vielleicht auch nicht mehr so „zwischen allen Welten“.

All das ist mir persönlich 1000x mehr wert als irgendwelcheund  Herdprämien, Bildungsgutscheine oder Erziehungs- Elterngeld Zahlungen. Natürlich hätte ich mich gefreut wenn ich auch was davon bekommen hätte, aber das alles hätte meine Lebensplanung oder die Entscheidung für Kinder nicht wirklich beeinflusst.  Einzig die Vätermonate des Elterngeldes sind finde ich eine tolle Sache, da so auch die Väter die Möglichkeit bekommen ihren Teil am Familienleben zu haben ohne gleich die Familie in finanzielle Nöte zu stürzen.

Danke an mein Au-Pair für die Sicherheit meiner Kinder

Januar 25, 2010

Und jetzt muss ich unser Au-Pair mal so richtig loben. Unsere kleine Hexe hat seit ein paar Monaten eine diagnostizierte Erdnussallergie. Und zwar das voll Programm mit Atemnot, anschwellen und allem Pi Pa Po.  Seit dem leben wir mit Anapen und Notfallset und alle Erwachsenen müssen informiert werden, warum keine Erdnüsse und wie reagieren wenn doch etwas passiert.  

Erschreckender Weise sind häufig Omas und Opas und der Kiga sehr ignorant. Nach dem Motto, die machen viel Wind und eine kleine Erdnuss kann doch nicht schaden.  Zu Weihnachten hat der Kiga sogar extra den Nikolaus  Stiefel nach Hause gebracht, aber leider voller Erdnüsse.  Da frage ich mich doch habe ich chinesisch gesprochen als ich das erklärt habe.

Die typische Reaktion wenn man es anspricht, so ein paar Nüsse sind doch kein Problem,  doch  es reichen nur die Stäube (also zum Beispiel eine offene Tüte Flips) um einen allergischen Schock auszulösen.  

Unser Au-Pair hatte leider damals das Pech, dass die erste gesicherte Reaktion unter ihrer Aufsicht passierte. Kleine Hexe hat dem Nachbar Au-Pair Nussschoki geklaut, trotzt Verbot und prompt ging das volle Programm los. Und sie hat angerufen, sofort und gesagt was passiert ist. Dafür könnte ich sie heute noch drücken. Wer weis was hätte alles passieren können wenn sie versucht hätte es zu vertuschen.  Wir konnten dann sofort ins Krankenhaus fahren.

Und auch jetzt schaut sie immer genau hin wenn es bei Freunden etwas zu essen gibt und bitte alle Dekoerdnüsse zu entfernen. Einfach toll. Sie ruft sogar an wenn sie sich nicht ganz sicher ist.  Das finde ich sowieso immer am wichtigsten. Es kann jedem mal etwas passieren oder man passt eine Sekunde nicht auf, aber dann den Mut zu haben um Hilfe zu rufen ist einfach wichtig. Denn nur so können Eltern und Ärzte schnell und richtig reagieren.

Und wenn ich daran denke, dann kann ich über andere nervige Kleinigkeiten auch wieder gelassener hinweg sehen.  Denn Sicherheit geht eindeutig vor Pünktlichkeit.

Danke  Danke Danke auch wenn du es wahrscheinlich niemals liest


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