Posts Tagged ‘Nach dem Au-Pair Jahr’

Au-Pairs on Tour

Mai 4, 2011

Nachdem Olga es geschafft hat die letzten 9 Monate jedes öffentliche Nahverkehrsmittel zu meiden, musste sie sich heute doch dem Grauen stellen.  Sie hat ein Vorstellungsgespräch für ein FSJ und weder ihr Loverboy noch die böse Gastmutter wollen sie „mal eben“  fahren.  Also musste sie mit Bus und Bahn fahren.  Jetzt hat sie natürlich Angst, dass alles nicht klappt. Denn sie hat noch nie ein Ticket gekauft (obwohl ich es ihr schon 3x gezeigt habe) und auch noch nie einen Deutschen Bahnhof von innen gesehen.  Ich bin mal gespannt ob und wenn ja wo sie landet.

Neben den typischen Schimpftriaden “ Deutsche Züge sind viel zu teuer“  „In der Ukraine muss man aber kein Ticket haben, da wird nicht kontrolliert“  „Warum gilt ein 9Uhr Ticket erst ab 9 Uhr“ ….. hat sie auch noch furchtbar darüber geflucht, dass sie 2x umsteigen muss.

Mein erster Impuls war ja ihr doch wieder zu helfen und sie zum Bahnhof zu bringen und das Ticket zu kaufen oder vielleicht doch einen Ausflug nach Köln zu machen, aber dann habe ich mich gebremst.  Denn wenn sie wirklich allein in Deutschland ein FSJ machen will und in Köln leben, dann muss sie es endlich lernen auch selbstständig zu handeln.  Daher habe ich zwar Tips gegeben, aber ihren Weg finden muss sie im warsten Sinne des Wortes allein.

Die Stelle auf die sie sich bewirbt klingt sehr gut und wir drücken ihr alle Daumen, dass es klappt.  Wenn es klappt müsste sie zwar bei uns einen Monat früher aufhören, aber damit könnten glaube ich alle ganz gut leben.  Und sie hätte ihren größten Wunsch erfüllt, nämlich länger in Deutschland bleiben.

Aber ob ihr FSJ immer noch gefällt wenn ihr aufgeht was es bedeutet, davon bin ich noch nicht wirklich überzeugt. Sie will nämlich nicht schwerer wie 10 kg heben, das ist für Frauen nicht gut.  Und natürlich auch nur mit körperlich behinderten und nicht geistig behinderten arbeiten. Auf meine Einwände, dass ja gerade die körperlich behinderten Menschen öfter gehoben werden müssen geht sie nicht weiter ein.   Und auch ihre Vorstellen von Umfang und Dauer der Arbeit weichen doch sehr von meinen Vermutungen ab.  Aber da sie beratungsresistent ist lassen ich sie auch da laufen.   Man wächst ja auch mit seinen Aufgaben.

Und wenn es klappt und sie das Jahr durchhält hat sie sicher viel fürs Leben gelernt.  Denn bei allem gemecker von meiner Seite, sie hat Ehrgeiz und Biss und daher glaube ich schon, dass sie nicht sofort abbrechen wird.   Nur die Frage wie sie mit 200€ Verpflegungsgeld ihren Hunger stillen will, die bleibt offen, aber auch hier wird sich eine Lösung finden 😉   Zum Glück wohnen wir weit genug weg, sodass unser Kühlschrank in Sicherheit ist.

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Au-Pair und was dann ….?

März 13, 2010

Unser Au-Pair kommt gerade in eine ziemlich typische Phase gegen Ende des Au-Pair Jahres. Sie überlegt wie es im Sommer weiter gehen kann und stellt fest, dass sie es nicht wirklich genau sagen kann.

Die typischen Überlegungen sind dann, ich mache noch ein Jahr Au-Pair in einem anderem Land, vielleicht auch ein freiwilliges soziales Jahr in Deutschland oder doch einen deutschen Mann finden.  Wobei wir diesmal Glück haben und unser Au-Pair hat zu Hause eine gute Familie die sich auf ihre Rückkehr freut und nicht möchte, dass sie hier bleibt. Da hattten wir im Bekanntenkreis auch schon anderes erlebt.

Und an Heirat denkt sie offiziell noch nicht, auch wenn sie im Gegensatz zu anderen Au-Pairs einen Freund hat und das auch schon länger.  Sie möchte nur gerne noch ein wenig länger bleiben, aber die Arbeit im FSJ ist eigentlich nicht ihr Ding. Daher hängt sie ziemlich in der Luft. Sie hat schon einen Studienabschluss, aber zu Hause wenig Aussicht auf eine gute Stelle. Aber sie sieht auch selbst, dass Au-Pair auf Dauer auch nichts für ihre  berufliche Entwicklung bringt.  Und einfach heiraten möchte sie wohl auch nicht. 

Ich finde es auch schwer ihr etwas zu raten. Denn ich kann gut verstehen, dass sie ihren Freund hier nicht einfach aufgeben möchte, die beiden mögen sich wirklich. Aber nach ein paar Monaten schon heiraten ist auch ein riesen Schritt. Vielleicht ist in diesem Fall ein FSJ in der Nähe wirklich die beste Lösung. So können sie erstmal ohne Druck gemeinsam leben und schauen ob es wirklich etwas mit Zukunft ist und dann entscheiden wie es weiter geht.

Aber ich kann auch gut verstehen, dass sie lieber in ihrem Beruf den Sie studiert hat arbeiten möchte, aber da sind hier in Deutschland ihre Möglichkeiten ohne Arbeitserlaubnis fast aussichtslos. Eine schwierige Situation.  Aber vielleicht bringt ja ihr Heimaturlaub über Ostern und die gemeinsamen Überlegungen mit ihrer Familie neue Ideen. 

Ach ja und ihre Schwester kommt uns vielleicht im Sommer für eine Woche besuchen. Das wäre das erste Mal, dass wir die Familie eines Au-Pairs persönlich kennen lernen. Ich bin gespannt ob es klappt.   Wir hatten das schon einmal bei einem anderen Au-Pair probiert, aber da ist die Schwester an der deutschen Botschaft gescheitert, die ihr ein Visum verweigert haben. Mal sehen ob es diesmal klappt.


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