Posts Tagged ‘Vereinbarkeit Familie Beruf’

Lazerett Wochen und schlechtes Gewissen

Juni 25, 2013

In den letzten 3 Wochen haben wir es geschafft jeden Tag mindestens 1 Familienmitglied krank zu Hause zu haben.  Das sind die Wochen, wo ich manchmal ein AP wirklich vermisse.

Zuerst hat die große Hilfe angefangen und ist mit hohem Fieber aus der OGS gekommen.  Die jedoch nicht sofort angerufen hat, sondern die kleine Patientin erstmal auf ein Sofa zum ausruhen gelegt hat und sie dort liebevoll bemuttert hat.  Und ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich an dem Tag noch Konferenz hatte und länger gearbeitet habe als normal.

Am Abend war klar, so kann sie nicht in die Schule, also musste eine Betreuungslösung für die nächsten Tage her.  Ich hatte sofort 2x ein schlechtes Gewissen, weil ich unser Kind nicht selbst betreuen kann und weil ich Fr. Reinlich bitten muss am nächsten Tag länger zu arbeiten.

Zum Glück ist Fräulein Reinlich zur Stelle gewesen und hat die nächsten 2 Tage Überstunden geschoben und stundenlang Mensch-Ärgere-Dich nicht gespielt.

Tag 3 und 4 hat die Oma übernommen (auch hier schlechtes Gewissen weil die Oma sich ja anstecken könnte)  und Tag 5 war wieder ein regulärer Arbeitstag von Fr. Reinlich.  So haben wir die erste Woche gut überstanden und das Kind wirkte auch wieder fit.

Passend zur nächsten Woche war jetzt aber die kleine Hexe mit Bindehautentzündung und Fieber krank.  Also bin ich für einen Tag zu Hause geblieben um mit ihr zum Arzt zu gehen und dann wurde das Programm der letzten Woche wiederholt.  Mit natürlich schlechtem Gewissen weil man für Kind 1 nicht zu Hause geblieben ist und schlechtem Gewissen, weil ich mich den 2. Tag dieses Jahr Kinderkrank gemeldet habe.

Und obwohl die gesamte Zeit  objektiv gut geklappt hat, die Kinder gut betreut waren und alles lief, hatte ich also  ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht die ganze Zeit für die Kinder da sein konnte, weil ich Fr. Reinlich und die Oma belastet habe, weil ich an der Schule nicht 110% leisten konnte.  Und dieses schlechte Gewissen wurde zum Teil auch von außen befeuert.  Die armen Kindern, deine armen Kollegen,  Fr. Reinlich muss aber auch hart bei euch arbeiten.

Und gerade in diesen 2  Wochen konnte auch der Papa nicht einspringen, weil in seiner Abteilung auch alle entweder im Urlaub, krank oder auf Forbildung waren.

Zum Glück hatte ich Fr. Reinlich in den Wochen vorher einige Tage Sonderurlaub gegeben, so dass wir jetzt genug Tage hatten um die Überstunden auszugleichen.

Am letzten Krankentag der kleinen Hexe war dann mein erster Tag mit Fieber und Halsschmerzen. Super.  Also konnte ich mich jetzt krankmelden.  Nach dem Wochenende dachte ich eigentlich es geht wieder, aber unsere neue Vertretungsplanung hat ein super Konzept.  Wer krank war wird mit extra vielen Vertretungsstunden belohnt.

Und nach 2 Tagen voller Vertretung in lauten Klassen war meine Stimme komplett weg und dafür das Fieber wieder da.  Super, besonders motivierend waren dann auch die Sprüche von Kollegen „Na Kinder wieder fit“.   Das ich nicht wegen der Kinder sondern eigener Krankheit gefehlt habe wollte wohl keiner glauben.  Ob diese Fragen wohl auch unseren Männern gestellt werden von denen einige auch schon länger fehlen?   Egal nach weiteren 2 Tagen in denen ich versucht habe mit Arbeitsblättern und Filmen zu überlegen ging nichts mehr und jetzt bin ich seit fast 1,5 Wochen krank zu Hause.

Meine Stimme kommt langsam zurück und ich habe für mich etwas wichtiges gelernt.  Es lohnt sich nicht sich krank zur Arbeit zu schleppen.

1) Es schadet der eigenen Gesundheit sich krank zur Arbeit zu schleppen. (das war mir aber auch schon vorher klar)

2) Es wird einem nicht gedankt, sondern du bekommst noch blöde Sprüche  als ob die Tage vorher „Urlaub“ oder „Blau machen“ waren.

3) Erzähle möglichst nicht, wenn deine Kinder krank sind.  Wenn du dich dann selbst ansteckst wird dir unterstellt du machst krank um sie zu pflegen.

4) Klare Ansagen sind zwar nicht nett, aber sie helfen.  Nachdem ich mich über die vielen Vertretungen beschwert habe ging es auf einmal auch ohne.

5) Trozt dummer Sprüche und schlechtem Gewissen ruhe ich mich meistens aus und nutze die Zeit nicht um alle Dinge zu erledigen die liegen geblieben sind.

Und jetzt sitze ich zu Hause und kuriere mich aus und habe dabei schon wieder ein schlechtes Gewissen. Den Kollegen gegenüber die für mich Vertretung machen müssen,  den Schülern gegenüber die ihre Noten nicht mehr mit mir besprechen können, meinen Kindern gegenüber die ich in der OGS lasse, obwohl ich doch zu Hause bin, meinem Mann gegenüber der eigentlich auch krank ist und sich trotzdem zur Arbeit schleppt …..   t.

Und da wird mir klar, ich tappe gerade mal wieder in die typische „Frau“ fühlt sich für alle und alles verantwortlich Fall.   Und es ist verdammt schwer diese zu umgehen.

Besonders

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Vollzeitarbeit versus Teilzeitarbeit

Februar 5, 2013

Wenn aus Partnern Eltern werden steht  mit einem Mal die Frage im Raum wie die Aufteilung von Erwerbsarbeit,  Hausarbeit und Familienarbeit zwischen den Partnern   in Zukunft aussehen wird.  Und da in Deutschland leider immer noch sehr häufig die Männer den höher bezahlten Beruf haben ist hier meist nur eine theoretische Wahlfreiheit gegeben.   Denn mit der Geburt eines Kindes  steigen die Fixkosten  bei sinkendem Familieneinkommen.    Daher stehen häufig Mütter vor der Frage:  Wie lange steige ich völlig aus meinem Beruf aus und wann mit welchem Umfang an Arbeit wieder ein.   Die gleichen Überlegungen gelten natürlich auch für Väter in Elternzeit deren Frauen Vollzeit arbeiten und die Hauptverdiener der Familie sind.

Da wir bei der Geburt unseres ersten Kindes auch in der Situation waren, dass nur mein Mann eine feste unbefristete Stelle hatte war klar, dass ich zunächst die Betreuung übernehmen würde.  Und wenn man aus der Arbeitslosigkeit versucht eine Kinderbetreuung übers Jugendamt zu beantragen läuft man in die erste Falle.   Ohne Arbeit keine reale Chance auf einen Betreuungsplatz, denn die sind für „berufstätige Mütter“.  Aber ohne Betreuung hat man mit Baby leider auch keine realen Chancen auf eine Arbeit, weil man ja wenn überhaupt nur Mütter mit einem „sicheren Betreuungsplatz“ einstellet.    Daher auf jeden Fall daran denken euch auf die Wartelisten einzutragen solange ihr noch Arbeit habt.  Gerade bei befristeten Verträgen die vor oder im Mutterschutz enden,  kann hier ein echtes Problem entstehen.   😦

Wenn man dann nach einigen Wochen/Monaten/Jahren wieder anfangen muss/will zu arbeiten steht Frau vor der Entscheidung:  Minijob, Teilzeit oder Vollzeit?   Hier ein paar Überlegungen die einem häufig nicht auf den ersten Blick einfallen.

Minijob:

Ist für viele die vermeintlich praktischste Lösung um erstmal wieder vorsichtig anzufangen.   Und es wird auch als Vorteil gesehen, dass man ja keine Abzüge hat und Brutto für Netto arbeitet.  Für mich hat diese Art zu arbeiten aber ein paar entscheidende Nachteile:

1) Ich bin nicht sozialversichert, daher habe ich weder Anspruch auf Kinderkrankentage,  Krankengeld wenn ich länger als 6 Wochen krank bin, Arbeitslosengeld wenn ich meine Arbeit verliere.

2) Bisher hat man keine Ansprüche für die Rente angesammelt.  Für 1-2 Jahre vielleicht noch kein Problem, aber wer langfristig in diesen Jobs arbeitet bekommt nach einem langen Arbeitsleben im schlimmsten Fall eine Rente von  0€.

3) Die meisten 400€ Jobs sind schlecht bezahlt und mann bekommt nur einen sehr geringen Stundenlohn.  Je nach Unternehmen werden Urlaubsansprüche, Weihnachtsgeld oder andere tarifliche Leistungen die einem eigentlich zustehen nicht oder nur teilweise gezahlt.

4) Im Betrieb wird man nicht als vollwertige Mitarbeiterin, sondern als „Aushilfe“ oder  gelegentlicher Gast wahrgenommen und Karriere ist in dieser Form der Beschäftigung nicht wirklich möglich.

5) Gerade Aushilfen werden für unattraktive Arbeitszeiten oder sehr flexibel eingesetzt.

6) Die Kosten für Kinderbetreuung sind im Vergleich zum EK häufig sehr hoch.

7) Da Frau ja nur ein paar „Stündchen“ arbeitet bleibt häufig die Haus- und Familienarbeit weiterhin zu 100% an ihr hängen.

 

Teilzeit:

Bietet einem die Möglichkeit  wieder in die Sozialversicherung zu kommen und somit die eigene Absicherung zu erhöhen und trotzdem bleibt noch Zeit für die Aufgaben zu Hause.  Häufig hat man freie Tage in der Woche oder muss nur bis Mittag arbeiten.   Wenn man einen guten Arbeitgeber hat kann man  seine Arbeitszeit den  Betreuungszeiten der Kinder und den Arbeitszeiten des Partners anpassen.   Für mich hat aber auch diese Form der Arbeit einige Nachteile:

1) Man hat durch die Abzüge in der Sozialversicherung und Steuern (hier ist die vermeintliche Steuerklasse IV besonders tückisch)  häufig nur unwesentlich mehr  Nettoeinkommen  im Vergleich zum Minijob.   Daher fällt gerade hier häufig der Satz „Es lohnt sich ja für mich nicht zu arbeiten!“   Wobei Rentenansprüche, Absicherung und Karrierechancen  häufig in die Rechnung nicht einbezogen werden.

2) Als Teilzeitkraft arbeitet man häufig deutlich effektiver als eine Vollzeitkraft, da Pausen wegfallen und man die „paar“ Stunden die man arbeitet voll  nutzt.   Diese Effektivität wird jedoch nicht anerkannt, sondern es kommen häufig Sprüche wie „Na schon wieder frei“   „Ich möchte auch mal jeden Mittag gehen können“     „Und wir dürfen jetzt den Rest der Arbeit erledigen“ …..  Hier zeigt sich ähnlich wie beim Minijob, dass TZ Kräfte häufig als  Mitarbeiter zweiter Klasse gesehen werden und bei Karriere  und Beförderung auch häufig übersehen werden.  Denn sie sind ja „nicht voll“ dabei.

3) In vielen Berufen gibt es unbezahlte Nebentätigkeiten die zusätzlich zur normalen Arbeitszeit anfallen.  Meetings, Dienstreisen,  Fortbildungen hier wird häufig auch von TZ Kräften 100% Engagement erwartet aber nur die TZ Bezahlung gezahlt.   Ein Punkt der mich in den Jahren als TZ Kraft immer mehr geärgert hat.

4) Gerade wenn man 50-70% TZ Stellen hat ist die zeitmäßige Belastung  inkl. Fahrzeiten kaum niedriger als bei einer Vollzeitstelle, aber  die Arbeitsteilung in der Familie ändert sich häufig nicht entsprechend, weil ja der Partner immer noch „mehr Arbeitet“.  Hier wird jedoch Haus- und Familienarbeit meistens nicht in den Vergleich mit einbezogen.    Und eine Entlastung durch Putzfrau und Co ist bei den meisten EK in diesem Bereich noch nicht finanzierbar, da ein großteil des EK für Kinderbetreuung ausgegeben wird.

 

Vollzeit:

Man ist ein vollwertiges Mitglied im Team und wird genau wie alle anderne bezahlt und hat zumindest theoretisch die gleichen Chancen auf Karriere und Beförderung.  Für mich war es erschreckend wie sehr sich das Verhalten einiger Kollegen mir gegenüber geändert hat seit ich Vollzeit arbeite.  Auf einmal bin ich nicht mehr nur eine „Mutti“, sondern eine „richtige Kollegin“.   Dabei mache ich nicht mehr an Sonderaufgaben oder verhalte mich anders.   Nur mein EK hat sich deutlich erhöht.  Im Gegenteil ich werde sogar seltener gefragt ob ich nicht „mal eben“ etwas erledigen kann, weil ich ja als TZ Kraft genug Zeit habe. Und auch in der Partnerschaft ist mit diesem Modell klar, dass beide die gleiche Arbeit im Beruf leisten und daher über die Verteilung von Haus- und Familienarbeit neu verhandelt werden muss.  Ein weiterer Vorteil ist für mich auch die größere Unabhängikeit von nur einem Arbeitgeber.   Man kann mit 2 vollen EK  deutlich eher sagen:  „Das muss ich mir nicht bieten lassen“ und sich in Ruhe eine neue Arbeit suchen, wenn der Partner auch in der Lage ist die Fixkosten zu tragen.

Aber auch Vollzeitarbeit hat natürlich Nachteile:

1) Man braucht eine wirklich gutes und zuverlässiges Betreuungsnetz in dem sich die Kinder wohl fühlen und das seine Aufgaben auch wirklich dauerhaft und verlässlich erfüllt.  Betreuungsplätze die 45 Stunden zu den benötigten Zeiten abdecken sind schwierig zu finden und durch Fahrzeiten häufig nicht allein ausreichend.  Hier kommen dann wieder Tagsmütter, Au-Pairs oder Omas ins Spiel.

2) Wenn mann nicht genug verdient um sich externe Entlastung (Putzfrau, Bügelservice, Babysitter ….) zu leisten ist es eine enorme Belastung eine volle Stelle + Hausarbiet (egal ob 50/50 oder 100%) + Familienarbeit zu leisten.

3) Die Familie hat in der Regel einen sehr strukturierten Alltag und die Kinder müssen sich dem Arbeitzeiten der Eltern anpassen.  Das bedeutet unter der Woche wenig Zeit für Familienleben am Nachmittag.

4) Es wird einem häufiger von Kolleginen ein schlechtes Gewissen gemacht, das Frau so egoistisch ist und nur weil ihr Rente,  Absicherung, Unabhänigkeit und Spaß an der Arbeit auch wichtig sind ihre Kinder in eine Betreuung „abschiebt“.

Mich würde interessieren wie  andere Mütter zu dieser Frage stehen und welche Aspekte für euch bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben.

Kinder kriegen ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr

Januar 13, 2013

Wenn man als Paar überlegt ein Baby zu bekommen macht man sich im Normalfall erstmal Gedanken über so wichtige Dinge wie:

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Stressmonster

November 14, 2012

1) Freundschaftsbücher  im Kiga/1. Klasse

Der Brauch seine liebsten Freunde in einem Buch zu versammeln ist toll und schön, ABER  warum müssen die Kinder damit anfangen bevor sie überhaupt selbst die Bücher schreiben oder lesen können.   Beim ersten Buch fand ich es ja noch ganz nett, aber mit 2 Kids wird es zur Plage.  Diese Bücher müssen ja nicht nur ausgefüllt werden, nein es braucht auch noch ein Photo.  Wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt möchte ich mit den Kindern etwas schönes spielen oder unternehmen, aber nicht zum 10x aufschreiben, dass wir Mia and Me lieben, aber Streit hassen.     Und als besonderes Highlight gehen diese Bücher immer mal wieder verloren, was beim betroffenen Kind zu Tränen und bei der Rabenmutter deren Kind das Buch versockelt hat zu purem Stress führt.
2) Spontane Listen mit Material für die Schule

Bitte dem Kind MORGEN    X Euro aber passen,  Wolle, Schuhkarton,  Knöpfe  in Farbe grün ….  mit geben.   Ich habe ja als erfahrene Working Mum  schon so einiges im Haus bevorratet.   Klebestifte, Bleistifte, Hefte,  Mappen,  neutrale Geburtstagsgeschenke …,  aber die Lehrer finden immer genau das was fehlt.  Und es geht doch nichts über einen Noteinkauf mit zwei müden und knatschigen Kindern und einer völlig ausgepauerten Mutter zur eigentlichen Abendessenszeit.   Denn Kinder teilen solche Dinge immer erst kurz vor knapp mit.

3) Bastel- und Eventtage in Kiga/Schule/OGS

Eigentlich sind solche Angebote super und mit viel Liebe ausgesucht und vorbereitet, ABER wenn mein Mann und ich die ganze Woche gearbeitet haben und die Kids schon jeden Tag bis 15.00-17.00 in der Betreuung waren, möchten wir am Wochenende gerne Zeit als Familie verbringen.  Ich brauche dann kein „Wir backen gemeinsam Kekse, basteln eine Laterne/Drachen oder Turnen wie die Wilden“  Event.   Und die Kinder haben häufig auch mehr Lust auf die Freiheit in den Tag zu leben.   Zum Problem werden solche Angebote für mich dann, wenn man moralisch unter Druck gesetzt wird dort mitzumachen.   Ein Tag der offenen Tür pro Jahr ok, aber wenn jede Klasse und jede Gruppe noch ihre eigene „Aktion“ plant hat man mit mehren Kids kaum noch ein freies Wochenende.

Vollzeitmütter + Vollzeitväter + Vollzeitkinder = Volle Kanne Familie :)

Oktober 29, 2012

Erstmal lieben dank an meine treuen Besucher.  Ich bin wirklich überrascht wieviele regelmäßige Besucher meinen Blog aufsuchen, obwohl ich ihn in letzter Zeit so vernachlässigt habe.  Aber hier merke ich wohl doch, dass mir die Zeit fehlt.

Wir haben die ersten  8 Wochen im Vollzeitmodus gut überstanden und bisher läuft alles rund und das Konzept 2x Vollzeitarbeit + OGS + Fr. Reinlich hat die ersten Feuertaufen überstanden.  Den Schritt auf die Volle Stelle ist also richtig gewesen.   Ich habe zwar einiges mehr an Vorbereitung, aber dank paraller Lerngruppen und  nach 5 Jahren auch schon einiger Ordner voller erprobter Materialien ist das bisher gut zu schaffen.  Da die Anzahl der Korrekturklassen gleichgeblieben ist habe ich hier außer dem Verlust des freien Mittwoch wenig Unterschied. Im Gegenteil mein Stundenplan ist besser geworden.  Ich habe fast jeden Tag um 13.00  und 1x um 15.00 frei  und kann so Nachmittags immer noch genug Zeit mit den Kindern verbringen.   Dank OGS habe ich auch die Chance noch einiges an Vorbereitung am Nachmittag vor der Rückkehr der Kids zu erledigen und habe so auch die Abende  teilweise frei.

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3x Schulstart

August 25, 2012

Jetzt hat der Alltag uns wieder.   Die Schule hat für alle wieder angefangen und schon nach 5 Minuten fühlt man sich als ob man nie weg war.   Dank neuer Schulleitung beginnt die Schule für Lehrer jetzt immer schon am Montag der letzten Ferienwoche damit wir in „Ruhe“ die Nachprüfungen organisieren können.

Als besonderes Highlight gibt es dann am letzten Ferientag die erste Lehrerkonferenz.   Für mich immer wieder ein gratis Kabarett.   Leider hat unsere Schule ein ziemliches Demokratie Defizit.   Nicht nur, dass die Schulleitung am liebsten geheime Abstimmungen verhindern möchte.   Nein ein Großteil der Kollegen findet es auch noch OK.  Denn das kostet doch nur Zeit.   Und bevor ich 5 Minuten länger bleibe gebe ich doch lieber ein paar grundlegende Grundrechte auf um mich dann über das fehlende Politikverständniss der Schüler aufzuregen.  Ironie off.
Nachdem wir gefühlte 120 Punkte von Begrüßung neuer Kollegen bis Berichte aus jedem „Und wenn du nicht mehr weiter weist, dann bilde schnell einen Arbeitskreis“ hat das ganze bereits 1 Stunde mehr als angekündigt gedauert.  Und dann kommt mein persönlicher Höhepunkt:  Verschiedenes.   Hier können sich dann nochmal alle Kollegen die vorher noch nicht genug gesagt haben in Ruhe über Nebensächlichkeiten aufregen,  bereits 3x per Mail, Aushang und Zetter bekannte Dinge wiederholen oder  einfach noch etwas sagen wollen was ihnen spannend erscheint.

Dann mit 1.5 Stunden Verspätung darf man endlich nach Hause und seinem Babysitter erklären, warum man selbst zwar Wert auf Pünktlichkeit legt und auch unsere Schulleitung auf die Einhaltung von Terminen pocht.  Es ihr aber im Gegenzug unmöglich ist wenn sie bei Konferenzen einen Endpunkt angibt diesen auch nur Annäherungsweise einzuhalten.

Die Einschulung der neuen Schüler war dann unspektakulär.  Hier ist nur jedes Jahr das gleiche Chaos.  Wer kommt ohne Anmeldung und wieviele mit Anmeldung kommen nicht.  Die ersten 1-2 Wochen sitzt man gefühlt jeden Tag in einer neuen Klasse.

Mein Start in die Vollzeitarbeit hat bisher gut geklappt auch wenn ich schon 2x die Betreuungszeit der OGS voll ausschöpfen konnte.  Und für alle die sich fragen woran man eine gute OGS erkennt?

1) Sie hat vom ersten Schultag an die komplette Zeit inkl.  Frühstücksbetreuung und Randstunden angeboten.

2) Sie fand es völlig ok, dass ich unseren Schulanfänger schon am Tag vor der Einschulung dort abgegeben habe.

3) Sie hat alle Eltern beim ersten Abholen  mit einem Glas selbstgemachter alkoholfreirer Bowle empfangen und uns einen guten Start gewünscht.

4) Die Kinder begrüßen einem zwar begeistert, aber mit der Frage ob sie noch ein bischen weiterspielen dürfen.

Und obwohl alles eigentlich super gelaufen ist und meine Pläne gut funktionieren, bin ich gestern Abend mit dem Gatten wie Tod um 9 Uhr ins Bett gefallen.  Denn nach 6 Wochen Urlaub fühlt sich der Alltag wie Marathon laufen an.
Nächste Woche kommt dann der beliebte Zettel und Termine Regen über uns.  Jede Institution gibt ihre Terminpläne, Klausurpläne,  Klassenpläne …. heraus und dann kommt die Zeit der Elternabende. Dann hängen Eltern an die Arbeits- und Hausarbeitsschicht noch eine 3 Schicht an.

Glücklicher Hausfrauen Tag :)

Mai 8, 2012

Heute hatte ich Glückstag.   Ich hatte den ganzen Tag frei, da alle meine Klassen entweder schon ihren Abschluss haben,  heute Abschlussprüfungen schreiben oder auf Klassenfahrt sind.  Und selbst die Vertretungsplanung hat keine Aufgabe für mich gefunden 😉

Also habe ich meine beiden Damen heute Morgen gemütlich mit dem Rad in Schule und Kiga gebracht und mich dann in Ruhe an die Reorganisation meines Büros gemacht.  Unglaublich was in 2 Wochen an Papierbergen eingezogen ist und sich auf  und um meinen Schreibtisch verteilt.

Nach erfolgreicher Papiervernichtung habe ich mich an die Bettwäsche gemacht und unsere Handwerker bei der Arbeit beobachtet.  Wir haben diesmal wirklich nette, zuverlässige und fleisige Handwerker. Dank schönem Wetter konnte ich auch 3 Maschinen Wäsche im Garten trocken.

Gegen Mittag sind dann noch Oma und Opa zu Besuch gekommen und haben sich voller Tatendrang an unseren Vorgarten Dschungel  und die Kinderschränke gemacht.  Und in gut 2 Stunden haben wir es geschafft das Wäschechaos von Fr. Reinlich  und den Garten zu ordnen.     Wäsche sortieren gehört nämlich nicht zu Fr. Reinlichs Stärken.  Sie produziert immeer noch sehr überraschende Wäschestapel (Hose, 2 T-Shirts, Pyjama Oberteil, Turnhose,  Unterhemd,  Nachthemd) und legt diese ordentlich gebügelt in den Schrank.  Ich habe noch kein System erkennen können .  Dafür habe ich meine Wintersocken im Korb für Strumpfhosen der großen Hilfe gefunden.   🙂   Aber egal jetzt sind beide Kinderschränke auf Sommerzeit umgestellt und die Winterjacken gewaschen im Keller.

Den Rest des Nachmittags haben Opa und kleine Hexe mit einem Fussball Wettkampf und die große Hilfe mit 2 Freundinen auf dem Trampolin verbracht.  Oma und ich konnten somit gemütlich Kaffee trinken und und uns unterhalten.

So könnte jeder Dienstag sein 🙂

Ach ja der beste aller Gatten hat mal wieder Rufdienst und war sogar schon für 45 Minuten zu Hause bevor er erneut in die Klinik durfte.   Für ihn ist also kein Glückstag  😦     Aber immerhin hatte er noch genug Zeit seinen Auflauf zu essen den ich heute auch noch gaaaaaanz in Ruuuuuhe gekocht habe.

 

Chaos Tag

Mai 3, 2012

Heute war mein persönlicher Freitag der 13.  Hier die Highlights

– 6.30 2 Kinder stehen mit Husten auf

– 7.00 Die große Hilfe macht den sterbenden Schwan , aber zum Glück ohne Fieber und wird mit Hustensaft und Bonbons gedopt.  Zum Glück läßt das Leiden ziemlich gut nach wenn sie sich mit der Schwester zankt.

– Kind mit schlechtem Gewissen und Hustenbonbons in die Schule geschickt, denn ich habe Abi Konferenz und bin Prüferin  und der Gatte im Dienst.  Ab Mittag kann der zum Glück übernehmen

7.30  Handwerker ins Haus gelassen und geplanter Abflug in Kiga und Schule

7.31  Mein Autoschlüssel ist WEG

Nachdem Kind, Fr. Reinlich und ich verzweifelt   alles mehrfach abgesucht haben  bleibt mir um

7.45 nur der Anruf beim Gatten mit der Nachricht ich fahre jetzt mit dem Rad (11km)  zur Klinik und nehme mir das Auto, dafür hat er den JackPot und darf nach 24 Stunden ohne Schlaf mit dem Rad nach Hause fahren.

7.46 Anruf in der Schule und  mit schlechtem Gewissen melden, dass ich meine erste Stunde leider nicht schaffen werde, aber mit etwas Glück zur zweiten da bin.

9.00  Romantisches Treffen zweier erschöpfter Eltern auf dem Parkplatz der Klinik und tausch der Vehikel

9.30  Ankunft Schule und der Versuch einen funktionstüchtigen Kopierer zu finden.   Alle sind entweder kapput, haben Papierstau oder schreien nach Wartung 😦

Dann 4 Stunden Unterricht  und immerhin ein Kopierer der mit Streifen meine Entwürfe fürs Abi kopiert.  Für die Kollegen muss es reichen

14.00 Konfernz und mein Lieblingskollege hat sich netterweise verdrückt.  Daher darf ich eine halbe Stunde auf ihn warten./ Zeitgleich darf der Gatte die Kinder einsammeln die sich im Kiga/Schule krank fühlen und dann zu Hause putzmuter durch den Garten toben.

16.00 Uhr Ankuft zu Hause und die Nachricht des Gatten, dass es der Maler geschafft hat unser Treppengeländer in den Keller mit Lösungsmittel und einem Nagel im Stromkabel unter Strom zu setzen 8)

16.05  Die Besichtigung der Gatten zeigt er hat sich beim Renovieren verletzt und selbst verbunden

16.15  Blick auf den Kühlschrank eine neue Terminliste aus dem Kiga mit 7! neuen Terminen aber zum Glück nur 3x mit Elternbeteiligung.

16.30  Kaffeetrinken auf der Terrasse und gegeneitiges Wunden lecken

16.45  Die Erkenntnis, dass wir morgen einen super Planungsfehler in der Zeitplanung haben.  Handwerker kommen zwischen 7 und 8 (also eher halb Neun)  und wir müssen beide um 7.15 weg.  Fr. Reinlich kommt aber erst um 9.00  also telefonieren.

17.00 Uhr Termine mit Kindern und Ämtern in Arbeitsteilung erledigen

18.00 Kinder abfüttern und ins Bett bringen

19.00   Morgen kommt Sperrmüll und daher dürfen wir noch mal eben den Keller ausräumen

22.00 beide Eltern platt und der Beschluss nur noch zu duschen,  ein paar Zeilen für den Blog zu schreiben und dann ab ins Bett

23.30 Der Plan hat mit nur einer Stunde Verspätung geklappt, denn ich habe ja Morgen noch Unterricht und  auch  für die Schwellendidaktik  braucht es ein paar Vorbereitungen

Ein bunter Straus an Reaktionen

Mai 2, 2012

Auf meine Entscheidung  ab Sommer wieder Vollzeit arbeiten zu gehen gab es sehr unterschiedliche Reaktionen  :

Ehemann:  Traue ich dir ohne weiteres zu, wenn du es wirklich willst dann mach es.    🙂

Oma:  Die armen Kinder, werden sie nicht darunter leiden wenn du noch mehr weg bist?

Oma2:  Na ihr habt es ja so gewollt!

Opa:  Du wirst dir das ja gut überlegt haben?!

Opa2:  Muss Muss!

Große Hilfe:  Es wurde aber auch Zeit, alle müssen jeden Tag arbeiten und in die Schule/Kiga  nur du bleibst Mittwochs faul zu Hause 😉

Kollegen männlich:   Schön dann haben wir mehr Luft bei der Unterrichtsverteilung /  Prima dann habt ihr die Kinder ja aus dem Gröbsten raus/ Würde ich auch so machen

Kollegen weiblich: Aber deine Kinder sind doch noch sooo klein, ob du dich da nicht übernimmst?  Wie willst du das denn schaffen?  Na ich habe mich ja bewußt dafür entschieden Zeit für meine Kinder zu haben,  Ich würde es mich nicht trauen  ….

Schulleitung:  Ich freue mich  und wir werden versuchen ihnen mit der Stundenplanung  möglichst entgegen zu kommen 🙂

Team OGS:   Freut mich für sie und wir freuen uns auf ihre Kinder 🙂

 

 

Tipps für berufstätige Eltern

April 27, 2012

1)  Lieferdienst für  Lebensmittel   nutzen

Viele Biohöfe bieten eine Gemüsekiste/Gemüseabo an.   Diese Abos können mit Brot, Käse, Milch, Eiern, Joghurt ….  ergänzt werden und ersetzen so einen richtigen Einkauf.   Wir haben lange jeden Freitag eine solche Kiste bekommen und konnten so entspannt ins Wochenende starten.  Das Abendbrot und die wichtigsten Dinge für 1-2 schöne Wochenendmahlzeiten waren im Haus.   Ich habe mir den stressigen Freitagnachmittag Einkauf mit zwei bockigen Kids gespart.   Unsere Kinder fanden es immer einen spannenden Start zu schauen was diese Woche in der Kiste war.  Wir hatten nämlich immer das Überraschungsbrot und Überraschungskäse.   Einziges Problem im Sommer muss man eine Lösung finden, damit die Milchprodukte nicht zu lange in der Sonne stehen.  Aber wenn man nette Nachbarn, eine Putzfrau hat läßt sich auch dieses Problem lösen.   Im Notfall einfach eine Kühlbox mit Kühlakkus rausstellen, oder die Box direkt am Hof abholen.   Auch ein tolles Event für die Kids.

Bücher,  Kleidung  und Elektrogeräte, Tierfutter  bestelle ich fast nur noch online und lasse liefern.  Der Vorteil die Einkäufe werden bis ins Haus gebracht und ich spare Zeit und Sprit.   Wenn mir wirklich etwas nicht gefällt nimmt unsere Postbotin am nächsten Tag das Paket wieder mit.

Ich bestelle aber möglichst nur bei Versendern die mit DHL (Post) liefern.  Da kann ich die Zeit wann geliefert wird genau einschätzen und unsere Putzfrau nimmt in der Regel die Pakete an.   GLS/DPd/UPS … sind nicht gut für Berufstätige.  Sie kommen  immer zu verschiedenen Zeiten und es gibt keine Möglichkeit das Päkchen einfach abzuholen.

2) Einen guten Vorrat im Keller anlegen

In diesen Vorrat gehören die typischen Lebensmittel die immer zur falschen Zeit ausgehen (Nutella,  Zucker, Milch, Brot, Corn Flakes …)  und einen dann in Stress versetzen. Und natürlich die Basis Produkte für die schnell Küche am Abend (Reis, Nudeln,  TK Gemüse fertig geschnitten…)   Ich kaufe 1x im Monat richtig groß ein und nutze dann auch Sonderangebote unserer „Highlight“ Lebensmittel.     Genauso wie Zahnbürsten (für den Kiga),  Kosmetikprodukten und  Dosen mit Ravioli und Suppen.   So kann ich im Fall einer Grippe,  Stressphase auf der Arbeit oder einfach nur Faulheit   bequem  1-2 Wochen ganz aufs Einkaufen verzichten.

Es lohnt sich auch einen Vorrat an  Geschenken und Karten im Haus zu haben.  Ich habe immer 2-3 Flaschen guten Rotwein,  1-2 Packungen Pralinen,  2-3 Geschenke für Kindergeburtstage und Karten für Geburtstag, Trauerfall und Kommunion/Konfirmation im Haus.

3)  Wenn gekocht wird immer auch für die TK-Truhe mitkochen

Ich koche gerne und für mich ist es am Wochenende Entspannung einen aufwendigen Braten oder eine gute Bolognese Sauce zu kochen.  Ich  produziere immer 3-4 Portionen für die  TK-Truhe im Keller mit.  So kann ich im Notfall ganz schnell ein selbstgekochtes Essen auf den Tisch zaubern.  Schmeckt viel besser wie Dosenfutter und ist gesünder.   Sehr gut zum Einfrieren sind geeignet:

– Lasagne in 1-2 Portionen Stücke geschnitten

– Spagetti Saucen

– Braten mit Sauce

– Creme Bruelee

– Gulasch

– Reis und Nudeln fertig gekocht (müssen nur noch kurz in kochendes Wasser geworfen werden)

– Ochsenschwanzsuppe

4) Wäsche vermeiden  und vereinfachen

Ich habe es nicht geglaubt, aber es gibt wirklich Hemden und Blusen die fast bügelfrei sind.  Diese Modelle kann man, wenn  man sie ordentlich auf einem Bügel trockenen läßt, wirklich fast direkt anziehen oder muss nur noch kurz überbügeln.  Alternativ sind auch Blusen im Knitterlock eine nette Alternative.   Und je kleiner die Kinder sind um so weniger sollte man helle einfarbige Kleidung kaufen.  Muster tolerieren auch mal einen Minifleck.

Für die Kinder möglichst nur bügelfreie Kleidung kaufen und nach dem Waschen ganz gerade ziehen und aufhängen.   Bettzeug auch nur in bügelfreier Qualität kaufen und bei gutem Wetter waschen,  an der frischen Luft trockenen und sofort wieder aufziehen.

Und ganz wichtig immer erst nach dem Frühstück  besser nach dem  alle Kinder das  Haus  verlassen haben   die Arbeitskleidung anziehen.   Beherzigt man diesen Tipp nicht hat man wahlweise Nutella am Rücken oder Milch auf der Jeans.   😦

Als feste Regel  Gartenkleidung (Leggins/Matschhose) festlegen und diese max. 1x  in der Woche waschen.   Kleidung für Kiga  sofort nach dem Heimkommen wechseln und was noch sauber ist für den nächsten Tag sichern.   Dreckige Teile dürfen weiter getragen werden.

In Großstädten gibt es sehr günstige Wasch und Bügelangebote für Hemden/Blusen.  Am besten ein Angebot wählen, dass auf dem Weg zur Arbeit oder einem anderen Pflichttermin liegt.

5)  Keine arbeitsintensiven Anschaffungen tätigen

– Kein Geschirr das nicht spülmaschinenfest ist  oder nicht in die Mikrowelle darf kaufen.

– Keine Spielzeuge die ständig von Eltern repariert/sortiert/erklärt werden müssen kaufen.

– Keine Haustiere   die viel Pflege brauchen (Hund, Vögel …)   Kinder sind auch mit Schnecken oder Fliegen in einem alten Aquarium für ein paar Wochen glücklich und dann ist das Interesse schnell weg.

6)  Termine auf ein Minimum reduzieren

Meine Erfahrung, man sollte nur an den Terminen teilnehmen auf die man sich wirklich freut, oder die dem Kind wirklich wichtig sind.   Alles andere sage ich mittlerweile gnadenlos ab.   Wir gehen  nicht mehr 4x Laterne singen,  3x Eiersuchen und 5x Weihnachtsfeiern.  Ich sehe diese Einladungen mittlerweile als nettes Angebot habe versuche kein schlechtes Gewissen mehr, wenn keine Palmstock bastel.

Pro Kind gibt es max.  einen festen Nachmittagstermin mit Fahrdienst pro Woche.  Und diese Termine sollte man möglichst auf den gleichen Tag legen. Es ist gut  darauf   zu achten, dass die Kinder selbst ihre Freizeit Aktivitäten erreichen können.   Unsere Kinder finden es super, dass sie selbst zum Sport laufen können und sind eher genervt, wenn ich sie zum Musikunterricht fahren muss.

Kinder  die lange im Kiga/OGS s bleiben haben  häufig wenig Interesse noch zusätzliche Angebote zu nutzen.  Unsere OGS bietet so tolle AGs, da sind Kurse weitgehen überflüssig.

Termine besser direkt im Anschluss an Schule/Kiga oder direkt vor dem Abendessen legen.  So bleibt mehr Freizeit für Kinder und Eltern.  Ein Termin mitten am Nachmittag blockiert alles.

7)  Netzwerken

Es ist Gold wert, wenn man andere berufstätige Eltern findet und sich im Alltag unterstützt.   Es sind häufig die Kleinigkeiten die helfen:

– Ein Kind an seinem freien Tag mitnehmen wenn die Eltern Überstunden machen müssen

– Sich bei Fahrten zum Schwimmkurs, Ballett … abwechseln

– Spieldates so legen, dass jeder mal einen freien Nachmittag bekommt.

– Auch mal 2 Kinder zum spielen schicken um so die Kosten für den Babysitter zu sparen

– Ein Kind spontan vom Kiga mitnehmen, wenn die Mama nicht pünktlich sein kann.

Und für mich das beste die Gespräche beim Abholen die einem zeigen, dass man mit seinen Problemen nicht allein steht 🙂

Das bischen Haushalt macht sich von allein ….

April 24, 2012

Leider hat mein Haushalt dieses nette Lied aus den 50er Jahren noch nicht gehört.   Und wenn man über Vereinbarkeit von Familie und Beruf spricht muss Frau auch über dieses Thema nachdenken.  Denn auch wenn immer mehr der Eindruck erweckt wird es es geht nur um die Frage wie Frau ihre  Karriere und Kinder unter einen Hut bringt, vergisst man leider, dass zur Familienarbeit auch die leidige Hausarbeit gehört.

Auch in emanzipierten Partnerschaften wo Kinderbetreuung und Karriere partnerschaftlich geteilt werden, bleibt ein großteil der Hausarbeit häufig stillschwiegend an der Frau hängen.  Nur „das bischen Haushalt“ macht sich leider auch heute nicht von allein.   Es kostet eine Menge Kraft, Organisation und Zeit.    Daher sollte man sich wenn man darüber nachdenkt wie man Beruf und Familie vereinbart immer auch diesen Aspekt mitdenken.

Es gibt ja verschiedene Typen von Menschen ….

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Entscheidungen

April 1, 2012

Nach langem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile gemeinsam mit dem besten Ehemann der Welt,  Familie,  Freunden und im Blog habe ich micht entschieden, ich werde ab dem nächsten Schuljahr das Abenteuer Vollzeit Stelle wagen.   🙂

Den entgültigen Ausschlag hat ein sehr gutes Gespräch mit meiner Schulleitung gegeben, die mir sofort sehr nett entgegen kam und angeboten hat auch als Vollzeit Kraft weiterhin erst zur 2. Stunde anfangen zu müssen.  Das fand ich sehr fair und hat mich in meinem Entschluss bestärkt.   Jetzt bin ich voller Tatendrang und Optimismus für die neuen Projekte ab Sommer.   Klar wird es Tage geben vor allem Mittwochs  wo ich meine Entscheidung verfluchen werde, aber  im Grundsatz ist sie richtig hoffe ich.

Unsere Große Hilfe hat meine Entscheidung mit den Worten: “ Na endlich, ich fand es auch immer unfair, dass alle Mittwochs arbeiten mussten und du frei hattest!“   kommentiert.   Die kleine Hexe hatte meine Ankündigung: “ Ich gehe jetzt jeden Tag arbeiten“  wörtlich genommen und fragte ganz entsetzt zurück, ob wir jetzt kein Wochenende mehr hätten.  Aber da konnte ich sie beruhigen.  Und als dann noch die Ankündigung kam, dass Papa ab Sommer dafür einen Tag in der Woche früher frei hat war es auch für sie ok.

Für unsere Kinder ist es also selbstverständlich, dass wir alle Morgens zur Arbeit / Schule/ Kiga gehen und das finde ich schön.  Genauso wichtig ist es uns aber auch Zeit mit den Kindern zu verbringen und daher sind freie Nachmittage und Wochenenden der eigentliche Luxus.    Ich bin auch Vollzeit spätestens um 15.00-16.00 Uhr zu Hause und dann kommen die Kinder aus der OGS und haben frei, weil alle Hausaufgaben erledigt sind.  Wir haben dann noch genug Zeit für Familienleben und Freizeit.  Und wenn der beste Gatte es wirklich durch bekommt, dass er nur noch 1 Wochenende im Monat arbeiten muss sind auch die Wochenenden wieder berechenbarer.

Wobei heute mal wieder gezeigt wird was es bedeutet ein  Rufdienst Wochenende zu haben.   Er ist heute Morgen um 8.00 Uhr in die Klinik und durfte schon um 17.30 wieder nach Hause um dann um 21.00 Uhr wieder gerufen zu werden und dort sicher noch bis Mitternacht eher länger zu operieren.  Und Morgen früh um halb Acht geht es dann normal weiter.    Und dieses arbeiten auf Abruf macht er jetzt seit Freitag Morgen 😦     In dieser Zeit hat er bis jetzt  Freitag  von 7.30-20.00 Uhr,  Sa von 8.30-22. Uhr und heute bis ???  gearbeitet.    Und sein Verwaltungschef teilt ihm dann Morgen früh wieder mit, dass es ja ein Rufdienst ist, weil eigentlich nur sehr selten arbeit anfällt.      Vielleicht sollte er mal ein Wochenende hospitieren und dann diesen Spruch nochmal bringen.

Eigentlich sind wir ja keine zwei Vollzeit arbeitenden Eltern, sondern mein Mann arbeitet mindestens 1,5 fache Stelle. Wie es zwei Ärzte schaffen sollen Familie und Beruf zu vereinbaren und dabei auch noch ab und zu gemeinsame Freizeit zu haben ist mir persönlich ein Rätsel.

Wie wichtig ist Geld ?

März 28, 2012

Nachmal vielen Dank für die vielen guten  Tipps und Erfahrungsberichte zu meinem letzten Artikel.   Ein Punkt hat mich besonders beschäftigt.  Die Frage ob Geld bei der Entscheidung eine Rolle spielt.

Für mich ganz klar JA

Geld hat für mich mehrere Funktionen

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Vollzeit oder Teilzeit

März 26, 2012

Ich habe meinen Blog nicht vergessen, aber im Moment ist beruflich einiges in Bewegung und ich komme kaum zum schreiben 😦    Aber jetzt brauche ich dringend den Rat von den vielen stillen und aktiven Lesern meines Blogs, denn ich hoffe es sind einige berufstätige Mütter dabei.

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Kinderbetreuung für Babies

Februar 15, 2012

Da meine Schwester gerade auf der Suche nach einer guten Betreuung für ihr Baby ist kommt auch bei mir dieses Thema wieder hoch.  Gerade beim ersten Kind ist man ja häufig noch sehr unsicher welche Form der Betreuung man überhaupt braucht und möchte.    Hinzu kommt  häufig ein latent schlechtes Gewissen ob es richtig ist sein Kind so früh überhaupt betreuen zu lassen.  Und die typischen Fragen.  Wann soll ich anfangen zu suchen, wo finde ich die Richtige Betreuung, wieviele Stunden brauche ich überhaupt  und und und. …..

Als Betreuung für Babies kommen verschiedene Betreuungsformen in Frage.  Häufig kommen sie einem in der folgenden Reihenfolge in den Sinn. (more…)

Somewhere over the limit ……

Februar 9, 2012

Der Härtetest für unser neues Betreuungskonzept ist da.   Seit gut 2 Wochen ist hier im Wechsel immer mindestens ein Kind und/oder Elternteil krank.  Nachdem wir ja letzte Woche unseren Freund Noro zu Besuch hatten, ist jetzt seine gute Bekannte  Madame Bronchitis  zu Besuch.     Vielleicht hätte ich nicht so oft sagen dürfen, dass wir bisher einfach gut durch den Winter gekommen sind.

Die Zutaten für eine Super Woche für Berufstätige Eltern:

Man nehme

–  1-2 kranke Kinder am besten im Wechsel

– Mindestens 1 Konferenz oder alternativ ein schöner Elternsprechtag

2-3 Dienste des Gatten im Krankenhaus

Einen Schwimmkurs der 4 von 5 Abenden in der Woche blockiert

– 2 Kindergeburtstage

–  Für Mama wahlweise einen Arzttermin,  Verabredung mit einer alten Bekannten oder Treffen mit Kollegen zum Mittagessen

– und beruflichen Termin  zu einer völlig unpassenden Zeit nach Dienst für den Gatten damit es auch fair zugeht

Wenn man jetzt alles schön kombiniert und erhält man ein lustiges Überraschungspaket das keine Langeweile aufkommen lässt.

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Noro is back

Januar 31, 2012

Diese Woche hat es uns mal wieder erwischt.  Der Grund warum wir unter anderem fast 5 Jahre ein AP hatten.  Wir haben unseren alten Freund den Norovirus zu Besuch.   Bisher sind wir ja mehr als gut durch den Winter gekommen, aber irgendwann erwischt er jeden.   Es ist auch nicht wirklich festzumachen wer den Übeltäter mitgebracht hat.  Quellen haben wir ja mit Kiga, 2x Schule und Krankenhaus mehr als genug.  Die Kleine Hexe hat sehr arbeitgeberfreundlich den Anfang am Freitag Nachmittag gemacht und war am Sonntag wieder fit. Da war ich noch optimistisch, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen.

Leider habe ich am Montag nachgelegt.   Während ich am Morgen noch überlegte ob ich nicht trotz  Bauchschmerzen und Schwindel    bis Mittag durchhalte, hatte mein Magen dann die Entscheidung gefällt.  Spätestens mit Erbrechen + Durchfall  ist an Unterrichten nicht mehr zu denken.   Also mit reichlich schlechtem Gewissen in der Schule angerufen.  Der Zeitpunkt war wie eigentlich immer ungünstig, da gerade viele Klassen auf Klassenfahrt sind und daher auch für mich schon mehrere Vertretungsstunden eingeplant waren.   Habe mich erstmal für 2 Tage krank gemeldet in der Hoffnung, das ich genau wie die kleine Hexe schnell wieder fit bin.

Den Montag habe ich dann mehr oder weniger zwischen Toilette und Bett verbracht und war sehr dankbar, dass die Kinder bis 16.00 Uhr in Schule und Kiga gut versorgt waren.  Ich musste also nur 1x schnell mit dem Auto zum Kiga und ein Kind abholen.  Der Abend war auch ok, Kinder haben doch ein Gespür wenn es den Eltern nicht gut geht 🙂

Die große Hilfe kam schon käseweis aus der Schule und hatte Abend keinen Hunger.  Da war mir mein Programm für die Nacht schon klar.  Ab 22.00 Uhr ging es mir etwas besser und der großen Hilfe richtig schlecht 😦    Nachdem wir bis 4.00 Uhr  3x das Bett umgezogen haben und 1x geduscht wurde es zum Glück ruhiger und wir konnten endlich schlafen.

Am Morgen habe ich dann die kleine Hexe schnell in den Kiga gebracht und mich dann mit der großen Hilfe auf die Couch gekuschelt und viel vorgelesen und Tee getrunken.  Ich scheine das gröbste überstanden zu haben und der großen Hilfe geht es auch schon ein bischen besser.   Zum Glück habe ich Mittwoch immer frei, so kann ich die große Hilfe noch einen Tag länger zu Hause lassen.    Und am Donnerstag sind dann bitte alle wieder fit.

Auch diese Krankenwelle haben wir also gut ohne AP überstanden.  Ich hatte vor solchen Situationen ja am meisten Angst als wir das Experiment „Leben ohne AP“ gestartet haben.  Bisher hat sich aber gezeigt, dass meine Angst vor vielen Kranktagen übertrieben war.    Und wenn die Kinder krank sind findet sich meist eine Lösung die ich so vorher gar nicht bedacht hatte.

1) Häufig stecken wir uns  in der Familie gegenseitig an, daher ist häufig auch ein Elternteil krankt und krank geschrieben und somit als  Betreuung zu Hause.  Diesen Zusammenhang hatte ich vorher so nicht mit eingeplant. Natürlich passt es nicht immer, aber häufig eben schon.  Klar war es mit AP angenehmer sich selbst auch mal für einen Vormittag ins Bett verziehen zu können und das AP hat vorgelesen, aber es geht auch so.  Und die Kinder genießen es von Mama oder Papa betüddelt zu werden und meist schläft man irgendwann gemeinsam nochmal ein.

2) Unsere Kinder scheinen sehr arbeitgeberfreundlich zu sein und sind eher am Wochenende / Mittwoch / Ferien krank.  So können wir sie ohne Probleme selbst betreuen. Auch hier hat man vorher nicht so darauf geachtet.  Und mit AP war ich auch viel eher bereit die Kinder mal auch mit nur leichten Schnupfen oder bei Noro Alarm im Kiga zur Sicherheit 1-2 Tage zu Hause zu lassen.  Jetzt geht das nicht mehr, aber es scheint keinem zu schaden.   Im Gegenteil die Kinder gehen gerne und wenn sie von sich aus nicht wollen, dann ist eben der Punkt erreicht wo unser Betreuungsnetz greifen muss.  Aber wirklich Fieber, Durchfall und fiese Erkältungen sind nicht so häufig wie befürchet.

3) Die Theorie, dass Kinder je älter sie werden weniger krank sind scheint  also wirklich zu stimmen.  Zumindest letztes Jahr hatten wir deutlich mehr Fehltage im Kiga.  Was aber auch damit zu tun haben könnte, dass damals umgebaut wurde und die Kinder wochenlang im kalten Keller spielen mussten.  Egal dieses Jahr läuft bisher viel besser und ich halte mit an das alte Motto: “ Nicht fragen, freuen!“

4) Unsere APs haben unsere Kids während ihrer Kranktage häufig zu gut betreut verwöhnt. Mit der Folge, dass die Kinder  fast gerne krank waren und man schon sehr genau hinschauen musste ob jemand wirklich krank war oder einfach mal wieder einen Tag allein mit dem Lieblings AP wollte 😉    Seit wir die Krankenbetreuung selbst mehr in der Hand haben und es im Krankheitsfall nicht mehr stundenlang TV, Süssigkeiten und PC schauen gibt, sondern Bettruhe und auch mal Langeweile angesagt ist, hat Kranksein deutlich an Reiz verloren.   Was natürlich nicht bedeutet, dass ich meine Kinder nicht bemutter, aber wer krank ist kann eben nicht in den Garten, Freunde treffen oder andere schöne Dinge tun.

4) Durch die Dienste meines Mannes, meinen freien Tag und unsere Putzfrau haben wir nur ganz wenige Tage die wirklich schwierig abzudecken sind und bisher hat es immer irgendwie geklappt. Wir sind jetzt ja über ein halbes Jahr ohne AP und haben noch keinen Kinderkrank Tag als Eltern nehmen müssen.  Bisher hat es immer geklappt.   Und neben dem normalen Betreuungsnetz haben wir ja zum Glück auch noch eine nette Oma die im Notfall gerne einspringt.  Das hat sich auch schon 2x gemacht als ein Kind länger erkältet war.

 

 

 

 

Ferien und Urlaub

Oktober 26, 2011

Alle Kinder und  Lehrer 😉 freuen sich auf die Ferien.  Denn Ferien bedeutet unendlich viel Zeit einfach mal nichts zu machen.  In den Tag leben,  träumen,  sich treiben lassen ….

Als Kind kamen einem Ferien immer endlos lange vor und manchmal hatte man sogar richtig Langeweile.  Es war eine unbeschwerte und ungeplante Zeit die man im normal Fall gemeinsam mit der Familie verbrachte.  Manchmal  ist man auch für ein paar Tage zu Oma und Opa gefahren aber die meiste Zeit hat man mit Freunden verbrachte.  Schule war weit weg und man musste für einige Wochen nicht funktionieren,  sich in eine Gruppe einbinden und funktionieren.

Für die meisten  Eltern sind Ferien heute leider eher ein Stressfaktor.  Die Kinder haben keine Schule/Kiga und damit muss das Betreuungskonzept neu geplant werden.  Wenn beide Eltern berufstätig sind ist es schwierig die 12 Wochen Ferien im Jahr so zu planen, dass die Kinder betreut sind und auch noch 1-2 Wochen gemeinsamer URLAUB dabei herausspringt.  Ich bekomme es bei vielen Bekannten mit wie schwierig es für Eltern und noch schlimmer Alleinerziehende ist diese Wochen zu organisieren.  Zum Glück gibt es heute immer mehr Angebote wie Ferienbetreuung, Spieltage und Kitas die kooperieren, aber trotzdem ist es jedes Mal ein Drathseilakt alles passend zu takten.

In diesen Phasen  weiß ich meinen Beruf nochmal richtig zu schätzen.  Denn auch wenn für uns Lehrer die Ferien nicht so frei und unbeschwert sind wie als Kind, haben wir doch die Möglichkeit unseren Kindern eine ähnlich schöne Zeit wie uns damals zu ermöglichen.    Unsere Kinder können 14 Tage einfach nichts machen und frei entscheiden wann sie wohin möchten.   Viele ihrer Freunde sind in der Ferienbetreuung.  Die haben tolle Konzepte,  super Events und ich bin mir sicher die Kinder fühlen sich dort wohl, aber sie müssen eben trotzdem jeden Morgen früh aufstehen,  sind in einer festen Gruppenstruktur eingebunden und haben nicht die Möglichkeit einfach mal aus allen Zwängen auszubrechen.   Das ich nebenbei noch ein paar Klausuren korrigiere,  Unterricht plane oder Abiturvorschläge suche merken die Kinder oft gar nicht.

Ich merke wie gut es unseren Mädels tut für ein paar Tage zu den Großeltern zu fahren und dort tolle Dinge zu erleben.  Sie sehr die beiden es aber auch genießen einfach stundenlang Playmobil und Lego zu spielen und in aller  Ruhe ihr Kinderzimmer zu verwüsten.    Wenn man dann noch das Glück hat, dass beide Eltern auch frei haben kann man wirklich mal wieder 24/5 Familienleben genießen.   In Ruhe Frühstücken,  gemeinsam auf dem Sofa lümmeln und Abends noch unvernünftig eine Stunde länger aufbleiben.

Für uns Eltern sind Oma/Opa Tage übrigens der echte Urlaub.  Denn da können wir mal richtig ausschlafen,  in den Tag reinleben, stundenlang lesen oder wie bisher in Ruhe renovieren.  Aber selbst da merkt man wie schnell man voran kommt, wenn man nicht alle 20 Minuten einen Streit schlichten, Essen machen,  trösten,  vorlesen oder einfach zuhören muss.

Und so haben gerade die Kids und wir Eltern eine richtig gute Zeit und tanken hoffentlich genug Kraft für die nächsten Wochen Schule und Arbeit.

Was bringt mir eigentlich ein AP?

Oktober 22, 2011

Diese Frage stellen sich bestimmt viele potentielle Gasteltern wenn sie überlegen ein AP einzuladen.  Denn die Entscheidung ein AP einzuladen ist ja keine leichte Entscheidung.  Man übernimmt für ein Jahr die Verantwortung für einen jungen erstmal völlig fremden Menschen aus einem fremden Land und nimmt ihn in seinen absolut intimen privat Bereich auf.   Daher sollte man sich vor der Entscheidung gut überlegen ob die eigenen Erwartungen und Wünsche realistisch sind.

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Haushaltshilfen im Praxistest

Oktober 14, 2011

Unsere Haushaltshilfe  wird immer besser.  Sie war ja nie schlecht, aber am Anfang sehr unsicher.  Aber seit wir ihr nochmal deutlich unser Vertrauen ausgesprochen und ermutigt haben  Eigeninitiative zu zeigen bin ich total begeistert.

Sie sieht Arbeit und erledigt diese dann auch super ordentlich und zuverlässig.  Es ist ein tolles Gefühl von der Arbeit zu kommen und nicht nur eine saubere Wohnung vorzufinden, nein nach und nach werden alle meine „Chaos Ecken“ sortiert und geordnet.  Sie hat schon meine Porzellansammlung abgewaschen und die Vitrinen gründlich gesäubert.  Unser Handtuch und Wäscheschrank hat ein neues und wirklich tolle Ordnungssystem und sogar der Waschkeller ist sauber und ordentlich.

Meine Bügelwäsche wird erledigt und nach einem kleinen Hinweis auch nicht mehr auf links in den Schrank gehängt.  Aber das habe ich durch 5 APs gelernt.  Beim Wäschezusammenlegen und Bügeln gibt es 100 „richtige“ Arten es zu machen.  Und wenn mich eine davon stört muss ich es eben sagen.   Als ich sie heute lobte und ihr für den guten Start dankte, war sie richtig gerührt.  Und das Lob kam wirklich von Herzen.

Der tolle Einsatz von Fräulein Reinlich macht es mir im Moment viel einfacher den Stress auf der Arbeit und die vielen Handwerker im Haus zu ertragen.  Ich kann meine Freizeit wirklich voll den Kindern und meiner eigenen Erholung widmen.   Ein echter Luxus.     Und für den verzichte ich liebend gerne auf teure Luxusurlaube,  Markenkleidung und andere Dinge.   Für mich ist immer noch Zeit der größte Luxus.

Als Kinderbetreuung haben wir Fräulein Reinlich noch nicht gebraucht, aber ich bin mir ganz sicher der Winter wird sie da noch fordern.  Jetzt steht für mich erstmal die Frage an, wie verplanen wir ihre Arbeitsstunden in den Ferien.   Denn wenn wir alle im Haus sind, ist es fast eher störend, wenn 3x die Woche jemand vorbei kommt.  Ich denke wir werden ihr 1 Woche Urlaub geben und in der zweiten Woche ihr Stunden auf 2 Tage verteilen.  So hat sie auch mehr Zeit für ihre Kinder und Familie und wir ein bischen Familienzeit.

Aber so wie es im Moment läuft wird sie wohl von Fräulein Reinlich zur Kätie umbenannt.  🙂

Alltag ohne AP

Oktober 3, 2011

Unser Alltag ohne AP hat sich gut eingespielt und bisher sind wir auch gut zurecht gekommen, aber ich habe jede Woche mindestens 1-3 Situationen in denen ein AP verdammt hilfreich und bequem wäre.   Alle Situationen sind bisher auch ohne AP gut lösbar und kein echtes Problem gewesen, aber ein AP hätte eindeutig Vorteile gehabt.    Die Situationen der letzten Wochen in ungeordneter Reihenfolge.

Elternabende in der Schule / OGS / KIGA und Musikschule machten jeweils eine Betreuung von 1-2 Stunden am Abend nötig.  Also nicht wirklich lang, aber da 2x der beste aller Gatten Dienst hatte mussten wir 2x einen Babysitter organisieren und ca. 12-20€ je Abend ausgeben.

Ein schon länger geplanter Konzertbesuch und unser Kabarett Abo haben 2 weitere Abende Babysitten notwendig gemacht.  Auch hier musste erst geklärt werden ob unser Babysitter kann und 1x ist netterweise eine Tante eingesprungen, trotzdem Kosten von ca.  50€

Mich hatte letzte Woche eine böse Grippe erwischt und da wäre es sehr bequem gewesen, wenn das AP die kleine Hexe in den Kiga gebracht hätte und ich nicht mit knapp 40 Fieber dorthin wanken müsste.

Die Schule hat schon 3x Konferenzen und 1x Sonderthementag  angekündigt und alle Termine gehen über die normale Schulzeit und Betreuungszeit in Kiga und OGS hinaus.  Also auch hier organisieren,  Familie einspannen und Dienste beim Gatten tauschen.  Das hat weniger Geld als Nerven  gekostet.

Im Kiga gab es auch schon wieder 2x Nachmittagstermine mit Eltern die natürlich wieder genau parallel zu meinen Schulterminen lagen.  Aber auch hier sind wir mit Hilfe netter anderer Eltern und einem früheren Feierabend meines Mannes gerettet worden.

In allen Situationen habe ich am Anfang schon gedacht, dass ich jetzt mit AP deutlich weniger Stress hätte.  Wir hätten einfach ihre Arbeitszeiten entsprechend für die Woche gelegt und alles wäre ok gewesen.  Aber immer wenn so ein „Stresstermin“ vorbei war, war es auch ein gutes Gefühl es allein (mit Hilfe von Freunden und Familie) geschafft zu haben und das Haus dann für sich zu haben.     Und bei vielen erstmal problematischen Situationen hat sich überraschend eine bequeme Lösung gefunden.  Entweder wollten sich die Kids eh verabreden oder ein Besuch war geplant und konnte helfen.

Daher ich vermisse zwar manchmal die Bequemlichkeit die ich in fast 5 Jahren Gastmutter genießen durfte, aber es ist auch ein wirklich schönes Gefühl, dass wir jetzt auch ohne diese Hilfe unseren Alltag meistern können und wir sind dankbar für tolle Freunde, Verwandte und Bekannte die uns so toll unterstützen.

Familienleben ohne APs

September 14, 2011

Wir haben jetzt die ersten Tage ohne  ein AP im Alltag hinter uns gebracht und ich stelle für mich  überraschend fest, dass besonders der Morgen viel stressfreier und ruhiger abläuft.  Ich hatte  für mich besonders die Hilfe am Morgen immer als einen wichtigen Grund für ein AP angesehen und jetzt stelle ich fest, es geht nicht nur ohne, es ist sogar  einfacher.

Ich kann die Kinder dann wecken wenn es mir passt ohne erst Zeiten mit einem AP absprechen zu müssen.  Die Kleidung für die Kids lege ich am Abend vorher raus und kann so auch kontrollieren was sie anziehen.  Sonst hatten wir Morgens oft Stress, weil Kids und AP sich gestritten haben was angezogen wird.   Und selbst wenn ich Abends Kleidung rausgelegt hatte, haben beides es in vielen Fälle gemeinsam ignoriert.

In der Zeit in der sich die Kinder selbst anziehen habe ich genug Zeit den Tisch zu decken und auch hier der Vorteil nicht mehr ständig Streit zwischen AP und Kids zu haben, weil die APs entweder jeden Morgen jedes Teil einzeln abfragen:  „Was möchtest du essen / trinken?“   und dann genervt sind wenn nicht sofort eine Antwort kommt und die Kids genervt sind, weil sie in 9 von 10 Fällen das selbe essen.

Die Kinder nehmen wieder Obst und Vollkornbrot mit in den Kiga und unser Cornflakes Konsum ist deutlich gesunken. Auch hier gab es natürlich einige Debatten mit den Kids, aber jetzt läuft es und wir sind wieder auf einem guten Weg.

Natürlich hätte ich das alles auch schon mit AP selbst machen können, oder mit den APs sprechen, aber erstens wollte ich nicht schon am frühen Morgen ständig dem AP sagen was es alles „falsch“ macht.  Denn dann kann ich es wirklich einfacher und schneller selbst machen.  Und zum Start in den Tag möchte ich für mich und meine Familie Ruhe und Gemütlichkeit und da passen Streit und Stress für mich nicht dazu.  Und es waren ja keine  auch keine riesen Fehler, sondern eher atmosphärische Störungen.  Mir fällt kein besserer Begriff ein.

Es ist häufig schwer einem AP klar zu machen was man von ihm erwartet.  Wir hatten mehrere APs die es einfach konnten den Kids ein gemütliches Frühstück zu machen und dennoch alle wichtigen Dinge zu beachten und andere konnten es nicht. Sie haben sich entweder sklavisch an die Anweisungen gehalten, auch wenn wir immer gesagt haben es darf auch Ausnahmen geben, oder sie haben die Regeln einfach ignoriert und eigene aufgestellt.

Auch hier war mein Gefühl es wurde für beide Seiten immer komplizierter je älter die Kinder wurden.  Bei Babys und Kleinkindern war es ja wirklich jeden Morgen exakt die gleiche Routine.  Da konnte man einen Plan aufstellen und das AP hatte für die nächsten Wochen/Monate eine feste Erwartungshaltung.  Aber mit Schulkindern ist es schwerer, die diskutieren, haben eine eigene Meinung und wollen Aufmerksamkeit und sich reiben.  Und das hat unsere letzten beiden APs eher überfordert.

Auch mein Mann ist positiv überrascht wie selbständig unsere Kinder schon sind und wie schnell wir 4 den Start in den Tag hinbekommen. Auch am Nachmittag genieße ich es jetzt wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.  Ich versuche die kleine Hexe Nachmittags möglichst zu Fuß abzuholen und es macht richtig Spaß mit ihr nach Hause zu laufen und mit ihr über den Tag zu sprechen.  Sie erzählt soviel und ist voller Neugier auf den Umwelt.  Und für die kleine Hexe ganz wichtig, wir können auch wieder mit dem Rad zum Kiga fahren.  Das sind Dinge die unseren Kindern in den letzten 2 Jahren gefehlt haben.   Wobei man fairer Weise sagen muss, ich muss jetzt nur noch 1 Kind aus dem Kiga abholen und das ist deutlich stressfreier als 2 müde und streitende Geschwister nach Hause bringen.

Mir geht es auch nicht darum unsere AP schlecht zu machen, sondern es sind für mich spannend zu beobachten wie sich unser System Familie verändert seit wir ohne AP leben.  Vieles liegt für mich auch daran, dass unsere Kinder jetzt viel selbstständiger sind und wir als Eltern ja auch immer mehr Profis werden.  Auch wir wachsen mit unseren Aufgaben 😉

Wir suchen unser erstes AP

September 10, 2011

Wir hatten unseren Tagesvater über die Sommerferien verloren, nachdem mein Vertrag dank Schwangerschaft nicht verlängert wurde.  Ich war also arbeitslos und wir waren endlich ins eigene Haus gezogen.  Dort war ich ohne Putzfrau, mit einem Kleinkind und dickem Bauch also wieder  Hausfrau.   In den Ferien kam völlig überraschend das Angebot eine Stelle für 2 Jahre anzutreten.  Das war für uns wie ein 6er im Lotto.  Denn ich wollte gerne arbeiten und wir konnten das Geld auch mehr als gut gebrauchen.  Wir hatten zwar so finanziert, dass im Notfall auch ein Gehalt ausreicht, aber eigentlich war schon vorgesehen, dass wir mittelfristig wieder beide arbeiten.  Also wurde wieder eine Kinderbetreuung gesucht.  Nachdem schon bei der letzten Suche nach einer Tagesmutter/Kinderfrau klar wurde, dass eine bezahlbare und sympathische und kompetente  Bewerberin ungefähr so selten war wie ein Baby, dass mit 4 Wochen durchschläft, standen wir wieder vor der Frage wie wir die Kinderbetreuung nach der Geburt unserer zweiten Tochter organisieren konnten.

Zunächst haben wir erneut versucht über Arbeitsamt und lokale Zeitung eine Kinderfrau zu finden, aber leider haben sich nur super tolle Erzieherinnen gemeldet, die leider mindestens 1500€ verdienen wollten oder bezahlbare ältere Damen, die aber leider entweder ein Alkoholproblem hatten,  beim Probearbeiten einschliefen, oder mein persönliches Highlight begeistert erzählen, dass ihrer Meinung nach ein Klaps noch keinem Kind geschadet habe.   Nach 3 Wochen  Suche haben wir entnervt aufgegeben und uns nach Alternativen umgesehen.

Beim Jugendamt des neuen Wohnorts war man zwar deutlich freundlicher, aber Tagesmütter bei denen 2 Kleinkinder schon vor 7.00 Uhr abgegeben werden können, das hatte man leider nicht. Der Lösungsvorschlag, doch einfach 1 Stunde später anzufangen, fand überraschend weder bei meiner neuen Schule noch in der Klinik meines Mannes Beifall.

Als wir schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatten überhaupt noch jemand zu finden, stellte sich bei uns eine nette junge Mutter vor, die bereit war bei uns als Kinderfrau im Haus zu arbeiten und auch früh anzufangen, aber sie müsse ihren Sohn mitbringen, der gerade mal 2 Monate jünger als unsere Tochter war.  Diese junge Mutter war unsere Rettung, aber eigentlich auch schon über unserem Budget.  Sie war selbst noch Studentin und daher recht flexibel, aber es war für beide Seiten klar, dass es leider kein Dauerjob würde.  Denn die junge Frau wollte natürlich in ihrem richtigen Beruf Fuss fassen und wir konnten uns auf Dauer 9€ die Stunde  für 20-30 Stunden die Woche auch nicht leisten.  Aber bis zum Mutterschutz konnten wir mit ihrer Hilfe erstmal überbrücken.

In dieser Zeit kamen erst noch sehr zart, aber immer häufiger die Überlegungen, ob nicht auch ein AP eine Lösung wäre.  Ich war ja selbst AP gewesen und war fest überzeugt, dass ich ganz bestimmt nie ein AP haben würde, weil ich es furchtbar fand meinen Kindern jedes Jahr eine neue Kinderbetreuung zuzumuten.   Aber nach unseren bisherigen Erfahrungen erschien eine verlässliche Lösung für 12 Monate schon ziemlich himmlisch.   Und die notwendigen Bedingungen hatten wir jetzt.  Es gab ein freies Zimmer, wir hatten die Sicherheit für 12 Monate das  Taschengeld und Versicherung zu zahlen.    Blieb die Frage:  Wollten wir wirklich unser Haus mit einer völlig Fremden teilen und ihr unser Kind anvertrauen?

In langen Gesprächen und Diskussionen mit meinem Mann sind wir zu dem Schluss gekommen wir wagen das Abenteuer und versuchen ein AP zu finden.  Ich fing in dieser Zeit an zu überlegen was ich als Gastmutter alles besser und anders machen würde als meine eigene Gastmutter und wie schön es wäre ein tolles AP zu haben, dass uns hilft und dem wir Deutschland zeigen können.  Ich erstellte Listen mit allen Wünschen und Anforderungen die ich an ein AP hätte. Man könnte auch sagen, ich bin ein zweites Mal auf die netten Hochglanzbroschüren der AP Agenturen reingefallen.

Der Anruf bei der ersten Agentur brachte mich dann auf den Boden der Tatsachen zurück. Dort wurde mir sehr deutlich gesagt, dass wir mit 2 Kindern U3, davon ein Baby, Wohnort auf dem Land so gut wie nicht vermittelbar wären.  EU APs bräuchten wir gar nicht erst zu versuchen.   Aber uns wurden dafür immer wieder Afrikanische APs als die besten überhaupt angepriesen.  Diese Mädchen wären sehr kinderlieb, absolut zuverlässig und sehr dankbar eine nette Familie zu finden.  Und die meisten dieser APs hätten sehr viel Erfahrung im Umgang mit Babys, daher bräuchten wir uns dort keine Sorgen zu machen.

Wir überlegten kurz und kamen zu dem Schluss, dass für uns nichts gegen ein afrikanisches AP sprach.  Im Gegenteil es erschien uns super spannend und aufregend eine junge Frau aus einem so fernen Land kennen zu lernen.  Die einzige Sorge die ich hatte war, dass das AP evt. Probleme mit rassistischen Äußerungen bekommen würde, aber zum Glück waren auch unsere Nachbarn und Freunde eher neugierig und begeistert.

Die Agentur die uns dann unser AP vermittelte, hatte auch ein ganz besonders tolles Angebot.  Sie hatte quasi das perfekte AP, dass von einer ganz bösen Familie einfach erst eingeladen wurde, und dann kurz vor der Visa Beantragung wieder ausgeladen wurde.  Dieses Mädchen wäre für uns perfekt.  Sie spräche super Deutsch, hätte 6 Geschwister und könnte quasi sofort kommen.  Da wir unter Zeitdruck standen und uns die Bewerbung des Mädchens sympathisch war luden wir sie nach einem sehr kurzen und häufig unterbrochenen Telefonat ein.

Heute ist mir klar, dass wir damals so gut wie jeden Anfänger Fehler gemacht haben, den es nur gibt, aber damals war ich euphorisch, begeistert und konnte die Ankunft unseres APs kaum erwarten.

Babysitter

August 13, 2011

Wir hatten ja bisher durch unsere APs immer die komfortable Situation Abends und am Wochenende auch mal spontan etwas unternehmen zu können ohne langfristig einen Babysitter zu bestellen oder über mögliche  Deadlines der Babysitter nachdenken zu müssen.    Nicht das wir es wirklich besonders oft genutzt haben, aber das Gefühl es nutzen zu können war schön.

Jetzt ohne AP fällt dieser Luxus natürlich weg und wir brauchen einen Babysitter.  Wir haben auch schon eine nette Babysitterin an der Hand.  Die Tochter unserer Putzfrau ist total kinderlieb und hat schon ein paar Mal aufgepasst wenn unser AP nicht konnte.  Also alles im grünen Bereich dachte ich.

Leider ist die junge Dame nicht nur bei uns fleißig gewesen, sondern auch in der Schule und daher wird sie ab Herbst einen Bildungsgang antreten in dem sie 3-4x in der Woche ein Ganztagspraktikum machen muss.  Damit fallen für uns wichtige Zeit  am Nachmittag für Kinder aus Kiga abholen und ähnliches weg.  Und da sie auch häufiger am Wochenende arbeiten darf , fallen auch da viele Termine für sie aus 😦

Es sieht also danach aus, dass wir uns noch eine zweite Babysitterin suchen müssen.   Für Abends ist sie natürlich immer noch unsere erste Wahl und sie ist auch super hilfsbereit, aber wenn sie 8 Stunden am Tag arbeite, noch für die Schule lernen muss und dann auch noch babysitten kommt sie ganz schnell an ihre Grenzen.  Das ist mir und ihrer Mama wohl schon klarer als ihr ;

Jetzt kommt also eine neue Herausforderung auf uns zu.  Wir suchen einen Babysitter.  Nach vielen AP Suchen mal eine neue Herausforderung.   Leider haben wir in der direkten Nachbarschaft keine passenden Mädels die man fragen könnte.  Ich habe jetzt erstmal unser neues Familienzentrum = Kiga informiert und vielleicht fällt denen ja eine ehemalige Praktikantin ein die Spaß an Kindern hat und sich ein bischen was dazu verdienen möchte.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie alles begann

August 11, 2011

Jetzt wo unsere Zeit als Gastfamilie zu ende gegangen ist, merke ich, dass ich häufig an unsere Anfänge als AP-Familie denke.  Es ist schon unglaubliche 5 Jahre her, dass wir uns entschieden haben ein AP in unsere Familie einzuladen.   Aber vor dieser Einladung lag eine lange Zeit der Überlegung und des Abwägens ob AP wirklich die richtige Form der Kinderbetreuung für uns ist. Und vor allem eine Zeit in der wir verschiedene andere Betreuungsformen ausprobiert haben.

Als unsere erste Tochter geboren wurde war ich gerade mit dem Referendariat fertig und somit erstmal arbeitslos.  Daher waren wir im klassischen System Wahnsinn  gefangen.  Bei allen Kitas und beim Jugendamt standen wir ganz hinten auf der Warteliste, weil wir ja keinen Bedarf nach Kinderbetreuung hatten.  Als Arbeitslose hatte ich ja Zeit mich selbst um mein Kind zu kümmern.

Das Problem bei Vorstellungsgesprächen war aber, dass neben dem dicker werdenden Bauch, auch die ehrliche Antwort „Ich habe noch keine Kinderbetreuung“ nicht wirklich förderlich wirkte.  Also war die Chance eine Stelle zu finden nicht wirklich toll.  Zum Glück hatte mein Mann wenigstens eine feste und sichere  Arbeit.

Nach der Geburt kam dann bei meinem ersten Besuch mit Baby auf der alten Arbeit das überraschende Angebot meines Chefs ab übernächste Woche wieder für 2 Tage als Elternzeitvertretung einzuspringen.   Dieses Angebot war eingentlich genau was ich gesucht habe.  Nicht zuviele  Stunden und in einem Bereich den ich kannte und der mir sehr viel Spaß machte.  Daher wollte ich diese Chance auf jeden Fall nutzen.     Ich habe also nach kurzem Überlegen zugesagt obwohl ich damals keine Kinderbetreuung hatte.

Zuhause habe ich dann mit meinem Mann erst gefeiert und dann in langen Gesprächen angefangen zu überlegen wie wir die Betreuung für 2x 5 Stunden organisieren könnten.  Zum Glück hatten wir die Untestützung von meiner Mutter, die zur Not die ersten Wochen eingesprungen wäre.   Und auch mein Mann hätte erstmal für ein paar Wochen Urlaub nehmen können. Aber als Dauerlösung war es nicht möglich, da auch die Oma noch berufstätig war und ich mit einer 2 Tage Stelle keine Vollzeitarbeit meines Mannes ausgleichen konnte.

Ich habe also wieder beim Jugendamt / Kita angerufen und mitgeteilt, dass ich jetzt nicht mehr arbeitslos bin und daher „Bedarf“ habe.   Aber leider war unsere Situation immer noch nicht förderfähig.  Denn „Sie müssen ja nicht arbeiten und ein sozialer Härtefall liegt auch nicht vor“  „Wir zahlen ihnen keine Tagesmutter“ .  Ich wollte die TAMU ja auch nicht bezahlt haben, sondern nur eine Adresse von guten TAMÜS die ich selbst bezahlen würde.  Aber auch hier waren alle Plätze voll.

In meiner Verzweiflung habe ich dann meine Hebamme angerufen und sie gefragt, ob sie nicht eine Mutter kennt, die gerne ein paar Euros verdienen möchte und als Tagesmutter für uns arbeitet.  Und sie hatte eine Idee:

Ihr Mann war seit langem Hausmann um ihr ihre Berufstätigkeit zu ermöglichen. Und da ihre Kinder schon aus dem gröbsten raus waren suchte er eine neue Aufgabe.  Er wollte gerne von zu Hause aus als Tagesvater arbeiten.  Ich war ja erstmal skeptisch, aber aus Mangel an Alternativen haben wir uns mit ihm getroffen und ich muss sagen wer war super.  Ich konnte unsere Tochter Morgens vor der Arbeit dort zur Not im Pyjama abgeben und er hat alle unserer Wünsche (Tragen,  Mumi füttern ….) akzeptiert und umgesetzt.  Und am wichtigsten unsere Kleine hat sich dort von Anfang an sehr wohl gefühlt.   Er hat sich super um sie gekümmert und später sogar noch ein zweites Kind  in Tagespflege genommen.

Nach ein paar Monaten war ich dann wieder schwanger und habe dadurch meine Arbeit wieder verloren.  Denn eine tolle Nebebenwirkung von Zeitverträgen ist es eben, dass normale Mutterschutz Gesetzt für sie nicht gelten.  Man kann zwar nicht gekündigt werden, aber es gibt eben auch keinen Anspruch auf Verlängerung.
Da unser Tagesvater  immer mehr Anfragen von Familien bekam und wir ihm erstmal nicht sicher sagen konnten, ob wir ihn nach den Ferien noch brauchen war unser Betreuungsplatz erstmal weg.  😦

In dieser Zeit haben wir dann unser Haus gekauft und sind umgezogen.  Und so war ich dann schwanger mit einem 1 jährigen Kleinkind wieder unfreiwillig als Hausfrau zu Hause.  Und wieder in der gleichen Situation wie vorher.  Keine Arbeit für eine Mutter mit Kleinkind  + Schwanger und keine Betreuung für eine „Nur Hausfrau“.

In dieser Zeit haben wir dann unsere große Tochter in eine private Loslösegruppe gebracht, damit sie zum einen nicht „verlernt“ auch fremdbetreut zu werden und mir selbst zumindest 2x in der Woche einen ruhigen Vormittag für Einkäufe, Arztbesuche …. zu verschaffen.  Aber diese Lösung war sehr teuer und kompliziert und keine Lösung für eine Berufstätigkeit gewesen.

In dieser Zeit kam zum ersten Mal die Idee auf ein AP einzuladen.  Im neuen Haus hatten wir ein Zimmer übrig und ein zweites Bad fürs AP gab es auch.  Daher wurde diese Betreuungslösung auf einmal interessant.  Obwohl ich nach meinem AP-Jahr in den USA immer gesagt hatte ich würde NIEMALS ein AP einladen.

Aber damals habe ich noch nicht gewußt wie schwierig es ist den Alltag mit zwei Kleinkindern U3 und Arbeit unter einen Hut zu bringen.  Aber die Idee war geboren und mein Mann und ich haben angefangen zu überlegen ob wir als Gastfamilie geeignet sind und welche Wünsche und Probleme mit einem AP  verbunden sind.

Urlaub Au-Pair

Juli 18, 2011

Unsere Olga hat am Freitag ihren letzten offiziellen Arbeitstag bei uns gehabt und damit sind wir seit heute offiziell ohne AP Hilfe.  Aber für 14 Tage immer noch Gastgeber für Olga, da sie ja ihren Resturlaub bei uns verbringen wird.

Heute Morgen hat sie erstmal ausgeschlafen und wir Eltern haben die Kids allein für den Kiga fertig gemacht.  Es hat auch überraschend gut geklappt.  Die große Hilfe und die kleine Hexe haben sich ganz allein angezogen und sogar angefangen selbst zu kämmen.  Nur bei den gemeinen Haarknoten Monstern brauchten die beiden unsere Unterstützung 😉

Das in den Kiga bringen hat der Gatter übernommen, da er etwas später zur Arbeit musste.  Er darf nämlich heute die ganze Nacht dort verbringen und ich habe die Damen dann am Nachmittag wieder abgeholt.  Der Nachmittag ist bisher auch sehr entspannt.  Die Kinder hören Hörspiele und spielen im Kinderzimmer und ich habe sogar Zeit einen Blogartikel zu schreiben.

Olga hat bis Nachmittags geschlafen und sich gerade in der Küche ein Mittag/Nachmittag/Abend Essen gekocht.  Natürlich wie immer nur für sich.   Aber wir haben uns nett unterhalten und sie hat von ihrem Wochenende berichtet und sie ist schon ganz aufgeregt vor ihrem neuen Aufgaben im FSJ.

Morgen bringe ich die Kids in den Kiga  und darf sie allein fertig machen und das Gatte darf sie dann nach ein paar Stündchen Schlaf am Nachmittag wieder abholen.  Denn da habe ich Konferenz.  Diese Woche scheint also gut zu laufen.

Olga plant noch diverse Einkäufe und lebt ansonsten in den Tag hinein.  Bin gespannt wie es 14 Tage weitergeht.  Denn für die Kids ist es ungewohnt, dass sie am Nachmittag nicht mit ihnen spielt obwohl sie im Haus ist.  Aber heute haben sie es akzeptiert.  Wir haben erklärt, dass Olga jetzt Urlaub hat und das scheint ok für sie zu sein.

Phasen eines AP-Jahres : Der letzte Monat

Juli 1, 2011

Jetzt ist er auch offizielle angebrochen, der letzte Monat mit Olga.   Denn in genau 30 Tagen fängt sie ihr FSJ an und richtig arbeiten muss sie nur noch 14 Tage.   Sie hat noch 7 Tage Resturlaub =1.5 Wochen gehabt, aber da die letzten Wochen wieder richtig gut gelaufen sind haben wir uns entschieden ihr noch volle 14 Tage Urlaub zu geben.  Sie hatte ja auch noch einiges vor.  Sie wollte ihre Tante besuchen und evt. mit Schatzi noch was unternehmen.

Aber typisch AP kommt natürlich alles anders.  Ihre Tante fährt jetzt genau in der Zeit in der Olga frei hat in die Heimat und daher fällt diese Woche Urlaub schon mal aus und Schatzi bekommt auch kein frei.  Daher hat sie jetzt beschlossen ihren Urlaub bei uns zu verbringen.  Ich bin mal gespannt.

Die letzten Wochen haben wir wieder die Olga vom Anfang des Jahres.  Sie ist begeistert und fröhlich bei der Arbeit und unternimmt viel mit den Kids.  Lauter Sachen die sie die letzten 10 Monate nie machen wollte.  Zum Beispiel geht sie in den Wald oder Matsch mit den Kids,  freiwillig auf Ausflüge und andere Highlights.  Unsere Mädchen genießen es aus vollen Zügen und wir Eltern natürlich auch.

Wir konnten die letzen Wochen häufig am Abend noch spontan zu Freunden fahren und etwas unternehmen, weil Olga zu Hause war und uns „frei gegeben“ hat.  🙂   Das ist eine der schönsten Phasen im AP Jahr, wenn das AP gegen Ende nochmal richtig gerne arbeitet und bewußt vieles mit den Kids macht.  Und zum Glück hatten wir diese Phase fast immer.  Sie ist auch optimal um als Eltern für 1-2 Nächte ohne Kids einen Kurzurlaub einzulegen.  Denn die meisten APs freuen sich sogar über das Vertrauen, wenn man ihnen die Kids für ein ganzes Wochenende anvertraut.  Wobei wir immer darauf geachtet haben auch Omas oder Tanten als Unterstützung mit an die Hand zu geben.

Und diese Phase kann ich gerade am Ende eines Schuljahres immer sehr gut gebrauchen, denn es kommen dann doch immer wieder sehr viele Konferenzen, Korrekturen und andere Dinge auf engen Raum zusammen und die gehen viel leichter von der Hand, wenn man durch ein tolles Au-Pair entlastet wird.     Und wenn es so gut läuft ist man eben als Familie auch gerne bereit 2-3 Extra Urlaubstage zu spendieren.

 

 

Kindergarten und Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Juni 27, 2011

Früher hatte ich immer geglaubt Kigas sind dafür da uns Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu  erleichtern und den Kindern erste frühkindliche Bildungserfahrungen zu ermöglichen. Aber nach 4 Jahren Kiga Erfahrung muss ich feststellen dein Kiga kann noch soviel mehr für dich tun.

Er kann dich als berufstätige Mutter  zur Rabenmutter machen indem er möglichst alle Mutter-Kind Events auf Vormittags legt.  Denn eine gute Mutter nimmt sich ja wohl Zeit für ihr Kind.

Er kann dir langweilige Wochenenden verzaubern indem gefühlt jedes zweite Wochenende ein tolles „Kigafest“  „Kirchenfest“   „Schulkinder führen Theater auf Fest“ oder einfach nur mal „Väterfrühstück“ ist.  Und natürlich alles schön verteilt.   Besonders toll für Eltern die auch am Wochenende arbeiten müssen.  Aber wir haben ja schon gelernt gute Eltern nehmen sich dann einfach mal Zeit.

Er  schließt  zu diversen Anlässen (gerne auch mal kurzfristig)  oder halbtags ab 12.00 Uhr.   Begründung :  Wir haben ein tolles Faschingsfest,  Kigafest,  Schulkinder Event gefeiert, daher machen wir heute früher Schluss.

Und ganz wichtig zu allen Eltern – Kind Events dürfen Geschwister auf keinen Fall mitkommen, damit auch die nicht berufstätigen Mütter mal ein Problem bekommen. Aber gute Mütter haben ja schlieslich eine Oma im Haus.   Denn diese Events finden natürlich außerhalb der Kiga Öffnungszeiten statt oder der Kiga wird extra dafür geschlossen.

Ich klinge unfair und gefrustet?  Stimmt, denn ich habe gerade den Plan für die Schulkinderverabschiedung unserer großen Hexe bekommen.  Das die Kids eine Nacht im Kiga schlafen und daher für die kleinen Kinder  1.5 Tage kein Kiga ist wußten wir schon lange und darauf haben wir uns eingestellt.  Aber die Highlights wurden bis zum Schluss unter Geheimhaltung gehalten.   Klar sonst hätte man sich ja noch darauf einstellen können.

Die Schulkinder schlafen zwar im Kiga, aber wir Eltern dürfen müssen  Abends von 18.00 Uhr- 20.30  zum gemütlichen Eltern-Kind Abendessen kommen natürlich ohne Geschwister.   Und am nächsten Morgen werden die Kids nicht einfach abgeholt.  Nein es findet noch ein super Gottesdienst statt und danach eine offizielle Verabschiedung auf der den Eltern die Bilder der Kids übergeben werden und alle Eltern gemeinsam mit den Kids feiern.   Natürlich super gelegt von 9.30-11.00.  Und die Geschwister auch hier ausdrücklich nicht erwünscht.   Und der Kiga natürlich zu.

Daher stehen wir selbst mit AP  im Leh.  Unser AP kann entweder die kleine Hexe betreuen oder die große Hilfe auf ihrer Verabschiedung begleiten.  Und 1 Woche vorher ist es sowohl für meinen Mann als auch für mich wirklich kompliziert  einen Freitag frei zu bekommen.  Aber wir sind ja Kiga erfahren und haben dank netter Kollegen und Stundenplanung das unmögliche möglich gemacht und uns den Tag frei geschaufelt.  Aber ohne AP keine Chance.

Und warum man Anfang Juli eine Verabschiedung macht, wenn danach noch 3 Wochen normaler Kiga Betrieb ist erschließt sich mir auch nicht wirklich.  Denn so ist der Abschied ja gar kein Abschied.  Aber wahrscheinlich bringen gute Mütter ihre Kids ab dann auch einfach nicht mehr in den Kiga.

Ach ja das „Mama bastelt mit mir meine Schültüte Event“ verpasse ich gerade auch, weil es natürlich auch wieder um 14.00 Uhr losging und ich da leider noch in der Schule stand.   Und warum müssen die Kids ihre Schultüte eigentlich selbst basteln? Ich habe meine damals als Überraschung zum 1. Schultag bekommen und fand das so sehr schön.   Aber Olga war zum Glück so lieb und ist mit der großen Hilfe dorthin gegangen.  Sie findet es spannend und unser Kind muss sich nicht wieder als „Rabenmutter Kind“ fühlen.   Es sei denn ihre Erzieherin gibt mal wieder alles und fragt warum denn die Mama nicht gekommen ist.  😦

1 2 3 im Sauseschritt

Juni 22, 2011

läuft unsere Zeit als AP Familie ihrem Ende zu.   Wie immer kann man am Schluss kaum fassen, dass schon wieder 12 Monate vorbei sind.   Ist es wirklich schon so lange her, dass wir Olga vom Flughafen abgeholt haben?  Das wir uns von unserem damaligen AP verabschieden mussten?

Ja ist es und wie immer am Ende fängt die Zeit an zu rennen.   Und seit gut einer Woche haben auch unsere Kinder wirklich verstanden, dass Olga bald gehen muss.   Und das zeigt Wirkung.  Die kleine Hexe macht mal wieder ihrem Namen alle Ehre und ist zickig wie schon lange nicht mehr.  Sie ist wie ein kleiner Vulkan. Bei der kleinsten Verstimmung wird explodiert.  Und sie ist mega eifersüchtig auf jede Minute die ihre Schwester mit unserer Olga allein verbringen darf.    Und sie schläft schlechter und hat sogar wieder 2x ins Bett gemacht.  Auch das hatten wir häufiger rund um einen Wechsel.

Typisch kleine Hexe hat sie das natürlich noch nichts von wegen „Ich bin traurig das Olga geht“ gesagt.  Aber sie gibt uns Zeichen.  Zum Beispiel steht sie oft vor dem Bild unseres letzten APs und sagt ganz traurig.   Sie ist auch schon sooooooo lange weg.  😦
Die große Hilfe  wird nicht wütend wie ihre Schwester, sondern sie wird anhänglich.  Und passend zur Situation erstmal für ein paar Tage krank.  Sie hat es sehr genossen, nochmal 2 Tage von Olga nach allen Regeln der Kunst verwöhnt zu werden.  Olga hat ihr stundenlang vorgelesen und sich mit ihr und unser Bett gelegt und gekuschelt.   Was die Eifersucht der Schwester nicht gerade positiv beeinflusst hat 😉 .

Neben dieser totalen Anhänglichkeit und leichter Regression in Bereich Sprache.  Unser großes Schulkind redet seit ein paar Tagen bevorzugt wie ein Baby wird sie aber auch manchmal ziemlich gemein gegen Olga.  Auch das typische Zeichen des nahen Abschieds.  Gestern hat sie ihr gesagt :  „Du bist verfressen und Mama und Papa freuen sich wenn du weg bist !“

Wir haben also zum ersten Mal die Situation, dass unser Kind uns in eine ziemlich peinliche Situation gebracht hat.  Denn so haben wir definitiv nicht gesagt, wobei sie inhaltlich ja nicht unrecht hat.  Ich habe schon das ein oder andere Mal geflucht, wenn ich mal wieder vor leeren Lebensmitteltüten  stand.   Wir haben dann aber erklärt, dass es unhöfflich ist Olga sowas einfach ins Gesicht zu sagen und auch Eltern manchmal Fehler machen.   Ab jetzt müssen wir also doppelt aufpassen was wir vor den Kids erzählen.

Olga hat den Zwischenfall zum Glück nicht zu schwer genommen.  Sie hat wohl auch erkannt, dass ein Körnchen Wahrheit darin lag und wir haben ihr das ja er hofftenlich höflicher auch schon einige Male selbst gesagt.

Man merkt aber bei allen Beteiligten, dass langsam aber sicher Wehmut aufkommt und man anfängt die stressigen und nicht so schönen Phasen im AP Jahr zu vergessen und an die schönen und witzigen Zeiten zu denken.

Ich merke auch, dass so langsam der Respekt vor dem Leben ohne AP zunimmt.  Denn gerade diese Woche mit krankem Kind haben mal wieder sehr deutlich gezeigt, dass in so einem Fall ein AP einfach toll ist.  Olga hat mit soviel Liebe und Fürsorge für unsere große Hilfe gesorgt, dass ich wirklich ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen konnte.  Und das wird uns ab Sommer bestimmt fehlen.

 

So möchte ich auch gerne leben..

Juni 11, 2011

Bekomme ich  häufig von Schülern gesagt.  Ähnliche Bemerkungen machen  gerne auch APs und  Bekannte  ….   :  „Du hast es einfach nur gut.“   „Dein Leben möchte ich auch haben“     „Bei euch klappt aber auch alles“

Solche Äußerungen bringen einen dann dazu über das eigene Leben nachzudenken und  von außen betrachtet haben die Leute recht.

 

Ich habe meinen Traummann geheiratet und wir führen eine glückliche Ehe,  wir haben 2 tolle Kinder zusammen bekommen, leben in einem großen schönen Haus, haben  tolle Großeltern,  großartige Patentanten und liebevolle Tanten und Onkel.   Ich habe einen Beruf der mich ausfüllt und der mir jeden Tag neue Herausforderungen bietet,  meine Kinder haben sich bisher toll entwickelt und es geht uns allen gut.

Manchmal macht mir soviel Glück selbst ein bischen Angst.

 

Aber  ich kenne  auch die anderen Bereiche und Erfahrungen die zu  meinem/unserem Leben gehören und die uns dahin geführt haben wo wir heute sind.

Ich habe schwanger mein 2. Staatsexamen gemacht und danach keine feste  Stelle gefunden.  Als ich kurzfristig wieder arbeiten konnte musste ich  innerhalb von nur 2 Wochen eine Kinderbetreuung organisieren und den Sprung ins kalte Wasser wagen.

Innerhalb kurzer Zeit starb meine Oma und eine Oma erkrankte schwer.  Zwischendurch haben wir  ein Haus gekauft mit viel Risiko, weil nur ein Verdiener da war.   Immer nach ohne feste Stelle das 2. Kind nur 18 Monate nach Nr. 1 bekommen.   Dann als Lichtblick ein 2. Studium trotz Baby angeboten bekommen. Auch wenn es jeden Tag 100km Fahrt und viel Stress und Organisation bedeutete angenommen.   Ein AP eingeladen, dass dann 1 Tag vor ET untergetaucht ist.   Kurzfristig Elternzeit beantragt und neues AP eingeladen.  Studium  nicht abgeschlossen.

Nach 2 Jahren Vertretungsarbeit  beschlossen mich selbstständig zu machen.  Als alles organisiert war und das Gewerbe angemeldet war  doch noch eine feste Stelle in der Nähe bekommen.   Jetzt arbeiten mein Mann und ich  beide in sehr fordernden Berufen sowohl zeitlich als auch emotional.   Unsere Kinder sind im Winter gefühlte 3 Monate Dauer- und Wechselkrank gewesen.  Wir haben 1 Kind mit eine lebensbedrohlichen Allergie.

Wir haben also auch nicht nur Glück im Leben gehabt und sind auch schon durch schwierige Zeiten gegangen.    Aber diese schwierigen Phasen haben uns als Paar und Familie näher zusammen geschweißt und ich  kann mir sicher sein, dass mein Mann und ich auch in schwierigen Situationen gut funktionieren und uns gegenseitig stark machen.  Wir sind zusammen gewachsen und haben uns immer wieder gestützt.

Und daher kann ich auch auf die Aussagen oben mit guten Gewissen antworten:   „Ja ich würde auch mit mir tauschen wollen“   🙂

 

 

 


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